ein Bild erzählt

Nach über 3 Jahren Kirschkernzeit, ist sogar mir eines klar geworden: Ich bin keine Frau weniger Worte, oh nein. Egal wie sehr ich mich auch bemühe, meine Posts platzen zum Schluss meistens aus allen Nähten (bis auf die “this moment”, meine “berührt”-Posts, oder auch die “zu meinen Füssen”-Foto-Reihe jener 14 Tage wahrscheinlich, weil ich da einen Rahmen habe, der mir so quasi Einhalt gebietet *kicher*)… Am allerschlimmsten sind ja meistens die Momente -ausgerechnet!- wo ich zuerst einmal lang und breit erkläre, dass das hier nun ganz bestimmt ein “Kurz-Post” werden wird und warum und wieso und blablabla, und schwuppdiwupp, schon plappert es drauflos und sinniert und rattert und tippselt und man muss ganz ordentlich nach unten scrollen, bis man dann endlich zum Schlusswort findet. Ja, ich muss der Wahrheit ins Gesicht sehen: Meine Mitteilungs-Bedürfnis scheint (ganz offensichtlich) grenzenlos zu sein. Besonders hier, an diesem kleinen, geschützen Eckchen Welt, wo keine Kinder an mir zupfen und ich die seltene Freiheit habe, meine Gedanken einfach so ein bisschen schweifen zu lassen, frei wie ein Vogel mit weit offenen Schwingen, hierhin, dorthin…

“Die Gedanken sind frei”, wie wahr, wie wahr. Aber nicht immer komme ich dazu, sie auch zu Ende zu denken. Denn im Alltag schiebt sich oft, oh ja, so oft etwas oder -vielmehr noch- jemand dazwischen, der mich unterbricht in dem, was ich gerade -für mich- tue, denke, bin, jemand Kleines meistens (oder gar mehrere davon), der meine Aufmerksamkeit sucht, ganz und gar, und der mich so schnell dann nicht mehr loslässt- wenn überhaupt… In meinen Kirschkernzeit-Posts kann ich ein wenig von dem nachholen, was mein Tag nicht zu liess für mich, ein paar Sätze (ein paar? Viele! Ganze Wagenladungen voll davon!), ein paar Bilder, Gedankenkarussell-Fahrten und Erinnerungen an das, was war, und ich tue es gerne, ganz ehrlich, so wahnsinnig gerne, auch wenn das alles immer spät abends beginnt und in keiner Weise so ungestört und entspannt vor sich geht, wie ich es mir eigentlich wünschen würde: Kaum ein Post, der nicht 4 bis 5 Mal unterbrochen wird von einem Babykind, das beruhigt und wieder in den Schlaf gewiegt werden will. Meine Schreib-Zeit beginnt spät und endet noch später, in den meisten Fällen nach Mitternacht, nach durchschnittlich 2 Stunden Texten, Gestalten und Bilder-Einsortieren…

Es ist gut so wie es ist. Es reicht. Ich bin dankbar dafür, für jeden einzelnen Augenblick, den ich hier verbringen darf, und vor allem für das warme, so wahnsinnig bewegende Echo, das ich hören darf: Ihr seid ein ganz wunderbares Völkchen, ihr! Keine Worte können ausdrücken, wie sehr ich davon zehre und wie viel Kraft mir jeder einzelne Kommentar von euch gibt, Kraft zum Weitermachen, da wo ich stehe, Kraft zum Schreiben und Gestalten und dafür, das alles zu teilen. Habt Dank dafür, von ganzem Herzen.

Manchmal aber… da sehne ich mich auch nach ein wenig mehr Einfachheit. Gerade jetzt nach der Ruhe, Musse und Entspannung einer elementar einfachen “zu meinen Füssen”-Foto-Reihe. Knappe Posts, Worte, die kommen wie sie kommen, ganz ungefiltert und simpel, ohne literarische Zensur, ein bisschen dies, ein bisschen das, plaudern aus dem Nähkästchen… Etwas mehr Kargheit inmitten der Fülle. Genau deshalb habe ich mich da ganz radikal dem Blick zu meinen Füssen verschrieben (hab’ ich schon erwähnt, wie sehr ich das genossen habe?) und genau dafür möchte ich mir auch in Zukunft eine Nische schaffen, eingebettet zwischen meinen Quasselposts: Die “Ein Bild erzählt”-Reihe, wird jeweils einmal pro Woche (oder alle zwei Wochen oder einfach dann, wenn es sich gerade ergibt, es soll ja kein Korsett werden) ein einzelnes Foto einstellen, zu dem ich dann ein bisschen die Gedanken fliessen lasse, direkt aus dem Bauch heraus, ganz gelassen und gerade so knapp oder lang-atmig wie die Situation es erlaubt. (In der Hoffnung, dass mich der Rahmen -nur ein einziges Foto und kein bisschen mehr!- etwas im Zaun hält *grins*).
Bis dann also. Morgen? Übermorgen? Bei meinem allerersten “ein Bild erzählt”.

PS. Apropos Blog-Posts und Zeit; am letzten Post (“das weisse Zimmer”) habe ich noch 2 Tage danach getüftelt *grins* Ein paar Bilder ersetzt, um-arrangiert, Satz-Fragmente eingeschoben, die mir noch in den Sinn kamen… Ich sag’s ja; keine Frau weniger Worte…

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9 Antworten auf ein Bild erzählt

  1. Roswitha sagt:

    Liebe Bora,
    wer kennt nicht die Freuden und Leiden des Blog schreiben? Oder der Blog-Lesenden? Wir Blogger wohl alle irgendwie. Du hast es wieder wunderbar beschrieben.
    So machen wir das, was uns gut tut, so wie der Rahmen es zu lässt. Mal mehr oder weniger gelingend. Wir sind Übende, sich Verzettelnde, Abtauchende, Genießende usw.
    Ich sitze nach längerer Schreibpause jetzt stundenlang vor anderen und meinem Blog. Seit zwei Tagen zwinge ich mich zum Nötigsten und irgendwann werde ich wohl wieder um die liegen bleibenden zu erledigen werden wollenden Sachen kümmern.
    Viele Grüße, Roswitha

  2. Rita sagt:

    Wie wahr Du doch schreibst. Ich weiss, dass ich nicht diese Stilsicherheit beim Schreiben habe wie Du und diese Durchdachtheit. Ich schreibe oft aus dem Bauch heraus und die Blogeinträge sind schnell geschrieben. Das Bloggen macht mir grossen Spass, doch empfinde ich auch immer wieder dadurch Druck, etwas (Handwerkliches) einstellen zu müssen. Deine Gabe so schön zu schreiben und doch jedes Mal den Nagel auf den Kopf zu treffen finde ich jedes mal äusserst bewundernswert. Ich kriege das nicht so hin;) Oder es liegt an den vielen Kommentaren meiner damaligen Lehrer an Aufsatzrändern, dass ich im Stil und Ausdruck wohl noch viel zu lernen hätte….und mich das noch immer verfolgt.
    Jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als gedacht….*grins*
    Ich wünsch Dir einen ganz schönen Wochenendspurt und ein ruhiges und kühles Wochenende!
    Herzlich, Rita
    PS Dein nachkorrigiertes Beitrag zum Weissen Zimmer finde ich Klasse!! Noch mehr Augenfutter;)

  3. Allerleirauh sagt:

    Jeder hat seinen eigenen Stil. Ich finde, du schreibst sehr schön und mit viel Hingabe. Ich bewundere, wie du aus wenig so viel an Stimmung heraus holen kannst. Ich selber bin ja eher eine Schreiberin der wenigen Wort, aber das ist halt mein Stil und das ist auch gut so.
    Liebe Grüsse
    Katharina

  4. silke sagt:

    Liebe Bora,
    danke für den Blick hinter die Kulissen! Ich geniesse sehr bei Dir zu lesen, “zu meinen Füßen” hat mich sehr berührt, eine klasse Idee und wieviel Stimmung Du mit so einem Ausschnitt rüberbringst ist wahnsinn. Deine Texte dazu sind wundervoll, lebendig, bunt, intensiv und einfach echt! So wie es sich für Dich richtig anfühlt ist es ok, ob mit oder ohne Text, ich freue mich auf morgen, übermorgen oder überübermorgen :-)
    Herzliche Grüße,
    Silke

  5. Galina sagt:

    Ich mag dich und ich danke dir für die schönen Texte .Ich freue mich auf das was kommt .Liebe Grüße an dich

  6. Raniso sagt:

    Und ich bangte beim Lesen schon, dass da plötzlich ein grosses ABER käme… Aber jetzt ist genug, oder so! Puh, zum Glück bleibst du uns als poetisch quasselnde Frau Kirschkernzeit erhalten – I’m loving it ;-)
    Ganz liebi grüäss, anja

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