berührt: Meilenstein

„Berührt“ heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

Eben noch war sie ein kleiner Winzling mit schrumpeligen Fuss-Sohlen, unsicheren blanken Augen-Seen und dem urtypischen Bedürfnis, so nahe wie nur irgend möglich bei mir zu sein, immerzu, tagein, tagaus, quer durch die Nacht.
Und nun… nun ändern sich die Dinge, in ganz kleinen Schrittchen zwar aber doch Tag für Tag spür- und sichtbar für mich: Das Babykind setzt sich auf, es robbt und rollt und beginnt plötzlich zu spielen, mit Dingen und Menschen in Kontakt zu treten, wo zuvor noch alles ausserhalb von Mamas Armen eine Spur zu gross und zu überwältigend erschien. Das Babykind passiert Meilensteine. Ganz kleine im Grunde. Aber für mich sind sie … riesengross.
Mir wird ein Baby genommen – und ein Krabbelkind geschenkt, und fast muss ich mich wundern, dass es sich immer noch -auch beim 4. Kind- so intensiv und zwiespältig anfühlt, seinem Baby beim Wachsen zuzusehen. Wehmütig und glücklich, erstaunt und stolz, besorgt und trotzdem dankbar, erleichtert und verunsichert… berührt, das ja, auf jeden Fall.

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14 Kommentare zu berührt: Meilenstein

  1. Micha sagt:

    Wie schön, dass du diese Meilensteine fest hältst!

  2. Kristina sagt:

    geht mir gerade ganz genauso…ich freue mich, aber trauere auch…manchmal weniger, aber oft auch heftiger…drücke dich!

  3. Galina sagt:

    ich kann dich gut verstehen ,mein Mädchen wird schon 2 im Sommer die Zeit die geht so schnell .

  4. Oh ja, oh ja! Wehmut und Glück! Und Tränen in den Augen, weil sie einfach so die Treppen hochkrabbelt. Verrückt dass das mit der gleichen Erfahrung nicht einfacher wird. Aber nee – einfach – davon war ja nie die Rede. Hach. Es fällt mir schwer das Baby gehen zu lassen.

  5. Raniso sagt:

    Aaah, ein Gänsehaut-Bora-Post! „Mir wird ein Baby genommen – und ein Krabbelkind geschenkt…“ wie treffend du diesen Zwiespalt beschreibst! Hach, ich kann dich gut verstehen! Ich habe gerade wieder eine Wehmuts-Phase, dabei erzählte ich dir am Sonntag gross, ich hätte wohl abgeschlossen…
    Ganz liebi grüäss, anja

  6. Brigitte sagt:

    Ach ja diese verschieden Schritte im Leben… Und was glaubst du, wird es in vielen Jahren auch noch so sein, wenn die Kinder Erwachsenene sind und zuhause ausziehen? Bei mir war es so, da kamen die Wehmuts- und Freudentränen. Die grosse Trennung und trotzdem ein Stolz oder Freude, dass „mein Kind“ das Leben ganz selbständig und allein bewältigen kann und hofffentlich glücklich bleibt.
    Geniesse die kleinen Schritte zur Selbständigkeit.
    Liebe Grüsse
    Brigitte

  7. Rita sagt:

    Wie wahr, wie wahr….mir geht es vorallem dann an’s Herz, wenn sie aus geliebten Kleidern rausgewachsen sind….ich sie wasche und nicht mehr in den SChrank legen kann, sondern in eine Kiste….
    Wünsch Dir einen ganz schönen Abend!
    Herzlich, Rita

  8. Margarete sagt:

    Das Gefühl – man freut sich und man trauert nach – das begleitet mich auch jeden Tag.

    Liebe grüße von Margarete

  9. brigitte sagt:

    Ja, so ist es und so geht es immer weiter – und wenn es anders wäre, wäre es nicht so herzzerreißend schön und kostbar. Wenn ein Baby immer ein Baby bliebe, gäbe es nicht diese wunderbar-wehmütig-warme Erinnerung daran, und auch nicht das Staunen und die Freude über das, was in dauernder Verwandlung und Entfaltung aus ihm wird.

  10. amberlight sagt:

    Guten Morgen, ein Strickbuch geht bald auf die Reise: http://amberlight-label.blogspot.de/2013/05/etsy-lab-dresden-polymer-clay.html und ich freue mich, dass es den Weg zu dir gefunden hat …

  11. Lapislazuli sagt:

    Es wird nie aufhören ein Wunder zu sein..

  12. Miriam sagt:

    Oh ja, diese neuen Wege, die ein Kind geht, sind immer wieder besonders. K. liebt es auch, die Küchenschränke auszuräumen (und ich liebe es, ihm dabei zuzusehen) und er ist gerade auf dem Sprung, mit dem Laufen anzufangen. Wahnsinn.

  13. Tine sagt:

    Wie wunderbar und achtsam du in Worte fasst, was man im stressigen Alltag doch nur allzu oft übersieht, vergisst, nicht wahrnimmt. Danke dafür, weil es für mich gerade mal alles ins richtige Licht rückt.

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