frisch

Das Jahr ist so blutjung und der neu begonnene Schul-Alltag noch kaum der Rede wert nach der kurzen Zeit, aber trotzdem… Wie rasch uns das alles wieder eingeholt hat! Es erstaunt mich immer wieder, wie fliessend so ein Familiengefüge vom Ferien-Rhytmus in den normalen Alltags-Trott hinübergleitet- und wie gut auch der sich anfühlt mit seinem fixen Zeitplan, seinen Morgens-vor-der-Schule-Ritualen und den Wellen, in denen die einzelnen Familienmitglieder kommen und gehen, wie Ebbe und Flut, wie Tag und Nacht. Im Alltag hat der Tag wieder klare Etappen, genau wie die Woche. Einmal stecken wir alle zusammen, das Haus ist laut und unübersichtlich, und ich bange um mein Nervengerüst, und dann sind wieder sind wir nur zu dritt, ich, mein Mädchen und das Babykind, friedlich, still, wie abgeschirmt vom Trubel dieser Welt… So sehr ich freie Tage und den Zauber einer Festtags-Zeit auch liebe; auch der Alltag hat seine Schönheiten. Seine Einzigartigkeit. Und der Rahmen, den er bildet, macht mein Leben übersichtlicher und irgendwie auch ruhiger.

Trotzdem; Kleine Veränderungen dann und wann tun Wunder, finde ich. Sie sorgen dafür, dass der Alltag lebhaft bleibt nicht allzu schnell verstaubt. Kleine Veränderungen hier und da, ein wenig frischer Wind der durch mein Leben weht …

: Frisch gefallener Schnee (endlich! Jippie!) zu unseren Füssen und rote Ohren vom eisigen Winter-Wind- Es sei denn, man trägt schön brav die Mützen, die Mama einem ständig hinterherträgt *räusper* :

: Eine Sendung neuer Stoffe, halb Anna Maria Horner (Love, Love, Love!), halb Organic-Cotton von Birch Fabrics (beides bestellt -wie meistens- bei Cotton und Color); frisch, frischer, am frischesten. Vor allem die Bio-Baumwoll-Stoffe mit ihrem Eisblau, den Meerjungfrauen, Walen und kühl-grauen Waldrand-Szenerien. Wahnsinnig schön! Aber wirklich frisch… Ich glaube, diese Stoffe betteln regelrecht nach einem Sommerkleidchen-Schnitt… :

: Frisch gewagt! Ein weiteres Paar Schlupf-Hosen für mein Babykind. Quick Change Trousers wie auch schon. Nichts Neues eigentlich… und doch ein Wagnis für mich, weil ich nie weiss, wie lange ich an der Nähmaschiene sitzen bleiben kann und ob mein Kopf die nötige Ruhe und Konzentration überhaupt aufbringen wird, die es braucht. Ein Balance-Akt zwischen Geduld, Eifer und der Kunst, mitten im blühendsten Schaffensdrang wieder alles los- und liegen zu lassen… :

: Fresh Corners. Nur hie und da in kleinen Eckchen, aber die Energie, die so ein frisch aufgehängtes Bild in mir freisetzt, ist einfach unglaublich! Das Bild, eine gerahmte Buch-Seite aus dem Schweizer Mundart-Buch „S Vatterunser“, war schwierig zu fotografieren, weil das Glas ständig spiegelt, in Natura aber echt schön! Zwei Kinder, die beim Eindunklen durch den Wald gehen und vor dem Haus von einer Frau mit hellem, warmem Licht erwartet werden. Heimkommen… Heimelig. Sehr sogar.

: Noch so ein frisch eingerichteter Winkel. Die Bilderwand meines kleinen Büros hat ein neues Regal bekommen; eine dieser alten, hölzernen Rücken-Tragen, mit denen man früher vielleicht Käse oder Milch transportiert hat. Die Gurten (eingeklemmt zwischen Wand und Trage) sind ziemlich eng und passen gerade noch meinem sechsjährigen Jungen… Nun trägt sie meinen alten Aufzieh-Wecker und ein Emaille-Tablett für allerlei Krimskrams. Und macht unser noch immer im Umbau stehendes Haus ein Stückchen mehr zu einem Daheim. Nagel für Nagel, Ecke für Ecke; es ist schön, sich einzurichten. Nester bauen tut gut und für ein bisschen Nestbau-Trieb ist immer Zeit- dazu muss man gar nicht mal schwanger sein.

Ich bin dankbar für diese kleinen Wechsel. Sie sind vielleicht nichts besonders Grossartiges, sondern bloss Kleinigkeiten, etwas Winter-Weiss, ein paar Meter Stoff, der eine oder andere Handgriff da oder dort – doch das alles reicht schon aus, um mir das Gefühl von Bewegung und Beweglichkeit zu vermitteln. Nichts ist statisch, alles fliesst, wandelt sich, bleibt möglich. Wie der frische Wind, der übers Land zieht. Und alles, was er berührt, ein klitzekleines bisschen verändert zurücklässt…

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8 Kommentare zu frisch

  1. Carmen sagt:

    Es sind eigentlich immer die kleinen Dinge, die den Alltag bunter machen und ihn erheitern!
    Und man sieht es dann gleich wieder mit anderen Augen an!
    En schöne Abig!
    d’Carmen

  2. Raniso sagt:

    Ich weiss genau was du meinst. Und gerade in Momente, in denen ich auf die grosse Veränderung hoffe (Thema Wohnen) und alles stehen zu bleiben scheint, tun solche kleine Veränderungen besonders gut, gell 🙂
    Ganz liebi grüäss, anja

  3. isa. sagt:

    ooh, danke für den tipp für den stoffladen, den kannte ich noch gar nicht! ich glaub, da muss ich UNBEDINGT mal vorbeischauen!
    übrigens, wie stehts um deinen lernfahrausweis? ich habe mittlerweilen eine fahrstunde hinter mir und hoffe, dich so auch ein bisschen motivieren zu können! 😉 (du glaubst nicht, wie mich der mann an meiner seite weichklopfen musste, bis ich dann eeeeeeeendlich….. na du weisst schon)

    liebi grüess, isa.

    • kirschkernzeit sagt:

      Also, das mit dem Autofahren ist bei mir noch immer nicht so weit… 🙂 Aber toll, dass du das jetzt in Angriff genommen hast! Finde ich klasse!
      Der Shop ist wirklich total empfehlenswert, sehr speditiv und zuverlässig und mit einer recht guten Auswahl auch an internationalen Designern- was ich in der Schweiz generell eher vermisse… Ich bin im Internet auf ihn gestossen, als ich nach A.M.Horner-Stoffen suchte. Und dann bloss hier eine kleine Auswahl davon fand…

  4. Miriam sagt:

    Hallo Bora,
    diesen Alltagsgenuss empfinde ich ebenso wie du. Irgendwie kann man in einem zeitlich festgesteckten Rahmen leichter Durchatmen, oder?
    Die neuen Ecken und kleinen Veränderungen die du zeigst, sind wunderschön! Das Bild gefällt mir auch sehr. Hast du es vergrößert oder genau so dem Buch entnommen?
    Die Idee mit der Rückentrage an der Wand ist auch klasse! Du hast das toll umgesetzt mit dem Tablett.
    Ganz liebe Grüße!
    Miriam

  5. Resi sagt:

    Liebe Bora,

    es ist leider schon eine ganze Weile her, dass ich eine Antwort hinterlassen habe. Doch zu allererst alles erdenklich Gute für dieses neue Jahr! Kraft und Gesundheit für dich und deine Familie! Deine Beiträge berühren mich immer wieder. Die Art wie du schreibst ähnelt so sehr den eigenen Gedanken. Wir wollen auch etwas erneuern, Richtung Farbe für das Wohnzimmer, obwohl ich im Moment sehr für farblich reduzierte Dinge bin, um dann gezielt mit zum Beispiel einem frischen Strauß Tulpen kleine „Glücksinseln“ zu schaffen. Was ich dir jedoch noch kurz erzählen möchte. Gestern saß ich fast den halben Tag mit meinen beiden Mädels (7 und 8 Jahre) ganz kuschelig im Wohnzimmer und wir haben gestrickt und gestrickt und gestrickt. Die Kinder mit der Strickliesel und ich dicke Schals und Mützen für die Kinder (zumindest damit begonnen ;-)) Unser Kater lag irgendwo zwischen den ganzen Wollknäuls und mein Mann tat das, was mittlerweile nur Wunschdenken ist – Mittagsschlaf halten. Alles war total entschleunigt, wir hatten Stunden nur für uns. Ich wünsche dir auch so sehr solche wertvollen Minuten, denn meistens lebt man ja doch „zwischen den Zeiten“.

    Liebe Grüße bis zum nächsten Mal,

    Resi

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