Zwischentage

Das Jahr hat viele Tage. Ganze 365. Die meisten davon sind All-Tage, normal, ein bisschen vorhersehbar, zumindest ansatzweise mit Plan (sofern man Kinder im Schul-Alter hat). Dann gibt es Tage, die  tragen Namen, die heissen Ostern, Geburtstag, Weihnachten oder Silverster, erster Schultag, Muttertag, Examen… so in der Art. Dann wiederum gibt es welche, die haben zwar keine Namen, sind aber trotzdem keine gewöhnlichen Alltage, weil der Stundenplan fehlt und der Wecker morgens nicht schrillt. Ferien nennen wir das, und das Wort schmeckt wie ein Sahnebonbon, süss, dekadent und definitiv nach mehr.
Und dann… dann wären da noch jene Tage, die ein bisschen aus dem Rahmen fallen; Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, Tage, in denen die Seele sich fallen lassen darf und wir neuen Atem holen für ein neues Jahr voller unbekannter Möglichkeiten. Frei sind sie, namenlos und in ganz besonderer Weise plan-los und entspannt oder ausser-ryhtmisch, wie Rita mal gesagt hat, denn anders als bei ganz normalen Schul-freien Tagen, sind sie zu kurz für grosse Pläne und liegen derart weich eingebettet zwischen den Feierlichkeiten, dass sie sich anfühlen wie das Zentrum eines Karussells, wo alles ein bisschen anders läuft, langsamer, zurückgelehnt, während es an allen anderen Punkten der Peripherie lustig und laut zu und hergeht und vielleicht auch ein wenig hektisch.
Nach Weihnachten, vor Silverster…

Luftblasen-Tage

Kein Wecker, flexible Essens-Zeiten, je nach Hunger, Lust und Laune, spontane Ausflüge in überfüllte Warenhäuser, wo wir in den Ausverkaufs-Körben wühlen, sowieso nichts finden (und das auch nicht unbedingt wollen, made in China und so, ihr wisst schon…), uns aber freuen wie verrückt, wenn wir dann doch noch ein besonders schönes Schnäppchen machen. (In diesem Jahr? Bloss Socken. Bio. Immerhin.)
Wir lassen uns Zeit. Für alles. Und ignorieren, was auch nur im Entferntesten nach Druck oder Stress aussieht. Luftblasen-zwischen-Tage sind nämlich wie geschaffen für alles Faule, Genüssliche und sehnlichst Erwartete wie; Schlaf (au fein!), einfaches Essen, Weihnachts-Schokolade, ungestörte Lesestunden, Spielen stundenlang, rasche Besuche im Dorf-Brocki, Füsse-Vertreten bei strahlendem Sonnenschein. Und Baustellen, die schon viel zu lange leer gestanden haben, weil Alltage geizig sind mit ihren Stunden und zum Umbauen und Kreativ-Sein einfach zu wenig spendabel… Es tut so gut, für eine kurze Weile blindlings in den Tag hinein zu leben und einfach nur zu sein

In diesem Sinne; geniesst sie noch, eure Zwischen-Tage, sie sind so rasch vorüber…
Und danach ein wunder, -wunderbares, neues Jahr euch allen!

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8 Kommentare zu Zwischentage

  1. Pünktchen sagt:

    Ach Bora, schöner, besser, treffender hätte ich es nicht formulieren können. Du sprichst mir immer aus der Seele. Und trotzdem ich genau so fühle, ist es so schön, diese treffend formulierten Sätze zu lesen. Auch wir haben eine Reihe von unvergleichlich wohltuenden Tagen genossen und tun dies noch. So viel geschlafen haben wir gefühlte Ewigkeiten nicht mehr. Gott, was war das nötig, und wie gut uns das getan hat. Diese Erholung gemeinsam zu haben ist für mich ganz besondrs wertvoll. Danke für Deine Worte! Habt es gut im neuen Jahr!

  2. Wunderschön geschrieben, vielen Dank dafür!
    Ich wünsche Euch noch ein paar entspannte Zwischentage und ein tolles Neues Jahr.
    Lieber Gruss
    Ingrid

  3. Raniso sagt:

    Wirklich, genau so! Du findest echt immer die treffendsten Worte! Sir haben hier auch vor allem viiiiel geschlafen und gespielt. Einfach wunderbar, manchmal ein wenig planlos zu sein, so einmal im Jahr 😉
    Ganz ganz liebi grüäss und hoffentlich bis gleich!? anja

  4. Rita sagt:

    Ja, so läuft’s bei uns auch….doch wir fanden keine Socken, sondern einen neuen Teppich, der alte löste sich im warsten Sinne des Wortes lansam an den Rändern auf…..
    Ich liebe diese Tage, die Familie beisammen und doch kann jeder tun, was er möchte.
    Ich wünsche Dir ebenfalls einen ganz guten Start in‘ s neue Jahr!
    Viele kreative Stunden, tolle Kinderabendteuer und einfach Familie sein!
    Bleibt gesund, herzlich, Rita

  5. Birte sagt:

    Ja, genauso ist es . Deine Worte treffen meine Gefühlslage haargenau. Es ist wie eine Gnadenzeit, das Verabschieden und die Vorfreude auf das Neue. Schlafanzugtage. Zeit, die neuen Spielzeuge zu bespielen, Bücher zu lesen, Kalender zu beschriften, Pläne zu schmieden und dem vergangenen Jahr AufWiedersehen zu sagen. Ein traditionelles Geschenk von mir an meinen Mann (naja, eigentlich an uns!) ist ein Fotoalbum, mit den schönsten Momenten des Jahres. Das ist meine persönliche Art, das Jahr Revue-passieren zu lassen. Wobei natürlich auch Tiefpunkte dabei sind. Ich wünsche Euch ein wunderschönes neues Jahr! Und dass es so wird, wie Ihr es Euch wünscht!

    Alles Liebe, die *lini*

  6. Isla sagt:

    Jaaaa, wir lieben sie auch, diese Tage, wo wir so richtig schön faul sind, uns treiben lassen, ein bisschen nachdenken über das Vergangene, ein bisschen träumen vom Neuen,… Diese Tage sind auch unerwartet kreativ und erfüllt, obwohl wir nichts geplant haben. Und ich liebe sie. Dies ist mit die schönste Zeit des Jahres!

    Das hast du wirklich schön berschrieben, Bora! Genießen wir die Zeit noch bis morgen, und dann geht es wieder auf mit frischem Tatendrang, Ideen und Motivation in ein neues Jahr! 🙂

  7. jojo sagt:

    Na, jetzt lese ich hier schon eine ganze Weile (still)mit, und es hat spaß gemacht,war interessant und ich freute mich an schöne Bilder und Geschichten.
    Ich wünsche dir und deine Familie eine wunderbares 2013!
    lieben Gruß,
    Jojo

  8. Pingback: frisch | Kirschkernzeit

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