Geschenke

Weihnachten naht und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es überall wuselt, in der Stadt, im Dorf, in den Häusern, wie eingekauft wird, gebastelt, hergerichtet und vorbereitet. Weihnachten. Und das schon ganz, ganz nah.
Ich mag diese Zeit. Und auch wieder nicht. Ich finde, niemals sonst im Jahreskreis schlägt die Stimmung schneller um als jetzt, im späten Advent, wo so viele Erwartungen auf eine Realität treffen, die oftmals nicht Schritt halten kann mit unserer Vorstellung von einem harmonischen, perfekt durchdachten, sinn-vollen und erfüllenden Weihnachts-Fest. Es ist eine spannende Zeit, aufregend, weil so vieles möglich erscheint und dieses Geheimnisvolle, Erwartungs-frohe, das so knisternd in der Luft liegt, mich irgendwie beschwingt, ob ich will oder nicht. Aber diese Spannung… kann auch belasten. Das kippt manchmal fast schneller als man denkt…

Vor Jahren haben wir uns entschieden, Weihnachten nur noch so zu verbringen, wie es uns als Familie entspricht. Wir haben für uns alles radikal reduziert und uns viel Zeit gelassen, unser Weihnachten für uns neu zu gestalten, denn vieles fühlte sich einfach nicht mehr richtig an für uns… Vor allem war da die Sache mit den Geschenken, wir uns anders vorstellten: Wir wollten weg vom Konsum en masse und von dieser überbordenen Erwartungs-Haltung, in die man als Kind (und als Erwachsener) so rasch hineingerät, hin zu einer ruhigeren, einfacheren, bewussteren Form des Gebens und Empfangens. (Was gar nicht so einfach war…).

Viele Jahre haben wir Geschenke einfach ganz weggelassen. Die Kinder kannten es ohnehin nicht anders und wir, wir fühlten uns richtiggehend erleichtert dabei. Es war gut so, schlicht und entspannt. Aber irgendwie… Es begann mir zu fehlen. Das Schenken vor allem. Menschen, die ich liebe zu beschenken, macht mich -genau wie euch, möchte ich wetten- einfach glücklich, egal zu welcher Jahreszeit, und jetzt in dieser dunklen Jahreszeit, wo die Abende sich aufblähen, als wollten sie die Weltherrschaft erringen, wandern meine Gedanken sowieso fast unmerklich immer wieder Richtung Näh-Maschiene, Richtung Strick-Korb, Richtung Backofen… Weil mir so schrecklich danach ist, ein wenig Licht und Zerstreuung, ein erreichbares Ziel hinein zu bringen in diese langen Nächte und diese engen Tage drinnen in unseren vier Wänden.

Es macht mich unheimlich froh, für andere zu nähen, zu stricken oder zu backen. Wenn ich stichle und büeze und dabei meine Gedanken um meine Lieben kreisen lasse, dann tut mir das einfach zu gut, um darauf zu verzichten. Und ich glaube fast, meinen Kindern könnte es genauso gehen. Schenken kann verbinden und ich habe das Gefühl, ein Geschenk selber zu machen, vertieft diese Verbundenheit noch, einerseits beim Entstehen selber, andererseits auch später, wenn das, was wir gemacht haben seinen Platz findet im täglichen Leben, geliebt, benutzt, gebraucht wird, und einem immer wieder an die Familien-Bande erinnert, die es hervorgebracht haben.
Darum: In diesem Jahr wird das ein wenig anders werden. Die Zeit scheint reif zu sein dafür. Wir werden wichteln. Ob klein oder gross, jeder wird für einmal zum Wichtelchen und denkt sich eine kleine Überraschung aus für ein zuvor ausgelostes Mitglied der Famile. Ganz im Geheimen, versteht sich. Und nun wird gearbeitet, versteckt und ausgeheckt. Und tüchtig in Geheimnissen gekrämt. Kleine Wunder im Enstehen…

Aber wisst ihr, was das allergrösste Wunder für mich ist im Augenblick? Dass es meinem Babykind wieder so viel besser geht!

Sie lacht wieder, trinkt gierig und genussvoll und strampelt mit den Beinchen, wenn sie sich freut. Ihre Neugierde ist zurück, ihre Freude am Leben und an allem, was um sie herum geschieht. Sie ist wie verwandelt, jetzt wo es ihr besser geht, und ich so unsagbar erleichtert und dankbar; ich habe mein Kind wieder! Ist das nicht wunderbar? Für mich, ein Geschenk des Himmels…

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14 Kommentare zu Geschenke

  1. Nula sagt:

    Wie schön, dem Babykind geht es wieder besser! Ich fand es auch immer am schlimmsten, wenn die kleinsten Mäuse krank waren.

    Auch wir mussten unseren Weihnachtsweg erst finden. Weihnachten ist nun für uns der gemeinsame Gang mit anderen aufs Feld, bis zu einem Unterstand. Nun schon zum zehnten Mal. Am Anfang waren sich die Kinder sicher, wir sind nach Bethlehem gewandert und haben Maria gesehen. Nun sind sie größer und doch ist es noch immer wichtig, singend nach „Bethlehem“ zu wandern. Und doch, Weihnachten verwandelt sich. Aber immer noch verteilen sich die Geschenke Zeiten von Heilig Abend bis zum Dreikönigstag.

    Ich wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest
    voller Wunder.

    Liebe Grüße
    Nula

  2. Roswitha sagt:

    Ein wunderbares Geschenk. Nun kann Weihnachten kommen!
    Alles Liebe, Roswitha

  3. Raniso sagt:

    Das letzte Foto ist sooooo wunderbar! Deine Kleinste ist einfach zuckersüss, ehrlich. Wenn ich nicht selber so eine Bohne hätte… 😉
    Das Verschenken finde ich auch das schönste, vor allem wenn man eine tolle Idee hat und ahnt, dass der Beschenkte viel Freude haben wird. Das mag ich immer am meisten. Und die Vorfreude meiner Kinder mit zu erleben, dieses Jahr das erste Mal so richtig. Aber du hast recht, diese Stimmung kann so schnell kippen. Letztes Jahr war mir das alles zu viel, zu konsumorientiert und genau, diese Erwartungshaltung… Dieses Jahr bin ich sehr entspannt und wir haben fast alle Geschenke selbst gemacht. Ich habe vor, nach Weihnachten einige zu zeigen. Mal schauen, ob ich dazu komme.
    Wichteln finde ich eine tolle Idee! Haben wir in der Schule gemacht…
    Oje, sorry ein richtiger langer Schwaffelkommentar…kommt wohl daher, dass ich heute nicht wirklich viel mit dir gereder habe 😉
    Ganz liebi grüäss und besinnliche Tage voller Weihnachtszauber! Knuddel, anja

  4. conny sagt:

    Gott sei Dank! Nun kann das Christkind Geburtstag feiern, oder?
    Alles, alles Gute und eine schöne gemeinsame Zeit…
    Liebe Grüße
    Conny

  5. Marta sagt:

    Oh, ich freue mich sehr das es deinem Baby besser geht. Bei uns auch schon bisschen besser. Im Januar warten auf uns weieter Untersuchungen, aber in Moment ist Ruhe….Und selbstgemachte Geschenke. Die besten einfach!

  6. Rita sagt:

    Liebe Bora
    Wie schön, dass es dem kleinen Mädel wieder besser geht, hat mir schon etwas Sorgen gemacht… Deine Weihnachtsgedanken beschäftigen mich hier sehr…Dieser Konsum „drückt“ mich jedes Jahr mehr und mein Wunsch, das SChenken wenigstens unter den Erwachsenen einzuschränken kommt nicht an. Ich steh alleine da. Drum gibt es von mir seit 2 Jahren nur noch Selbstgemachtes. Dieses Jahr meine Ringelblumenseife, Johanniskrautöl und ein Duftkissen für den Kleiderschrank. Ich bin halt eher mal die Spontanschenkerin unterm Jahr, wenn es gerade passt;))
    Ich finde Euer Wichteln wunderbar!! Das wird sicher sehr lustig werden!
    Ich wünsche Euch ein Wunderschönes Weihnachtsfest und alles, alles Liebe!
    Ganz herzlich, Rita mit Büsi;)

  7. mme ulma sagt:

    wie schön zu lesen, dass es deinem baby besser geht!
    wir haben es eine zeitlang so gehandhabt, dass wir einen fixen betrag festgelegt haben, der maximal für ein geschenk verbraucht werden durfte – das war insofern besonders nett, als dieser betrag von jahr zu jahr kleiner wurde: angefangen haben wir bei zehn euro, am ende waren wir bei zwei euro vierzig … das war richtig spannend, diese herausforderung, was nettes zu finden, das nicht mehr kostet. fast zwangsläufig wurde da recht bald selber gebastelt und gewerkt. – leider hat sich das irgendwie verlaufen. durch deinen post fühle ich mich aber angestoßen, doch wieder über ein neues weihnachtsgeschenkritual nachzudenken. und vielleicht nächstes jahr schon …
    alles liebe dir und deiner wunderbaren familie und ein schönes weihnachtsfest! °°°u.

  8. Christa Narr sagt:

    Ich wünsche dir gesegnete Weihnachten mit deiner Familie und es gibt nichts Schöneres als fröhliche Kinder, sie sind ein Geschenk des Himmels.

    Liebe Grüße Christa

  9. isa. sagt:

    so schön, ich wünsch‘ dir und deiner familie ein schönes, entspanntes weihnachtsfest mit überraschenden wichtelgeschenken, das muss mega spass machen!
    und es isch wirklich eine freude, deine kleine so strahlen zu sehen, süüüüüüüüsss ist sie einfach! 🙂 liebe grüsse, isa.

  10. Sandra sagt:

    .. oh ja, Gesundheit ist das schönste Weihnachtsgeschenk !!!
    Wie schön, dass ihr nun alle fit seid.
    Eure „Geschenke-Weihnachtsentwcklung“ finde ich auch lesens- und nachahmenswert. Wir sind noch ein wenig auf der Suche nach „unserem Weihnachten“.
    Gemütliche Feiertage und einen guten Rutsch,
    Sandra

  11. Sara sagt:

    Liebe Bora
    Du hast die Worte GENAU getroffen! Uns geht es ähnlich, weg vom Konsum, was sicher nicht immer einfach ist. Aber ich merke, die Kinder sind auch entspannter.
    Ich selber habe von den Kindern nur selbstgemachte Sachen erhalten, einfach ein Traum!
    Und das grösste Geschenk ist doch sowieso, wenn man gesunde Kinder hat. Uns ist es ähnlich ergangen, diese Krankheiten in letzter Zeit zehren schon fest….
    Geniesst Eure Weihnachten! Ich wünsche Euch nur das Beste!
    Schön, dass es Deiner kleinen Maus wieder gut geht!
    Liebe Grüsse
    Sara

  12. TaTii sagt:

    Ich liebe es, wie du fotografierst!
    Deine Bilder wirken immer so ruhig.
    Ich muss dir jetzt mal sagen, dass ich deinen Blog nicht jeden Tag lese.
    ich bekomme nicht angezeigt, wenn du etwas neues gepostet hast.
    Ich schaue immer dann hier vorbei, wenn mich gerade etwas bedrückt.
    Dann lese ich immer gleich mehrere Posts (halt bis zu dem, welches ich als letztes gesehen habe)
    Und immer wenn ich dann deine Texte lese und deine Bilder sehe, fühle ich mich super wohl und komme runter. Dein Blog beruhigt mich und mir wird warm ums Herz.

    Danke dafür! 🙂
    Jetzt weißt du, welche Wirkung du auf mich hast und vielleicht auch auf andere, ohne dass du es bisher wusstest?! 🙂

    Und ich freue mich, dass es dem Baby wieder gut geht!

  13. Pingback: giving handmade: die Schiffs-Tasche | Kirschkernzeit

  14. Kathrin sagt:

    Hallo liebe Bora,
    ich hatte vor Weihnachten (und eigentlich bis diesen Montag) nur sehr wenig Zeit. Deswegen kommt mein Kommentar erst heute. Ich wollte dir sagen, wie sehr ich mich freue, dass es deinem kleinsten Maedchen wieder gut geht.
    Alles Liebe deiner Familie,
    Kathrin

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