Wochen-Ende: Fragmente

Das Wochenende ist wie eine Insel. Zwei Tage, die frei und offen dastehen zwischen lauter seriösen, strukturierten, mehr oder weniger voll beladenen All-Tagen, in denen vieles sich anpassen muss an ein Raster, das Schulpläne und Terminkalender vorgeben.
Versteht mich nicht falsch; ich mag den immergleichen Rythmus einer ganz normalen Alltags-Woche. Aber so ein Wochen-Ende, so eine kleine Insel für uns ganz alleine, ohne schrillenden Wecker in aller Herrgottsfrühe, ohne einen Papa, der schon früh aus dem Haus muss, und Kinder, die sich mit Hausaufgaben rumplagen… so eine Insel ist einfach immer wieder etwas ganz Besonderes für mich. Ich mag diese Leere an einem Samstag-Morgen, diese gemütliche Trödelei und das riesengrosse Fragezeichen, das beim Frühstück im Raum steht: „Und? Was machen wir heute?“ Am allerbesten gefällt mir daran übrigens das Wörtchen „Wir“. Ich geniesse es, für einmal keine aufgesplitterte Familie sein zu müssen, sondern für zwei Tage einfach nur … eine Familie. Zusammen und frei. Mit Zeit für all die Dinge, die uns wirklich Freude machen. So sollte es immer sein dürfen …

Fragmente eines Wochen-Endes, an dem:

  • ich gestrickt habe, ein wenig genäht und nach Knöpfen gesucht
  • ein Zimmer leergeräumt wurde und eine kleine Ecke ganz frisch bezogen
  • zwischen wunderschönen, alten Mauern kunderbunte Stände voller Handgemachtem lockten und ich eine waschechte Weberin an ihrem Webstuhl kennenlernte
  • kleine Kinderhände farbenfrohe Kerzen zogen
  • und sich die Büchertürme neben meinem Bett in schwindelerregende Höhen hinaufzogen, während ich stillend und lesend unter meine Decke gekuschelt da sass, Schokoladenkuchen gabelte und mich durch neue und alte Näh- und Strick-Bücher blätterte

                Bliss, sweet bliss.

 

Morgen fängte alles wieder von vorne an, der ganze Wochen-Zirkus mit Höhen und Tiefen, Strukturen und Herausforderungen. Eine neue Woche … auf die ich mir irgendwie auch freue, immer eigentlich. Das Leben ist so unvorhersehbar, trotz all den Stundenplänen und aufgelisteten Plänen in meinem Kalender. Und genau das erfüllt mich immer wieder auch mit einer gewissen Neugierde. Und Vorfreude. Vorfreude auf das Unbekannte, das mir begegnen wird.

Habt eine gute Zeit!

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9 Kommentare zu Wochen-Ende: Fragmente

  1. Raniso sagt:

    So schöne Einblicke. Und das Westchen auf Bild2 habe ich doch heute an deiner Kleinsten gesehen, nicht?
    Mir gehts auch so mit den Wochenenden und dem Alltagstrott. Nur dass es hier selten vorkommt, dass der Liebste an beiden Wochenendtagen frei hat. Umso mehr geniesse ich die Ferien 🙂
    Ganz liebi grüäss und ä wunderbari wuche! anja

  2. Rita sagt:

    Diese Einbrüche mag ich auch, besonders der Samstag;)
    Deine Bilder sind super schön, aber sag mal, hast Du Dein schönes Elternzimmer geräumt????Die Wandfarbe würde ja passen…
    Bin mal weiter gespannt und wünsche Dir einen gaaanz guten Wochenstart!
    Herzlich, Rita

  3. amselgesang sagt:

    Ein Eckchen Kinderbett, so fotografiert, dass man die Babyrestwärme und den Babyduft förmlich spürt und schnuppert – diese deine Begabung, „mit dem Herzen“ (und nicht nur mit den Augen) zu fotografieren, berührt mich sehr. Zeigt mir, wo ich hinkommen möchte und welche verschlossenen „Türen“ in meinem Innern ich auf diesem Weg noch öffnen muss…
    Schön, dass es dich gibt! (Und dass ich dieses Blog entdeckt habe :))!
    Brigitte

    P.S. Die kleine Vogelschere habe ich bei meinem Schweiz-Aufenthalt im Oktober im Migros entdeckt – mich verliebt – gekauft – und sehe im Geiste schon ein Enkelkind irgendwann fragen: Oma, wo hast du denn die schöne Schere her? Dann werde ich mir eine Geschichte dazu ausdenken… hach, wer weiß?

  4. Micha sagt:

    Hach, soo gemütlich sieht es immer bei euch aus 🙂
    LG und eine gute Woche, Micha

  5. Mareike sagt:

    Was für wunderschöne, herzwärmende Bilder … danke dafür.

    Sag mal, was ist das auf Bild zwei denn für schöne Wolle?
    Hab eine gute Woche …
    Mareike

  6. Tinki sagt:

    Immer schön, wenn Wochenende ist und man Dinge ausprobieren kann, Familie leben kann ( naja unsere ist ja leider eher alles Patchwork…) und einfach ein wenig Zeit hat. Da macht selbst das Aufräumen und Saubermachen Spaß, weil einem die Ruhe nicht durch Hausaufgaben machen, etc. genommen wird!
    So schöne BIlder hast Du wieder gemacht…
    Liebe Grüße Tinki

  7. Pingback: “Easy baby cardigan” aus “more last minute knitted gifts” | Kirschkernzeit

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