Schäfchen

Heute wieder. Wie schon an vielen Tagen zuvor. Dieses Thema, das mich irgendwie ständig zu begleiten scheint auf die eine oder andere Art und Weise: Schafe.

Seit wir uns damals dieses zauberhafte Bauernhaus angesehen haben, und ich mich Hals über Kopf darin verliebte, sind Schafe so etwas wie ein Licht-Blick am Horizont für mich geworden. Bis dahin spürte ich zwar, dass es mich hinaus zog aufs Land, dass ich mich nach mehr Raum und Grün und handfester Arbeit unter freiem Himmel sehnte, nach Wind und Wetter, nach Aussaat-Zeiten und Erntedank, nach einem Rythmus, im Gleichschlag mit den Jahreszeiten, und, ja, auch nach Tieren, aber ich konnte das alles nicht richtig einordnen. Mir fehlte die klare Vision. Mir fehlte ein Plan. Mir fehlte das Vertrauen darin, dass ich mich auch wirklich genügend begeistern könnte für das alles…

Nun, das Haus haben wir zwar nicht bekommen, nein, das nicht, leider, aber dafür etwas anderes, etwas Wunderbares und sehr, sehr Kostbares: Hoffnung. Und so etwas wie einen Lebens-Entwurf, eine Skizze von einem Plan immerhin. Eine Vision, die darauf pocht, weiterwachsen zu dürfen… Und Schafe, Schafe spielen eine ganz entscheidende Rolle darin. Könnte ich mir vorstellen.

Aber auch heute schon begegne ich ihnen immer wieder. Und Dingen, die mich an sie erinnern. An Schafe…

Schaf-Felle überall wo es rasch kalt wird im Haus. Und überall, wo ich mich gerne ein wenig länger aufhalte. Am liebsten ohne kalte Füsse. Schafe in der Wolle, die ich verstricke, in den wärmenden Sachen, die wir uns überstreifen, wenn wir uns nach draussen wagen, wo der Wind auffrischt und meine Hände sofort rau werden von der trockenen Luft.

Schafe in Texten und Büchern, in einschlägigen Foren und Gesprächen mit Freunden, Bekannten- und sogar Fremden. Jeder weiss etwas zu erzählen, jeder hört gerne zu. Über Schafe spricht es sich einfach zu schön.

Schafe auf der Weide. Nicht meine, nein, aber nichtsdestotrotz Schafe. Die wir gerne besuchen, als Wander-Ziel auf unseren Spaziergängen, ein wenig bewundern, ein wenig beäugen und dabei so vor uns hinträumen. Von schweren, grünen Gummistiefeln, die durchs Weidegras waten, von nebligen Morgen, an denen wir Elektrozäune umpflocken und von freudigen Blök-Konzerten, die uns gelten, zur Begrüssung. Naja, Träume, bloss Träume, ich weiss. Aber gute Träume.

Ach ja, und Schafe in Kursen. Irgendwann Anfang nächsten Jahres, stelle ich mir vor. Und werde ganz furchtbar schrecklich hibbelig dabei vor Freude und Aufregung. Ein Kurs! Wissen zentnerweise! Vom Profi! Ich meine, das ist dann so richtig echt der Anfang vom Anfang, oder? Gute Güte…

Aber so wichtig, ist das alles nun auch wieder nicht. Alles bloss Luftschlösser, Hirngespinste vielleicht nur, die sich genauso schnell wieder verflüchtigen, wie sie entstanden sind (oder auch nicht, man kann nie wissen, nicht wahr?). Wirklich wichtig ist im Grunde nur das Hier und Jetzt, mein Leben, so wie es ist, manchmal turbulent und weit, weit von dem entfernt, was ich mir so wünschen würde, und manchmal vollkommen richtig und wunderbar, mit meinem eigenen, süssen, kleinen Schäfchen im Arm…

Ist sie nicht zum Anbeissen? Runde Backen unter einem Zwergenmützchen führen immer, wirklich immer dazu, dass das arme Kind von Kopf bis Fuss verknuddelt und verküsst wird von seiner Mama…
Klein, warm, wollig und Zucker pur; Vielleicht statt einer Herde Schafe doch lieber noch ein paar davon? Hmm…

PS. Das weisse Zwergenmützchen ist aus derselben Wolle gemacht wie das wollweisse Babyjäckchen; BabyAlpacaSilk in „Natur“ (Farb-Nr. 0100) von Drops, mit Nadeln Stärke 3.5 und 94 angeschlagenen Maschen. Und dieses Mützchen passt eine halbe Kinder-Ewigkeit; von 4 Monaten bis sicher 2 Jahre. Für ein Neugeborenes Baby schlägt man dann einfach weniger Maschen an.

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18 Kommentare zu Schäfchen

  1. Rita sagt:

    Das Meitli ist ja süss, wie ein kleines Lämmchen;)
    Euren Fokus weiter auf Euren Traum zu richten finde ich Klasse! Der Kurs wird sicher sehr interessant sein und vieles klären;)
    Ganz liebs Grüessli, Rita

  2. Brigitte sagt:

    …hmmmm, einfach süss, die Kleine! Diesmal ist aus Alpaka-, nicht aus Schäfchenwolle gestrickt, das wärmt sehr gut. Dazu aus „Schäfchen“ die ♥Pulswärmer♥ an deinen Händen, die sind eine zarte Ergänzung (ich kenne diesese Wolle….).

    Liebe Grüsse
    Brigite

  3. amberlight sagt:

    Da hat’s dich nun erwischt das Schafe-Haben-Wollen-Gen, dass es auch in unserem Freundeskreis gibt und das ich gut nachvollziehen kann. Ich empfehle dir dringend diese Nachtischlektüre: Glennkill: Ein Schafskrimi

  4. subs sagt:

    Bauen wir uns nicht alle luftschlösser? und dann auch noch so schöne wie bei dir… Schafe, ja.. .mich bezaubern diese tollen Tiere immer wieder. Ich hatte das Glück mal einen Sommer einem Schäfer helfen zu dürfen. Eigentlich zwar hauptsächlich um meinen damaligen Hund richtig auszulasten, aber ich habe es so genossen. DIe kleinen Lämmchen… hach… wenn ich daran denke wird mir ganz warm ums Herz!
    Gib die Hoffnung nicht auf und erfülle dir irgendwann deinen Traum..!
    Liebste Grüße, Subs

    PS: dein kleines Mädchen sieht wirklich zum anbeißen aus!

  5. Ramona sagt:

    Oh ein Wollknuddel! Ich mag meinen Sterngucker auch am liebsten in Wolle gekuschelt. Dann kann ich gar nicht von ihm lassen und werde immer ganz verzückt in meinen Äußerungen und Liebesbekundungen. Ich nenne ihn dann „Wollmaus“. Der Wolf meinte daraufhin mal: „Mama, nein, das ist ein Schaf!“ 🙂

  6. Jessica sagt:

    oh was für ein süßes wollebaby!!
    ich hab ja die kleine schwedin die ersten 4 monate ausschließlich in naturweiße wolle gepackt.
    ich finde das passt einfach zu der reinheit eines so kleinen menschens.

    herzliche grüße von einer genauso schaf- und wollverliebten jessica

  7. Tinki sagt:

    Oh Bora, ich möchte mit Dir mitträumen, von Schafen, und Ziegen, von Hühnern und vor allem von einem Esel. Ich bin auch so eine spinnerte, die dauernd Schaf-Bücher liest, die sich das auch schon seit Jahrzehnten erträumt. Ja mittlerweile weiß ich, daß ich mich einfach nicht festlegen möchte auf Tiere ( bis auf meinen Hund ). Aber vielleicht wird das ja nochmal anders, wenn die Kinder aus dem Haus sind und ich mehr „Freiheiten“ habe zu entscheiden, wo ich wann wie leben möchte. Aber bisher ist mein Leben so ausgefüllt, wie es ist – auch und gerade MIT MEINEN TRÄUMEN.
    Ich habe einen Arbeitskollegen, der Schafe hält, und der bringt mich immer ein wenig zurück auf den Boden der Tatsachen. Das ist ganz gut!
    Dein Zuckerpüppchen-Schäfchen ist wirklich zum knuddeln süß. Sie hat auch dunkle – sehr dunkle Augen! Das sieht toll aus zu dem naturfarbenen weißen Mützchen.
    Ich hoffe, daß DU Dir die Träume erhältst und auch viel davon umsetzen kannst.
    Gibt es bei Euch in der Nähe einen Arche – Hof zur Erhaltung von „alten“ Nutztierrassen? Dort kann man manchmal eine Patenschaft übernehmen. bei uns ist dieser leider etwas weit weg, ansonsten hätte ich das sehr gerne ´gemacht!
    Liebe Grüße Tinki

  8. Melonengruen sagt:

    Schafe, ich liebe Schafe…..was würde ich für ein paar Schafe geben!
    So 5 Stück müssten es schon sein, eine kleine Herde…..mein Mann weiss davon (auch vom Hühnerwunsch) und hält mich völlig durchgedreht;-)
    ABER, da hätten wir doch immer genügend „Spinnfutter“!
    Liebe Grüsse
    Sara

  9. Isla sagt:

    Hallo Bora!
    Ja, Schafe sind toll! Ich hab letztes Jahr bei einer Schafbäurin mitgearbeitet, und das war ganz schön viel Arbeit. Morgens und abends 25 SChafe melken, die Milch verarbeiten, Schafe scheren (das hat aber jemand anders gemacht), Heuarbeit etc. Da fällt ganz schön was an.
    Wegen Zeitmangel bzw. zu viel Aufwand hat sie dieses Jahr erstmal auf die Milch verzichtet.
    Trotzdem fand ich es ganz toll, dort einen Einblick zu bekommen, denn ich hätte irgendwann auch gern ein paar Schäfchen. Mir würden aber 3-4 reichen. 😉 Und dann ist der Arbeitsaufwand nicht mehr so groß. Ich würde mich über ein bisschen Milch freuen, und über schöne Wolle, und über die Arbeit draußen auf der Weide bei Wind und Wetter (matschige Gummistiefel inklusive 🙂

    Lass Deinen Traum nicht los! Auch wenn du keinen Bauernhof hast, kannst Du Dir Schafe halten. Du brauchst nur Weide und einen Stall (der eben auf dem Weideland stehen könnte).

    Ich bin gespannt, wenn Du über den Kurs berichtest!
    Liebe Grüße,
    Isla

  10. Anna sagt:

    Liebe Bora,
    seit einiger Zeit verfolge ich regelmässig Deine Seite. Vieles spricht mir vom Herzen, manches inspiriert mich. Das mit den Schafen überlegen wir uns auch, und Hühner wären toll, und Bienen auch…manchmal übersteigen meine Motivation und mein Tatendrang meine Kapazität! Aber das macht nichts, früher oder später klappt das schon. und bis es soweit ist, Träume ich mit Menschen wie Dir mit!

    Lieben Gruss
    Anna

  11. Raniso sagt:

    *Kreisch* dein Schäfchen ist eindeutig das Süsseste von allen (neben meinem lilanen versteht sich) 😉 Zwergenmützchen und Babys passen einfach perfekt zusammen und in weiss sieht es einfach zauberhaft aus!! Doch keine Jane Austin Mütze? 😉
    Ich finde es toll, dass für dich die schwammigen Zukunftsvisionen ein wenig konkreter werden. Es ist so wichtig, wenn sich herauskristallisiert, was man wirklich möchte und was nicht. Auch wenn es (noch) Luftschlösser sind…
    Ganz liebi grüäss, anja

  12. Elke sagt:

    Hallo Bora,
    ich bin eher zufällig auf deinen Blog gestoßen und lese schon lange darin. Alles was du berichtest konnte ich früher mit niemaden so umfangreich(„worlweit grins“) teilen. Ich bin immer gespannt welch neue Projekte du angehst und wie sich die Projekte mit meinem Leben gleichen.
    Manchmal denke ich, ich lese in meinem alten Tagebuch.
    Wunderbarer Häkelblog mit Familienanschluss.
    Danke sagt Elke

  13. Annelies sagt:

    ach was ist die Lütte süß!!!mein enkel , er wird im mai 2 Jahre alt, trägt auch das Zwergenmützchen gern , in knallrot .
    Ansonsten freue ich mich immer bei dir zu lesen .
    Ganz liebe Grüße
    annelies

  14. Stefanie sagt:

    ein bischen träumen darf jeder 🙂 ich kann dich verstehen, auch ich finde Schafe ziemlich spannend. Doch in der weiteren Familie konnte ich dieses Jahr erleben, dass es schon mehr Arbeit bedeutet Schafe auf einer Weide zu halten, als eine Kuh. Doch Schafe haben auch für mich einen wohl viel größeren Reiz. So ein Fell, davon träume ich schon lange. Mal schauen, wann hier eins einziehen darf. Es ist nicht dringend, nur so ein kleiner winziger Traum.
    Die Mütze ist wieder sehr schön geworden und ich mag die unaffällige Farbe sehr!
    Liebe Grüße
    Stefanie

  15. Dein Baby ist wirklich herzallerliebst, total schön! Ich kann mich da bei J auch nicht zurückhalten, ihn von oben bis unten abzuschmusen! 🙂

    Sag gibts die Anleitung zu dem Zwergenmützchen noch auf deinem Blog? Da muss ich gleich schauen, denn jetzt wird es wirklich an der Zeit, dass ich so eine stricke!

    Und deinen Schaf-Plänen folge ich gespannt!

    Liebe Grüße, Selina

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