Fast Food für die Seele

Es mag ja vielleicht schon fast zu einem Klischée verkommen sein, aber es muss wohl doch was Wahres dran sein: Wir leben in einer schnell-lebigen Zeit. Alles muss rasch gehen, problemlos, einfach noch dazu und das bittedanke möglichst günstig, unter so wenig Aufwand wie nur irgend möglich.

Erst heute hat mir eine nette Dame vom Dorf das Kompliment gemacht, ruhig zu wirken, gelassen und friedlich, wie ich so mit meinem Mädchen und dem Baby durchs Dorf spaziere (Uff! Gottlob hat sie mich an einem meiner guten Tage erwischt…), aber ich glaube, im Augenblick gehe ich total mit der Zeit, was das mit der Schnell-Lebigkeit betrifft. „Gut“ ist auch bei mir gerade gleichbedeutend mit: rasch, simpel, preiswert (billig wollen wir ja nicht, oder?) und am liebsten mit Geling-Garantie. Eine einfache Gleichung, aber sie stimmt immer, wenn ich in Zeiten gerate, wo ich stärker gefordert -um nicht zu sagen belagert– werde von den Anforderungen des Tages.

Jetzt mit meinem Baby sehe ich, wie ultraschnell die Zeit wirklich verfliegt, und für wie vieles einfach zu wenig Zeit und Kapazität übrig bleiben, wenn man sich den Dingen, die anstehen so richtig mit Herzblut, mit Leib und Seele widmen möchte. Ich bin glücklich, dass ich die Möglichkeit habe, zuhause zu bleiben und das zu tun, was ich am allerallerliebsten tue; Mein Baby verschmusen, von morgens bis abends. (Okay, eines meiner 4 Babys.)
Aber manchmal meldet sich ein schwaches Stimmchen. Von hinter den rosa Wolken und der Riesenschlange  immer noch anstehender Haushalts-Aufgaben hervor.

Dieses Stimmchen spricht aus den tiefsten Tiefen meiner Seele, nehme ich an, denn ich kenne es schon langelange und bringe es nie ganz zum Schweigen, selbst wenn es im Grunde gerade nicht passt: „Ich bin hungrig, füttere mich!“
Ja, mein kreatives Seelentier will leben, so wie wir alle. Und ich füttere es gerne, an und für sich. Aber eben; im Moment muss es mit Fast Food Vorlieb nehmen.
Fast Food in Form von kleinen, einfachen, schnellen Projektchen, die sich auch in winzig kleinste Zeit-Nischen stopfen lassen, eine Reihe von Unterbrüchen vertragen und trotz fortschreitender Still-Demenz nicht schief gehen können.

Dieses schlichte Kissen aus einem alten, weissen Leintuch (ein verspätetes Geburtstags-Geschenk für Kind1, by the way) und mit supersimplem Hotelverschluss ist so ein Fast Food Projekt. Es nahm wirklich kaum Zeit in Anspruch, so schnörkellos, wie es ist. Für den Druck habe ich einfach den ausgeschnittenen Skorpion genommen habe, der beim Geburtstags-Shirt-Malen übrig blieb, ihn und einem „Rahmen“ aus Freezer Paper-Streifen noch vor dem Zusammennähen der Teile aufgebügelt und dann mit schwarzer Stoff-Mal-Farbe bepinselt. Herausgekommen ist ein Kuschelkissen, in das sich auch coole Jungs noch ganz gerne einkuscheln.
Einfach, rasch, brauchbar und im Grunde keine grosse Sache: Simplify your creating. Eine feine Sache.

Wer sich interessiert für diese wundervolle Art des Druckens auf Stoff: das Ganze nennte sich Freezer Paper Stencilling, und dieses Video hier finde ich gar nicht mal übel.

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7 Kommentare zu Fast Food für die Seele

  1. Raniso sagt:

    Hihi, Fastfood für die Seele, super Begriff dazu 😀 Ich kann dir gut nachfühlen, bin auch ständig auf der Suche nach Mini-Projekten und versuche meine Ideenfabrik im Kopf ein wenig einzudämmen, damit die wanna-do-Liste nicht ins Unendliche wächst… Tja, so sind sie, die rosa Kuschelzeiten, gell. Es kommen ja auch wieder andere, gehaltvollere. Vielleicht sogar Mehrgangmenüs… 😉
    Ganz liebi grüäss, anja

  2. Rita sagt:

    Diese Technik ist ja cool! Ich wollte sie schon mal ausprobieren, Papier hätte ich ja da. Dieses Schnelllebige kenn ich auch. Eigentlich würde ich gerne grösse Arbeiten machen,doch irgendwie schreckt mich das auch ab. Es könnte ja nie fertig werden!
    Drum sind diese kleinen kreativen Abstecher so toll!
    Der Skoprion sieht super aus und das Kissen sowieso! Viele tolle Lesestunden wünsch ich!!
    Ein ganz schönes Wochenende, liebs Grüessli, Rita

  3. Birte sagt:

    Ha, ich weiß genau, was du meinst. Und es ergeht mir in meinem Alltag ja auch so. Husch-husch-Projekte, eine halbe Stunde Zeit ergaunert und los gelegt. Es sind genau solche Projekte, die auch mich glücklich machen. Und sie machen den Alltag sooo viel schöner. Das Video schaue ich mir mal direkt an.
    Euch ein wunderschönes, verschmustes und vielleicht ein bisschen kreatives Wochenende und herzlichste Grüße von Birte

  4. Birte sagt:

    Liebe Bora,
    noch ein Buchtipp für Dich, für kleine, feine Basteleien! Es ist eine schöne Inspirationsquelle, finde ich! guck mal hier:
    http://www.amazon.de/gp/product/386355101X/ref=oh_details_o00_s00_i03
    einen wunderschönen Sonntagabend und liebe Grüße von Birte

  5. Gerti sagt:

    Tolle Idee mit dem Muster

  6. Die Raumfee sagt:

    Vielen Dank für deine netten Worte bei mir. Einen wunderschönen Blog hast Du. Voller Wärme, Ruhe und Zärtlichkeit für deine Familie und das was Du tust. Sowas mag ich.
    Beim Titel dieses Posts habe ich gerade gestutzt – denn eine Aussage meines About-Textes auf dem Blog ist, dass ich dort das zeige, was mich nährt – das Slowfood für meine Seele. 🙂
    Aber ja, ab nd zu gibt es für die auch Fastfood, wenn die Zeit mal wieder hinten und vorne nicht reicht zwischen Geld verdienen, Steuererklärung, Rechnungen bezahlen, Haushalt und sonstigen Verpflichtungen. Gerade dann ist es nötig, um nicht dem Wahnsinn anheim zu fallen…

    Herzlich, Katja

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