Samtpfötchen

Also doch noch! Mein Samtpfötchen-Post kommt tatsächlich noch zustande; ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, irgendwann noch ein freies halbes für mich Stündchen zu finden… Wie hektisch, bzw. voll die Tage werden können mit einem Baby, hatte ich ganz vergessen (oder verdrängt wahrscheinlich), aber mit dem einen Arm, der mir noch bleibt zum Arbeiten, Umarmen, Tippen und Werken, komme ich einfach nicht weit.


Das ist in Ordnung so. Es ist Baby-Zeit, und wenngleich ich glücklich bin darin, so richtig glücklich und dankbar und immer auch ein bisschen sentimental; wo Licht ist, ist auch Schatten, selbst in der rührseeligsten, rosarotesten Babykuschelphase.

Es gibt immer wieder diese ganz üblen Momente, wo ich wirklich an meine Grenzen gerate. Weil das Baby schreit. Weil ich den halben Tag noch nicht dazu gekommen bin, etwas anderes zu essen als Schoggistängeli. Weil die Kinder ununterbrochen streiten. Weil die Geburtsanzeigen noch immer auf dem Stubentisch liegen. Weil mich die ständig wachsende Unordnung krank macht. Weil es Tage, fast Wochen her zu sein scheint, dass wir es gewagt haben, unser sicheres Nest zu verlassen und ein wenig frische Luft (und Weite und Freiheit und Himmelsgewölbe! Ach…) zu schnappen.
Weil, weil, weil, weil.
Ich finde immer einen Grund, mich aufs Bett zu werfen und ein paar bittere Tränchen zu vergiessen. Aus Erschöpfung. Aus Selbstzweifeln. Aus bitteren, dummen Gefühlen, die ich so gar nicht annehmen mag, denn wie gesagt; ich bin ja glücklich. Aber manchmal auch einfach nur sehr, sehr müde. So richtig zum den-Kopf-in-den-Sand-stecken-müde.

Allerdings stecke ich den Kopf nicht in den Sand, sondern… vor den Bildschirm. Spät-abends, wenn die Kinder alle schlafen und das Baby bei mir auf dem Schoss liegt. Dann gönne ich mir -entgegen all meinen eigenen, eisernen Regeln und Prinzipien vom fernsehfreien Leben- den Luxus mich so richtig schön zurieseln zu lassen mit seichter Unterhaltung (mit „Mc Leods Töchter“ zB., Staffel-weise!) und fühle mich für eine Weile allen Pflichten, allen Schuldgefühlen und Sorgen enthoben. Es ist wie Aussteigen aus einem sich zu schnell drehenden Karussel.

Aber genau das hat auch seine Tücken. Denn man steigt ja nicht aus, man lässt es sich nur vorgaukeln auszusteigen. Wenn die DVD zu Ende ist, ist alles beim Alten. Nur die Nacht ist nicht mehr jung, und ich weiss, ich bräuchte den Schlaf…
Andererseits; das Ganze hat auch sein Gutes! Kleine, weisse Samtpfötchen nämlich…

Die süssen „Baby Socks“ aus „more last minute knitted gifts“, die auf meinem Schoss entstehen, während die tapferen Mc-Leods-Töchter auf ihrer australischen Farm ihren Mann stehen nämlich. Sie sind nach dem tollen Strickmuster, gestrickt aus Seide und Leinen und ganz fabelhaft für mittelwarmes, leicht windiges Sommerwetter, wo zarte Babyfüsschen ein wenig Wärme zwar ganz gut gebrauchen können, aber trotzdem leicht ins Schwitzen kommen, sobald die Sonne sich mal zeigt.


Ich liebeliebeliebe sie!
Ohne in Rippen gestrickte Sockenhälse rutschen sie zwar leicht, und man muss schon ein wenig Acht geben, dass Baby sie nicht verliert, aber ich finde kleine Füsschen sehen schlichtweg unwiderstehlich aus darin! Die Anleitung ist prima verständlich, finde ich, und mit Nadel Nr. 3.5 gestrickt gehen sie auch ziemlich rasch von der Hand. Perfekt eben für einen wunderbar entspannten Abend vor der Mattscheibe…

Ich glaube, diese Art von Entspannungs-Technik werde ich beibehalten.

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15 Kommentare zu Samtpfötchen

  1. Pünktchen sagt:

    Zu wenig Schlaf zwingt jeden irgendwann in die Knie. Ohne ausgeschlafen zu sein, wird die Haut dünner und dünner und hält den Belastungen nicht mehr stand. Aber ich kann das dennoch so gut nachvollziehen, daß man sich zumindest für eine Weile von dem entfernen möchte, was einen Tag für Tag und immer wieder erwarten wird. Selten wird die Arbeit weniger, oder mal von anderen gemacht. Du machst das schon richtig Bora. Ich glaube, ganz tief innen drin, weiß die Seele, was gebraucht wird. Und dann darf das auch mal ein Glotzabend sein, während man zauberhafte Söckchen für bezaubernde Babyfüßchen strickt. Hach, trotz aller Belastungen, ist das eine dennoch so beseelende Zeit.

  2. Martina sagt:

    Liebe Bora! Wundersüße Samtpfötchen hast Du da gestrickt, und das erste Foto von Deiner Kleinen ist sooo entzückend, hach! 🙂
    Du hast es schon richtig im Gefühl, was Du brauchst, was Dir und Euch gut tut. Mal so, mal so, das passt schon! Und in dieser für Dich aufwühlenden Zeit solltest Du nicht zu streng mit Dir sein und Dich auch ein bisschen mit „Samtpfötchen“ verwöhnen.
    Alles Liebe, Martina 🙂

  3. Carmen sagt:

    Da ich eine Nachteule bin, beginnt meine Entspannungszeit immer erst spät abends…auch wir haben keinen Fernseher, aber seit ich wieder vermehrt Handarbeiten mache, schaue ich mir einfach per Onlinestream auf dem Ipad die Serien/Filme an, die ich gerade mag. So kurz nach der Geburt wunderts mich, dass du überhaupt zum Stricken kommst, aber wie du schreibst…es ist deine Auszeit, Feierabend, die persönliche nur-für-mich-Zeit und wenn dann noch so ein herziges Huscheli (das sicherlich nach Milch duftet ) neben einem liegt, dann beneide ich dich grad darum!
    Nicht um die kurzen Nächte, nicht um das Chaos, nicht um die streitenden Kinder…nein, einfach um das kleine neue Geschöpf dass da so wunderschöne Söckli vom Mami gestrickt bekommt, während diesselbe sich entspannt. Soooo schön!
    Lass das Chaos Chaos sein und schau dass du immer ein wenig ICH Zeit für dich abzweigen kannst! Lg Carmen

  4. Milena sagt:

    Eigentlich muessten wir ja rundum gluecklich sein! aber am ende eines tages und sehr oft schon frueher hat man genug von dem perfekten mami-sein und man will nur noch dasitzen und ausruhen und die fuesse hochlagern. Gut, sind die kinder alle versorgt und schlafen. Zeit fuer uns. Egal fuer was. Und diese zeit tut soooo gut. Und wenn man dann soeckchen fuers kleinste gestrickt hat oder sonst etwas fuers herz, dann verzeiht das so manche tv-stunde.

    Alles liebe

    Milena

  5. Steffi sagt:

    Liebste Bora,
    ich denke im Moment viel an Dich und habe mich gefreut, dass Du so ein rosarotes Wochenbett genießt. Dass da auch mal Tränen der Erschöpfung fließen ist völlig normal.
    Ich lese gerade „Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann und da steht wunderbar beschrieben, wie sich die Mutter im Wochenbett fühlt. Oftmals leer, einsam, überfordert. Bei mir war das so, ich konnte die erste Zeit mit meinem Sohn nicht wirklich genießen, war im Schmerz wunder Brustwarzen und dem Gefühl der Einsamkeit gefangen…nie hätte ich mir vorstellen können, den Kleinen großzuziehen. Und jetzt ist er stolze vier Jahre alt und putzmunter…. Nimm Dir ruhig die Auszeiten, die Du brauchst, lass Dich berieseln, auch wenn danach keine Fußballmannschaft Wichtelmännchen Dein Haus geputzt hat. Es tut gut im Moment und das ist das wichtige daran.
    Sei umarmt von Deiner Steffi aus Bremen

  6. Rita sagt:

    Liebe Bora
    Wie gut kenne ich das! Mein kleiner Bub ist zwar schon 2.5 Jahre alt, doch auch jetzt noch gibt es doch Momente, wo einfach diese Müdikeit kommt, da die Nächte seit wir Kinder haben, nie ruhig waren….Von den Turbulenten Tagen mit 2 Jungs ganz zu schweigen…
    Tu einfach Dir was Gutes, egal was. Diese kleinen Pausen sind so wertvoll!!
    Und falls Du mal eine Putze brauchst;) Ich hab Gummistiefel und einen Gartenschlauch;)
    Wünsch Dir alles Liebe! Die Söckchen sind wunderallerliebst!!
    Herzlich, Rita

  7. Babsy sagt:

    liebe bora,
    gerade jetzt hast du alle rechte, deine bisherigen prinzipien über den haufen zu werfen. wie du selbst ja so treffend schreibst, fühlst du dich dabei ein wenig befreit, weils eben so ganz anders ist, als die enge, die du im moment manchmal empfindest. jeder frischgebackenen mama geht es in den ersten wochen so, man vergisst es nur gott sei dank wieder, genauso wie die geburtsschmerzen – die natur schlägt uns schon immer ganz gute schnippchen, um uns auszutricksen 🙂
    ich kann mich noch erinnern, dass unsere kinderärztin bei tobias erster untersuchung (1. lebenswoche) sagte, das baby schaut sehr gut aus, die mama leider nicht. und ich soll jetzt ja nicht versuchen, mich wahnsinnig „gesund“ zu ernähren, sondern auch mal eine topfengolatsche essen, einfach weil mir danach ist. erst dachte ich mir, die hat sie ja nicht alle; jetzt wo ich stille, soll ich „ungesund“ essen? naja, ich habs gemacht und ich hab mich gut dabei gefühlt!
    genieße die zeit, wann immer dich deine süßen lassen und genieße den anblick deines süßen, schlafenden babys.
    Alles Liebe

  8. ach bora, du bist doch noch in der zeit der großen umstellung. es dauert einfach alles, bis es sich zusammenfindet und die kräfte wieder da sind. etwas ganz wertvolles tust du aber für euch alle: du stillst dein baby (wenn ich das richtig verstanden habe). das ist nicht nur das beste fürs kind, sondern hilft der mutter so sehr durch die beim stillen freigesetzten hormone, die schlafarme zeit zu überstehen. ich hab ja ein kind nicht stillen können und dadurch den direkten vergleich – ich fand die nächte mit flaschenkind wirklich grauenvoll.
    und ja, viel essen und trinken hilft auch. ich schieb dir schonmal ne dicke extrareichhaltige schogi rüber 😉

    viel kraft und alles gute und liebe wünsche ich dir!

  9. Stefanie sagt:

    Ich finde auch, nach einem vollen und ermattenden Tag ist so ein Moment vorm Fernseher oder der DVD ganz entspannend – nicht denken müssen. Man muss nur den Absprung schaffen. Aber meistens klappt es ja auch und wenn man, so wie du, noch nebenbei werkelt ist doch alles wieder herlich sinnvoll 🙂

    Ich wünsche dir eine schöne Woche mit vielen sonnigen Momenten!
    Liebe Grüße
    Stefanie

  10. Sanne sagt:

    liebe Bora,
    von mir eine herzliche Umarmung und die besten, verstehenden, aufbauenden Wünsche für genügend Nahrung,Schlaf, ausreichend gute Nerven, weiterhin Sonnenschein und Wärme, vielen eigenständigen Spielideen für deine anderen drei Kinder, viel Unterstützung im Haushalt( deine Ma oder Schwester, Freundin) , ich wünsche dir sehr, dass du die ein oder andere hilfreiche Hand bekommst und annimmst.
    und wenn es Schokolade ist oder DVDs , es ist in Ordnung!!
    und knuddel dein Kindchen von mir, ja?
    Sanne

  11. Manuela sagt:

    Hach, ich habe Gänseblümchen auf den Augen, so verliebt bin ich in die schönen Bilder. Du machst das wunderbar, den Ausgleich zu finden, die Nische, die Dir wieder Kraft gibt. Geniesse die schöne Zeit, ein paar Tränchen gehören glaube ich bei jeder Mama dazu.

    LG Manuela

  12. naturmama sagt:

    Also ich finde, „Schoggistängeli“ hören sich super an :-))) Und alle Deine Bilder sind wunderbar. Wollt ich mal sagen. Liebe Grüße!

  13. Ka sagt:

    Haaa das erinnert mich an die erste Zeit mit meinen Jungs. Da hab ich mir abends immer Sex and the City reingezogen. Auch staffelweise 😉 Und tränchen vergossen…. eine ambivalente Zeit!

  14. Xiomara sagt:

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