Monatsarchive: Mai 2018

ein leerer Stall

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Das Foto oben passt jetzt eigentlich so gar nicht, aber ich mag nicht nach draussen gehen und unseren Stall wirklich fotografieren und der Titel sagt jetzt ja auch schon alles: Er war wieder da, der Fuchs, hat unser gut gesichertes Gehege regelrecht aufgebrochen und alle unsere Meerschweinchen mitgenommen. Schon wieder. Die ganze, neue, süsse, kleine Herde. Die Babies waren noch nicht geboren. Strubbeli nach der zweifachen Kastration glücklich, endlich wieder ein normales Leben mit seinen Damen zu führen. Die Gruppe harmonisch und zufrieden nach den vielen Wechseln in ihren kurzen Leben.
Ich weiss nicht… es fühlte sich alles so richtig an, jetzt mit dem grünenden Garten und den lebhaften, immer zahmer werdenden Tieren. Es war so eine Freude.
Und wir haben uns ehrlich Mühe gegeben. Zweifache Verriegelung. Gitterböden unter allen Gehegebereichen (mit Erde darüber). Wir haben sie sogar nur noch raus in die Wiese gelassen, wenn wir auch draussen waren, zur Sicherheit. Und jedes Mal, wenn wir Feierabend machten, wurden die Türchen sorgfältig geschlossen. Auch dieses letzte Mal. Ich ging nachts um zehn sogar nochmals extra Nachprüfen, weil ich ein verdächtiges Geräusch gehört hatte, fand alles prima verschlossen und die Meerschweichen ganz entspannt  in ihren Kuhlen vor und legte noch eine Wolldecke darüber. Ich dachte, hier seien sie sicher. Aber der Fuchs hat so lange am oberen Gittertürchen herumgenagt, bis er es irgendwie mit den Zähnen fassen konnte und dann muss er gezogen und gezerrt haben wie ein Wilder, so stark, dass irgendwann das ganze Türchen schräg in der Angel hing und aus der oberen Extra-Verriegelung herausrutschte (die nach wir vor hielt). Das Holz war richtig klatschnass vom Speichel, völlig durchtränkt und dunkel und ganz zerbissen. Wahnsinn. Ich habe echt überlegt, ob da nicht ein Wolf am Werk war, denn die Gewaltanwendung ist schon beeindruckend und verstörend…
Ja, und jetzt weiss ich nicht mehr, was ich sagen soll.
Es ist traurig, einfach nur todtraurig. Ein Schlag. Keine Ahnung, wie es nun weitergeht. Ich weiss es wirklich noch nicht.

Nachtrag: Ich habe gerade über die schrecklichen News über die Schulhausmorde in Texas gelesen und bin schockiert über diese Grauen und dieses Leid, das für viele, für Freude, Geschwister, Eltern, Grosseltern… in gewisser Weise noch ein Leben lang anhalten wird. Mein Herz weint mit ihnen. Füchse essen, weil sie hungrig sind und es ihr Job ist, Futter für ihr eigenes Überleben und das ihrer ihrer Familie zu beschaffen. Dass Menschen Menschen töten kommt mit krank vor und wie ein gähnender Abgrund, in den man nicht blicken kann, ohne sich hilflos und mutlos und bodenlos traurig zu fühlen…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein Blick in meine Waschküche- allerdings nicht unbedingt in Richtung Wäscheberge oder herumstehendes Putzmaterial… Aber diese Boxen sind doch zauberhaft, oder? Die grosse Holzkiste hat meine Schwiegermama mir ergattert; ein von A bis Z handgemachtes Stück, das ein altes Ehepaar so gut wie in meinem Geburtsjahr Hand in Hand kreiert hat, er hat  geschreinert und sie die wunderschöne Bauernmalerei in zarten Blütenformen darauf angebracht. Das Ganze ist perfekt, vollkommen exakt und mit einer Liebe zum Detail gemacht, dass es einem ans Herz geht… Eine etwas hellere, nussbraune Box mit gebogenem Deckel steht in meinem Wohnzimmer und passt auf meine Wolle auf…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein erster Versuch. Tannenspitzen-Tinktur mit Thymian gegen Erkältungsattacken, vor allem aber weil ich mal sehen wollte, wie sowas geht und schmeckt. Tee gab’s auch schon daraus und sogar eine Kostprobe direkt von der Tanne in den Mund (was ziemlich schlimm war).
Zuerst musste ich mich aber schlau machen, wie denn die Unterschiede genau aussehen zwischen Tanne, Fichte und Eibe: Eiben sind nämlich in allen Teilen giftige Pflanzen und ich möchte ja Heilmittel herstellen, keine Giftcocktails…

PS. Ich plane diese Woche eine kleine Auszeit vom Netz und all seinen Begleiterscheinungen und werde deshalb wohl nicht allzu oft hier auftauchen. Der eine oder andere Like-Insta-Post könnte aber schon drin liegen…

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Frühlingszauber

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Wo soll ich anfangen…?
Vielleicht damit: Ich liebe diesen Frühling. Was ja nichts Neues ist, aber genauso wahr wie eh und je. Und ich liebe diesen Garten. Womit ich mich wiederhole, aber egal, es gibt einfach keinen Platz auf der Welt, wo ich lieber wäre im Moment (ausser vielleicht in meinem erträumten um einiges grösseren Bauerhausgarten, wo Bäume und Weiden die Grenzen bilden und keine Strassen oder Häuserblocks).
Im Augenblick sind wir alle sehr geschäftig, völlig eingenommen von unseren kleinen Projektchen, und trotzdem zieht es uns nach draussen, hinaus in den Sonnenschein und dieses herrliche Lebensgefühl, das definitiv nach Urlaub und Frühlingslaune schmeckt. Ausser Kind1 und 2. Die verkrümeln sich sehr gerne ausserhalb des Familientrubels nach drinnen, wo sie ungestört lesen oder Musik hören können. Kind2 mag übrigens gerade dieses Stück hier von Annett Louisan und  Seeeds “Dickes B”- und wie so oft, ich teile seine Leidenschaft und seinen Musikgeschmack. Wir haben tatsächlich oft grossen Spass beim gemeinsamen Entdecken neuer Lieder und stöbern gerne in ganz verschiedenen Genren herum. Bloss Rock kann uns nicht locken. Aber sonst…?

Diese Woche ist ganz überraschend doch noch unser Schmetterlings-Single im Schmetterlingshotel aus seinem Kokon geschlüpft. Er war spät dran, andere Schwalbenschwänze waren bereits durch unseren Garten geflattert, vergeblich, denn es gibt hier noch kaum Blumen und auch die wilde Möhre, die ich vor Jahren extra für sie angesät habe, ist bisher kaum mehr als ein franseliges Büschelchen. Nach dem strengen Winter hatte ich zudem meine Zweifel, ob der Kleine es überhaupt geschafft hat mit der Metamorphose, obwohl wir eine Wolldecke über den Käfig gelegt hatten, so für alle Fälle. Als dann urplötzlich ein munterer, schwarz-gelber Falter darin sass, war ich mehr als überrascht. Und erfreut natürlich, wobei meine Freude in keinem Verhältnis stand zur Begeisterung meiner drei Mädchen, die ganz aus dem Häuschchen waren… Und ehrlich, wann kommt man schon mal dazu, ein derart entzückendes, zartes Wesen auf seinen Fingern landen zu lassen? Es ist ein ganz besonderes Gefühl, so ein bisschen, als wäre man eine Blumenelfe…

Zum Geburtstag einer meine Schwestern habe ich mal wieder Tüten gepackt; eine dieser praktischen Rolltüten aus Wachstuch (ich weiss nicht mehr, woher ich sie hab, aber die hier sind ganz ähnlich), in die ein Smoothie, Kekse und anderes Naschwerk kamen, kombiniert mit einer meiner Stoffservietten, die ich rundherum mit etwas Stickgarn umsteppt habe, einfach, weil ich das so gerne tue. Das Nähen macht mir überhaupt wieder grossen Spass und verdrängt so langsam mein Strickzeug, aktuell gerade auch das blaue Wolljäckchen, das ich meinem Kindergartenkind eigentlich zum Geburtstag  Anfang Juli schenken wollte. Das könnte tatsächlich knapp werden bei all den Nähschätzchen, mit denen ich gerade liebäugle…
Aber noch ist ja Zeit. Und man sollte seinen Neigungen nachgehen, wenn sie sich in so wunderbar nützlicher und innerlich erfüllender, auferbauender Form präsentieren. Beim Woll- und Stoff-Shopping hingegen halte ich mich zurück. Oder versuche es. Ich habe so viel… das möchte ich jetzt erstmal ein wenig geniessen, bevor ich meine Vorräte weiter aufstocke…

Ja, vieles kommt mir gerade ungemein stimmig vor. Herr Kirschkernzeits Meerschweinchen-Stall-Riesenprojekt. Die fortschreitende Schwangerschaft unserer kleinen Trixi, die immer kugeliger wird- und immer zahmer, was mich so verwundert wie freut. Die bunten Blumenstöcke, mit denen ich mich selber verwöhnt habe. Da sind ein paar ganz fantastische bunte Hänge-Petunien zum Beispiel, in getupftem Blau, gestreiftem Violett, knalligem Pink und Sonnengelb oder zwei duftende Pelargonien, die nach Cola oder Zitronenmelisse riechen, wenn man sie berührt.
Ich mag den Holunder, der Blütendolde um Blütendolde zum Strahlen bringt und die dicken, gigantischen Blätter des Rhabarber-Strauches, aus dessen Stängeln ich Kuchen backe oder den Kompott einkoche, ohne den mein Ricotta-Cheesecake neulich bestimmt nur halb so gut geschmeckt hätte.
Überhaupt die Blumen.
Die Büsche.
Die Bäumchen.
Und die Kräuter.
Sie haben sich heimlich, still und leise eingeschlichen in mein Herz, und auf einmal merke ich, wie unsagbar viel mir das alles gibt, was ich hier draussen antreffe, unter freiem Himmel, geborgen in Grün und Farbe, Leben und dem so einfachen Rythmus, in den die Natur einem einlullt. Ein wenig wächst dadurch meine Sehnsucht nach echtem Landleben, das will ich euch nicht verschweigen… aber es schenkt mir vor allem auch Kraft und bringt Beschwingtheit in mein Leben, meine Seele.
Dem Zauber dieses Frühlings kann und will ich mich nicht entziehen. Was könnte schöner sein?

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