Monatsarchive: Mai 2018

Jogurt-Rhabarber-Kuchen

Mit den allerersten hauseigenen Rhabarber-Stangen meines Lebens kamen auch die Fragen nach richtig guten Rezepten für alles, was sich irgendwie kulinarisch mit Rhabarber anstellen lässt. Ich dachte in meiner Naivitität anfangs nämlich noch, meine Rhabarber-Staude sie gross und üppig gewachsen und war fast ein bisschen stolz auf das rasante Wachstum in meinem ansonsten nun wirklich eher mickrigen und stümperhaft geführten Gärtchen- bis ich das gigantische Exemplar meiner Nachbarin entdeckte, die gar nicht mehr nach kam mit ernten und ihren Söhnen bei jedem Besuch ein paar Stangen zusteckte…
Getäuscht hatte ich mich daher auch im Umfang der Ernte; nachdem die wunderschönen, riesenhaften Blätter, die mir so gut gefallen, dass es mich im Grunde ja reut, sie alle abzuschneiden (mehr Rhabarber muss her!), erst mal entfernt sind, wirken die eigentlichen Rhabarber-Stängel recht bescheiden, vor allem wenn die Pflanze, wie bei mir, nur wenige dicke Stangen ausbildet und der Rest kümmerlich und dünn ausfällt.

Aber eins ist mir immerhin gelungen; ein richtig, richtig gutes Rhabarber-Rezept zu finden. Ein Kuchenrezept, auf das man sich jedes Frühjahr schon vorfreuen kann, sobald die ersten Spitzchen sich im Boden regen.
Es ist vollkommen unkompliziert, sowohl in der Umsetzung, als auch in seinem Auftritt als schlichter Rührkuchen ganz ohne Tortenguss und Sahnehäubchen (wobei man sich das ja in Form eines Sahnekleckses immer noch auf den Tellerrand klacksen kann, wenn man möchte).
Das Basis-Rezept dazu stammt von Fooby (bzw Betty Bossi), doch ich habe ein wenig daran herumgemischelt und mit ein paar wenigen Abänderungen einen für meinen Gaumen ziemlich leckeren, feucht-säuerlich-süssen Kuchen gefunden, den man sogar noch lauwarm einfach so zum Zvieri essen kann. Ich habe ihn neulich in doppelter Ausführung (mit Umluft) kurz vor unserer Abfahrt für ein Familientreffen gebacken und noch fast heiss ins Auto geladen. Auf dem süssen Buffet sah er zuerst wenig spektakulär aus und war bestimmt nicht der Erste, der angeschnitten wurde, doch schlussendlich kam praktisch alles weg und wurde äusserst wohlwollend kommentiert (weshalb der Rest ebenfalls weg kam *zwinker). Bei meinen jüngeren Kindern konnte ich damit nicht gross punkten, die gaben klar den Gummifröschen, Schokoküssen und Meringues zwischen den Kuchenplatten den Vorzug, aber all jene, die es gern haben, wenn ein Kuchen richtig schön frisch schmeckt und eine leicht säuerliche Note zu schätzen wissen, könnten hier auf ihre Kosten kommen.
Und wer keinen Rhabarber zuhause hat oder ihn im Spätsommer mal backen will, nimmt einfach Johannisbeeren oder Himbeeren (ein Tipp meiner Halbschwester Kiki!) oder so.

Jogurt-Rabarber-Kuchen

  • 150 gr. zimmerwarme, weiche Butter
  • 330 gr. Rohrohrzucker (oder auch weisser Zucker)
  • 1 Tüte Vanillezucker (oder 1-2 Tl getrocknete Vanillesamen)
  • Schale einer abgeriebenen Zitrone oder 1 vollen Tl Zitronenschalen-Paste (nehme ich meistens)
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 180 gr. Naturejogurt
  • 350 gr. Weissmehl
  • 2 Tl Backpulver
  • 2 Stangen Rhabarber, in feine, maximal 5mm dicke Scheibchen geschnitten (Wenn sie schön dick sind reicht evtl. auch eine Stange, sind sie dünner braucht es mehrere, es ist schwierig, das festzulegen. Probiert einfach mal aus, zuerst mit weniger Rhabarber, dann mit mehr, ganz nach Gusto)
  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Butter weich rühren, bis sich Spitzchen bilden.
  3. Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und Salz mit dem Handrührer gut verrühren.
  4. Die Eier dazu geben uns alles gut rühren, bis die Masse etwas heller ist.
  5. Nun den Naturejogurt dazurühren und alles gut mischen. Es macht aber nichts, wenn der Zucker sich nicht völlig gelöst hat oder die Masse wegen dem Jogurt leicht flockig wird, das ist absolut normal.
  6. Mehl und Backpulver in einer separaten Schüssel kurz vermengen und dann zum restlichen Teig sieben. Nun nicht mehr mixen oder gar schlagen, sonst wird der Kuchen schnell zu pampig und nicht mehr schön locker und feucht! Einfach nur noch mit dem Gummischaber unterziehen, bis keine weissen Mehlbällchen mehr zu sehen sind.
  7. Die Rhabarber-Scheibchen mit dem Gummischaber vorsichtig unter den Teig mischen.
  8. Alles in einer ausgebutterten und mit einem Backpapier ausgekleideten Cakeform (30cm lang) in der Ofenmitte bei 180 Grad 1 Stunde und 10 Minuten backen. Bei der Stäbchenprobe sollte nichts mehr am Stäbchen kleben bleiben.
  9. Dieser Kuchen schmeckt schon noch lauwarm sehr gut und braucht kaum Zusätze, allenfalls noch etwas Puderzucker, doch er ist auch so schon angenehm süss. Auf jeden Fall aber empfehle ich wärmstens, ihn noch am selben Tag zu essen und ihn, wenn ihr ihn irgendwohin mitbringen möchtet, frisch zu backen. Er schmeckt einen Tag später einfach nur noch halb so gut (ist aber nicht schlecht oder so und lässt sich durchaus noch geniessen)

So oder so: Geniesst jedes Stück!

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Ein paar kleine Änderungen…

… muss ich hier wohl noch vornehmen in diesem Blog. Dank den neuen Datenschutzbestimmungen, die gestern in Kraft getreten sind, steht die Bloggerwelt ja szeneweise richtig Kopf und ein regelrechtes kleines Blogsterben zieht sich durch die virtuelle Welt. Mich als Schweizer-Hobby-Bloggerin, die ich keinerlei Geld mit meinen Texten verdiene und sogar mein Amazon-Widget mittlerweile gelöscht habe, damit ich ganz, ganz sicher keinen E-Commerce betreibe,  betrifft das alles aber nur am Rande, wie mir zwei Schweizer Informatiker, mit denen ich im Gespräch war, vor ein paar Tagen erklärt haben. Auch dieser sehr gut, klar und pointiert geschriebene Artikel zum Thema „Checkliste für eine rechtssichere Website in der Schweiz“ hat mich vom unguten Gefühl in der Magengrube befreit, das sich immer einschleicht, wenn Panik sich ausbreitet und irgendwie niemand so richtig zu wissen scheint, was genau auf einem zukommt oder von einem erwartet wird.
Ich blogge rein intuitiv sowieso schon eher zurückhaltend, was Wort- und Bildwahl, Verlinkungen oder das Einsetzen moderner Weblog-Errungenschwaften angeht, und mein Blog hat sich in seiner Aufmachung und seinen Nutzungsmöglichkeiten in all den Jahren eigentlich nur minim verändert; keine Videos, keine Instagram-Galerien an der Seite, keine in Auftrag gegebenen Werbeposts, keine Sponsorenlisten in der Sidebar. Heute bin ich wohl so froh darüber wie nie zuvor. Ich bin Compi-technisch nämlich wirklich eine absolute Niete und froh, wenn ich so wenig wie möglich ändern muss.
Geändert hat sich darum auch noch so gut wie nichts auf den magischen 25.5.2018 hin. Das mit dem Ausrufe-Zeichen oben neben der URL ist noch in Arbeit (da muss ein Profi her), aber ich habe meinen Blog immerhin auf den neuesten Stand ge-updatet, damit ich rein technisch wenigstens in der Lage wäre, auf allfällige Datenrückgabe-Ansprüche zu reagieren (das Layout hat darum leider ein bisschen gelitten). Ich habe meine Amazon-Buch-Liste gelöscht und verzichte auf den Einsatz von Avataren, weil ich irgendwo gelesen habe, dass sich hier noch Rechtsproblemchen ergeben könnten. Und sonst… ist bisher an sich alles beim Alten geblieben. Ich tue weiter nichts, als zu schreiben. Wie bisher.

Wobei ich bei all den Gedanken zum Thema „Veränderungen“ und „Anpassungen“ auf den Gedanken gekommen bin, mir bald ein neues Website-Design zu gönnen, damit es hier auch mal ein bisschen frischer aussieht -und eine allfällig doch noch aufkommende Impressum-, Disclaimer- und Copyright-Pflicht auch für mich als Schweizer Non-Kommerz-Hausfrauen-Plausch-Blöglein besser zu bewältigen sein wird.
Was ab heute aber schon anders sein wird: Ich habe mich entschlossen, „Instagram“ doch mal eine Chance zu geben. Fürs Erste. Vor ein paar Tagen schon, habe ich mich dort angemeldet und ein bisschen herumprobiert, das eine oder andere Handy-Foto hochgeladen und kurz betextet (oh wie schön, so wenig Text!) und vor allem in mich hineingehorcht, wie sich das so anfühlt. In dieser Test-Phase allerdings noch in privatem Modus.
Nun, es scheint eine spannende Sache zu sein, obwohl es mir auch ein bisschen unheimlich ist, weil es mir sofort sehr viel öffentlicher und hektischer vorkommt als hier in meiner kleinen, stillen Nische… Ob ich damit klar kommen werde, weiss ich noch nicht. Doch ich will es jetzt einfach mal ausprobieren. 2 Instagram-Damen haben mich auch schon angeklickt, ob sie nicht mitlesen dürften, was ich doch ganz süss fand… Leider ist mein Handy sehr alt und die Kamera grottenschlecht, aber egal; Instagrams Unkompliziertheit und das Spontane sind ein schönes Gegengewicht zum arbeitsintensiven, gedankenlastigen und Konzentrations-bedürftigen Schaffen hier in der Bloggerwelt.
Ach ja, wer mich besuchen will bei Instagram: Einfach nach „Kirschkernzeit“ suchen. Ihr werdet mich finden.

 

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Kopf hoch!

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Die Zeit dreht sich weiter und die Welt vergeht… oder war es umgekehrt?
Mit jedem Tag wird es ein wenig… normaler, keine Meerschweinchen mehr zu haben, die morgens darauf warten, besucht und mit frischem Heu und Wasser versorgt zu werden oder -sofern das Wetter schön genug ist, um die Haustüre offen zu lassen und ein wenig draussen zu sein- zum Grasen auf die Weide gelassen zu werden. Ja, normaler wird es… aber richtig fühlt es sich nicht an, so möchte ich es eigentlich nicht haben, so tot und mickrig. Der Garten kommt mir kleiner vor. Und unnützer, was irgendwie paradox ist, denn die Kinder nutzen ihn genauso wie vorher und könnten ohne Meerschweinchen-Bereich ja sogar mehr Platz für sich beanspruchen, vielleicht sogar eine Schaukel aufstellen (der grosse Wunsch meiner beiden Kleinsten).
Trotzdem. Es bleibt immer ein Rest Traurigkeit an allem hängen. Im Alltag und vor allem nachts; jedes Mal, wenn ich erwache (was öfters vorkommt), muss ich sofort an die Meerschweinchen denken, an das, was passiert ist, und vor allem an das, was nicht mehr geschehen darf, wenn wir nochmals einen letzten Versuch wagen, mit einer neuen Herde. Mein Mann hatte einen neuen, grossen Stall für unsere letzten Tiere gebaut. Er wurde haargenau am Vorabend ihres Todes fertig, bereit, am nächsten Tag eingeweiht und bezogen zu werden. Das kam mir zuerst sehr tragisch vor, doch dann wurde mir klar, dass dieses Timing im Grunde doch eine Gnade war; Nicht auszudenken, wenn der Fuchs in den neuen Stall eingebrochen wäre… Und das hätte vielleicht sein können, so wie der Stall ursprünglich gebaut war, normal sicher, kein Hochsicherheits-Trakt, wie er hier offenbar notwendig ist. So bin ich einfach froh und dankbar, dass Herr Kirschkernzeit, der wirklich sehr an den kleinen Mümmlern gehangen hat, sich nicht auch noch mit Selbstvorwürfen herumquälen muss… Und in der Zwischenzeit wurde auf Hochtouren in Sachen Sicherheitsvorkehrungen weiter gearbeitet. Dieser neue Stall muss einfach bombensicher werden. So quasi Alcatraz. Gebt dem Fuchs keine Chance!
Die Frage kam auf, wieso wir die Tiere nicht einfach nachts in Haus holen, und das erscheint mir auch sehr plausibel und durchaus naheliegend. Die Sache ist aber die, dass die kühleren Phasen im Jahr hier ein Problem darstellen. Meerschweinchen vertragen es gar nicht gut, nach einem Tag draussen in der Kälte abends hinein ins warme Haus verfrachtet zu werden. Oder am nächsten Morgen dann umgekehrt. Sowas kann sie wirklich ernsthaft krank werden lassen und wir würden ihnen keinen Gefallen tun damit, sondern nur neue Gefahren schaffen. Und gegen eine reine Innenhaltung sträubt sich einfach alles in mir. Ich habe den Unterschied im Verhalten der Tiere gesehen und mir kam es so vor, als würden sie erst draussen so richtig zum Leben erwachen, regelrecht aufblühen, während sie  drinnen nur irgendwie so dahin dämmerten und ihre Zeit absassen. (Allerdings gibt es ja Leute, die ihren Schützlingen ein sehr schönes Leben im Haus einrichten, ich will hier also auf keinen Fall pauschal für alle Meerschweinchenhalter sprechen)
Alles in allem muss hier noch ein bisschen weiter an Gitterschutz-Schichten, vernagelten Holzwänden und verbarrikardierbaren Durchgängen getüftelt werden, aber es ist viel Aufschwung entstanden in den letzten Tagen, viel Energie, angetrieben von einer Art Trotz, der uns hilft, wieder nach vorn zu blicken und dem Ganzen nochmals eine Chance zu geben. Wir haben auch bereits mit zwei Meerschweinchen-Züchterinnen Kontakt aufgenommen, die Dinge nehmen also ihren Lauf und Gestalt an, und das ist ein gutes Gefühl. Den Kopf nicht in den Sand stecken. Nicht machtlos sein und tatenlos (ein für mich ganz bekanntes Gefühl). Sondern aktiv etwas tun können, um Neues und Gutes zu schaffen und aus einer Situation das Beste zu machen…

Und dann sind da ja auch diese kleinen Wunder des Alltages. Der Holunder, der in diesem Jahr so üppig blüht wie noch gar nie in den letzten 10 Jahren. Meine über 90 Jahre alte Nachbarin meinte gestern sogar, er sei tatsächlich so schön wie noch nie. Ich habe vor dem grossen Regen ein wenig seiner Blüten einsammeln können, allerdings nicht sonderlich viel, weil der Grossteil seiner Dolden für mich zu weit oben hängt, aber für eine Dose getrocknete Teeblüten hat es gerade knapp gereicht. In einer grossen Schüssel zieht zudem ein Büschel Blüten für den Holundersirup, den mein Mann immer macht, eine seiner kleinen Traditionen, wie das Johannisbeergelee im Sommer oder die Torte, die er immer für mich zum Geburtstag backt.
Ich stricke tapfer weiter an der tiefblauen Wolljacke meines Kindergartenkindes (Der erste Ärmel ist bald fertig!) und habe neulich ganz spontan ein neues Patchworkprojekt in Angriff genommen, ein simpler, nicht allzu grosser Quilt für die Kinder, den sie mit nach draussen nehmen können, wenn sie im Garten mit ihren Kuscheltieren spielen (im Haus würde er farbschematisch sowieso in kein Zimmer passen). Ich konnte ein lila Kleidchen fertig machen, das ich vor einem Jahr begonnen habe und beinahe aufgegeben hätte, weil das mit dem Ganz-und-gar-von-Hand-Nähen mir plötzlich unsinnig zeitaufwändig vorkam… Aber nun ist es vollbracht und ich bin ziemlich zufrieden damit, ein Punkt auf meiner niemals endenden To-do-Liste weniger, ein kleiner Erfolg mehr, der gefeiert werden darf (ja, das sollten wir wohl öfters tun, alle Erfolge gebührend feiern). Und die süssen Häkellappen neben einem rosa Stoffvögelchen oben in der Bilderreihe? Mit ihnen hat mir die überaus sympathische Frau Melonengrün eine ganz grosse Freude gemacht! Ich bin Stricklappen-Benutzerin aus Leidenschaft und freue mich unglaublich über dieses zauberhafte, pastellfarbene Set. Ich deklariere sie zu Fingerputztüchlein für die jüngeren Kinder bei Tisch, das ist effektiver als nur Servietten und hygnienischer als wenn sie den normalen Wischlappen von der Spühle nehmen *hüstel*. Vor allem aber finde ich es einfach nur hübsch. Kleine Schönheiten, die aufmuntern und erden. Und das niedliche rosa Vögelchen hängt nun am Schlüssel unseres alten Geschirrschrankes, wo es mich daran erinnert, nach vorn zu schauen, nicht im Vergangenen hängen zu bleiben, und mich an dem zu freuen, was mir heute an Gutem und Liebenswertem begegnet.

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ein leerer Stall

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Das Foto oben passt jetzt eigentlich so gar nicht, aber ich mag nicht nach draussen gehen und unseren Stall wirklich fotografieren und der Titel sagt jetzt ja auch schon alles: Er war wieder da, der Fuchs, hat unser gut gesichertes Gehege regelrecht aufgebrochen und alle unsere Meerschweinchen mitgenommen. Schon wieder. Die ganze, neue, süsse, kleine Herde. Die Babies waren noch nicht geboren. Strubbeli nach der zweifachen Kastration glücklich, endlich wieder ein normales Leben mit seinen Damen zu führen. Die Gruppe harmonisch und zufrieden nach den vielen Wechseln in ihren kurzen Leben.
Ich weiss nicht… es fühlte sich alles so richtig an, jetzt mit dem grünenden Garten und den lebhaften, immer zahmer werdenden Tieren. Es war so eine Freude.
Und wir haben uns ehrlich Mühe gegeben. Zweifache Verriegelung. Gitterböden unter allen Gehegebereichen (mit Erde darüber). Wir haben sie sogar nur noch raus in die Wiese gelassen, wenn wir auch draussen waren, zur Sicherheit. Und jedes Mal, wenn wir Feierabend machten, wurden die Türchen sorgfältig geschlossen. Auch dieses letzte Mal. Ich ging nachts um zehn sogar nochmals extra Nachprüfen, weil ich ein verdächtiges Geräusch gehört hatte, fand alles prima verschlossen und die Meerschweichen ganz entspannt  in ihren Kuhlen vor und legte noch eine Wolldecke darüber. Ich dachte, hier seien sie sicher. Aber der Fuchs hat so lange am oberen Gittertürchen herumgenagt, bis er es irgendwie mit den Zähnen fassen konnte und dann muss er gezogen und gezerrt haben wie ein Wilder, so stark, dass irgendwann das ganze Türchen schräg in der Angel hing und aus der oberen Extra-Verriegelung herausrutschte (die nach wir vor hielt). Das Holz war richtig klatschnass vom Speichel, völlig durchtränkt und dunkel und ganz zerbissen. Wahnsinn. Ich habe echt überlegt, ob da nicht ein Wolf am Werk war, denn die Gewaltanwendung ist schon beeindruckend und verstörend…
Ja, und jetzt weiss ich nicht mehr, was ich sagen soll.
Es ist traurig, einfach nur todtraurig. Ein Schlag. Keine Ahnung, wie es nun weitergeht. Ich weiss es wirklich noch nicht.

Nachtrag: Ich habe gerade über die schrecklichen News über die Schulhausmorde in Texas gelesen und bin schockiert über diese Grauen und dieses Leid, das für viele, für Freude, Geschwister, Eltern, Grosseltern… in gewisser Weise noch ein Leben lang anhalten wird. Mein Herz weint mit ihnen. Füchse essen, weil sie hungrig sind und es ihr Job ist, Futter für ihr eigenes Überleben und das ihrer ihrer Familie zu beschaffen. Dass Menschen Menschen töten kommt mit krank vor und wie ein gähnender Abgrund, in den man nicht blicken kann, ohne sich hilflos und mutlos und bodenlos traurig zu fühlen…

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