Monatsarchive: April 2018

Einhornzauber-haft

Mir war gar nicht klar, wie viel mir die letzten 1.5 Jahre entgangen ist, so ganz ohne Nähmaschine…! Aber nun, da sie wieder da ist und mangels geeignetem Plätzchen zum Versorgen (natürlich ist die Stube noch bewohnter und belebter geworden in dieser Zeit) permanent auf unserem ohnehin schon mit Papier und Malsachen vermüllten Stubentisch steht, habe ich grosse Lust, irgendwas mit Stoff und Faden zu machen, zu nähen, endlich mal wieder.

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Nachdem ich mir über eine Woche lang den Kopf zerbrochen hatte, was mein Kindergartenkind ihrem Gspäänli zum Geburtstagsfestli mitbringen könnte, und dann am Tag davor immer noch mit leeren Händen dastand, liess ich mich darum auch nur zu gerne zu einer kleinen Nährunde verführen… Entstanden ist, wie könnte es auch anders sein, ein einfacher, kleiner Zugbeutel in voller Mädchenfarbpalette, aber ansonsten ganz ohne Schnickschnack, einfach genug, um auch im Znüni-Täschli oder im Rucksack an den wöchentlichen Wald-Morgen mit zu wandern und Pausenbrot, Apfel, Wasserflasche und Taschentücher zusammen zu halten… Beuteltäschchen finden doch immer eine Verwendung, oder? Und sie passen irgendwie immer, bei kleinen Mädchen ganz besonders. Kein Wunder, sind Beutelchen und Täschchen, gefüllt mit Leckereien, so quasi mein Standart-Geburtstags-Geschenk, erst recht, weil sie relativ schnell gemacht sind und keine grossen Hirn-Akrobatik von mir verlangen. Wie gemacht also für mich im Moment, denn nach so langer Nähabstinenz fühle ich mich doch auch wieder ein wenig unsicher an der Maschine…

Dass Mutter und Töchterchen sich ehrlich freuten an diesem kleinen, einfachen Geschenk, lag natürlich hauptsächlich am wirklich schönen Stoff, da mache ich mir nichts vor. Der wunderhübsche Einhorn-Print lässt selbst mein Herz schmelzen, und ich bin ja nun definitiv aus der lila-Einhorn-Phase hinaus *zwinker*.
Für mich hat dieser zauberhafte Stoff zudem noch eine ganz besondere Erinnerung: Rita hat meinen Kindern vor einer Weile einmal zwei wahnsinnig schöne Mädchen-Röckchen daraus genäht, komplett mit den herrlichsten Zauberumhängen (wahnsinnig schön, ich kann es immer noch nicht fassen!), und meine Mädchen tragen alles auch zwei Jahre später noch mit Hingabe und Freude und irgendwie, so scheint es mir, fast ununterbrochen…
Diese kleinen Einhörner hier haben uns also so quasi ein Stück weit durch ihre Kindheit begleitet und unseren Alltag mitgeprägt, Alltagsfreuden für alle, auch für mich als Mutter, der so eine liebevolle Geste, wie dass jemand sich extra die Zeit nimmt, für mein Kind etwas zu nähen, einfach unsagbar viel bedeutet.

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Nun konnte ich dank dem Stoff-Rest, den Rita mir damals beigelegt hatte und dank dem fabelhaften magentafarbenen Tüpfchen-Stoff meiner lieben Leserin Lisa aus Österreich, der im Futter so herrlich dazu passt, einem anderen kleinen Mädchen auf diese Weise auch sowas wie ein klein wenig Alltagsfreude mit auf den Weg geben.
Jedenfalls wünsche ich mir das.
Einhornphasen dauern ja nicht ewig. Kindergartenzeiten und Waldmorgen mit Znünitäschli und Ringelreihen auch nicht. Eine ganz besondere Zeit, in der diese Mädchen gerade stehen… die magischste Zeit des Lebens vielleicht. Einhornzauber-haft.

PS. Von ganzem Herzen danken möchte ich an dieser Stelle nochmals Rita und Lisa! Ohne eure Herzlichkeit wäre dieses Geschenk ganz bestimmt nicht das, was es geworden ist…

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like Insta 219

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Und sowas kommt dabei heraus, wenn Frau Kirschkernzeit glaubt, sie könne gleichzeitig Tee aufbrühen und Kaffee kochen…
Multitasking ist wohl ganz klar nicht meine Stärke.
Allerdings habe ich mich gerade gefragt, was wohl passieren würde, wenn Kräutertee statt aufgebrüht mit Hochdruck durch ein Sieb gepresst würde, Bialetti-Espresso-mässig… Gäbe das wohl auch so eine Art von „Tee“?

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happy making making happy

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Menschenskind, wie geschäftig dieses Haus gerade ist! Also seine grossen und kleinen Bewohner vielmehr… Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Und das geht mir jetzt nicht nur in diesem Blogpost so; Mir scheint, es gäbe so viel zu tun und zu erleben, zu entdecken und auszuprobieren, dass ich mir wünschte, ich könnte den Tag aufblasen wie einen Kaugummi und dann proppevoll anfüllen mit noch mehr Zeit und Energie.
Nun, 24 Stunden müssen reichen.
Und schlafen nicht vergessen.
Das mit den Kräutern und meiner Hoffnung, mich dieses Jahr ein bisschen mehr mit Grün und den guten Kräften der Natur zu befassen, mich vor allem stärker damit zu umgeben, habe ich völlig ernst gemeint. Ich glaube, das ist nicht bloss so eine Laune (wobei man das bei mir nie wissen kann, bei vielen Vorhaben werde ich schnell nachlässig und rasch wieder abgelenkt), das muss jetzt wirklich sein. Ich trinke nach wie vor jeden Tag Tee. Meistens eine selbstgemachte Mischung angelehnt an Mamanifloras Rezeptsammlung oder dann Grüntee mit einem Hauch von Zucker, bei dem herrlich warmen Frühlingswetter eisgekühlt und in grossen Glasflaschen aus dem Kühlschrank (die hier sind wahnsinnig toll!!!). Die Idee ist, dass auch die Kinder sich bedienen können und so ein bisschen mehr trinken, Kind2 vor allem, der anscheinend Durst öfter einmal mit Hunger verwechselt und hauptsächlich zu den Mahlzeiten trinkt, wenn nur Leitungswasser vorhanden ist. Meinen kalten Tee trinkt er sogar ungesüsst sehr gerne. Und mich freut es, ihm damit etwas Gutes tun zu können, ohne dass ich massreglerisch dabei wirke.
Meine Mutter hat einen ziemlich verwilderten Bereich in ihrem Garten, wo sich massenweise Brennesseln angesiedelt haben. Es ist bereits ein eigentliches Brennesselfeld daraus geworden, an dem sie interessanterweise viel Freude hat, denn sie mag verwilderte Gärten und seine kleinen Bewohner darin (Tagpfauenauge!). Ausserdem schnipselt sie sich die frischen Brennessel-Spitzen in ihren täglichen Smoothie (iiks! Aber gut, dass wenigstens sie das mag. Gesund ist es ja…). Da in meinen Teemischungen auch immer etwas Brennessel vorkommt, hat sie mir gleich ein Probe-Bündelchen davon geerntet und letzte Woche mitgebracht. Ich habe die Pflanzen dann ausgeschüttelt, pingeligst genau auf Raupen und Gespinnste und jegliche Arten von Krabbelgetier untersucht und alles Braungewordene abgeschnitten. In kleinen Sträusschen hingen sie dann unterm Dach im Gartenhaus, wo die frische Luft und der warme Wind sie blitzschnell rascheltrocken werden liessen.
Jetzt habe ich fast sowas wie hausgemachte Brennessel-Teekräuter, zu 100% Bio und ganz ohne Umweltbelastungen durch Verpackung und extra Transportwege. Aber ich muss zugeben, für grössere Mengen davon wäre ich dann wohl doch zu faul…

Weiter habe ich ein Paar supersimple Wollsocken für Kind2 endlich fertig gestrickt. Grösse 40. Kindersocken sind das längst nicht mehr, von fröhlichem Kunterbunt kann auch nicht mehr die Rede sein: Er war sehr dankbar für das diskrete Anthrazit mit dem nur ganz leicht kontrastierenden Dunkelblau als Beifaden in Ferse und Spitze (zur Verstärkung. Sonst halten diese Socken kein Jahr!). Kind1 konnte die neuen Socken seines kleinen Bruders bereits ganz gut gebrauchen: Für eine Scharleiter-Ausbildungswoche in den Bergen, wo es nachts im Zelt noch immer empfindlich kühl wurde, waren sie ganz passable Fusswärmer…
Ansonsten bin ich momentan wie verrückt daran, meine lang gehorteten Flickwäsche-Berge abzubauen. Ich nähe geplatze Nähte wieder zu, stopfe löchrige Hosenbeine, kürze Kinderblusen für meine Kleinste- und aus meinem schwarz-geblümten Smashing Smock vergangener Tage, der mir eigentlich immer irgendwie zu eng war, wurde gestern abend ruckzuck ein Mädchenjupe für meine Grosse, die den geblümten schwarzen Stoff genauso mag wie ich es tat, ihn aber hoffentlich öfters tragen wird als ich. Es ist mein erstes Nähprojekt seit langer, langer Zeit. Fast 1.5 Jahre lang stand meine Nähmaschine nämlich anderswo, wo sie dringender gebraucht wurde, und hinterliess hier eine unsentimentale Nählücke in meinem Alltag, die mir offen gestanden, kaum weh tat, weil das Stricken sie sofort wunderbar und nahtlos füllte. Jetzt aber ist sie wieder da. Meine Nähmaschine. Und mit ihr auch die Lust, wieder mehr kreative Nischen zu schaffen, in denen ich Kleider flicke oder meinen neuen und alten Stoffen nähend Leben einhauche…

Nun aber zum weitaus Besten, was hier innerhalb der letzten paar Monate zustande gekommen ist in diesem Haus (also neben all der Kinderkunst natürlich, die mir nach wie vor ganz nah am Herzen liegt): Zum 3. Geburtstag unserer jüngsten Tochter hat mein Liebster uns doch tatsächlich ein Spielhaus gezimmert!
Damit ging auch für mich ein kleiner Traum in Erfüllung, denn schon immer habe ich mir so eine Waldorf-Spielecke gewünscht, einen Ort, den man immer wieder neu gestalten und mit Tüchern und Kisten in völlig unterschiedliche Spielwelten verwandeln kann, eine Art kleine Traumwelt zum Träumen und Sich-Versenken-darin.
Für den Anfang habe ich all unsere Puppensachen zusammengesammelt und den Mädchen mit Hilfe von zwei vintage Häkeldecken eine Puppenecke eingerichtet. Im hinteren Bereich stehen die Bettchen hinter zwei rosa Schaffellen und in der Ecke der grosse Weidenkorb voller Puppenkleider. Beim Eingang befinden sich der kleine, hölzerne Kochherd und ein altes, wackeliges Tischchen aus meiner eigenen Kindheit mit ein paar Stühlen, all die Körbe und Kistchen mit Geschirr, Puppenessen, die Seidenstoffe und Puppenquilts sind auf den tiefen Seitenregalen gut versorgt (was unser Wohnzimmer stark entlastet). Das Foto ist nicht sonderlich aufschlussreich, ich weiss, aber ich wollte euch einfach kurz zeigen, wie hübsch das alles geworden ist, auch wenn man sich das meiste vorstellen muss, weil das Bild so wenig davon zeigt. Herr Kirschkernzeit hat sich wirklich enorm viel Mühe gegeben und mir all meine Wünsche von den Augen abgelesen. Es ist perfekt geworden, nicht? Und mit so viel Liebe und Hingabe gemacht, die Dachrundungen lassen sich sogar abnehmen…
Dafür -und für all die anderen Dinge, die hier gerade entstehen, für all die Macher und sogar für die Faulenzer, die lieber nur Donald Duck Comics lesend daneben lümmeln- bin ich gerade sehr, sehr dankbar. Sie machen mein Leben zu dem was es ist.
Zu einem im Moment ziemlich glücklichen Ort also.

PS. Was es mit den Gitterboxen im 2. Bild auf sich hat? Das ist eine Überraschung! Oder auch nicht. Sehr bald schon werden neue, kleine, vierbeinige Bewohner darin einziehen dürfen. Mein Mann bereitet gerade mit Feuereifer, Hammer und Nägeln alles vor…

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mit meiner frühlingshellen rosa Brille

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An sich neige ich zum Grübeln und Schwarzsehen. Ich kann nichts dafür, so bin ich nun einmal, und wie alle Dinge im Leben, haben auch diese beiden Eigenschaften zwei Seiten, eine dunkle und eine hellere, da bin ich mir ganz sicher… Im Moment allerdings komm ich weder zum Schwermütigsein noch zum Sorgenmachen, denn meine Tage platzen gerade aus allen Nähten mit ihren normalen Alltagsroutine-Dingen und dem Powerboost an Bewegungsdrang, den die Kinder gerade an den Tag legen. Wir sind fast den ganzen Tag draussen, so oft es nur geht, und da Wald und freies Feld nicht eben um die Ecke liegen, springe ich über meinen Schatten und ziehe mit ihnen los zum Spielplatz oder zum Schulhaus oder in die kleinen Spielpärke der Wohnblocksiedlungen in der Umgebung, etwas, das mir eigentlich ja gar nicht liegt. Spielplätze waren mir immer eher unheimlich. Weil man da so dasteht zwischen lauter Mamis, die man dann doch nicht kennt und sich gleichenteils ausgestellt und nutzlos vorkommt… Aber: Ich wurde echt überrascht diese Woche. Gerade diese Spielplatz-Nachmittage entpuppten sich nämlich als unerwarteter Segen. Und machten irre viel Spass. Und zwar uns allen. Ich traf auf Mütter, die ich eben doch kannte, und einmal auch auf die Schulhausputzfrau, eine Portugiesin mit Wahnsinnstemperament und einer unerschütterlich guten Laune, die hier im Dorf buchstäblich jeden kennt, immerzu fröhlich vor sich hinstrahlt und in alle Richtungen winkt und grüsst und freundliche Worte verteilt, und die Zeit verging wie im Flug, während wir uns austauschten, lachten, den Kindern beim Spielen zusahen… Wenn wir abends (viel zu spät) heimkehrten, waren unsere Wangen gerötet und unser Herz voll von schönen Dingen. Es ist einfach wunderbar, sich im Dorf verankert zu fühlen, die Menschen immer besser kennen zu lernen, so langsam, langsam ein Netzwerk wachsen zu sehen, das einem das Gefühl gibt, sicher und geborgen und irgendwie erwünscht zu sein… Mit meinen kleinen Töchtern gelingt mir das jetzt viel besser als früher mit Kind1, einem klugen, aber damals wilden, kleinen Rabauken, oder auch mit Kind2, der sehr sensibel ist und von Natur aus eher ein Einzelgänger. (Allerdings mag er Menschen. Immer mehr sogar. Und so langsam geht er auch auf andere zu und zeigt seine neugierige Seite und seine Freude am Debattieren und Austauschen. In der Schule zB. sind Vorträge eine echte Leidenschaft von ihm. Er macht sie sogar freiwillig und wirklich mit Begeisterung. Beim letzten Mal ging es um Stalin, und das Thema hat ihn derart fasziniert, dass er nun überlegt, ob er statt Lehrer zu werden, nicht vielleicht lieber doch Geschichte studieren sollte. Von mir aus kann er auch Strassenfeger werden. Hauptsache, er ist glücklich dabei.)
Zuhause bleibt derweil natürlich alles, wirklich alles liegen, denn wenn ich schon einmal zuhause bin, dann ruft entweder der Garten oder die Kinder im Garten, ich hänge draussen die Wäsche an die Sonne oder fege im Sonnenschein die Wege, hauptsächlich deshalb, weil ich keine Lust habe, mich wieder drinnen in der Schummrigkeit zu verkriechen, während der Frühling derart herrlich ist.
Der Frühling, hach ja… So eine schöne, schöne, schöne Zeit. Er verändert wirklich alles, oder? Die Welt, die Natur, das Herz und die Gedanken. Und den Blick auf die Dinge. Mit einer frühlingshellen rosa Brille rumzulaufen, lässt momentan gar keinen Raum mehr für trübe Gedanken, egal welcher Art…

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