Monatsarchive: Dezember 2017

sonnige Aussichten

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Heute fing der Tag schon gut an; Mit Sonnenschein! Oh, wie sehr ich die liebe Sonne vermisst habe, die Gute! Wir sind hier bisher ja beinahe ertrunken in Hochnebel und Nieselregen… Heute aber strahlte sie honiggolden in unsere Zimmer und weckte leise Lebensgeister.
Die Kinder waren friedlich, spielten quietschend und ausgelassen irgendwelche ulkigen Dinge, Kind1 plumpste pünktlich zum Zmittag aus dem Bett und Kind2 half sogar beim Rüeblischälen. Dann kam nicht nur Post von „Nastiasleptova“ (Haus-Broschen! Sühühüüss! Und dermassen liebevoll verpackt, also wirklich…), sondern auch noch mein Vater ganz überraschend zu Besuch. Gemeinsam mit meiner jüngsten Schwester. Und ich freute mich wie Bolle, über die übervollen Pfannen mit Hörnli und Hackfleisch auf meinem Herd, so konnte ich die beiden nämlich gleich noch zum Mittagessen einladen (um halb zwei Uhr nachmittags *hüstel*).
Jetzt stehe ich in einer unordentlichen Küche voller schmutziger Teller und Töpfe und denke darüber nach, wie ich es wohl hinkriegen könnte, für unser Familientreffen seitens meines Liebsten bis morgen eine Riesenportion Lachs-Sauce, gebrannte Creme und Schokoladenkuchen hinzuzaubern…
Tief durchatmen. Die Torte wird wohl Herr Kirschkernzeit übernehmen. Und Lachssauce ist ja auch keine grosse Hexerei, sobald man genügend Rahm, Weisswein und Lachs zur Hand hat. (Notiere: Kind zum Dorfladen schicken.) Und Caramelcreme? Hm… Hab ich noch nie gemacht. Wollte ich aber schon immer mal ausprobieren. So gesehen; Ich freu mich drauf! Und heute fühle ich mich auch supergut, richtig pudelwohl. Sogar ein kleines Riegelchen „Balisto“ hab ich mir zugetraut- und tatsächlich nicht bereuen müssen *freu*
Na, wenn das keine sonnigen Aussichten sind!

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like Instagram 202

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Anscheinend war das mit der „Grippe“ eine Fehldiagnose meinerseits… Gestern beim Arzt, bei der Nachbesprechung meiner Blutwerte, stellte sich nämlich heraus, dass die 6 Monate Eisenkur bei mir rein gar nichts bewirkt haben, und meine Eisenwerte ganz im Gegenteil sogar noch tiefer sind als vor der Behandlung. Das erstaunt mich zum Teil. Ich hatte mich in den ersten Wochen der Eisenkur tatsächlich besser gefühlt. Zum Teil aber auch nicht. Damit wären immerhin die bleierne Müdigkeit und die Kopfweh-Episoden erklärt, die mir vor allem in der letzten Zeit immer mehr zu schaffen gemacht hatten. Jetzt ist mir auch klar, wieso meine Hände immer so rauh sind, dass sie beinahe schmerzen und keine Handcreme der Welt lange Wirkung zeigt.
Nun hoffe ich, dass die Eiseninfusion, die mir der Doc gestern kurzerhand verabreicht hat, eine Weile anhält. Und die nächste Dosis in 3 Wochen dann noch länger. Und ich hoffe, dass auch mein Magen möglichst bald einmal wieder klarkommt. Momentan tippen wir auf eine Magenentzüdung, und ich wünschte wirklich, die ginge bald einmal vorüber. Ich vermisse meinen Kaffee. Und Schokolade. Und überhaupt, essen zu können, was und wann ich möchte. Wie ich neulich beim Weihnachtsessen mit meinen Lieben so fit und vital sein konnte, ist mir heute echt ein Rätsel …
Gerade überlege ich, ob ich meine Mama bitten könnte, mir nochmals die Kinder abzunehmen. Ich fühle mich einfach so schlapp und mein Kopf brummt. Ich fantasiere von weissen Sofas, Agatha Christie und dem dicken, braunen Schaltuch, an dem ich wirklich gerne arbeite. Noch ein, zwei Musterraporte und es geht an Abketten. Ich freue mich wie verrückt auf warme, weiche Wolle um meine Schultern…

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ein paar Farbtupfer

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Himmel, es fühlt sich direkt komisch an, wieder am Laptop zu sitzen und Worte einzutippen. Ich war eine ganze Weile lang krank. Diese absolut merkwürdige „Grippe“, die hier grassiert, wahlweise mit Schnupfen und Husten, mit Fieber oder ohne, oder mit  lang andauernden Magenschmerzen und einer Übelkeit, die einem tage- und nächtelang begleitet, ohne dass man recht weiss, wieso. Und müde wird man. Einfach bodenlos müde und schlapp wie ein alter, gammeliger Waschlappen überm Putzeimer.
Bei mir war es der Magen. Fast zwei Wochen lang und immer noch ein wenig, aber letzte Woche war ich tatsächlich zeitweise ausser Gefecht gesetzt und nahm mehr als dankbar die Hilfe meiner Mutter an, die die Kinder betreute, während ich einen vollen Tag lang nur schlief, von all den nachmittäglichen Notfall-Nickerchen und den säuglingsmässig frühen Zu-Bett-Geh-Zeiten mal ganz abgesehen. Gottseidank ging es nicht nur mir so; meine beiden kleinen Mädchen schlüpften mehr als einmal gleich mit mir in Krankenlager, erschöpft von werweisswas, allerdings mit nur wenigen Krankheitssymptomen, was meine Nächte wiederum recht erholsam werden liess. Zum Weihnachtssingen der Schule (7 Uhr morgens!) und dem anschliessenden, einfach himmlisch romantischen Kindergarten-Zmorgen bei Kerzenschein neben lauter entspannt-freundlichen Kindergartenkind-Eltern und definitiv ferienreifen Kindern, habe ich es aber Gott-sei-Dank doch noch geschafft. Es war wunderbar. Erinnerungsstückchen, die sich wie Puzzleteile einfügen im ganz speziellen grossen Ganzen dieser Tage. Einzigartig. Gedacht für den Augenblick und darum so schön.
Die Kinder waren schon tagelang hibbelig vor Aufregung und Vorfreude, und Kind2 sass buchstäblich stundenlang am Keyboard meines Mannes, um später im Schulchor auf keinen Fall seinen Xylophon-Part bei „Stille Nacht“ zu verpatzen. Wieder und wieder hörte ich ihn klimpern. Und genoss jeden Ton davon. Meine Grosse spielt seit Sommer Blockflöte und müht sich fürchterlich ab damit, aber ansonsten spielt hier niemand ein Instrument, und das Keyboard, das Herr Kirschkernzeit sich letzten Winter zu unser aller Überraschung geleistet hat, steht die meiste Zeit auch bloss mässig dekorativ in seinem kleinen Büro herum. Dabei liebe ich Musik. Sehr sogar. Die letzten zwei Abende habe ich bis weit nach Mitternacht sogar selber daran gesessen und mit Feuereifer die linke Hand für „Stille Nacht“ einstudiert, schön lehrbuchmässig mit der digitalen Anleitung auf dem Display, damit ich auch ja die Finger richtig platziere und mich nicht permanent verheddere. Es klingt ganz hübsch bisher, allerdings recht unbeholfen und würde sicherlich noch hübscher klingen, wenn Kind2 mit mir zusammen zweihändig spielen würde. Begleitung und Hauptstimme. Aber irgendwie geniert er sich nun plötzlich, jetzt, da das Weihnachtssingen über die Bühne und bereits wieder Vergangenheit ist… Naja, dann übe ich eben weiterhin „Scarborough Fair“, still für mich alleine. Dafür mit rechter und linker Hand, was ich unglaublich schwierig finde, mir aber so ungeheuer viel Spass macht, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht, und dann später nach geschlagenen 2.5 Stunden Üben fast nicht mehr einschlafen kann vor lauter Anspannung und Tönen in meinem Kopf…
Diese für mich ganz neuen, kleinen musikalischen Episoden sind mir sehr lieb geworden. Kleine akustische Farbtupfer in meinem oftmals schrecklich grauen Alltag.

Ein klein wenig mehr Farbe trage ich just heute auch auf meinen Lippen. Ich schminke mich normalerweise so gut wie gar nie, sondern schleiche als graue, müde Maus durch die Gegend und denke mir nicht viel dabei. Gestern aber, als wir mit meiner Mutter und all meinen 7 Geschwistern samt Partnern unser jährliches Weihnachts-Grossfamilien-Treffen feierten, fühlte ich mich nicht nur urplötlich wieder richtig fit und munter, sondern auch absolut in Feierlaune, was ich mit roten Lippen, Wangenrouge und ein wenig Wimperntusche ganz gross feierte. Dazu die Haare offen, so ungebändigt und unpraktisch wie sonst nie- und ich überraschte mich selbst mit einem völlig neuen Ich-Gefühl. Viel vitaler und selbst-bewusster. Weiblich. Nicht mehr nur wie eine stille Quelle der Nahrung und Zuwendung für andere, sondern als eine eigenständige Frau, die es sich wert ist, sich beim gemeinsamen Festessen auch selber einen Teller zu füllen und ihn gemütlich leer zu essen, ganz egal, wie gut oder schlecht sich die Kinder gerade benehmen… Ich meine, wozu ist man Familie? Oder Freunde? Um sich vertraut zu sein. Auch mal zu riskieren, dass jemand anderes das Kind zurechtweist. Oder aushält. Oder sich selber an der Nase nimmt. Das schaffe ich sonst so gut wie gar nicht, wisst ihr. Ich will nirgendwo anecken und versuche immer, aber auch wirklich immer, die Fäden in der Hand zu halten, gerade auch wenn ich mit meinen Kindern ausser Haus und unter Menschen bin. Allerdings war unser Weihnachtstreffen gestern so wahnsinnig schön und entspannt und richtig lustig sogar, dass ich mir ohnehin keine Sorgen zu machen brauchte. Und offen gestanden sind bei Feiern dieser Art oftmals sowieso die Erwachsenen die allergrössten Kinder *hüstel* Meine Knirpse hielten sich bravourös, waren ausgelassen und zufrieden und fügten sich ganz wunderbar in diese mittlerweile doch auch schon recht grosse Gruppe ein. Irgendwann standen meine Mädchen dann auch mit mir und meinen Schwestern oben im grossen Bad vor dem Spiegel und probierten all die 24 Lippenstifte aus dem Adventskalender meiner Mutter aus, hihi… Jetzt habe ich übrigens drei Lippenstifte mehr in meiner Sammlung, von einem Stück auf ganze vier also, was mir sehr gelegen kommt, denn irgendwie habe ich so den Verdacht, dass es mir ganz gut tun könnte, auch werktags ab und zu mal ein klein wenig Farbe aufzulegen…
Farbe kam auch aufs Papier heute. Oh, wir haben schon so lange nicht mehr gemeinsam gemalt! Irgendwie sind all die grossen und kleinen Haushalts-Posten einfach permanent im Vordergrund. Die Wäsche. Das Geschirr. Das Essen. Der dreckige, erd- und tannennadelbedeckte Eingang. Das chaotische Wohnzimmer. Wieder Essen. Dies und das. Badezimmer eins. Badezimmer zwei. Die Meerschweinchen. Und weiter im Text… Ich habe den Eindruck, niemals mehr entspannt und hausarbeitstechnisch weit genug zu sein, um mich mit den Kindern hinzusetzen und pinselweise Farbkleckse zu setzen… Dabei war es fantastisch, zu sehen, wie gerne sie malen. Die Mädchen immerhin, Kind1 schmökerte Comics währenddessen, während Kind2 glaub’s Keyboard übte, „Ode an die Freude“ oder so und sich dann zum Meerschweinchen-Misten trollte. Schön war es trotzdem. Und ziemlich messie. Künstlerisch. Kindgerecht. Kindgerecht künstlerisch. Und ganz klar ein Fall für die Badewanne. Was mir wiederum diesen herrlich ungestörten Moment hier verschaffte, ruhig und lang genug für einen ganzen, ausufernden Farbtuper-Post…

Die kleine Steinkatze oben auf den Bildern hat -genau wie der kleine Regenbogen-Fensteranhänger- übrigens mein Junge gemacht. Mein Zweitgeborener, der nur selten malt oder werkelt, dann aber immer gleich sein volles Herz hineinlegt. Den ganzen Advent lang schlief diese Katze friedlich auf dem Küchenfensterbrett neben den kleinen Kaffeepflänzchen, und ich fand sie ungeheuer süss, wie sie so dalag und beinahe zu schnurren schien. Heute ist ihr Plätzchen leer. Leergeschenkt. Dafür hat nun meine mittlere Schwester (die sich gestern die ganz knallroten Lippenstifte aussuchte und entzückend damit aussah)  nebst den beiden Schmusebüsis auf ihrem Sofa auch noch eine stillvergnügte Steinkatze bei sich im Haus. Tante müsste man sein.

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berührt: Jazz und so

“Berührt” heisst für mich;
Ab und zu möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Fast alle im Schwimmkurs. Und Kind1 habe ich mit meiner voll aufgedrehten Musik zurück ins Bett vertrieben. Ich habe das Haus für mich alleine. Sturmfreie Bude. Und alle guten Vorsätze von Aufräumen, Kochen oder ein paar Runden Stricken sind über Bord geknallt. Denn ich Höre Musik. Lasse mich wegfegen von einer prachvollen Dosis jazzig durchtränkter Lebenspulsivität. Mannomann. Hört euch das einmal an. Aber bitte bis zum Schluss, echtes Gefühl braucht Zeit zur Entfaltung auch bei der Musik. Wie ein Bonbon, das langsam im Mund vergeht und süsser und süsser wird, bis man selber zum Bonbon wird. Bonbon überall.
Eigentlich mag ich gar keinen Jazz. Zu egozentrisch. Zu turbulent. Für mich meistens ab einen gewissen Punkt nicht mehr verständlich und viel zu nervös. Aber Jazz in kleinen Dosen ist einfach grossartig, unglaublich würzig und authentisch, etwas, das schwingt und reisst und lebt, zwischen Bauchnabel und Augenbrauen hin und her pulsiert. Ich denke, Jazz ist wie ein Gewürz. Keiner würde auf die Idee kommen, eine ganze Muskatnuss zu essen. Aber so ein paar Krümel im Kartoffelbrei? Perfekt.
Und so tanze ich heute vormittag zu Haley Reinharts „Seven Nation Army“ und ihrem umwerfenden Cover von „Lovefool“ (bittebitte auch ganz durchhören. Gebt ihr eine Chance), so wie ich gestern nacht um halb eins beim Zähneputzen mit „Flash Mob Jazz“ und ihrer swingenden Version von „Get Lucky“ durch die Waschküche getanzt bin. Tänzelnd und hüftschwingend und irgendwie sehr glücklich.
Musik kann das. Glücklich machen. Manchmal denke ich, Musik macht mich zu einem besseren Menschen. Zu der, die ich so oft nicht sein kann. Vielleicht sollte ich einem Chor beitreten?…

PS. Natürlich habe ich keine Ahnung von Musik. Ich weiss noch nicht einmal ab wann Jazz eigentlich Jazz ist. Oder wo der Swing beginnt. Oder überhaupt etwas. Ich kann noch nicht einmal Noten lesen. Ich kann nur fühlen. Was die Musik mir sagt. Aber das reicht mich eigentlich schon.

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