Monatsarchive: November 2017

like Instagram 200

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Was für ein Tag! Unstet, hektisch, alles wird angefangen und bleibt unfertig liegen. Freunde kommen und gehen, selbst meine eigenen Kinder kommen und gehen. Mein Putzzeug liegt weiterhin verstreut im Bad, wo ein halb geputztes Lavabo auf mich wartet. Die Wäsche stapelt sich zusammengelegt, bereit für die Schränke. Der Geschirrspühler ausgeräumt, aber rundherum dreckiges Geschirr, das sich einfach nicht von alleine einräumen will. Meine Kleinste lag drei Mal mit mir im Bett, bekam natürlich jedes Mal zwei, drei Pixi-Büchlein vorgelesen, und mochte zum Schluss doch nicht schlafen. Weil der Postpote klingelte (mit einem Paket neuer Bügelperlen). Weil eine Kinderfreundmutter anrief. Oder die alte Dame, die mich nach der neuen Telefonnummer meiner Mama fragte.
Hach.
Jetzt höre ich Max Raabe im Nonstopdurchlauf, weil mich seine glamuröse Stimme und die Eleganz des Orchesters durchwegs verzaubern und ich mich beim Lauschen ein Stück weit wegträumen kann. An einen Ort, wo ich im Abendkleid Champagner trinke, Lippenstift und Wangenrouge trage und mit geschmackvoll gekleideten Herren eine kesse Sohle aufs Parkett lege. Mein Lieblingslied gerade wäre das hier. Klar. (Obwohl ich das Video ein bisschen gruselig finde wegen dem schlimmen Frosch. Aber die meisten Musikclips finde ich ohnehin grauenhaft. Hinhören, aber wegschauen. Spätestens seit den „Prinzen“-Videos bin ich Meisterin darin, hihi).

PS. Wo ich grade von Max Raabe spreche: Meine Kleinste mag ja dieses Lied hier besonders gerne. Ich wegen der schönen Vokale *zwinker*. Ich meinerseits tät natürlich Foxtrott dazu tanzen…

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cyber monday

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Nein, „cyber“ war mein Cyber-Montag nun wirklich nicht. Im Gegenteil; er war so analog wie ein Montag es nur sein kann- von diesem Post hier mal abgesehen. Zwei geschlagene Stunden habe ich draussen im Garten mit meiner Kleinsten gewerkelt, unterbrochen nur von einem strammen Spaziergang Richtung Kindergarten, wo wir das Kindergartenkind (das nachmittags ohne auch nur ein Tränchen fast lachend in der Kindergarten-Tür verschwand) abgeladen und dann auch wieder abgeholt haben. Gemistet habe ich, was ich eigentlich sogar richtig gerne mache, vor allem weil es so schön ist, den Meerschweinchen wieder ein gemütliches und nach Stroh und Heu duftendes Lager zu bereiten. Das hat so was Nestbauerisches, das meinem mütterlichen Trieb sehr entgegenkommt. Die Tierchen wuseln beim Ausräumen jedes Mal ganz nervös zwischen meinen Beinen herum und wissen nicht so recht, wo sie hin sollen, weil rein können sie ja nicht, bevor nicht alles wieder an seinem Platz ist, aber draussen auf der Wiese oder in ihren kleinen Aussen-Gehege-Häuschen wollen sie irgendwie auch nicht bleiben, man könnte ja etwas verpassen… Ich muss immer lachen, weil sie so ratlos und drollig aussehen und in einem fort von hier nach dort wetzen oder mich mit grossen Augen beobachten, wie ich alte Hobelspähne aushebe und den frischen Block gemeinsam mit meiner Kleinsten lustvoll mit beiden Händen fein reibe und locker verteile. Kaum ist alles bereit und Stroh und eine dünne Schicht Heu in der Schlafhöhle ausgebreitet, kommen sie murmelnd und mümmelnd im Gänsemarsch angezottelt und erkunden sofort sichtlich entzückt ihre frisch zurechtgemachte Wohnung. Manchmal denke ich, sie freuen sich richtig über den Heuduft und die Sauberkeit (obwohl ich jeden Morgen das neues Stroh und Heu über den Hobelspähnen auslege, damit sie es auch immer trocken haben). Diese Art von Arbeit bringt mich zwar ins Schwitzen, aber am Ende sieht man doch, was man getan hat, und vor allem kommt es mir so sinnvoll vor, weil ich sehe, dass ich jemandem damit etwas wirklich Gutes tue. Meeris sind aber auch süsse Tiere, echt jetzt…
Nach den Tieren kam auch noch der Garten dran. Also Gartenplätze und -Wege vielmehr, wo es einiges zu wischen und sehr viel mittlerweile mehr braunes als goldenes Birkenlaub einzusammeln gab. Ich persönlich habe nichts gegen altes Laub am Boden. Gerade auf den Beeten und auf der Wiese hat es ganz bestimmt seinen Sinn und seinen Platz, aber meine Nachbarin, eine wirklich liebe, bereits über 90 Jahre alte Dame, gibt sich jeden Herbst solche Mühe, ihren Gartenteil sauber und laubfrei zu kriegen, und ich kann es einfach nicht mitansehen, wie der nächste Herbststurm all unsere liegengebliebenen Blätter zu ihr rüber weht und damit ihre ganze Plackerei im Nullkommanix wieder zunichte macht. Also wird auch hier gefegt. Ab und zu wenigstens. Die Arme muss schon unser Unkraut und den Lärm einer unsinnig kommunikations-freudigen Familie ertragen…
Ansonsten stand ich den lieben langen Tag in der Küche, beim Kochen (Mittags Linseneintopf, Abends Pancakes mit Ahornsirup), Abwaschen, Auftischen und wieder Wegräumen- und beim Bügeln der vielen, neuen Bügelperlen-Figuren, die meine Kinder momentan fabrizieren. Das Bügelpernenfieber scheint hier gerade epidemisches Ausmass anzunehmen. Sogar mein Mann legt mittlerweile Herzen und Sterne, und jede neue Form muss natürlich von jedem in Eigeninterpretation ausgetestet werden. Nach den Eulen sind nun Pferdchen dran. Und meine Grosse legt mit Hingabe eigene Wesen auf den einfachen eckigen oder runden Platten. Wobei mein aktueller Liebling ja der kleine Micky ist, den sie auf der Mäuseplatte zusammengepuzzelt hat. Micky Maus finde ich jetzt nicht unbedingt schön oder so, aber er erinnert mich zwangsläufig an uns, an unser Familie und all die Stunden und Jahre, die wir schon mit Donald Duck Comics verlebt haben, mit Vorlesen und Lesenlernen und Selberlesen, immer waren die Entenhausener irgendwie mit dabei, und das ist schon was wert, und wenn es nur die Erinnerung ist an das, was war…
Eigentlich wollte ich ja noch vom Licht schreiben, von der Sonne, die heute kurz ihre langen, weichen Lichtschatten in unsere Zimmer warf, und davon, wie dankbar ich bin für jedes Fitzelchen Licht und Heiterkeit. Das viele Dunkel dieser Jahreszeit macht mich jetzt schon ganz mürbe. Es wirkt so trostlos. Morgens dunkel, tagsüber düster und nachmittags um fünf bereits schon wieder tiefe Nachtschwärze. Ich merke, wie sich zwischendurch so ein unangenehm bedrückendes Gefühl einschleicht, vor allem, wenn ich zuhause bin, permanent umgeben von Wänden und Dingen. Manchmal wird mir regelrecht mulmig zumute, denn Dunkelheit und Düsternis, empfinde ich schnell einmal als unheimlich und beklemmend. Schon in meiner Kinderheit hatte ich Angst im Dunkeln. Und Angst vor dem Alleinsein. Das hat sich bis heute nicht geändert. Wovor ich mich fürchte? Keine Ahnung. Vor dem Schlechten per se vielleicht? Vor dem, was ich nicht kenne, das mich urplötzlich mit seinem Dasein überraschen könnte. In meiner Jugend hatte ich zwei ziemlich sonderbare, rational nur schwer erklärbare und für mich absolut verstörende Erlebnisse im Zusammenhang mit esoterischen Experimenten, die meine scheinbar angeborene Dünnhäutigkeit und Ängstlichkeit nur noch verstärkt haben. Wahrscheinlich habe ich auch einfach zu viel Fantasie. Sobald alle Sinne geschärft sind, hört, glaubt man rasch einmal mehr zu sehen oder wenigstens zu erahnen, als eigentlich da ist. Im Winter spitzen sich meine Ohren von ganz alleine. Meine Fühler strecken sich aus. Der Nebel verschluckt so vieles, in den Zimmern gibt es plötzlich dunkle Ecken, die Häuser scheinen voneinander abzurücken und Distanz und Isolation zu schaffen.
Ich merke schon, ich brauche mehr Gesellschaft. Und Weihnachtsfröhlichkeit. Geschäftiges Treiben, Geheimniskrämerei und lichte, beschwingte Stunden mit Plätzchenbacken und Adventsbastelei. Im letzten Jahr waren wir energiemässig und emotional praktisch alle dermassen am Ende, dass wir sogar das Weihnachtswichteln ausliessen, aber in diesem Jahr scheint es mir genau das Richtige zu sein. Glitter, Mailänderli, Kerzenlicht und Kinderstimmen gegen die Trübnis und die Schatten dieser Welt.
Ach ja, und hier noch was fürs Herz. Es gehört zum obigen Foto meines Kindergartenmädchens, das, wo sie gerade die Pflanzen giesst. Sie goss sie hingebungsvoll und in mehreren Anläufen, weil der Becher, den sie sich in der Waschküche auffüllte immer so schnell wieder leer wurde. Süss sah sie aus dabei.
„Du wirst später bestimmt mal etwas werden, wo du Sorge tragen musst zu jemandem. Also Krankeschwester oder Gärnterin oder so“, sagte ich.
Sie goss andächtig weiter und antwortete: „Oder Pflanzenfütterin.“

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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„Guten Morgen“ aus meiner kleinen, schlafäugigen Frühfreitagsecke. Ich bin ziemlich k.o. und ahne dumpf schon Kopfschmerzen heranziehen. Föhn! Wetterumbrüche machen mir körperlich immer sehr zu schaffen, und während ich von warm auf kalt eigentlich ganz gut umstellen kann, komme ich mit Warmfronten nach kühlen Tagen ganz und gar nicht klar. (Hat irgendjemand vielleicht einen Tipp für mich, wie man gegen diese doofe Art der Empfindlichkeit angehen könnte? Ich nehme eigentlich kaum je Medikamente, aber offen gesagt, habe ich seit dem Abstillen auch schon Schmerzmittel geschluckt, um einigermassen normal funktionieren zu können…)
ABER davon wollte ich an sich ja gar nicht schreiben. Sondern von etwas viel Besserem: Wenn alles glatt geht, werde ich vielleicht noch heute abend meine blaue „Canvas Cardigan“ fertig stricken (Hipp hipp Hurra!). Ich hatte mir vorgenommen, diese Woche endlich mal klar sichtbare Fortschritte in diesem Langzeitprojekt vorweisen zu können, und so wie es ausschaut, bin ich diesbezüglich immerhin auf dem richtigen Weg: gestern Nacht konnte ich die zweite Knopf-Kopflochleiste anschlagen. Bleibt weiter bloss noch Fädenvernähen und Knöpfe-Aussuchen (wieder Jim Knopf vielleicht? Hm…)

Jetzt, wo ich das hier tippe und meine Gedanken in Richtung Wolle und Knöpfe wandern ist von den Kopfschmerzen eigentlich fast gar nichts mehr zu spüren. Das könnte klar ein neuer Therapieansatz sein…

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ein Bild erzählt: dazwischengeschoben

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

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Abend-Genuss auf der Couch. Ich koche mir Tee (Grüntee), knabbere Sirupwaffeln (alle schon weg, als ich dieses Foto hier knipse), hieve den Strickkorb neben mich aufs Sofa und blättere eine Weile durch die beiden Hygge-Wohnbücher, die Kind1 mir aus der Leihbücherei mitgebracht hat. (Das hier finde ich ganz nett, das hier hingegen gefällt mir gar nicht, keines von beiden würde ich auch wirklich kaufen. Ein Hoch aufs Bücher-Ausleihen!)
Bevor ich Platz finde für meinen Kram, muss ich einiges beiseite schieben und so die eigens und sehr liebevoll für unsere Puppen und Plüschtiere gedeckte Mittagstisch-Szenerie ruinieren. Meine Kleinste hat heute nachmittag extra „Pfannkuchen“ gebacken (das wären dann die Spitzendeckchen) und sonstwie Kulinarisches aufgetischt (Filzbällchen in Eichelhütchen, mein Mädchen hatte diesen Herbst so eine Phase, nachdem wir während eines stürmischen Herbstspazierganges viele ausserordentlich schöne und grosse Eicheln gesammelt hatten). Ich bin ganz entzückt,wie ausdauernd und seelig meine Kleinste nun spielt. Sie und ihre 3 Jahre ältere Schwester sind ein prima Puppenmutti-Team geworden, und wenn sie sich nicht gerade in den Haaren liegen (mein armes Kindergartenmädchen hat schon ein ganz vernarbtes Gesicht- und meine Kleinste offenbar zu lange Nägel *hüstel*), können sie stundenlang in ihrer heilen Kuscheltierwelt versinken. Die grässlichen Picknick-Teller, die sie heute aber aus den Tiefen des Geschirrschrankes ausgegraben haben, die müssen wieder weg. Ich mag keinen Kunststoff. Sie schon. Die kleinen Holzteller- und Becher, aus denen ihre plüschigen Liebsten normalerweise zu speisen pflegen, finden sie aber auch ganz nett, wahrscheinlich konnten sie die in ihrem ganzen Spielchaos einfach nicht finden.
Das Braune dort hinten in der Tischecke, wäre das vor Ewigkeiten angefangene und dann frustriert beiseite gelegte Kleidchen „Rosa“. Noch immer finde ich es allerliebst, und jetzt, da ich immerhin zum zweiten Mal an einer Jacke mit verkürzten Reihen gearbeitet habe, ohne dass es dramatisch wurde, traue ich mir einen neuen Anlauf langsam zu. Der Kragen meiner „Canvas Cardigan“ wurde fertig heute (was aussieht wie ein Zahnstocher ist die abgebrochene Spitze meiner Olivenholz-Rundnadel!), vielleicht schaffe ich noch eine der beiden Knopf-Knopfloch-Leisten, wenn ich mich spute, und sobald ich fertig bin mit dieser Wolljacke (jey!), könnte ich mich ans Wegstricken alter Strickkörbchen-Hüter machen. Das liegt mir schon lange auf dem Magen, all das Zeug, die angefangenen Projekte oder kaputten Sachen und zerschlissenen Kleider, die ich längst schon in Ordnung bringen wollte. Bevor ich etwas ganz Neues anschlage, sollte ich vielleicht wirklich Tabula Rasa machen. Wenigstens in Sachen Woll-Projekte…

PS. VIELEN DANK für all die süssen Geburtstags-Glückwünsche! Ich habe mich sehr gefreut, so nette Zeilen unter meinem letzten Post vorzufinden und alles quasi dauerlächelnd gelesen…

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