Monatsarchive: September 2017

like Instagram 190

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

DSC00272

Herr Kirschkernzeit sucht sein gestohlenes Fahrrad (es stand direkt vor unserem Haus) und weil die beiden kleineren Mädchen ihn begleiten, finde ich unerwartet einen Moment der Ruhe und Musse und… schreibe einen waschechten Brief, komplett mit dem altmodischen Kinder-Briefpapier meiner Grossen, für das ich seinerzeit in meiner Jugend mein Sackgeld ausgegeben habe (ja, für Briefpapier, Postkarten, Tagebücher und bunte Sticker, wenn ich mich recht erinnere). Es ist schön, zu sehen, wie die Zeilen sich langsam über das gesamte Blatt ausbreiten und es getextet zerstreifen wie ein Zebra.
Ich habe mir vorgenommen, mir demnächst mein eigenes Briefpapier zu kaufen und freue mich jetzt schon darauf, in der Papeterie zu stöbern. Mails und Postkarten sind schön- aber es geht doch nichts über einen langsam in Handarbeit geschriebenen, langen Brief…

Veröffentlicht unter Augenblicke, Dankbarkeit, Themen-Reihen, what makes me happy | 8 Kommentare

like Instagram 189

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

DSC00265

Heute ist ein guter Tag- der beste dieser Woche, da bin ich mir sicher. Die Sonne scheint, und doch ist es angenehm frisch zwischen ihren Strahlen. Beim Kindergarten durfte ich mittags ein fröhliches Kind abholen und Kind2, der nach der Mittelohrentzündung an diffusen Bauchschmerzen leidet und so müde ist, dass er gestern den ganzen Nachmittag durchschlief, fühlt sich endlich auch wieder besser.
Ich konnte meine Schlappheit ein Stück weit ablegen und genug Energie aufbringen, um das Meerschweinchen-Gehege auszumisten, neues Heu und Stroh zu besorgen und es ihnen so richtig gemütlich zu machen in ihrem Stall.
Die Kinder sind friedlich. Vor allem meine Kleinste hatte keine gute Zeit die letzten Tage (Wochen?) über, und sie heute wieder entspannt und zufrieden zu erleben ist Balsam für all meine Blessuren, ja ich wage sogar, von ungestörten Nächten zu träumen, irgendwann einmal, denn diese Nacht wurde sie nur dreimal wach (statt alle zwei Stunden wie bis anhin).
Alles in allem spüre ich so was wie Aufwind.
Vielleicht wirkt hier ja der kleine Strauss vierblättriger Kleeblätter, den meine Mama mir gestern abend vorbei gebracht hat *zwinker*. Sie hat so ein Auge dafür, für Glücksklee, meine ich. Egal wo sie steht, immer findet sie ein Stengelchen Klee mit vier Blättern, selbst dort, wo ich nur Sekunden zuvor selbst schon alles erfolglos mit Argusaugen abgesucht habe. Auch das könnte ich wohl wörtlich nehmen; Glück ist überall zu finden. Man muss einfach hinsehen. Und den Blick dafür schulen.

Veröffentlicht unter Augenblicke, berührt, Dankbarkeit, Fundstücke, Natur | 3 Kommentare

like Instagram 188

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

DSC00253
Die Stille im Blog verrät es: Mir schwirrt der Kopf vor lauter Dingen, Themen und kreisenden Gedanken. Und es ist gerade alles ein bisschen viel für mich. Das volle Lebenschaos, mit dem ich so oft nicht umzugehen weiss. Ein bisschen wie auf diesem Foto: Lauter Kram am falschen Ort und jeder Handgriff bedeutet Arbeit und Engegement, und will man etwas erreichen, muss man erst zig Hürden überwinden.
Und dazu regnet es auch noch.
Doch -und auch das verrät dieses Bild- man kann sich auch bei strömendem Herbstregenwetter, ungnädigen Temperaturen und einem Berg von Arbeit vor der Tür einen netten Tag machen. Alles was es braucht ist ein bisschen Optimismus und eine kleine Portion kindlichen Schalk in den Augen. Ich sollte mir wirklich öfters ein Beispiel an meinem wilden, unverblühmt ehrlich-direkten Tochterkind nehmen, das sich den Tag pflückt, egal wie unansehnlich er auch schein mag…

Veröffentlicht unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, berührt, Dankbarkeit, Familienalltag, Kinder, Themen-Reihen, this moment | Hinterlasse einen Kommentar

ein Bild erzählt: painted

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

DSC00255
Es herbstet vehement. Draussen wir drinnen. Als ich gestern abend durchs Dorf ging auf dem Weg zum Sommerlager-Rückblick unserer Jugendgruppe (wo Kind1 sich zum allerersten Mal als neuer Jugendleiter vorstellte *atemhol*), sah ich schon ganze Altblattreigen zu meinen Füssen. Und der Holunder im Garten kam mir heute morgen auch mächtig verfärbt vor. Wie gemalt. Alles. Und die Farben wechseln permanent.
Drinnen liegen orange-braune Kürbisse, mein Lieblings-Taprootcover mit den herrlich frischen Farben wird wohl demnächst von der aktuellen Ausgabe abgelöst werden, sobald sie bei mir eintrudelt und das Toskana-Zypressenbild von Kind1, das er für den Kunstunterricht in der Schule gemalt hat, passt so gut zu all den warmen Tönen, dass ich es einfach aufstellen musste. Ausserdem gefällt es mir. Genauso wie die kleine Papierkuh, der mein grosses Mädchen eine frech grüne Zunge verpasst hat „damit sie einfach mal anders aussieht“.
„Der Schuss von der Kanzel“ ist natürlich gymnasiale Schullektüre. Kind1 hat sie beim Heimkommen schaudernd hier abgelegt.
„Schon der erste Satz hat mir den Spass verdorben“, sagte er, „also eigentlich schon das erste Wort, genau genommen.“
Ich öffne das Booklet und lese die erste Zeile: „Zween geistliche Männer stiegen in der zweiten Abendstunde eines Oktobertages vom hochgelegenen Uetikon nach dem Landungsplatze Obermeilen hinunter.“ Dann lese ich mich querfeldein ein bisschen weiter.
Kind1 hebt die Brauen. „Sag bitte nicht, dass es genauso weiter geht.“
„Nein“, sage ich, „es geht nicht so weiter. Es wird schlimmer.“
Dann muss ich lachen.
Wie himmelweit sich die Literatur doch verändert hat im Laufe der Jahrzehnte. Und mit ihr die ganze Welt.
Trotzdem wird das Buch, das ich mir als nächstes bestellen will, auch ein eher älteres sein: „Der bunte Schleier“ von M.S. Maugham -geschrieben immerhin 1925- hat mich in seiner wunderbar zartfühlenden, poetisch-tragischen Verfilmung derart bewegt, dass ich mich dem Zauber (oder Bann?) nochmals für eine Weile stellen werde. Diese Geschichte verdient es, darin zu ertrinken.
Und irgendwie stimmt heute hier alles. In seiner Choreographie, meine ich. Leise Melancholie. Welke Blattecken. Das Haus ist still. Alle ausgeflogen. Ich ahne den Herbst, und zum allerersten Mal in meinem Leben wünschte ich, der Sommer könnte noch etwas länger bleiben. Gleich werde ich den PC ausstellen und mir eine Tasse schwarzen Tee aufgiessen, ein kleines Ritual, das mir geblieben ist von meiner Teehändler-Lektüre. Dieser Herbst wird buchlastig, denke ich. Ein bisschen verträumt vielleicht. Es gibt so viel nachzudenken und nachzuhorchen.
Der Herbst, reicht mir die Hand.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, berührt, ein Bild erzählt, Jahreszeiten | 4 Kommentare