Monatsarchive: August 2017

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Der Kindergarten hat sich aus den Tiefen erfolgreicher Verdrängungstaktiken hinaus in die Realität gegraben. Die erste Woche ist bald um, mit allen Höhen und Tiefen, mein Tochterkind ist nun also ein echtes Kindergartenkind.
Jetzt, da ich (endlich doch noch) nähend an ihrem Turnbeutelchen sitze, glaube selbst ich es so langsam…

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Honey Cowl

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Ich bin jemand, der einfach kein Näschen hat für Trends. Egal worum es sich handelt, ich hinke immer um Monate bis Jahre hinterher. In der Musik zB. wurde ich erst auf Peter Fox‘ fantastisches Album „Stadtaffe“ aufmerksam, als es längst keiner mehr hörte und sogar mein Lieblingslied „Das Haus am See“ restlos aus den Schweizer Charts verschwunden war. „Die Frau des Zeitreisenden“ -erschienen im Jahre 2003, verfilmt 8 Jahre später- entdeckte ich gerade mal vor etwas mehr als einer Woche- dabei muss es die Bücherhitparade regelrecht gestürmt haben damals, wenn man die Buchkritiken bei Amazon so liest.
Auch beim Stricken scheine ich so eine Art… Schlusslichtlein zu sein. Denn auch ich wage mich zwar an den bekannten und nicht ohne Grund so oft so gern gestrickten Rundschal „Honey Cowl“ von Antonia Shankland– aber erst volle 4 Jahre nach dem grossen Hipe um dieses wunderbar schlichte und sehr hübsch gemusterte Projektchen. Soulemamas Versionen haben mir immer gut gefallen (die hier besonders- ich liebe Braun!), doch irgendwie war der Reiz, selber einen „Honey Cowl“ zu stricken lange Zeit nicht stark genug…
Bis da dieser wunderbar grüne Strang „The Yarn Collective Bloomsburry DK“ von „Love Knitting“ bei mir ankam und ich anfing, die Augen für ein passendes Projekt offen zu halten. Zuallererst liebäugelte ich mit einem neuen Zwergenmützchen für meine Kleinste, doch dann fand ich auf einmal, dass dieses Grün („Moss“) doch irgendwie haargenau die Farbe sei, die ich mir insgeheim schon lange für mich selbst gewünscht hatte… Und da ich dringendst einen kleinen Schal für zum Rasch-drüberziehen brauchte, verliebte ich mich Hals über Kopf ganz neu in dieses tadellose Strickmuster.
Das Tolle am „Honey Cowl“ ist ja, dass er sich supereinfach enger, weiter, länger oder kürzer stricken lässt, und dass die Designerin gleich vier Varianten inkl. Endmasse vorschlägt. Mit Nadelspiel Nr.4 wurde meine Variante, für die ich ganz normal die in der Anleitung angegebenen 110M anschlug, ziemlich genau so, wie ich mir meinen Schal gewünscht hatte: ungemein weich (nach dem Waschen ist die Wolle mindestens doppelt so babybottomzart!) und anschmiegsam aber nicht labbrig. Er behält ein Stück weit seine Form, ist nicht zu eng und nicht zu weit (wobei, ein klitzekleines bisschen enger wäre auch kein Vergehen…).
Die Masse waren vor dem Waschen: 25cm Höhe (also von oben nach unten und umgekehrt) und 48cm Umfang. Jetzt nach einem kühlen Wasserbad und einer Nacht Trocknungszeit aber ganz ohne Blocking misst er 28cm Höhe und nach wie vor ca. 48cm Umfang.
Eine kleine aber in meinen Augen doch nicht unbedeutende Änderung habe ich allerdings vorgenommen: Ich habe die angegebenen 3 bzw. 4 Runden glatt rechts nach dem Anschlagen bzw. vor dem Abketten ausgelassen und stattdessen sofort mit dem Musterstricken begonnen und auch geendet. Ich empfehle ausserdem vor allem für die schmale Schalversion dringend ein elastisches Abketten in der letzten glatt-rechts-Reihe des Musters (das hier von Wollefein finde ich klasse!). Damit wird der untere Rand dehnbar genug für ein bequemes An- und Ausziehen.

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Die Fotos sind jetzt, im Hochsommer, natürlich ein bisschen fehl am Platz. Und überhaupt würde ich mit meinem Selbstportrait ganz klar keinen Schönheitswettbewerb gewinnen (nein, das sind definitiv noch keine grauen Haare, wohl aber erste Fältchen um die Augenpartie)…
Trotzdem hat mir dieser kleine Schal schon wunderbare Dienste geleistet: Ich weiss jetzt, dass er der perfekte Begleiter für Halsweh-Tage ist und ein angenehmer Zeitgenosse, sobald die Temperaturen wieder fallen (so wie letzte Woche *brrr*).
Alles in allem: Willkommen, kleiner Schal in meiner wolligen Sammlung. Ich denke, wir zwei werden uns blended verstehen.

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
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Ein wunderbarer Morgen: Die Familie ist beim Gottesdient, ich habe mich mit Halsschmerzen entschuldigt und bleibe zuhause. Ganz alleine.
Auf meiner Decke türmen sich ein paar Bücher aus der Leihbibliothek, lauter seichte Ware wie Rosamunde Pilcher oder ein fast schon ungeniessbar lascher Groschenroman über eine Bäckerin auf einer Insel, daneben ein paar alte Ausgaben von „Taproot“, die ich immer mal wieder hervorhole, weil ich die so mag. Nach „Die Frau des Zeitreisenden“ konnte ich nichts Schwerwiegendes aufschlagen. Das hätte den Zauber zerstört, der immer noch so ein bisschen über allem liegt, und ausserdem fühle ich mich momentan nicht bereit für noch so eine aufwühlende Story, die mich beim Lesen mit Haut und Haaren verschlingt. Ich scheine, was das betrifft, so ein bisschen ein Sensibelchen zu sein.

Mein „Honey Cowl“ aus mossgrüner „Bloomsburry DK“ ist so gut wie bereit zum Abketten. Eine schöne Phase; Ich tue nichts weiter als einem immer kleiner werdendes Mini-Knäuelchen beim Verschwinden zuzusehen.
Jetzt, wo sich mein Hals rauh und zerschlissen anfühlt, freue ich mich umso mehr auf warme Wolle um meinen Nacken, und das satte Grün ist mehr als vielversprechend.

So stricke ich also, mummle mich ins Bett, schlürfe heissen Johanniskraut-Lavendel-Tee (fürs innere Licht) und blättere zwischendurch zwischen irgendwelchen Seiten.
Was für ein gnädiger Augenblick.

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neu

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Es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal hier war, um zu schreiben. Und ich muss zugeben, ein bisschen sonderbar fühlt sich das schon an, so wie immer, wenn ich so viel Zeit habe verstreichen lassen… Dabei habe ich geschrieben, sehr viel sogar, nur eben anderswo; ich habe wieder angefangen, Tagebuch zu führen und jeden Abend ganze Seiten vollgekritzelt, manchmal sogar mitten am Tag, dann aber meist nur ein paar Zeilen, nur Momentfragmente, wie „Ich wünschte, ich hätte ein eigenes Zimmer“ oder „Heute will ich mal so richtig aufräumen“.

Es war eine merkwürdige Woche. Im Nachhinein kommt sie mir fast ein bisschen unwirklich vor, vielleicht weil ich innerlich auch gar nie so richtig im Hier und Jetzt verankert war, sondern nur halbwegs präsent durch den Tag schlich, wie eine stille Katze bei Nacht. Ich hatte viel mit mir selbst zu tun. Nach dem Flugunglück, das mich zwar genau genommen nicht betraf, aber ungemein betroffen gemacht hat, versuchte ich, meine in Abwärtsspiralen kreisenden Gedanken mit Filmegucken abzulenken- ein Fehler, ganz klar. „Die Frau des Zeitreisenden“, den ich aufs Geratewohl bei Youtube anklickte, ist jetzt zwar für mich einer der allerbesten und vor allem herzbewegendsten Filme, die ich je gesehen habe, aber… er setzte ausgerechnet dort an, wo ich eigentlich wegkommen wollte: bei so schweren Themen wie Unbeständigkeit, Verlust und der Unaufhaltsamkeit des Todes. Vor allem das happige Ende liess mich regelrecht verstört zurück, noch aufgewühlter.
Ich brauchte eine volle Woche, um mich davon zu erholen, eine Woche, die ich u.a. mit exzessivem Lesen verbrachte, tatsächlich auch mit „Die Frau des Zeitreisenden“, dem gleichnamigen Film-Roman von Audrey Niffenegger, einem wunderschönen, wahrhaft grossartigen (!!!), unglaublich poetisch geschriebenen Buch, das ich mir so quasi zur Verarbeitungstherapie verschrieben hatte. Ich habe gelernt: Wenn mich ein Thema umzuwerfen droht, lohnt es sich manchmal, ganz bewusst hindurch zu gehen und hinzulauschen, was es mir zu sagen hat.
Es tat mir gut. Lesen. Wann immer ich dazu kam. Wenn die Kinder schliefen oder friedlich spielten. Abends, nachts, mitten am Nachmittag (wie dekadent!)- diese Zeit musste einfach sein. Das Buch offeriert übrigens ein Ende, das mich sehr viel versöhnlicher stimmt und den Stachel nicht ganz so tief treibt wie im Film, und ich glaube, dieses versunkene Lesen kombiniert mit all den Gedanken, die ich mir machen konnte, Gedanken über das Leben und Sterben, über die Liebe und was uns schlussendlich wirklich wichtig ist im Leben… das alles hat mich wieder besser verankert in der Realität.
Ich habe wieder Boden unter den Füssen.
Was gut ist, denn es kommen einige Neu-Anfänge auf mich zu. Die Ferien sind jeden Moment um. Schulstart für drei meiner Kinder, und damit von neuem Ungewissheiten und Sorgen, auf die ich gerne verzichten würde. Und dann ist da meine Zweitjüngste… Ein Jahr konnten wir ihren Kindergarteneintritt hinausschieben, doch nun lässt es sich nicht mehr vermeiden: Mein kleines Mädchen wird zum Vorschulkind. Das Thema Loslassen rückt damit von neuem ganz, ganz nah, hautnah, und ich registriere mit Schrecken, wie erfolgreich ich das Ganze bisher verdrängt habe. Noch nicht mal einen Turnbeutel hat sie. Keine Malschürze, keinen Zahnputzbecher, und der Henkel des alten Znünitäschleins ihrer Schwester, das sie nun weiterbenutzen wird (ihr Wunsch), ist auch ausgefranst und zerknautscht.

Es wird schon.

Ein bisschen neue Energie ist ja immerhin schon da, aufgeblitzt gestern abend, als ich anfing, einen Stapel „Living at Home“ und „Brigitte“ durchzustöbern (Danke Rita für dein Päckli, das hat echt Spass gemacht!) und auf lauter tolle neue Ideen stiess, Ideen zum Kochen oder Backen oder fürs Einrichten…
Als Resultat hängt seit heut früh zB. ein neues, weisses Hängeregal im blauen Zimmer meiner Grossen. Sie hat es vollgepackt mit lauter Krimskrams, und ich merke, wie es mich beflügelt, den Dingen ein Plätzchen zu geben, Ordnung zu schaffen, mich wieder mehr all dem Handfesten zu widmen, das um mich herum wartet.
Wie der kleinen und dennoch grossartigen Erkenntnis, dass Salat aus dem Garten gar nicht unbedingt besonders schmutzig und arbeitsintensiv zu waschen sein muss, und dass ich es den Wespen zu verdanken habe, dass wie durch Zauberhand all die Räupchen, Spinnen und Käferchen zwischen den Blättern verschwunden sind.
Oder dem Gefühl schmuseweicher Wolle („The Yarn Collective, Bloomsburry DK“ zum zweiten, diesmal in der waldigen Farbe „Moss“) zwischen meinen Fingern, während ich an einem kleinen, feinen Wollrundschal arbeite, an ein wenig Extra-Wärme nur für mich und all die Tage, in denen ich so was brauchen werde.
Neu ist auch das weisse, noch so gut wie unberührt blitzsaubere grosse Bad, das mein Liebster vor einer Weile für uns fertig gebaut hat. Wenn man bedenkt, dass hier vorher düsterdunkle Laminatküchenschränke hingen und ein oller Herd, der niemals richtig sauber wurde, egal wie sehr ich auch scheuerte… Ein Wunder für mich. Und doch pure Banalität. Badezimmer sind ja an sich nichts weiter Romantisches… aber ich freu‘ mich darüber, auf ein erstes, langes, heisses Duftbad vor allem. Mein letztes liegt Jahre zurück, eine volle Dekade, und dazwischen habe ich das Duschen schätzen gelernt.

So, und nun zurück zum Alltagsgeschehen. Es ist still gerade. Herr Kirschkernzeit kauft ein, die beiden Kleinsten hampeln wohl neben ihm durch die Einkaufsschneisen, meine Grosse sucht mit einem ihrer besten Freunde und dessen Familie einen Schatz im Wald und die Jungens erkunden das neue Handy, das gerade eben seinen Weg zu meinem 15 Jahre alt gewordenen und irgendwie plötzlich furchtbar grossen Sohnemann gefunden hat. Das erste Handy… Ich weiss, da warten noch weitere erste Male und neue Welten und Themen auf mich. Die Zukunft wartet nicht. Sie knüpft an, wo immer sie uns fassen kann.

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