Monatsarchive: Juni 2017

berührt: kleiner Elefant

“Berührt” heisst für mich;
Ab und zu möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)
 

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Wenn mein beinahe-5-Jähriges Tochterkind heute ihrer Oma diesen schnuckeligen grauen Kerl zum Geburtstag überreichen wird -stolz und froh, denn sie hat ihn (bis auf den Glitterkleber-”Rahmen”) ganz alleine irgendwann einmal in einem stillen Eckchen gezaubert- dann werde ich dem wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge zusehen. Ich finde ihn doch selber sooo süss!
“Vielleicht kann ich ja noch so einen machen…”, versucht mich meine Kleine zu trösten. Gutes Kind.
Womöglich überwiegt zum Schluss ja doch das lachende Auge. Wenn ich Omas Freude sehe. Denn sie wird ihn lieben, so wie ich, das weiss ich tief in meiner Tochter-Mutter-Seele ganz genau.
Und er wird es gut haben bei ihr, der kleine, graue Glitzerschnipsel-Elefant.

Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, berührt, Dankbarkeit, ein Bild erzählt, Familienalltag, Kinder, kreativ mit Kindern | 2 Kommentare

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

 

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Neulich trafe ich diese wunderbare Überraschung hier an: Ein Schuhgestell, sauber organisiert und beschriftet. “Mamas Schuhe”, “Papas Schuhe”, ein Abteil für jedes der Kinder und -und das fand ich irgendwie besonders süss und vielsagend- ein Plätzchen, beschrieben mit “Omas Finken”.
In meiner Grossen scheine ich endlich, endlich, endlich so was wie eine verbündete Seele gefunden zu haben in meinem Kampf gegen das Chaos. Ein echter Hoffnungsschimmer am Horizont. Auf jeden Fall werde ich mein Bestes tun, dieses zarte Pflänzchen der Organisationssehnsuch in ihr zu hegen und zu pflegen…

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10 Dinge…

… die ich mag zur Zeit.
Weil genau sie es sind, die das Leben so raffiniert machen. Trotz ihrer Einfachheit.

DSC_08981. Bastelkinder. Kinderbasteln. Nicht dass ich es so besonders prickelnd fände, dass hier irgendwie immerzu irgendwelche Schnipsel und Klebestreifen rumliegen bzw. -kleben. Aber was dabei entsteht, das ist schon prickelnd. Immer noch. Extrem lange Pappschachtel-Flugzeuge mit Fensterchen und Türen zum Beispiel.
Und das Fliegengitter, das mal in ebendieser Schachtel verpackt war und nun am Fenster für die dringend benötigte Mücken- und Wespenabwehr sorgt, das hat natürlich auch sein Plätzchen in meinem Herzen.

DSC_08992. Hüttenzauber. Zauberhütten. Manchmal total rudimentär und hopphopp im Garten aufgeschlagen mit nichts als einem dünnen alten Batiktuch, einer ausgebleichten Krabbeldecke und gammeligen Gartenstühlen. Hier haben heute Tigerbändigerin und Tiger gehaust. Und sogar ein Junges geboren. Es war (dank einem Tauchgang ins Pflantschbädli) noch ganz nass, als es mir ganz stolz präsentiert wurde.
Das kleine, graue Kleidchen an der Leine lässt mein Herz auch immer wieder hüpfen; es ist einfach schön, zu sehen, wie meine Kleinste nun in den Hosen und Röckchen, die ich dereinst für ihre grössere Schwester gemacht habe, durchs Leben geht (bzw. rennt *hüstel*). Es sind nicht unbedingt richtige Erinnerungen, die in mir wach werden… vielmehr so eine Art emotionales Erkennen von dem, was war und immer noch ist, wiedergefunden durch das kleine Mädchen, das … genau diesem Kleidchen -dann eines Tages- genauso entwachsen sein wird wie das Pausbackenkind, für das ich vor Jahren einmal es genäht habe.
Bittersüss.

DSC_09083. Was soll ich sagen? Die Himmbeeren sind reif. Genauso wie die Cassis- und roten Johannisbeeren. Mein Liebster hat bereits wacker Sirup eingekocht. Aus schwarzen Johannisbeeren vor allem. Weil er weiss, wie gerne ich dunklen Trübelisirup mag. Oder seinen Holundersirup. Oder den Sonntagszopf, für den er samstags noch spät nachts vor dem heissen Backofen am Tisch steht, knetet und flicht. Oder das Sonntagsessen, das er uns zaubert, seine Pizza, seine selbstgemachten Country Potatoes und die feingeklopften Wiener Schnitzel, sein Johannisbeergelee… Ich glaube, ich mag im Grunde alles, was er macht, der Herr Kirschkernzeit. Besonders weil ich spüre, dass er es -ziemlich oft- für mich tut.

4. Ich mag Italienisch (das ich weder verstehe, noch spreche), habe eine Schwäche für Italiener und rasch einmal Tränen in den Augen, sobald sentimentale Musik erklingt. Nimmt man all diese Dinge zusammen, kommt wohl dieses Lied dabei heraus. Pippo Pollina ist für mich so was wie… der italienische Linard Bardill. Wenn sie mit Musik erzählen, berührt mich das. Einfach und mit Nachdruck.

DSC_09125. Ich mag auch diese Kerlchen hier. Aus den einstmals winzigkleinen, dürren Kaffeebaumpflänzchen, die mir meine Mutter einmal in einer Tasse verpflanzt geschenkt hat, sind nach dem Umtopfen wunderbar stramme Bürschchen geworden. Der Glanz ihrer Blätter macht mich ganz euphorisch. Genauso wie die Tatsache, dass ich bisher noch keinen einzigen meiner adoptierten, grünen Freunde auf dem Gewissen habe (Finger kreuzen!). Vielleicht hat mein schwarzer Daumen ja doch ein bisschen Grün angenommen nach all den Jahren…?

DSC_08896. Wir hatten eine wahnsinng heisse Woche. Sommer im Übermass. Als ich nachts auf meinem Wecker volle 30 Grad Zimmertemperatur ablesen konnte, verstand ich dann auch die Schlafschwierigkeiten der Kinder. Und mein eigenes vollkommen zerschlissenes Nervengerüst. Was ich aber sehr gemütlich fand: Die Höhlenstimmung, die uns einlullte, während ich die Hitze aussperrte, mit geschlossenen Läden und provisorisch verhängten Fenstern, wo das Licht geheimnisvoll schimmert und Nano Iro-Blumenmuster leuchten. Ein bisschen verwunschen, das Ganze. Und definitiv kühler als draussen bei bis zu 35 Grad.

DSC_09187. Meerjungfrauen. Gemalt von meiner (noch) 7jährigen. Zauberhaft glitzernd mit Glitter-WashiTape auf Schuppen, frecher Haarsträhne und schillerndem Büstenhalter. Interessant fand ich auch die für ein Unterwasserwesen doch eher auffällige Abwesenheit von nackter Haut; statt Alabasterbauch ein grasgrünes Seetang-Top. Spannend. Manche Nixen geizen offenbar doch mit ihren Reizen…

DSC_09258. Oh ja, die mag ich auch! Meine neuen, oberedlen und unglaublich bequemen Natursandalen (von “Hess Natur”). Ich kaufe mir nur Schuhe, wenn ich wirklich welche brauche.
Für die Hochzeit der eigenen Schwester zum Beispiel.
Und wenn ich mir welche kaufe, dann spare ich dafür und gönne ich mir gute Schuhe, gut auch im Sinne von gut zu Erde und zu den Menschen, die dafür schuften. Erst wenn ich weiss, dass das, was ich trage, für andere weder Unterdrückung noch Gefahren und für meinen Heimatplaneten so wenig Schaden wie nötig bedeutet, kann ich mich so richtig von Herzen freuen daran. Und ich merke, dass genau das mir sehr wichtig geworden ist in letzter Zeit; Die Freude an dem, was ich trage oder benutze. Klar, Secondhand ist wohl immer noch einen Zacken besser… aber manchmal muss es einfach was Neues sein. Ganz allein für mich. In diesen Sandalen (die ich erst noch im Sommerschlussverkauf relativ günstig entdeckt habe, judihui) geht es sich jedenfalls fast wie auf Wolken…

DSC_09109. Die Stiefmütterchen meines Jungen. Gelb und violett und unglaublich wuchernd. Ihre Ausdauer beeindruckt mich. Manchmal möchte ich gerne auch nur annähernd so unverdrossen sein wie sie.

DSC_093110. Neu hier- und ein echter Segen: die Bretterbox, die der Herr Kirschkernzeit gezimmert hat (für mich natürlich) und die nun -ganz unter uns gesagt- unsere … ähem… Abfallsäcke versteckt hält. Bis sie immer Mitte Woche dann von der Müllabfuhr abgeholt werden. Der Anblick sich stapelnder Müllbeutel war mir schon immer ein Dorn im Auge. Ein ziemlich stechender. Ich hatte jedes Mal das ungute Gefühl, dass er der ohnehin schon ziemlich heruntergekommenen Ausstrahlung des Hauses, das immer von allem möglichen Kram und ungejäteten Beeten gesäumt ist, nicht eben förderlich war.
Einmal habe ich einem unserer Dorfpolitiker zu erklären versucht, in welchem Haus wir wohnen.
“Das mit der schäbigsten Fassade und den grünen Lotterläden, das ist es.” Er, immer auf den guten Eindruck seiner Gemeinde bedacht, antwortete prompt: “Schäbig und lottrig also? Wie lange noch?” (Scheinbar) ungerührt antwortete ich: “Bis wir einen Sponsor finden.”
Tja, ein bisschen weniger gammelig sieht es jetzt immerhin schon mal aus. Und was den Rest betrifft; kommt Zeit, kommt Rat. Und vielleicht sogar ein Sponsor.

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Little Shore Cardigan

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Darf ich vorstellen: Meine “Little Shore Cardigan”.
Ziemlich rosa-violett, ziemlich handgefärbt, simpel und ziemlich kuschelig. Nicht alle diese Eigenschaften sind nach meinem Geschmack, aber mein bald 5-jähriges Tochterkind wiederum ist begeistert- und im Grunde ist es ja auch sie, die in diesem Moment zählt. Es soll nämlich ihr Jäckchen sein, ein leichtes Sommernachtsjäckchen, das sie später dann hineinbegleitet in den Herbst. In ihren allerersten Herbst als Kindergartenkind.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit diesem Post zu warten, bis ich ein Foto von Jäckchen und Kind im Kasten habe- aber das Wetter ist schon seit Tagen in vollester Sommerlaune, so heiss und hell, dass ich es einfach nicht über mich bringe, meine Kleine in irgendwelche Stricksachen zu packen, und seien sie noch so weich und duftig. Man findet selbst ein SeaCell-Seidenjäckchen nicht wirklich angenehm, wenn das Quecksilber am Anschlag turnt. Und genau das hat oberste Priorität für mich. Das Angenehm-Finden. Mein Töchterchen ist ganz und gar versessen auf die “Little Shore Cardigan”.
“Oh, wie weich!” rief sie immer wieder, sobald ich sie zur Zwischenprobe herzitierte, “Oh, wie weich! Und so rosa!” Kostbare Worte aus einem ansonsten doch auch recht kritischen Mund. Garn, das sie nicht kratzig findet, ist wirklich eine Rarität…
Genau mit dem Garn allerdings bin ich nie so richtig warm geworden. Das Material ist exquisit, keine Frage, ein wirklicher Schatz, der ganz bestimmt mit Leib und Seele und sehr viel Begeisterung getragen werden wird, aber die Farbe… Gefärbt ist es sehr gekonnt, richtig kunstvoll, aber ich kann beim besten Willen nicht mehr verstehen, wieso ich mir – lang, lang muss es her sein, denn dieser dicke Knäuel lag schon fast ewig in meinem Stash- ein Garn mit derart viel Blassrosa ausgesucht hatte…
Wahrscheinlich habe ich mich einfach verändert. Ein Stück weit immerhin. Manche Farben und Materialien, die ich früher unwiderstehlich gefunden habe, kommen mir heute fremd vor und gar nicht mehr besonders anziehend. Zum Beispiel bei handgefärbter Wolle: Früher konnte es mir nicht bunt und lebendig genug sein, je mehr Farbkombinationen in einem Strang, desto besser, und auch starke Kontraste fand ich schön. Heute wähle ich vor allem semi-solide Handfärbungen, am liebsten nur noch dezent variert, mit einem Hauch von Farbvariation in einem ansonsten ruhigen Tongrund. Und ich habe Angst vor Pooling-Effekten, ein Thema, das mich ganz zu Anfang meiner Strickleidenschaft kein bisschen beunruhigt hat. Damals habe ich einfach frischfröhlich einen Wollstrang an den anderen angestrickt und mich nur kurz gewundert, dass die neue Partie farblich vielleicht doch recht anders ausfiel als die vorherige. Einige meiner selbstgestrickten Sachen sind ziemlich ungleichmässig, was die Tönung angeht. Und es hat mich kaum je gestört. Doch neulich hatte ich ein Paar meiner Handstricksocken in den Händen, Socken, die ihre einzelnen Wollfarb-Komponenten besonders intensiv gebündelt hatten und zu unförmigen Klecksen verlaufen liessen. Mich schauderte beinahe. “Waren die schon immer so?!”, dachte ich ungläubig. Wahrscheinlich ja. Mit Sicherheit sogar.
Mittlerweile verstricke ich handgefärbte Garne nur noch alternierend mit zwei Knäueln gleichzeitig. Sobald für ein Projekt mehrere Strangen Wolle verbraucht werden sowieso, selbst dann, wenn die Farbunterschiede innerhalb der Strangen nur klein sind. (Zum ersten Mal ausprobiert habe ich diese Technik damals an diesem Pullover, und ich war sofort begeistert vom ausgeglichenen Farbresultat.) Beim meiner violett-rosa “Little Shore Cardigan” hatte ich den Eindruck, die einzelnen Farben des verstrickte Fadens würden permanent zu neuen Pools zusammenfliessen, und so wechselte ich die Knäuel bewusst unregelmässig, immer irgendwie nach Gefühl.
Ob es genützt hat, weiss ich nicht so genau. Das Muster kommt mir auch so sehr unruhig vor und der Kontrast zwischen dem wechselhaften Körperteil und den fein geringelten Ärmeln ziemlich frappant…

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Aber was soll’s. Die Empfängerin dieses Jäckchens schert sich keinen Deut um Pooling oder sonstige Stilfragen- für sie zählen Weichheit und Farbe, und Blassrosa mit Violett gepaart mit der unwiderstehlichen Softheit des Materials vermögen sie offensichtlich bereits vollkommen zu überzeugen.
Mich wiederum überzeugt der wirklich schöne Schnitt mit seiner leicht gerundeten Vorderseite, die dank verkürzten Reihen ein wenig kürzer ausfällt als der Rückenteil, etwas, das ich selber sehr angenehm finde, weil so der Rücken gut geschnützt bleibt, selbst bei einem bewegungsfreudigen Kind. Carrie Bostick Hoge’s Anleitungen sind unglaublich gut geschrieben, immer ausführlich und mit vielen Zwischen-Maschenangaben, so dass man jederzeit nachkontrollieren kann, ob man noch immer alle nötigen Maschen auf den Nadeln hat. Sie zeigt Liebe zum Detail, ohne einem mit allzu vielen Ausführungen zuzupacken, und fast immer baut sie zusätzlich Charts und genaue Massangaben mit ein.
An meiner kleinen “Little Shore Cardigan” habe ich auch unglaublich gerne gearbeitet. Alles ging ganz leicht und locker voran, eine wahre Strickfreude, die mir richtig gut getan hat. So gut… dass ich, kaum hatte ich die letzten Maschen abgekettet, einen virtuellen Abstecher zum Strickcafé machte. Um neue Wolle zu bestellen. 5 Strangen “Tosh DK” in der herrlichen Farbe “Stargazing”. Für noch ein Jäckchen von Carrie Bostick Hoge: für eine feine “Canvas Cardigan” diesmal aus dem wunderschönen (wenngleich auch ziemlich teuren) Magazin “Making Nr.3″.  Erst vorgestern habe ich Käuel gewunden und mich in die ersten paar Reihen vertieft.
Schön.
Ich denke, auch mit diesem Wolljackenprojekt habe ich etwas gefunden, auf das ich mich vorfreuen kann. Jeden Tag aufs Neue. Stricken gehört einfach schon so sehr mit dazu zu meinem Leben…

Und die Trage-Fotos vom Jäckchen in Aktion? Die kommen noch. Versprochen. Gelegenheit dazu werde ich ganz bestimmt noch haben, so freudig wie meine Kleine ihr neues Jäckchen in Empfang genommen hat…

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