Monatsarchive: März 2017

Bunt

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Ja, das war es, mein Wochenende: Bunt. Lebendig. Und mitunter ziemlich wunderschön. Vor allem jene Momente, in denen alles floss und stimmig vom einen ins andere überging, wo jeder irgendwie zufrieden vor sich hinlebte, Sonne und Freiheit und die eigenen Ideen genoss, und das kleine Spektakel, das sich in unserem Dorf ereignete, unsere Frühlingsdorffeier mit Chilbi und Ponyreiten, Musikkapelle und Laternenmeer, so wie jedes Jahr. Den kleinen Goldturm aus Mohrenköpfen hat Kind1 auch dort “geschossen”, 6 Versuche, 6 Treffer- und das für 2 Franken. Ein gutes Geschäft für den kleinen Mann. Dass er dann fast seinen ganzen Gewinn an uns verschenkt hat und sogar extra ein Exemplar für seine Oma aufgehoben hat, weil er weiss, dass sie diese hier am allerliebsten mag, das hat mich natürlich besonders gefreut. Und ihn glücklich zu sehen, so stolz und mit sich im Reinen, entspannt und satt nach einem fantastischen, ereignisreichen Tag draussen auf der Gasse, das auch, ja…

Und dann diese Sonne! Himmel, wie sehr ich sie genossen habe, zu jeder Tageszeit im Grunde, auch drinnen schon, wo sie morgens an meinen Augenlidern kitzelte und das völlig irreführende Gefühl in mir weckte, fit und ausgeschlafen zu sein, bereit für einen neuen Tag, Dabei sind meine Nächte übel perforiert, seit meine Kleinste sich mit diesem doofen Schnupfen rumplagt. Manchmal, wenn ich so teilsapathisch daliege im Dunkeln und das unruhige, wimmernde Kind auf meiner Brust noch ein Stückchen höher zu lagern versuche, scheint es mir, ich würde rein gar nicht schlafen, die ganze Nacht nicht, aber das kann nicht sein, dazu ist es dann doch zu plötzlich wieder Morgen…

Die Blumen freuen mich. Meine Nachbarin hat lauter kleine, dicke Primelteppiche in ihren bereits schön sauber vorbereiteten Gemüsebeetchen, und bei meinen Tulpen sind fast alle Blätter draussen, stark und grün und stolz, nur die Köpfchen fehlen noch, und auf die bin ich schrecklich neugierig, denn mittlerweile habe ich ganz vergessen, welche Farben ich überhaupt gepflanzt habe…
Die lilaweissen Krokusse auf dem zweitletzten Foto sind übrigens die Krokusse meiner grossen Tochter, ihre “Frühlingseinläuter”, die sie für sich zum Frühlingsbeginn ausgewählt hat. Vor ein paar Jahre haben wir diesen kleinen Brauch für uns gestartet, eine Pflanze für jeden, als Jahreszeitengeschenk sozusagen, egal ob Haus- oder Draussenpflanzen, Kaktus oder Blume (für mich habe ich so was hier gekauft, die spitze Variante). Es macht grossen Spass, mit den Kindern in unserem Dorfladen zu stehen und Ausschau zu halten nach dem ganz persönlichen Frühjahrsfavoriten, und ich bin auch jedes Mal erstaunt, welche Wahl getroffen wird. Dass Kind2 sich tatsächlich einen Kasten violett-weisser Stiefmütterchen nehmen würde, hätte ich im Grunde nicht gedacht…

Mit der pinkfarbenen Weste bin ich auf einem guten Weg, denke ich. Rücken und die eine Seite sind fixfertig gestrickt und der erste Versuch, die Schulternähte einfach mal zusammen abzuketten, statt einzeln abzuschliessen und sie dann zusammen zu nähen, gefällt mir gar nicht mal so schlecht. Die Sterne stehen gut für dieses kleine, urchige Projekt, was mich sehr positiv stimmt, vor allem nachdem ich die angefangenen Wollsocken für meinen Jungen wieder bis zum Anfang aufgelassen habe. Die Wolle -handgefärbte Sockenwolle in einem Mix aus Hellblau, Braun und Grün- poolt. Auch beim 2. Versuch und mit 2 Fäden alternierend gearbeitet. Dieses (an sich herrlich schöne) Garn scheint einfach nicht für mich gedacht zu sein. Zeit, es zu ersetzen. Durch etwas Gesetzteres, denke ich, schlichter ohne grosse Farbvariationen. Handgefärbt wäre wieder schön, aber nicht mehr allzu wild. Vielleicht etwas in dieser Art hier…? Gestern morgen ist nämlich ein Päckchen hier eingetrudelt: Sockenwolle in Violett und Fuchsbraun und drei Strangen “Bio Balance” in sattem Dunkelviolett (mein Traumprojekt dafür? Ein “Immie-Tee”!)
Köstlich.
Ich denke, ich tauche wieder ein in Farbe… und lasse mich einfach mal treiben…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Die Meerschweinchen hatten wir ursprünglich ja wegen der Kinder zu uns genommen… Aber ich muss gestehen, dass ich selber richtig Freude habe an ihnen. Jetzt, mit vergrössertem Aussengehege, kann ich mich richtiggehend zu ihnen ins Revier setzen, Draussensein in direktem Kontakt sozusagen. Es kommt mir vor, als sässe ich strickend in einem Streichelzoo…

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Jetzt

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Hier herrscht Chaos. Überall. Und intern eine leichte Grippewelle, die zwar pro Patient nur ein, zwei Tage dauert, mir aber trotzem die Hände bindet und mir alle Freiräume abkappt; gestern abend habe ich es nicht einmal mehr geschafft, Kind1 auf seine Geographieprüfung hin abzufragen, weil die beiden Kleinen mich keine Minute gehen lassen wollten, schluckwehhalber und weil sie sich einfach nicht wohl fühlten so allein im grossen Bett.
Das Abfragen von Schulstoff ist übrigens etwas ganz Neues für mich, denn ich finde ja immer irgendwie, Schule und vor allem Schulstoff ist mehr die Angelegenheit der Kinder, nicht unbedingt meine, aber in diesem konkreten Fall geht es vor allem darum, ein bisschen Druck zu machen, bzw. eine Art Kooperationssituation zu schaffen, in der einer, der in seinem ganzen Leben noch nicht lernen musste und darum in gewisser Weise auch nie gelernt hat, zu lernen, sich so langsam ans Thema antastet. Ich muss zugeben, ich finde es mühsam. Lernen war und ist nichts, das mich selber begeistert, und es kommt nicht von ungefähr, dass ich damals meinem Germanistikstudium nach nur 2 Wochen ziemlich erleichtert und auf immer Adieu gesagt habe. Mich heute wieder hinzusetzen und mit ein Auge zu haben auf den Schulstoff der ersten Gymnasial-Klasse -der mir übrigens um vieles schwieriger (und unnützer) vorkommt als mein eigener anno dazumal- das fühlt sich schon merkwürdig an. Und vermag mich nach wie vor nicht zu fesseln.
Lieber als Fragen zu stellen über Plattentektonik und Musiktheorie würde ich ja stricken. Gerne auch neben meinem Jungen auf dem Sofa, plaudernd vielleicht, aber vertiefter und ausschliesslicher, nicht mit Fremdstoff in den Gedanken. Schliesslich ist zu diesem Zeitpunkt meist Feierabend, die am sehnsüchtigsten erwartete Zeit des Tages also… aber die Zeiten ändern sich. Auch hier. Die Abende, wenn die Kleinen endlich friedlich schlummern (also nach 21:30 meistens) gehören nicht mehr nur mir, sondern immer mehr auch meinen heranwachsenden Söhnen, meinem Ältesten vor allem, der dann sein Zeitfenster wittert und mehr und mehr hineinwächst in den Rythmus von uns Erwachsenen…
Gestrickt wird trotzdem. Ab und zu. Ohne könnte ich längst nicht mehr sein. Da ist so viel mithineingeflochten in diese wunderbare Tätigkeit, so viele meiner ganz persönlichen Hoffnungen und Entspannungsstrategien, die nirgendwo sonst Platz zu finden scheinen, nur hier, auf dem Sofa bei meinen Wollknäueln und Strickmustern und diesem oder jenen angefangenen Projekt oder kleinen Blätzchen Maschenprobe. Gerade arbeite ich an den letzten paar Reihen des Körperteils einer dunkelblaugrauen “Annabel Babe Cardigan” und wechsle ab zwischen einem Paar Wollsocken für Kind2 (von denen ich nicht ganz übezeugt bin) und dem Rückenteil dieser simplen Mädchenweste aus einem dicken, pinken, handgesponnenen Garn, von dem ich nur einen einzigen Knäuel im Vorrat hatte und nun dafür bibbere, dass die Wolle nicht ausreicht.
Sie soll für meine Kleine sein, diese Weste, für mein kleines Pausbackenkind, das auch den fröhlichen Mädchenkopf gezeichnet hat, der über einer Reihe Blumen schwebt wie der junge Frühling persönlich. Sie malt schrecklich gerne. Am liebsten mit Bleistift und Wasserfarben kombiniert. Genau wie ihre grosse Schwester, die beinahe immerzu irgendein Bastel- und Gfätterliprojekt im Kopf herumwälzt.
Vielleicht schaffen wir es morgen wieder einmal? Eine Runde malen, ein bisschen werkeln, Kuchenbacken vielleicht. Wenn alle wieder bei Kräften sind. Und auch meine Energien ausreichen (was nicht selbstverständlich ist, wie ich leider zugeben muss)
Ja, das wünsche ich mir für dieses Wochenende; Zeit, Kraft und Gesundheit- und die Gelassenheit, anzunehmen, was kommt, wie auch immer es aussehen mag.

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Gestern waren zwei meiner Fünfen krank und gaben ein Hustkonzert zum Besten. Heute sind dieselben beiden nochmals einen Tag lang zuhause, schulfrei dank Lehrerweiterbilung. Zeit also für so manches. Fürs Zimmeraufräumen zum Beispiel. Fürs Hausaufgabenmachen. Fürs Comicslesen und “das magische Baumhaus” (eine Buchreihe, die meine Erstklässlering wirklich toll findet), fürs Meerschweichenpflegen (das Antibiotika ist morgen alle) fürs und Spielen und Streiten…
Zeit fürs Essen aber auch! Fürs Naschen und Zugucken, wie die beste Oma der Welt das hingestreckte Rezeptblatt entgegen nimmt und auf vielfachen Wunsch hin anfängt, zu backen. Biskuittörtchen. Von hier. (Allerdings muss man die Menge unbedingt verdoppeln, wenn man ein normales Backblech mit Biscuit-Teig füllen will. Und Kaffee hat meine Mama auch nur etwa die Hälfte beigegeben, weil es sonst zu flüssig geworden wäre.)
Bebacken zu werden, einfach so, süss und delikat, bloss, weil ich grade Lust hatte auf das verführerische Törtchen in einem Magazinartikel- das ist wirklich mehr als nur grandios…
Meine Mama ist und bleibt meine Heldin Nr.1, soviel steht fest.

PS. Wo wir grade beim Thema sind: Gestern abend bin ich auf der Kochwebsite von “Fooby” hängen geblieben. Eine fantastische Site! Dieses Interview hier mit den Initianten von “Miss Marshall” hat mir und Kind1 ganz besonders imponiert. Nirgends wurde der Leitsatz “Arbeiten und Spass haben” schöner interpretiert. Ich muss gestehen, ich bin tatsächlich ein klitzekleines bisschen neidisch geworden…

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