Monatsarchive: September 2016

berührt: Herbstgefühl

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

dsc_8379

So viel Herbst dieser Tage
eine ganze dichte innige
Herbstgefühlsperlenkette
rund um meine Stunden.
Heute die Stare in den Bäumen
draussen gleich vor der Haustüre
Zwitschernd und singend aus glasklaren Kehlen
zu Hunderten, ganze Nadelkronen voll
Ich dachte erst, es wäre plätscherndes Wasser.
Meine alte Nachbarin sah mich in der Haustüre stehen
und hob lächelnd den Kopf von
den dürren Bohnenstauden und den Stiefmütterchen, die sie noch pflanzen will.
Lange Zeit standen wir da mit einträchtig zurückgelegten Köpfen
Seite an Seite
jede auf ihrer Seite des Zauns.
Der Blick verhangen, die Ohren verfangen, in Gedanken irgendwo
teils oben, teils vor, teils zurück.
Dieser Laut-stark bestimmte Schwarm
ziehender Abschiedsvögel ist
Herbst
für mich.
Jedes Jahr aufs Neue.

Veröffentlicht unter berührt, Jahreszeiten, Themen-Reihen, this moment | 3 Kommentare

7 Sachen

( Nach einer Idee von Frau Liebe: “ 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe.
Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig”)

dsc_8335Haare geschnitten. Braune Haare kleiner Mädchen, die nun mit Pagenköpfen aussehen wie… kleine Ritterknappen (und sich über diesen Vergleich ganz schrecklich aufregen). Immerhin hatte ich ziemlich schlagende Argumente: Kürzere Haare ziepen beim Bürsten nicht mehr gar so arg. Derart rosige Aussichten überzeugen immer.

dsc_8338Noch mehr Haare, diesmal aber erst gegossen. Geschnitten wird morgen, nehme ich an. Die Mädchen freuen sich schon wie wild darauf, auch einmal Frisöse spielen zu dürfen und sich danach dann ein grün-haariges Schnittchen zu gönnen.

dsc_8344Die vierbeinigen Bewohner dieses Hauses, bzw. Hausgartens gefüttert. Die dicke Weisse Flocke war wie gewohnt die Erste und Geduldigste der Herde (sie scheint mir auch die Anführerin zu sein), dicht gefolgt von Mimi, meinem Liebling mit den wuscheligen, fuchsroten Haaren. Dass sie auf dem Foto g’rade leer ausgeht, liegt daran, dass sie -unerschrocken und zutraulich wie sie ist- zwar meistens als Erste angelaufen kommt, sich aber von ihren raffgierigen und weit weniger mutigen Genossinnen die besten Stücke gleich wieder aus dem Mäulchen ziehen lässt. Die andern türmen dann mit ihrem Diebesgut und futtern gemütlich in ihren Häuschen vor sich hin… Natürlich behalte ich immer ein kleines Extra-Goodie für meine Mimi zurück, ist doch Ehrensache.

dsc_8348Wacker Holz geschliffen. Das alte, etwas lott’rige Hängeschränkchen hat mir gestern beim Trödler so schrecklich gut gefallen… Nun soll es weiss werden oder hellblau -oder vielleicht doch lieber sanftgrün…? Egal. Schön soll es werden, auf alle Fälle schön. Dann findet sich (hoffentlich!) auch ein geeignetes Plätzchen dafür (und Herr Kirschkernzeit verdreht nicht ganz so entsetzt die Augen)…

dsc_8360Melissen geschnitten im Garten. Wo sie wuchern, als wollten sie die Welt erobern. Und Tee daraus gebraut. Man kann ja nicht immer nur Kaffee trinken.

dsc_8368-001Sachen aufgelesen. Viele Sachen. Und verräumt. Dahin wo sie hingehören. Manchmal habe ich das dumme Gefühl, den lieben langen Tag nichts anderes zu tun. Ja, warum eigentlich?

dsc_8313

Noch ein klitzekleines bisschen weitergestrickt. Mittlerweile bin ich beim 2. Hosenbein einer kleinen Kinderhose. Für meine Kleinste. Und für die kalten Wintermonate, die ganz bestimmt noch folgen werden auf diese wunderbar warmen, hellen, unbeschwerten Septembertage. Ich bin zuversichtlich. Guter Dinge. (Morgen kommt Kind1 zurück aus 1 Woche Klassenlager!) Es war ein guter Herbst bisher.

 

Veröffentlicht unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, Dankbarkeit, Familienalltag, Themen-Reihen | 3 Kommentare

like Instagram 106

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

dsc_8325
Mir scheint
das Jahrmarkts-Kinderkarussel
hat mächtig Eindruck hinterlassen

Veröffentlicht unter Augenblicke, berührt, Kinder, Themen-Reihen | 3 Kommentare

Wochen-Ende: gegenüber

dsc_8294dsc_8296-001 familiär chaotisch : besuchstagsfein aufgeräumt

dsc_8302 dsc_8308stiller Frieden : lautstarkes Leben

dsc_8306 dsc_8318  kleine Einfachheiten : bunte Fülle

dsc_8316 dsc_8310wegschenken : für mich behalten

dsc_8319 dsc_8323für Neuanfänge : für mittendrin

All diese Eindrücke sind mir an diesem Wochenende nur so entgegengepurzelt. Eins nach dem anderen.
Es waren intensive Tage, Jahrmarkttage, so lärmig und lebhaft wie Jahrmarkttage eben sein müssen, klebrig vor Zuckerwatte und Sahneeis, üppig gefüllt mit wildfremdem Essen, Musik aus Boxen (Himmel, wie laut solche Feiertagsnächte doch sein können!) und gut gelaunten Völkermassen. Das eine oder andere meiner Kinder hab’ ich kaum je gesehen dieser Tage, ausser zu den Essens- und Schlafenszeiten natürlich, da sind uns’re Strukturen uns heilig und -gerade an besonderen Tagen, an Tagen wie diesen- das wichtigste Familien-Lebens-Gerüst. Mit meinen anderen Kindern wiederum waren wir ständig beisammen, ich und Herr Kirschkernzeit, immerzu irgendwie in Bewegung, wie mir scheint, draussen vor allem, draussen wieder, kaum waren wir heimgekehrt, von A nach B und wieder zurück, hauptsache mittendrin sein im Getümmel…
Für mich gab es handgemachte Ton-Herbstblätter von jungen Künstlern, Schokokuchen und einen kleinen und einen grösseren Abschied. Mit den Abschieden arrangiere ich mich noch heute ganz intensiv und bewusst. Dabei sind Abschiede so schwer. Für mich. Aber sie gehören wohl mit dazu. Schliesslich sind wir Mütter. Und Menschen.

Sonderbare Tage. Jetzt, da ich diese Zeilen hier tippe, merke ich wieder, wie sonderbar sie waren für mich. Ich, ein bisschen traurig innerlich, wehmütig und mit sehr viel Sehnsucht nach Stille und Still-Sein-dürfen, und daneben -nein, rund um mich herum- das pure, pulsierende Leben. Mir war, als gäbe es nie einen Moment, der wirklich mir gehörte. Dabei war mein Mann so ein Engel und fast permanent Familien-Hirtehund (der erst noch Essen kocht!)…
Ich kann nicht sagen, dass es ein schlechtes Wochenende war für mich. Es war sehr… ursprünglich. Sehr bewegt und prall. Sehr jung und herbstlich-energiegeladen. Sehr dicht gefühlt und erlebt und manchmal auch für mich so fröhlich und beschwingt wie ich es mir vorgestellt hätte.
Vor allem aber war es das hier: Eine Kette von Gegensätzen, aufgereiht dicht an dicht.
Die Welt ist voll von diesen Ketten.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Veröffentlicht unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, berührt, besondere Tage, Wochen-Ende | 7 Kommentare