Monatsarchive: August 2016

berührt: typisch

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Dieses Bild ist irgendwie…
typisch.
Ja
sehr typisch grade.
Man beachte den Spitzbuben-Kinderblick,
die Zappeligkeit der Beinchen
das Lesebuch -wie meist- kopfüber und
die angestellte Taschenlampe direkt neben einem
von 5 Nuggis, von denen mindestens drei
immer irgendwo verschollen sind.
Zudem
müsst ihr wissen
kommt sie alleine zwar überall
(wirklich überall)
hoch
aber nicht wieder runter

Trotzdem muss ich sie knuddeln.
Grade deshalb.

PS. Ich danke euch für die lieben Kommentare! Schön, mich so verstanden zu wissen… Ich denke, ich werde in nächster Zeit einfach (noch) lockerer sein, was Blogpost-Abstände und -Umfang betrifft und einfach vollkommen aus dem Bauch heraus schreiben. Wahrscheinlich eher knapper als auch schon, dafür aber umso lieber und entspannter. Was bedeutet: Mein Sabbatical wird noch ein wenig warten. Vorerst. Pausieren kann ich ja dann immer noch…

Veröffentlicht unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, berührt, ein Bild erzählt, Familienalltag, Kinder | 5 Kommentare

Aus meinem Tagebuch: Was für ein Tag

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Was für ein Tag!
Ein wundersam wundervoller Vollblutsommertag.

Ich war lange weg hier. Screenfrei. Fast zu hundert Prozent. Ein einfaches Leben noch ein klein wenig einfacher.
Manchmal habe ich daran gedacht, mir ein Sabbatical zu nehmen, ein Sabbatical vom Blogger-Leben und damit eine Auszeit vom doppelten Leben, einmal virtuell, einmal ganz banal und schlicht mitten in der bodenständigen Realität.
Momentan – das haben die letzten fast 14 Tage Schreiblosigkeit mir gezeigt- momentan ist banal und schlicht wohl das, was mir entspricht, das, was mir gut tut.
Texten, Knipsen und Refelktieren… das wird wieder kommen. Bestimmt. Ein Stück weit gehört nämlich auch das zu mir, und auch das tut gut, im richtigen Mass, zum richtigen Zeitpunkt. Aber an dem Punkt, an dem ich jetzt und heute stehe in meinem Leben sind meine Bedürfnisse ganz andere. Ich sehne mich nach mehr Musse. Nach mehr ganz bewusster Mama-Kind-Zeit, eins zu eins auch mal mit nur einem meiner Kinder (wenn die anderen schlafen zB. Teenager-Tagesstrukturen unterscheiden sich doch sehr von denen eines Kleinkindes…). Ich sehne mich nach stillen Handarbeits-Inselchen und einem Haus, in dem ich mich wohl fühle, ohne Gerümpel in allen Ecken, geordnet, gepflegt, gemocht, bereit für einen weiteren Tag Familienleben.
Diese Sehnsüchte sind laut. Sie lassen sich nur ungern von Blog-Post-Kreationen beiseite drängen. Obwohl auch das eine kleine Sehnsuch ist von mir. Das Schreiben, das Texten, das Verbundensein mit dieser schönen, kreativ-üppigen virtuellen Welt, die sich ab und zu ja auch aufs wunderbarste verlinkt mit dem echten Leben…
Bloggen ist etwas Grossartiges.
Aber es ist auch gross. Es braucht Platz. Es schenkt sehr, sehr viel, aber es nimmt auch, verschlingt Zeit und Gedanken-Gut und andere Ressourcen. Man muss achtgeben, dass die Waage nicht kippt.

Ja, vielleicht sollte ich es mir einfach nehmen, mein Sabbatical. 4 Wochen, 5 Wochen… vielleicht sogar 2 Monate?
Die Antwort wird sich finden.
Für heute habe ich dies hier: Diesen Tag, diesen wundersam wundervollen Vollblutsommertag, der platzen möchte vor lauter Wärme und Üppigkeit und sich so weich, rund, friedlich und glücks-seelig anfühlt, dass ich nicht schweigen mag, sondern innerlich summe und singe und jedem, der meinen Weg kreuzt ein Grinsen entgegenschmettere.
Sonne, Wasser, Wäsche an der Leine.
Kinder beim Plantschen, kleine Tiere, die träge vor sich hindösen, ein Bänkchen, das mit Schatten und Stille auf mich wartet.
Dieser Tag… ich grüsse ihn mit Wolle und verabschiede ihn mit Shashiko.
Und dazwischen ein Baby in meinem Arm. Ein kleines Lächeln zwischen runden Backen. Kind1, der Neuigkeiten heimbringt, Erzählungen von dem Ort, wo ich selbst vor langer Zeit zur Schule ging. Mein Mädchen und ein Kindergeburtstag bei Kühen und Küken. Kind2 mit Fussball und Feueifer und einem Gesicht, so rot wie Sommertomaten…

Ganz, ganz viel freundliches Leben, lebendige Freundlichkeit.
Flüchtig nur, ich weiss, unberechenbar, unbezahlbar, unvergleichlich. Ich breite meine Arme aus und nehme alles auf.
Eine dicke, satte, warm-schwere Umarmung ist das.
Was für ein Tag.
Hab’ Dank. Da draussen.

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Sommerpause

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Jep, das musste ja kommen… Frau Kirschkernzeit braucht mal wieder ein paar Tage frei. Blog-Freiheit.
Nicht dass ich jeden Tag hier tippsen tät, nein, da vergehen mittlerweile doch meist ein paar stille Tage zwischen zwei Posts, aber… richtig “Urlaub” ist anders. Klar deklariert. Auch beim Bloggen.
Im Moment sind hier praktisch alle wachen Minuten voll besetzt. Mit wieder frisch in den Schulalltag eingestiegenen Schulkindern (von denen jedes den Wechsel zu (mindestens) einer neue Lehrperson und Schulstufe zu bewältigen hat), mit meinem absolut unberechenbaren (aber süssen) daheimbleibenden Klein-Mädchen-Kombi, mit einem ziemlich happigen internen Zimmer-Umzug (Hallo neues Büro! Grüezi Mini-Bibliotheks-Leseecke-unterm-Dach!) und mit gefühlten Tausend Sachen, die ich irgendwie jetzt ganz unbedingt noch erledigt und abgehakt haben will (ja, ich denke da tatsächlich auch ein einen gewissen überquellenden Stash an Wolle und Stoff…).

Ich bin so gerne hier, wisst ihr. Hier in diesem Eckchen Blogwelt. Hier, bei den besten Leserinnen, die ich mir denken könnte. Hier, wo ich alles festhalten darf, das sich sonst sofort wieder verflüchtigt.
Aber gerade bin ich anderswo gefragt. Im ganz realen Leben. Mit beiden Händen und einem möglichst ausgeruhten, klaren Kopf (oje, wie müde ich bin in letzter Zeit…! Geht es euch auch so? Sommermüdigkeit, nehme ich an. Was es nicht alles gibt…).

Ich freu’ mich auf euch! Wenn ich wiederkomme. Jetzt geh’ ich erst mal Bücherkisten packen…

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Zur Zeit…

Zur Zeit…

DSC_7626Zur Zeit… spüre ich das Ende dieses Sommers mit jedem Morgen stärker und schmerzlicher. Die Luft, so kühl und feuchtigkeitsschwer. Ein Licht, das sich zur Hälfte schon verschenkt hat. Das Grün der Blätter und Gräser; blaustichig ist es, blaustichig und verwaschen, im Aufbrauch begriffen.
Ein wenig traurig bin ich schon. Doch. Über allem hängt der Abschied. Und ich lasse nur ungern los, was ich liebgewonnen habe. Er war schön, dieser Sommer. Hektisch bis leise, voll bis hängemattenleicht. Vor allem intensiv und innig. Ein Familiensommer. Zu siebt.

DSC_7633Zur Zeit… versuche ich, dem nagenden Gefühl von Loslassenmüssen und Zwischendrinschweben zwischen heute (Familiensommerbodenhaftung) und morgen (Schulneustart-Zukunftssörgeli) mit einem kleinen, aber feinen und ziemlich vielversprechenden Trick zu entkommen: Ich nähe. Endlich wieder. Im kleinen Stil bloss. Aber mit grossen Visionen: Ich will meinem überquellenden Stoffkontor zu Leibe rücken und wegnähen, was immer die Tage hergeben. Oder die Abende vielmehr. meine Abende, die immer, schlichtweg immer, viel zu knapp ausfallen.
Heute sind die Lunch-Beutelchen dran, die ich so gerne mag. Und von denen ich- seit eines meiner lieben Kleinen meinen Prototypen beim Schulznüni verhüenert hat- trotzdem kein einziges mehr im Haus habe. Das wird hiermit geändert. Stoff dafür hab ich schliesslich mehr als genug…

DSC_7630Zur Zeit… geniess ich jedes meiner Tässchen Kaffee. Auf die erste Tasse am frühen Morgen freue ich mich jeweils schon am Vorabend. Erst recht, wenn sie – so wie hier- mit einem Naschkatzenküsschen versüsst wird; Ein Törtchenmitbgringsel von einem sehr lieben Mensche, der mich offenbar ganz besonders gut kennt. Süsse Grüsse. Goldrichtig. So wird das Päuschen zur Schlaraffenlandinsel. Und Inseln mag ich. Je länger desto lieber. Ein bisschen Abkapseln und Mitsichselbstalleinsein, danach sehnen sich mein Herz und mein müder, schlaffer Mamakörper. Das Meer ist rauh und die Biese steif- doch wir segeln weiter. Und setzen den Anker, wann immer Land in Sicht kommt…

DSC_7647Zur Zeit… bin ich vollkommen vollzeitbeschäftigt damit, den wilden, kleinen Geschöpfen hinterher zu jagen, die ich in diese nicht minder wilde Welt gesetzt habe. Kinderenergie kann wirklich grenzenlos sein. Manchmal mitreissend. Manchmal niederschmetternd. Wobei ersteres ja eigentlich ganz klar überwiegt- nur nimmt man zweiteres fast immer sehr viel schwerer und verleiht ihm damit mehr Gewicht als ihm zusteht.
Dieser Sommer hinterlässt ein frisches, rotbuntes Gefühl in mir. Rot, weil keine andere Farbe den kraftvollen, überschäumend energetischen Charakter meines jüngsten Sprösschens so gut repräsentiert wie dieser klare, präsente Farbton. Ihr Wille ist stark wie Bambusrohr. Ihre Lebensliebe frappant und glühend, die Furchtlosigkeit alarmierend. Ihre angstvolle Skepsis gegenüber fremden Menschen wiederum offenbahrt eine zarte, anschmiegsame Kinderseele, die sehr viel Familie als Rückendeckung braucht…

DSC_7677Zur Zeit… fühle ich mich sehr hingezogen zu diesem Eckchen. Wo es wuselt und lebt und kleine Tiere (sieben! Und das ist gut so…) unserem Garten mit ihrer Munterkeit und wuscheligen Emsigkeit so unsagbar viel mehr… Fröhlichkeit und Heimatlichkeit verleihen. Immer wieder sitze ich hier. Beobachte. Locke. Schnalze mit der Zunge und strecke Gras oder Rüeblistückchen in Richtung zitternder Schauzhaargesichtchen. Die Neugierde dieser Tierchen freut mich. Ihr  Vertrauen noch viel mehr. Nichts ist schöner als wenn eine siebenköpfige Reihe kleiner Pelztiergesellen, eins nach dem anderen wie Rennpferde über das niedere Gatter des Stalles hüpft, um draussen unter freiem Himmel ein wenig zu grasen- nur weil sie unsere Stimmen gehört haben und wissen, dass wir jetzt wieder in der Nähe sind. Unsere Anwesenheit scheint ihnen Sicherheit zu geben.
Meerschweinchen sind wohl auch so was wie… Familientiere.

DSC_7634Zur Zeit… schwebe ich im siebten Himmel, jeden Tag auf einer weiteren Wolke Kinderkunst.
Seit die Zeichenliebe in meiner Kleinen erwacht ist, vergeht kein Tag ohne ihre kritzelig-furchtlosen Fantasiegebilde. Meistens sind es Pferde, momentan, umsichtig bestückt mit einer langen Leiter bis zum Boden runter, damit der darauf sitzende Reiter (also die kleine Babyschwester zum Beispiel. Oder ein dicker, grosser Bär) bequemer rauf und runterklettern kann. Das mit dem Rauf- und Runterkönnen scheint äusserst wichtig zu sein.
Hier aber seht ihr mein aktuelles Allerlieblingsbild von ihr: Ein Panda. Neben einem Panda mit Flügeln. Fragil und irgendwie einfach nur… rührend.
Gerade schwebe ich davon. Auf Wolke Sieben, wie gesagt…

 

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