Monatsarchive: Juli 2016

Kinder-Märchen

Meine Kleine war lange Zeit ein praktisch stummes Kind. Fast 2 Jahre lang.
Dann kamen die Worte. Erst langsam, tröpfchenweise, dann ein wenig mehr. Sie dosiert ihre Wortbeiträge immer sehr vorsichtig. Auch heute noch, mit gerade 4 Jahren.
Zuerst sortiert sie ihre Gedanken, sichtbar manchmal, buchstäblich sichtbar. Ihre Kommentare kommen -oft erst nach einer kleinen Pause- knapp und präzise und die poinitierten Bemerkungen und die kleinen, feinsinnigen, häufig etwas ironischen Scherze, die sie manchmal in ein Gespräch einwirft, im richtigen Moment, an der richtigen Stelle, mit nur angedeutetem, rundum vergnügten Spitzbuben-Lächeln im Gesicht, bringen mich jedes Mal zum Lachen. Sie ist keine grosse Rednerin, meine Kleine. Zuhause schon eher, aber ausswärts? Zurückhaltend und abwartend. Das war sie von Anfang an.
Schleicht man sich aber heimlich zu ihr, wenn sie sich mit ihren Puppen und Schmusetieren zurückgezogen hat zum Spielen (alleine meistens. Sie spielt so gerne ganz für sich allein), dann lernt man ein ganz anderes Kind kennen; dann redet sie, plappert praktisch ohne Punkt und Komma, erspinnt sich eine ganz eigene Spielweltgeschichte und leiht dafür jedem ihrer stoffigen Spielgefährten ihre Stimme.
Aus der tröpfelnden Quelle wird ein weicher, entspannter (Rede-)Strom.
Einmal hat sie mir ein Märchen erfunden. Ein Wildtier-Märchen mit leicht blutiger Zwischennote (so wie die meisten prägenden Grimms-Märchen, die sie bisher kennt) aber einem schlussendlich happigen Happy End, frei erfunden und erzählt beim Betrachten eines ihrer Wasserfarbenbilder…
Weil es mich so freut (trotz der etwas morbiden Stelle), teile ich es hier mit euch:

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“Das ist eine Fuchshöhle. Darin wohnen ein Fuchspapa, die Mutter und die Kinder.
Ein Mann bringt Heu, Gras und Zutrinken. Da kommt der Wolf und isst den Papa auf. Und dann geht es weiter; ein Igel kommt und drückt so fest mit seinen Stacheln auf dem Wolf sein Bauch, dass er grad’ tot ist. Und der Papafuchs kann wieder raus. (Rotkäppchen lässt grüssen!)
Jetzt kann der Mann die Türe (???) auftun ohne, dass der Wolf in die Höhle geht (weil er ja tot ist). Er macht ein schönes Feuerchen und brätlet Würste für die Füchse und die Kleinen.

Ende.”

Ich mag es, wenn Kinder Geschichten erzählen. Ich mag es, wenn sie zeichnen und malen und davontreiben in einem fantastischen Gedankenkarussell.
Die Kombination von beidem, von Kinder-Märchen und Kinder-Gemaltem wiederum hat so was Rundes und Fertiges und Lustvolles, vollkommen auf eine ganz eigene, frische Art und Weise.
Manchmal wünschte ich, ich könnte mir mehr Zeit nehmen für solche Augenblicke, mehr Malen, mehr Zeichnen und Erspinnen und Erzählen, mit meinen Kindern, für meine Kinder. Viel zu oft sind meine Arme besetzt (Stichwort “kletterndes, alles ausräumendes, kaum im Zaum zu haltendes Kleinkind”), viel zu oft bin ich zu ausgelaugt, viel zu oft scheint alles zu eng, zu wild, zu voll dafür.
Dabei wären sie so kostbar, jene Augenblicke… Kinder-Märchen-Geburtsstätten.

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like Instagram 100 (!)

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

DSC_7435Ein klarer Fall von
Guerilla Art.

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Pocket-Monster

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Okay, Pocket-Monster sind die kleinen, rosa Dingerchen, die mein Mädchen hier gemalt hat, nun nicht mehr unbedingt. Vielmehr schon regelrechte Bag-Monster *zwinker*
Aber ob jetzt Pocket oder Bag, das spielt im Grunde auch gar keine Rolle mehr, oder? Hauptsache die süssen Knuddeldingerchen begleiten die Taschenträgerin auf Schritt und Tritt mit fröhlichen Klängen und verbreiten so viel Unbeschwertheit und Optimismus wie nur irgend möglich (davon braucht die Welt nämlich mehr, sehr viel mehr, scheint mir…).

Ich fürchte zwar, ich werde langsam langweilig mit meinen Wiederholungen, aber lasst mich es trotzdem nochmals sagen, ja?- Ich liebe Kinderkunst! Ob auf Leinwand, schnödem Papier, als Tongeklatsche oder in Form erster Krakelbriefchen, egal wie, egal wo, egal wann; Sind Kinder am Werk, mit Leib und Seele und vollem Einsatz, bin ich sofort Feuer und Flamme. (Und das gilt nicht nur für die Kunstwerke meiner eigenen Kinder, obwohl ich die wirklich hüte wie meinen Augapfel…)

Mit dem gepinselten Auftritt von Knuddeluff und Pummeluff (Yep, mittlerweile kenne sogar ich mich da ein bisschen aus in der Pokémon-Fauna. Begeisterung steckt einfach an) habe ich diesmal statt einem Kissen eine einfache Tasche genäht, mehr mangels Füllmaterial denn aus Kissen-Müdigkeit. Kissen gehen nämlich immer, finde ich. Allerdings fand ich auch die gewählte Stoffmalfarbe diesmal für ein Schmusekissen nicht so ideal; Pinselfarbe wird viel plakativer und weit weniger weich und anschmiegsam als Stoffmalstifte (obwohl beides nach dem Bügelfixieren wohl in etwa gleich gut hält auf dem Stoff)
Für eine Tasche hingegen finde ich genau den gut gedeckten, blauen Sternenhimmel klasse. So richtig ausdrucksvoll und auch auf Distanz viel wirkungsstärker als rein mit Stiften ausgestrichelte Flächen.
Genäht hab’ ich ruckzuck und mit sehr viel Leidenschaft (huch, ich sehe grade auf den Fotos, die geknoteten Fäden sind ja einfach abgeschnitten und gar nicht vernäht!). Voller Inbrunst bin ich die kurzerhand gequilteten Trageriemen rauf und runter gerattert, und ausnahmsweise mussten es auch Punkte sein, so richtig frisch-fröhliche, grosse, grasgrüne Tupfer. Diese Tasche sollte einfach nur Spass machen, Spass von A bis Z. Und das tat sie auch. Und tut sie noch.
Bloss leider nicht mir *snif*
Vorgestern ist sie nämlich per Paketpost weitergereist zu meiner Schwester, die nun nicht bloss eine blaue Strickmütze von mir zum Geburtstag bekommt, sondern (auf Wunsch meines Mädchens) auch noch diese Glücksbringer-Tasche voller guter Laune und Musengesang.
Ich kann sie noch höre, glaube ich, die beiden rosa Knubbeldinger.
Von ganz weit weg.

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Lieber allerdings wären sie mir ja hier, herzlich fest unter meinen Arm geklemmt. Manche Sachen lässt man einfach nur ungern ziehen…
Beim nächsten Mal vielleicht…?

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berührt: märchenhaft

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Ein Funken, dem Alltag enthüpft, wärmt mir die Seele.
Ein Moment, ein bisschen Magie, ein bisschen Märchen
und sehr viel Alltagspoesie.

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