Monatsarchive: Februar 2016

Wochen-Ende: Pfnüsel

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Ja, der Pfnüsel (Dialekt für „Schnupfen“) ist seit ein paar Tagen ein vertrauter Begleiter in diesem Haus. Samstag hat er auch mich erwischt, obwohl ich fest überzeugt war, abwehrmässig stark genug zu sein im Moment. Schnupfen, ein bisschen Fieber, ein doofes Gefühl in der Brust, eine handfeste Erkältung, klar.
Aber irgendwie ist das kein grosses Drama gerade. Ich fühle mich trotz allem wohl und so was wie… ausgeglichen? Das Runterfahren von allem nicht absolut Dringlichen kam fast wie von selbst und bis auf einen emotionalen Durchsacker samstag morgens, wo es mich angesichts des wilden Durcheinanders an Puppenwelt im Wohnzimmer buchstäblich umwarf, waren diese Wochen-Ende-Tage eigentlich so richtig schöne, weiche, wuschelige Plätschertage, Im-Bett-Tage bisweilen sogar, im Bett bis morgens um 10:00.
Ausschlafen. Luxus pur. Und etwas vom Wohligsten und Schönsten, das ich mir denken kann.
Es gab viel, ja sehr viel Tee mit Honig für mich und die anderen Schnupfennasen. Und aussergewöhnlich viele, meist ganz spontane Memory- und Dobble-Runden mit den Mädels (prima! Das neue Spiele-in-der-Küche-Prinzip funtioniert tatsächlich!) Mittags wurde Suppe gekocht, was allein schon eine feine Sache war. Kartoffelsuppe und Zwiebelsuppe mit Linsen. Ich weiss nicht genau warum, aber Suppekochen macht mich einfach von innen heraus zufrieden. Es hat so was Souveränes an sich, etwas, das vielleicht mit Urvertrauen zu tun hat und damit, wie wohl es tut, für sich selber sorgen zu können. Suppe vermittelt das. Aus zwei, drei einfachen Zutaten wird etwas, das nährt und wärmt und einfach gut tut. Auch mit Pfnüsel und Fieber und all dem.
Dabei könnte man meinen, es sei Frühling, nicht Pfnüselzeit. Draussen blühen Schneeglöckchen und Primelchen und der Rasen vor unserem Nachbarsblock steht voller weisser Margritli-Punkten. Es fühlt sich wunderbar an. Die Luft, dieses riesengrosse Versprechen im langsam hervorspitzenden Grün, dieses Versprechen, das hineinweht durch Türen und Fenster, getragen von kleinen Kinderhänden, die die Vasen mit frischen Wiesensträusschen füllen. Lau und hell ist es mit einem Mal. Wobei, war es jemals kalt und dunkel diesen Winter? Ich weiss nicht recht…
Was ich aber weiss; ich will räumen. Ich brauche mehr Ordung, mehr Luftigkeit. Jawohl. So richtig viel Frühling in meinen vier (vier???) Wänden. Als mein Mädchen heute anfing, ihre Schatzbox zu entrümpeln und fein säuberlich neu einsortierte, begann darum mein Herz zu singen. Jetzt überlege ich fieberhaft, wie ich an diesen für mich vollkommen ungewohnten Aufräum-Eifer anknüpfen könnte…
Kind1 hat eine lange, intensive Vorbereitungsswoche für eine grosse, wichtige Prüfung hinter sich und liess dieser Tage einfach mal die Seele baumeln, mit Lesen, Geschwisterärgern und Volleyballspielen draussen im Garten. Ich glaube, sein Bruder war ziemlich glücklich, ihn endlich wieder ganz für sich zu haben, rund um die Uhr. Sie brauchen sich, die zwei. Aber wahrscheinlich brauchen wir uns alle auf die eine oder andere Art, jeder zu anderen Zeiten und unterschiedlich intensiv. Dieser Tanz rundum einander herum, zum einen hin, vom andern weg und wieder zurück. So lebendig und ununterbrochen. Familie…

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berührt: Memory

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Natürlich habe ich kaum was von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte bei meinem letzten Post. Die Listen-Punkte kamen so wie sie waren auf die nächste Tages-To-Do-Liste. Und von da nochmals auf die nächste. Wo wieder bloss die Peanuts-Posten abgehakt wurden, wie „Kochen: Toast Hawai“, „Pakete zur Post“ und so.
Was bedeutet: auf ein Neues für den Grossteil meiner Aufräum-Vorhaben.
Das Haus sieht nach wie vor zum Schaudern aus. Meine Sehnsucht nach „Magic Cleaning“ wächst.
Was ich aber geschafft habe heute: Mein momentan gerade schwer zahnendes Baby geduldig herum zu tragen und nicht die Neven zu verlieren, als meine Kleine einmal mehr einen ihrer Tobsuchtsanfälle bekam, einer von denen, aus denen sie nur mit Mühe und sehr viel Zeit und Ruhe meinerseits wieder herausfindet. Ich habe Gemüsecurry gekocht und eine Ladung Wäsche aufgehängt. Und drei Spiele hab‘ ich ausgemustert. Alles ungespielte, seit Jahren.
Auch dieses Memory wollte ich anfangs einpacken in die Flohmarkt-Tasche. Doch dann entdeckte ich plötzlich, wie schön es ist im Grunde, so sanft bebildet, richtig aquarellig und fast ein bisschen waldorf. Zu schön zum Weggeben, ganz klar. Und weil es mir grade so gut in der Hand lag und mir überhaupt nach einem Tässchen Tee war und nach etwas Spielzeit, setzte ich mich zu meinen Mädels an den Küchentisch und spielte eine Runde. Memory. Zum ersten Mal seit… ähm… seit Jahren.
Heute Abend liegt es auf meinem dunklen Holzbuffet in der Küche, zusammen mit einer Dose „Dobble“ (dem Lieblingsspiel meiner Grossen), griffbereit für morgen. Und übermorgen. Das Küchenbord könnte ein guter Platz sein für Dinge dieser Art, hab‘ ich mir gedacht. Sie gehen sonst so leicht vergessen in all der Alltagsgeschäftigkeit…

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Wolliges fürs Krähennest

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Heute habe ich mir einiges vorgenommen. Vor allem Aufräumen steht auf meinem Plan, Dinge verschwinden lassen, die am falschen Ort rumliegen oder mir schon länger ein Dorn im Auge sind. Und müssen all die Spiele und Puzzles, von denen ein Grossteil ohnehin kaum je angerührt wird von meinen Töchtern, wirklich im Mädchenzimmer verstaut sein?

Mit einer grossen Familie und einem grossen Haus sind wohl auch die Pläne gross und die Listen unendlich, und in den letzten Monaten habe ich für mich gelernt, dass es mir selber am wohlsten ist, wenn ich so wenig wie nötig aufschiebe und soviel wie möglich anpacke, mich an die Arbeit mache und abhake, was immer ich abhaken kann- auch wenn dabei Pausenmomente geopfert werden müssen oder kleine Träume von netteren Projekten, die mir fast permanent im Kopf rumgeistern.
Pausen und Träume sind wichtig, oh ja, für mich, für uns alle wahrscheinlich. Aber gleichzeitig fühle ich mich sogar im allerschönsten Ich-Zeit-Pausen-Moment nicht richtig entspannt, wenn sich rund um mich herum die Arbeit stapelt und ein angefangenes Projekt sich an das andere reiht…

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Die Kunst, auch im Wirrwar einen kühlen Kopf zu bewahren und sich das Herz frei zu halten, muss ich wohl noch eine Weile üben, denke ich. Die Kunst, das wirklich Notwendige aus der Masse der Aufgaben zu picken, das was mir tatsächlich am Herzen liegt oder einfach sein muss, wahrscheinlich auch… Aber ich bin dran. Auf dem Weg.
Das sind wir wohl alle.
Dass es diese vier wollig warmen Mützchen hier seit gestern nun auch sind, auf dem Weg, freut mich selber ganz enorm. Auch sie sind ein Herzenswunsch, ein Projekt, das mir wirklich, wirklich wichtig war- und dann doch wieder in der Warteschlaufe landete, mit jedem Elfenmützchen ein bisschen tiefer verstrickt in all die sonderbaren Mechanismen, die aus einer frischfröhlich und voller Elan begonnenen Sache plötzlich ein Projekt mit Elefanten-Gestationszeit werden lassen.
Dabei waren es zum Schluss bloss noch ein paar Runden…
Aber voilà; vier (hoffentlich!) weiche, mollig warme Elfenmützchen! Fürs Krähennest, aus dem mir selber so viel Wunderbares zugeflogen ist. Elfenmützchen für grosse und kleine Krähenköpfe, in Bärenbraun, Winterhimmelblau, Kürbisorange und einem sanften, zarten Lila, das mich an Hortensien erinnert oder an den Flieder, den ich so mag.
Kind2 trug das Paket gestern nachmittag für mich zur Post. Eine seiner Aufgaben besteht darin, Briefe und Pakete für mich loszuschicken, auf die Reise.
Ein Häkchen auf meiner Liste. Und vor allem, ein gutes, frohes, leichtes Gefühl in meinem Bauch.

Technisches:
Strickmuster: „Elfenmützchen“ aus „Geschenke aus dem Wollkorb“, in den Grössen: Lila-Kleinkind, Orange und Blau Kinder/Erwachsene, Braun- grösste Grösse
Wolle: Je 1 Knäuel „Andes“ von Drops
Nadeln: Nr.9, ausser bei der Orangen Kindermütze, da habe ich mit zwei 9er- Nadeln und 1 8er- Nadel gestrickt, damit sie ein bisschen kleiner wird

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like Instagram 65

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram

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Zwei Trödelmarkt-Funde.
Das komische Holzkistenschwein war ja nicht so sehr meine Wahl, aber meine Kleine fand es so wahnsinnig toll und machte sofort Einsatzpläne dafür und ich bin diesbezüglich eher wenig standfest… Jetzt, ein paar Franken später, darf das kleine, von mir mit einem Ausruf des Entzückens aus der Trödel-Stoffkram-Kiste gerettete und zuhause dann rasch reparierte Waldorfpuppenkind darauf reiten. Und alle sind zufrieden.
Ich liebe Trödelmärkte!

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