Monatsarchive: Februar 2016

ungeduldig

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Die Sache mit der Ungeduld verfolgt mich schon seit jeher. Ich mag es gar nicht, wenn ich warten muss. Schon gar nicht auf Dinge, die ich bittedanke gerne  haben möchte.
So wie Ferien. Feierabend. Zeit für mich. Näh- und Strick- und Hörspielpäuschen. Bevorzugt ausgedehnt.
In letzter Zeit denke ich sehr oft an diese Sachen. An Pausen aller Art, an Momente, wo ich mein Ego hätscheln und verzärteln kann soviel ich möchte, mit genau den Häppchen an Wohlfühlkost, die mir schmecken.
Ich weiss nicht, wie andere Mütter das machen… aber irgendwie will es mir einfach nie so recht gelingen, mir im Alltagsfamilienleben Raum zu schaffen für diese Art von Leben. Fürs Kreativ- und Ichbestimmtsein. Auch als Mama. Mittendrin. Fürs Stricken am Kamin, während spielende Kinder zufrieden zwischen meinen Beinen rumwuseln. Fürs Nähen am hellichtheiteren Nachmittag. Für richtiges, intensives und unbarmherziges Entrümpeln (mit Kindern ganz, ganz schwierig. Vor allem wenn’s um Bücher, Spiele oder Spielzeug geht…) Fürs Jäten und Pflanzen und Ernten und den Wind auf der Nase spüren in einem richtigen Garten. Mit Gemüse. Mit Blumen. Fürs Handwerken und Selbermachen. Für all das. Eben.
Dabei stelle ich mir das ganz wunderbar vor.
Es wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, wie andere es schaffen, ihre ureigensten Bedürfnisse und Leidenschaften auch wirklich zu leben- und dabei eine Horde Kinder grosszuziehen. Muttersein und ein Hof. Muttersein und ein grosser Garten. Muttersein und ein hübsches, sauberes Zuhause. Muttersein und die Hände frei für Dinge, in die ich mich gerne versenke, beim Werkeln und Wirken und das manchmal sogar (wie aufregend!) ausser Haus und ganz alleine.
Muttersein und ein selbstbestimmtes Leben. Das klingt wunderbar, verlockend, schön.
Auch ich gebe mir auch Mühe, ja, ganz ehrlich. Ich stelle mir Listen auf und versuche, meine Leidenschaften für wichtig zu erklären, sie zu verteidigen und zu beleben, doch egal wie sehr ich mich auch anstrenge und wie oft ich mir mein Mantra auch vorbete, -“Bleib locker, Bora, bleib locker, lass los”- es vergehen stets nur ein paar seelige Minütchen des Nadelgeklappers/Stoffebefingerns/Gartenbetrachtens… und schon steht eines meiner Kinder da, zumeist eher in grösseren Gruppen, und will irgendwas von mir. Wegscheuchen hat keine Zweck, das weiss ich längst. Wenn eines geht, dann kommt das nächste oder sie horden sich anderswo wieder zusammen und lärmen und wüten bis ich eingreifen muss. (Ok. ich übertreibe ein wenig). Ausserdem steht das Abendessen an, die Wäsche gammelt klamm und feucht in der Zaine vor der Maschine vor sich hin und ich bleibe bei jedem Schritt fast kleben, so bröselig ist der Küchenboden…
Nein, für diese Art von Leben -kreativ, frei und selbstbestimmt- ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif. Oder ich noch nicht, wer weiss. Es ist wie es ist und meine Tage gehören diesen kleinen bis grösseren Rackern und dem Zuhause, das ich zu schaffen versuche, da kann ich einfach nicht aus meiner Haut.
Und es ist okay so.
Meistens.
Meistens liebe ich mein Leben.
Meine Familie, dieses Bienennest, liebe ich immer. Heiss und innig.
Und manchmal entdecke ich ganz verblüfft und entzückt, dass es vielleicht ja doch möglich ist -ein klitzekleines bisschen wenigstens- dieses kreative Selbst leben zu lassen, auch inmitten einer grossen, wilden, aufgeweckten Familie.
Wenn urplötzlich aus alten T-Shirts ein Häkelteppich entsteht. Wenn mein braunes Babystrickjäckchen nur noch auf Knöpfe wartet. Wenn eine weitere Tasche sich mit Büchern und anderem füllt, ausgemustert, bereit für den Trödler. Wenn ich ein kleines, rot bemaltes Fitzelchen Papier finde, das meine Kleine mir stolz als ihr selbstgemachtes “Mäuschen” vorstellt. Wenn mir klar wird, wie viel kreatives Leben vielleicht genau aus dem Chaos und der Wuseligkeit und meinem ganzen, ziellosen Gewurstel in diesem Hauses entstehen kann… Häppchenweise. In Minischrittchen. Unberechenbar und unterbrochen. Und mit viel Geduld.

Denn eins ist klar; mir werden die Möglichkeiten ganz bestimmt nicht ausgehen, es noch eine Weile weiter zu üben, das mit der Geduld…

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Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, Dankbarkeit, Familienalltag, Häkeln, Kinder, kreativ am Rande, Stricken | 23 Kommentare

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram

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Dieser Tag hatte es in sich. Phu. Und irgendwie sind wir fast alle nicht so ganz im Strumpf. Ich könnte durchschlafen von morgens bis wieder morgens und wäre wohl immer noch schlapp wie ein Pfannkuchen…
Aber nun zur Wolle. Buchstäblich. Das braune Garn auf meinem alten Wollwickler, mein 2. Strang “Rosy Green Cheeky Merino Joy”, ist nämlich bereits angestrickt und wird heute abend noch ein Stückchen weiter zum Babyjäckchenärmel werden. Wenn alles gut geht.
Verlockend finde ich aber irgendwie gerade den schmalen Strang “Siide Quirlig Schiefer” vom Siidegarte. Seide und Sea Cell, wie fein. Und die Farbe hat so was Gothisches für mich. Sehr exquisit. Ein klarer Fall für ein Schaltuch. Oder… Mal sehen.
Aber nun zuerst zum Babyjäckchen. “Baby Annabel” wartet.

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Dejà vu

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Ich weiss, dieser Anblick hat nicht mehr besonders viel Prickelndes an sich. Puppenpatchwork. Schon wieder. Eine kleine Decke, ein noch kleineres Kissen. Mit Stoffen in grauen, rosa und weissen Tönen, alle irgendwie leicht im Gefühl, nichts Tristes oder Schwerwiegendes, dafür pinke Schweinchen mit Unschuldsblick, graue Hoppelhasen, Tildavögelchen und Punkte. Alles wie gehabt.
Und genau das ist mir grade recht, wisst ihr.
Ich habe mehr als Lust dazu, von dem zu zehren, was ich innerhalb der letzten Monate -ja Jahre!- bei mir an Stoffen und Garnen angesammelt habe und verbrauche mit Freuden und einem leichten, beschwingten Gefühl im Herzen alle diese Lieblingsstücke bis zum letzten Fitzelchen. Vom Schweinchenstoff den ich vor einer ganzen Weile schon für mein ältestes Mädchen gekauft hatte, damals, als sie noch Schweinchenfan war (hach ja, langlang ist’s her…), ist zum Beispiel,, glaub’ ich, rein gar nichts mehr übrig. Auch nicht vom Häschenstoff (schmacht), aus dem ich an sich noch irgendwo eine fertig zugeschnittene Passe für ein “Pretty Picture Dress” rumliegen hätte. In der mittlerweile nicht mehr/noch nicht aktuellen Grösse 2 Jahre, soweit ich mir erinnere.
Beim grauen Walstoff, den ich vor einem Jahr mit so viel Begeisterung und im Nesting-Hormonrausch in ein Schürzenkleidchen für mein Mädchen verwandelt habe, bin ich mir jetzt gar nicht mehr sicher… Vielleicht ist der auch aufgebraucht, vollkommen rübis und stübis, vielleicht aber auch bereits wieder gebügelt und begradigt und gefaltet, zur Seite gelegt für ein neues, immer schärfer anvisiertes Patchwork-Projekt, eines, an dem mir jetzt schon viel liegt, nur schon deshalb, weil es anders sein könnte, anders als das hier, wo es bloss Ecken gab zum Nähen, vier Ecken, um genau zu sein und rundherum sehr viel gerade Linien.

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Ich mag “Square Quilts”, oh ja, das tu’ ich. Auch “Log Cabin” oder “Slab Quilts”, alles wunderbare Patchwork-Varianten, schön und so herrlich simpel. Ich mag ihre Klarheit und die Freiheiten, die sie freisetzen. Diesen Raum für auch mal krumme Nähte und schräge Kombinationen. Alles, was sie brauchen lässt sich irgendwie finden, sebst im Familienchaos, das hier bei mir so heimisch ist; ein bisschen Motivation und frischen Mut und ein bissl Zeit und Stoff und gute Laune.
Es ist schön, an so was zu nähen. An “Square Quilts” und all dem. Der Stoff ist hier König und wenn man Stoffe liebt, so wie ich, dann macht es einfach Freude, so richtig in Prints, Motiven und Farben zu versinken beim Nähen vieler, vieler, vieler einfacher geraden Linien (die bei mir aber trotzdem nie exakt ausfallen, keine Ahnung wieso).
Aber irgendwie wächst da so eine kleine, feine Sehnsucht in mir heran. Eine Sehnsucht nach etwas ganz anderem, und diese Sehnsucht flüstert irgendwas von Mustern, von Zacken, von klarem Weiss und genähtem Mosaik, wo der Print für einmal in den Hintergrund rückt und Platz macht für das wirkliche Puzzlen mit Stoff. Immer wieder kommen mir Sterne in den Sinn…
Hm…

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So sortiere ich von neuem meine Stoffe, mustere aus, kombiniere, lege kleine Stoffhaufen bereit, horche weiter in mich hinein und warte. Auf mehr freie Zeit und mehr Energie. Zum Nähen und Patchen und Quilten.
Irgendwann kommt sie. Bestimmt.

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram

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Sorry, das wird jetzt wohl langsam langweilig mit diesen Kasperleköpfen…
Aber sieht das nicht hübsch aus?
Holz, Handwerk, Töpferbecher, meine allerallerliebsten,
da trink ich immer meinen Kaffee draus.
Und dann diese Schneeglöcken!
So blinzelt mir der Frühling zu gerade…

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