Monatsarchive: Januar 2016

Ein Päuschen. Mal wieder.

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Ihr Lieben!
Draussen ist es viel zu warm und überaus nass und ich war schon den ganzen Tag lang schrecklich grummelig und -gelinde ausgedrückt- unerträglich launisch… Solche Phasen gibt es, ich kenne die Zeichen mittlerweile; ein Druck im Magen nach jeder einigermassen stressigen Situation, die Neigung, eine Tasse Kaffee nach der anderen in mich hineinzuschütten (was keine gute Idee ist, ich weiss), kaum noch Motivation und ein Mimosengehabe, das sich schlichtweg nicht vereinbaren lässt mit dem Familienleben. Beim kleinsten Geschwisterzank bin ich auf hundertachtzig und weil mich die ewige Unordnung gerade unerhört nervt, laufe ich bereits schon mit einem einsatzbereiten Abfallsack durch die Zimmer…
Ihr seht, was ich meine. Höchstkarätiger Alltagslebenkoller.
Darum versuche ich, vernünftig zu sein, Tee statt Kaffee zu trinken (naja) und den Laptop eher früher als später auszustellen (bzw. im allervernünftigsten Falle sogar gar nicht erst einzuschalten. Ein paar Tage lang).
Lesen, Schlafen, Pause machen.
Jawohl.
Soweit der Plan.
Ein feiner Plan.

Liebe Grüsse und habt’s gut bis dahin, ja?

Eure Bora

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram

DSC_4372Ein bisschen spielen, mit dem Babykind (das bereits schon lieber stehen will als auf dem Boden oder auf meinem Schoss zu sitzen…) ?
Aber gern!

Veröffentlicht unter Augenblicke, berührt, Familienalltag, Kinder, Themen-Reihen, what makes me happy | 3 Kommentare

ein bisschen spielen

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Die letzten Wochen über war ich irgendwie immer sehr, sehr beschäftigt. Ich weiss nicht so genau, woran es liegt, aber ich stecke vollkommen fest, fest im Aufräu- und Wegräumfieber. Das ganze Haus steht Kopf dank meinen Aussortier-Aktionen und obwohl ich bereits x Säcke voller Kleider, Spielzeug und anderem Kram aus dem Haus geschafft habe -total zufrieden und kein bisschen wehmütig- kommt einfach kein Ende in Sicht.
Wir haben so viel Zeug. Ein ganzes, riesengrosses Haus voll. Und ich spüre: wir müssen reduzieren. Ballast loswerden. Schlichter und befreiter leben, bewusster umgehen mit dem, was wir haben und (noch) grösseren Wert legen auf gute, solide Materialien aus einer nachhaltigen, fairen Herstellungsquelle. Vor allem möchte ich nur noch haben, was uns wirklich am Herzen liegt. Nur noch Basis-Stücke, Sachen, die echt etwas zählen und nicht x-beliebig austauschbar sind. Ich möchte mehr selber machen. Die Kinder mehr selber machen lassen. Mit ihren eigenen Händen. (So wie das alte, kleine Holzboot, auf dem 1. Foto. Das hat Kind1 gemacht im Kindergartenalter. Heute ist es eines der liebesten Spielsachen seiner zweitjüngsten Schwester.) Selbermachen aber auch mit der Kraft ihrer Fantasie.
Ich bin bei weitem keine Waldorf-Mama und kenne mich kaum aus in Sachen Montessori oder anderen Pädagogischen Konzepten, aber eines habe ich wirklich lernen dürfen: Weniger ist absolut mehr, wenn es um Kinderspielsachen geht.
Wenn ich beobachte, wie vertieft und zufrieden meine Mädchen mit ihren Puppen spielen, sie mit imaginärem Tee aus dem Holzgeschirr vom Trödler bewirten oder mit einer sorgfältig mit unsichtbarer Marmelade bestrichenen Omelette (die eigentlich ein beiges Spitzendeckchen ist)… dann bin ich so dankbar, dass sie das noch können.
Spielen.
Mit einer Handvoll Material aber ganz viel Ideenreichtum und einem intuitiv und selbstständig arrangiertem “Bühenbild”. Hier werden permanent Stühle gerückt, Tücher geknotet und geschlungen und drapiert (grosse Seidentücher, aber auch ganz anderes, mehr alltäglicheres) und alles kann irgendwie… ja… alles sein. Der Tisch eine Höhle. Das Sofa ein Schiff. Der Stuhl ein superschnell zusammengesponnener Kochherd (ich wünsch mir allerdings noch immer einen richtigeren für meine Kleine…).
Wenn meine Kinder spielen… dann könnte ich ewig lang nur zusehen. Und mich freuen dran.
Die Zuschauer-Rolle ist mir nicht unlieb, nein, ich geniesse sie sehr. Meistens. Und doch.. doch wünschte ich mir manchmal, ich könnte mich öfters und leichter losreissen von meinen Aufgaben und einfach mal mitspielen. Mit einen luftigen Tee trinken. In der Suppe aus Glasmurmeln rühren (das rasselt so herrlich!). Filzbällchen sortieren. Oder auch einfach bloss für mich ein bisschen mehr tüfteln und wursteln. Entspannt sein. Nicht permanent irgendwelchen grossen Zielen nachhasten, wie einer entrümpelten Gerümpelkammer (*lechz*), Böden ohne tonnenweise Staub und Krümel (*schmacht*) oder ordentlichen Kinderzimmern (*schmelz*))…
Ich wünsche mir weniger. Weniger von fast allem. Aber gleichzeitig auch mehr. Mehr vom Leben. Mehr Zeit. Mehr Musse. Mehr Gelassenheit. Mehr Luft und Raum, um die Menschen hier zwischen all dem Kram auch richtig und ganz bewusst wahrzunehmen. Mehr… mehr Raum auch fürs Spielen und das Leben geniessen.
Was ich noch lernen muss: Um bewusster und entspannter zu leben, um spielerisch durch den Tag zu wandern braucht es wahrscheinlich kein entrümpeltes Haus. Auch wenn das sicher nützlich sein kann. Was es braucht ist wohl eher: Entschlossenheit. Und neu gelegte Prioritäten.
Ich gebe mir Mühe, ehrlich, zur Zeit so richtig doll sogar. Ich will mich nicht immer selber herumkommandieren, sondern geniessen, was ich ergattern kann an allem, was mir gut tut und Freude macht.
Heute zum Beispiel habe ich ganz bewusst mehr gespielt. Ein bisschen zumindest. Ich habe mehr einfach bloss zugeschaut. Meine Kinder betrachtet, beobachtet, wahrgenommen. Ich habe mit meinem Baby geschmust und gealbert und es gleich nochmals soviel geknuddelt wie sonst schon. Ich habe Kind2 den Rücken mit Hustensalbe eingerieben und ihm ruhig zugehört, wenn er von der Schule erzählen wollte. Ich habe an Kind1 gedacht, der jetzt irgendwo im Schnee auf seinem Brett steht und die Hänger runterpfeilt. Ich habe mich gefreut an der kleinen, unordentlichen Reihe ganz persönlicher Spielsachen auf meinem Schlafzimmerschrank (in einem noch immer nicht fertig eingerichteten lila Zimmer- aber das habe ich grossflächig ausgeblendet) und mich ganz verliebt vertieft in ein beinahe frisch begonnenes Strickprojekt (Annabel, die zweite). Ich habe gebacken (Basler Faschtewaije, so in etwa) und Neues ausprobiert, einfach bloss so, weil ich wissen wollte, wie der Kuchen auf dem zauberhaften Rezept-Foto (rausgerissen aus einer alten Ausgabe “Landliebe”) in natura und hier im Hause Kirschkernzeit so schmeckt.
Und just in diesem Augenblick liegt unten in der Waschmaschine eine Ladung frisch braun gefärbter Kleider, bereit, von mir herausgenommen und von Fäden und Gummis befreit zu werden.
Spannend. Schön. Erfüllend.
Doch. An solche Tage könnte ich mich schon gewöhnen.
Mal sehen, welche Spielarten das Leben morgen so für mich  bereit hält…

Veröffentlicht unter Dankbarkeit, Familienalltag, Kochen und Backen, kreativ am Rande, what makes me happy, Zuhause | 4 Kommentare

Festlich

In unserem Haus herrscht immer enorm viel Betrieb bei Tisch. Nicht nur was die Laustärke angeht. Ständig muss irgendwas irgendwoher noch rasch an den Tisch geholt werden, von vergessenen Löffeln über Butter und Salz bis hin zu… ja zur Serviette, klar. Denn Kleckser, umgekippte Gläser und klebrige Fingerchen gehören einfach mit dazu in unsrer Runde, so wie wohl überall, wo gemeinsam gegessen, getrunken und Familienleben üppig-chaotisch und lebhaft zelebriert wird.
Für Alltags habe ich einen unordentlichen Stapel zerzauster ertrödelter Stoffservietten mit verblichenem Blümchemuster und in mittlerweile fleckig gewordenem All-White irgendwo in einer Holzbox bereit. Seit ein paar Wochen stecken sogar noch grosse Fetzen ausgedienter weisser Fixleintücher mit drin (die, ich schwör’s, besten Servietten und Handtücher überhaupt!).
Dieser Mix ist praktisch und kaum mit sentimentalen Gefühlen behaftet, so dass ich ohne zu zögern jeden Saftfleck wegwische und meine Servietten guten Gewissens weder bügle noch sonstwie liebevoll pflege, sondern bloss eins damit tue; putzen, wischen, mit vollem Einsatz zernutzen und verfleddern.
Aber.
Aber da gibt es diesen anderen kleinen, seit langem langsam aber stetig wachsenden Stapel an Stoffservietten. Und die, die sind nicht zerfranst und verschmuddelt, sondern nett und gepflegt und allesamt gebügelt, bevor sie auf den Tisch kommen.

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Sie entstehen zum Beispiel aus 25cm-Stoffstück-Bestellungen von den Stoffen, in die ich mich spontan vergucke, die aber vielleicht doch zu teuer sind für Grossbestellungen oder die mir, alles in allem, in real doch nicht mehr sooooo gut gefallen wie anfangs auf dem Bildschirm. Manche der Print-Stoffe sind auch einfach Geschenke, oder Stücke aus liebgewonnen Kleidern, die keiner mehr gebrauchen kann oder will, nett vielleicht, ja, aber doch keine Keepers, denn allzu hübsch sollten Servietten nicht sein, nicht hier in dieser lebhaften Familie mit einem derartigen Servietten-Verschleiss. Wobei, so arg ist das ja nicht für diesen zweiten, ganz besonderen Stapel hier. Der gehört nämlich sozusagen zur Servietten-Upper-Class und wird einzig an Feiertagen aufgedeckt. An Geburtstagen, Weihnachten, dann wenn alles besonders schön aussehen soll.
Ich mag das. Eine kleine Geste nur, aber sie verleiht unserem quirligen Familientisch, vor allem in Kobination mit weissen Tischdecken, urplötzlich das Gesicht einer … Tafel.
Genäht wird so eine Serviette ganz schlicht und einfach aus ca. 23cm langen wie breiten Stoffstücken (das muss keineswegs genau sein- und ist es auch nicht), die ich raschrasch mit der Nähmaschine zusammennähe, die Ecken kappe, alles verstürze… und es dann -und das ist der Clou am ganzen- möglichst sorgfältig und liebevoll (yep, ein bisschen Liebe muss mit rein) von Hand umnähe. Mit dickem, knallbunten Stickgarn. Für das besondere Etwas kommt noch ein Fitzelchen hübsche Borte mit rein, als Feiertags-Label sozusagen.

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Mein Vorrat ist nicht unbedingt üppig bisher. Meistens greife ich feierabends eher zum Strickzeug in letzter Zeit, und wenn ich schon nähe, dann etwas, das wirklich dringend ist und spannend und ein heftiger Anfall von Nähsehnsucht.
Aber es ist schön, dass dieses kleine, einfache Projekt da ist, bereit für den Fall der Fälle. Zum Weitermachen, Weiternähen, Aufstocken und Freude dran haben. Bereit um Feste zu feiern wie sie fallen.
Eigentlich sollte ich das ja viel öfters tun. Feiern. Den Tisch zur Tafel werden lassen und einem ganz gewöhnlichen Alltagstag ein Krönchen aufsetzen.
Gründe dafür… gäbe es eigentlich ja genug, oder?

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