Monatsarchive: August 2015

Noch ein Päuschen

Ihr Lieben!
Ich komme mir ein bisschen … komisch vor, während ich das hier tippe… aber ich merke einfach, dass ich noch ein bisschem mehr Zeit für mich brauche. So sehr ich das Schreiben auch liebe und diesen Ort hier.
In letzter Zeit fühle ich mich einfach sehr oft erschöpft. Und es gibt so viele Menschen-Geschichten, die mich bedrücken, Schicksale, die mich erschüttern, Ängste, die mich selber immer wieder einholen, eine kleine, aber hartnäckige Schwermut, die sich an mir festklammern will…
Darum fasse ich mir ein Herz und verordne mir selber ein paar Tage virtuelle Abstinenz. Weniger ist machmal mehr, oder?

Schaut gut zu euch, ja? Gebt auf euch und eure Lieben acht und drückt sie alle einmal mehr ans Herz. Sie sind das Kostbarste, das wir haben.

Bora

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Ein Röckchen von Purl Bee

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Dieses Foto ist bald schon ein Monat alt.
Es entstand eines Morgens, kurz nachdem ich die Post geholt und einen Packen frisch bestellter Stoffe aus dem grossen Couvert von “Cotton&Color” gezogen hatte.
Ich finde es toll, Stoffe anfassen und wenn möglich erst einmal bei Tageslicht begutachten zu können, bevor ich mich für sie entscheide, und ein klein wenig geht es mir schon ab, das ganz normale Stoffe-Kaufen im Laden… Aber es ist Monate her (Jahre schon?), dass ich es von zuhause weggeschafft habe, um in die Stadt zu fahren zum lädelen, und so wie ich das sehe, werden weitere Monate vergehen, bevor ich es ein nächstes Mal geben kann, also… also nehme ich dankbar die Möglichkeiten der modernen Technologien an und nutze Webshops, Spoonflower, Etsy. Nach Herzenslust, im wahrsten Sinne des Wortes.
Mit Freude hatte ich diese Stoffe bestellt. Mit Freude wurden sie nun ausgepackt und gleich als erstes auf dem Küchenboden ausgebreitet, um zu sehen, wie die Muster wirken, wenn sie grossflächig eingesetzt werden (versüsst einem jeden Tag, versprochen). Mit Freude besah ich mir das Resultat, mein süsses Fäustchen-knabbernde Baby und ein Kranz frischer Prints rundherum. Und dann begann ich mit einem ganz besonderen Projekt. Dem “Gathered Skirt for all Ages” von Purl Bee, dem Geburtstags-Röckchen für mein Mädchen. Ausgerüstet mit der ausgedruckten Anleitung (die wie immer ziemlich umfangreich ausfiel, weil die Purl Bee Ausdrucke einfach schrecklich grossformatig sind. Immerhin lassen sich die Fotos löschen, die man nicht braucht. Und, ja, Purl-Bee-Anleitungen und -Ideen sind schlichtweg f-a-b-e-l-h-a-f-t! Da will man nicht meckern…). Ausgerüstet mit der ausgedruckten Anleitung, mit einer Bahn Stoff (1m sind nötig für ein Röckchen in Grösse 6-7 Jahre).
Und, klar, mit ganz besonders viel Freude.

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Das Resultat macht mir -und meinem Tochterkind- genauso viel Freude. Mindestens. Der schwarze Stoff mit den blauen und violett-rosa-farbenen Blümchen (“Shelburne Falls” von Denyse Schmitt) ist wirklich ein schöner Stoff, griffige Baumwolle, nicht zu schnucklig, aber feminin genug. Mein Mädchen hat gut gewählt, finde ich.
Die tiefen Taschen sind genial konstruiert, machen das Nähen ¨zwar auch ein kleines bissl komplizierter, den ansonsten schlichten Jupe aber herrlich spannend und wie geschaffen für Mädels im Sammel-Eifer. Ausserdem kommt ja bald der Herbst. Wind-und-Wetter-Zeit. Und mit ihr der erste Schnupfen der Saison. Wenn Platz ist für ein Taschentuch, ist das ganz klar eine feine Sache.
Ich mag es, wenn ich mit verschiedenen Stoffen spielen darf. Bei Jupes ist die Freiheit ja so weit wie der Himmel, aber so, mit den abgesetzten Taschen (die sich genauso gut einheitlich machen lassen) bleibt der Aufwand klein und die Wirkung gross, was ich ganz toll finde, in Phasen wie diesen sowieso. Zum Nähen fehlt mir nämlich irgendwie einfach immerzu die Zeit… Stricken? Ja, eigenartigerweise schaffen es meine Strickprojekte immer wieder hinein in meinen Alltag. Keine Ahnung, wie sie es schaffen, aber plötzlich sind da Nadelspiel und dickes Garn in meinen Händen und es strickt einfach so los und wächst und gedeiht, langsam doch stetig… aber Nähen? Schwierig momentan, wirklich schwierig…
Sei’s drum. Man soll dem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen oder so, also lass ich das Jammern und wende mich dankbar meinem Strickzeug zu. Noch heute Abend. Mit Miss Marple, einem straff gewickelten Ball Madelinetosh DK “Tannenbaum”- und noch immer… sehr, sehr viel Freude. Auch daran.

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Und wenn immer mich die Sehnsucht packt, nach Nähmaschinen-Geratter und dem Gefühl, frisch gebügelter Stoffe zwischen den Fingern; da ist ja dieses Röckchen. Und mein Mädchen, das keinen Tag vergehen lässt, ohne mindestens eines ihrer mamagemachten Jupes zu tragen (Yeah!).
Ein Segen.
Zu wissen, dass da diese Möglichkeit wäre. Dass wir alles haben. Eine zwar alte, aber wunderbar funktionierende Maschine. Näh-Anregungen noch und noch. Stoffe im reinen Überfluss. Kreative Menschen, die uns gut versorgen mit ihren Ideen und Motivation und prächtigen, stoff-gewordenen Designs.
Ein Segen, ja, und eine Freude.

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Noch ein Paar

Da ich momentan (?) ja sowieso nie lange stillsitzen kann, und auch abends immer was in den Händen haben muss zum Rumgfätterlen, ist mein Strick-Korb gerade recht gut bestückt. Mit angefangenen Projekten und ausgegliederter Wolle, die ich unbedingt (!) endlich (!) demnächst (!) verstricken möchte.
Ich horte so viele Garne. Und habe so viele Strick-Träume… bloss selten eine wirklich langen Atem, geschweigen denn freie Zeit zum Verschleudern… also müssen simple Projekte her, am allerliebsten in Mini-Version, geradezu perfekt, wenn sie nicht mehr als einen Strang oder Knäuel Garn benötigen, denn gerade meine heissgeliebten handgefärbten und etwas kostspieligeren Garne kaufe ich meistens aus dem Bauch heraus, ganz ohne Plan, was eines Tages daraus werden könnte. Die Farben lullen mich ein, ich verliebe mich Hals über Kopf- und gönne mir das Vergnügen, einen Strang Malabrigo oder Madelinetosh in den Einkaufskorb meines Lieblings-Online-Yarn-Stores zu legen.
So viel Spass muss einfach sein, ab und zu. Und Projekte finde sich immer für jede meiner Woll-Schätzchen, da bin ich ganz zuversichtlich.

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Babyfinkchen zum Beispiel! Konkret bei mir gerade die “Baby Booties” von Bernat, zuerst maskulin blauschwarz, jetzt etwas alternativer in bunt.
Sie sind schnell gestrickt, dank DK- Wollstärke (also so um die 100m/50gr rum) und -sobald man den Bogen erst mal raus hat, eigentlich auch ganz simpel und richtig amüsant.
Die Erfüllung all meiner momentanen Strick-Träume  also.
Echt.
Ein Extra-Bonus: beide Finkchen verbrauchen knapp an die 30gr. Garn, in der kleineren Grösse jedenfalls, was irgendwie der Durchschnitts-Garnmenge entspricht, die bei mir nach dem Woll-Mützen-Stricken von einem 100gr.Strang Wolle zurückbleibt. Ein an sich eher doofer Rest, mit dem ich keine grossen Sprünge mehr machen kann, es sei denn, ich ich stricken Stulpen oder Handschuhe oder so im Streifendesign.
Finkchen aber, fühlen sich einfach … besonders selbstversorgerisch an. Vor allem wenn man -so wie ich- bisher noch kein Babyschühchen angetroffen hat, das Babys wilden Strampeleien standhält und auch wirklich dort bleiben, wo es hingehört, an diese süssen kleinen Knabberfüsschen nämlich. Und nicht verloren und zertreten auf dem Kaufhaus-Fussboden Kaufhaus, wo die Reinigungsfirma sie abends mit fallengelassenen Taschentuchknäueln und Kaugummipapierchen in den Müll wirft (*snif*)
Diese Finkchen bleiben. Endlich. Meine Erfahrung begrenzt sich zur Zeit zwar noch auf die knappen 5 Minuten, die mein Baby damit Fussmodell spielen musste (und das bei der Hochsommerhitze! Also Mutti, wirklich…), aber mein Eindruck ist ziemlich gut bisher. Der Schuh-Schaft wirkt satt, aber nicht einengend und die hintere Naht scheint zusätzlichen Halt zu geben, so dass der Babyschuh nicht rutschen kann. Klappt man ihn hoch, hält er sogar noch besser am Beinchen.
Ich weiss, die meisten mögen es gar nicht, beim Stricken auch noch zusammennähen zu müssen, aber keine Bange: Es geht echt superschnell in diesem Fall, ist überhaupt nicht schwierig, wirklich ein Klacks- und auch gar nicht besonders gut sichtbar. Ausserdem stielt euer kleiner be-strickschuhter Spatz sowieso allem die Schau, da kann die Naht ruhig auch ein bissl krumm ausfallen…

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Diese Baby Booties sind ein rechter Glücks-Fund für mich, würde ich sagen. Ein süsses Mini-Projekt, das mir sehr, sehr viel Freude macht und selbst in klitzekleine Strick-Inselchen noch reinpasst. Ein herrlicher Garn-Rest-Verbraucher. Ein schnuckeliges Geschenk für werdende Mamas und winzigkleine Füsschen. Weiche Wärmespender für mein eigenes kleines Menschenbündelchen.
Und ein guter Grund, meinem Lieblings-Garn-Shop mal wieder einen Besuch abzustatten…

PS. Details für alle, die’s wissen möchten:
Garn: für die kleine Grösse (3 Monate) ca. 30 gr. Malabrigo Rios Farbe “Arco Iris” (vielleicht erinnert ihr euch noch daran?)
Nadeln: Stärke 4.5, entweder eine kurze Rundstricknadel oder 2 lange Nadeln, kein Nadelspiel, denn es wird hin- und zurück gestrickt und zum Schluss zusammengenäht
Muster: “Baby Booties” von Bernat (leider bloss englisch, aber dafür kostenlos)
Zeitaufwand: (bei mir): ca. 2-3 Stunden für ei Paar

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Quellen der Freude

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Die letzten Tage über war ich oftmals recht unruhig. Unzufrieden zum Teil und irgendwie schrecklich bedrückt. Unerklärlich im Grunde. Zum Teil jedenfalls.
Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich mir eingesperrt vorkomme, in die Enge getrieben, wo ich herumtiegere wie ein Tier, das keinen Ausweg findet. Dann hilft es -und es hilft wirklich!- mir ganz bewusst Quellen zu suchen, wo ich mich satt trinken kann am Guten. An schönen Dingen, die mich umgeben, an Freudenmachern. Es gibt so vieles. Kostbarkeiten vielleicht, die es schaffen, mich den ganzen unerledigten, unbewältigbaren Alltags-Krempel für eine Weile vergessen zu lassen, wie Kinderkunst in meinen Räumen oder das herrliche Stoffpaket, das eines Tages bei mir ankam, bestückt mit fantastischen Spoonflower-Stoffen, einem Meer von Meerjungfrauen und frechen Füchsen. Vielleicht werden Kissen daraus. Geschenk-Beutelchen für nette Leute. Oder die Rückseite eines Kinderquilts? Wer weiss, wer weiss… Nur schon das Planen und Träumen nährt meine Hungrigkeit aus.
Ich trinke mich satt am Optimismus, den ich empfinde, wenn ich zum Beispiel einen Barren neuer, handgesiedeter Seife anbrauche (diesmal von “Oberschin”). Satt an der Freude, die mich überkommt, beim Anblick jeder sauber geräumten, geputzten Ecke und sei sie noch so winzig. Eine Pinnwand mit fast ohne alles, weiss und bereit. Für neue Stücke. Schnittmuster, die kommen und gehen- oder permanent bleiben, so wie das vom Crossover-Tee und einem der Kleidchen aus “Carefree Clothes for Girls”. Man muss Pläne haben. Ich zumindest brauche das.
Satt macht es mich, wenn ich sehe, wie weit unser Garten schon gediehen ist. Auch wenn die nackte, braune Erde kaum darauf schliessen lässt, sehe ich unheimlich viel Fortschritt. Die neuen Wege sind gelegt, Herr Kirschkernzeit betoniert gerade daran herum, und sie sind herrlich breit und eben geworden, bereit für eine Wäschezainen-schleppende Mama mit Baby im Tuch oder Kinder, die ihren Puppenwagen spazierenfahren wollen. Besonders angetan hat es mir unser Gartenhäuschen… unsere Laube. Es gibt Holzbalken, einen Boden und eine alte, lottrige Bank momentan, die ich einfach mal kurz hineingestellt habe, umhüllt von einer Leinentischdecke, damit ich mir keine Spiessen hole beim Sitzen und Geniessen. Ein Genuss ist das. Oh ja! Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass es so schön sein kann, in einer einfachen, uneingerichteten Gartenlaube zu sitzen und auf einen noch immer brachen, erdig-braunen, umgepflügten Mini-Garten zu sehen, während die Sonne brodelt und ein leiser Wind sich ankündigt. Die Mädchen spielen in der trockenen Erde, als wäre es ein einziger, riesiger Sandkasten. Auch das macht mich satt und zufrieden. Vor allem das Pummelbauchrund und die Elfenflügel, hihi…
Und dann sind da die Sachen, an denen ich gerade arbeite. Babyschühchen. Stricken mit Miss Marple. Der Gedanke daran, dass jeder Abend eine weitere Stunde Bloss-einfach-so-sein-und-die-Seele-baumeln-lassen für mich bereit halten kann. Wenn ich will. Und wenn das Glück mir hold ist. (Gerade hat meine Zweitjüngste eher schlechte Abende. Wie verhext. Immer wieder aufwachen, nach mir suchen, in meinen Arm kuscheln. Mehrfach pro Stunde zum Teil. Bis ich neben ihr im Bett liege und der Schlaf uns beide übermannt. Kennt ihr das auch?)
Dieses Kreativ-Sein am Rande, manchmal regelrecht im Halbschlaf schon -was die vielen Fehler und das häufige Auflassen erklärt- ist eine grosse, sprudelnde Quelle des Glücks für mich. Das gibt mir so viel. Heute abend auf meinen Nadeln: Kinderwestchen satt. Eine nächste “Pebble” für mein Baby. Für die Zeit der nahenden Kühle. Die Wolle kennt ihr vielleicht noch; “Tosh Chunky” in “Filigree”, die eine ganze kalte Saison lang die Zwergenmütze meiner Kleinen war… Bis ich sie wieder aufliess. Bereit zu neuen Taten. Durstig und hungrig nach mehr

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