Monatsarchive: März 2015

fünfmal gewichtelt: Ihr Puppentragetuch

Puppentragetuch Puppentragetuch

Dass ich bis fast Ende April (!) brauchen würde, um diesen Post hier zu schreiben, das hätte ich nun wieder nicht gedacht. Ein Weihnachts-Wichtel-Geschenke-Post mitten im Frühling?
Naja.
Immerhin ist es der letzte dieser Reihe, das tröstet mich ein wenig. Und zudem; Dieses absolut schnuckelige Geschenk -ein schlichtes, einfach zu nähendes Puppentragetuch aus Soulemamas “Handmade Home”, das Kind2 praktisch sofort nach der Wichtelpartner-Ziehung für sein heissgeliebtes, kleines Schwesterchen genäht hat- passt nirgendwohin besser als in genau diesen Moment.
Jetzt wo es Frühling wird und warm, wo wir endlich wieder mehr draussen unterwegs sind, mit nicht mehr ganz so dicken Jacken (oder sogar -äusserst verwegen- ganz ohne) und  wo das Baby in meinem Bauch mich mit seinem Strampeln daran erinnert, dass die Zeit naht, in der ich es nicht mehr in mir tragen werde, sondern an mir, warm eingebunden über dem Herzen, unter dem es während all den langen, intensiven Monaten herangewachsen ist.

Puppentragetuch
In diesen Tagen dann, wird vielleicht ein gewisses kleines Mädchen mit grossen Augen neben mir stehen und mir dabei zusehen, wie ich mir mein Tragetuch umbinde.
Und es könnte ganz gut sein -stelle ich mir vor- dass dieses gewisse kleine Mädchen sich auch ein Tuch wünscht, eines ganz für sich allein, eines, in dem es sein eigenes Puppenkind herumtragen kann. Oder auch zwei. Oder eines der Stofftierkinder, von denen es viele gibt hier, denn dieses kleine Mädchenherz ist gross und kräftig und schlägt für alles, was weich und klein und süss aussieht…

Puppentragetuch Puppentragetuch

Und obwohl ich weiss, dass es schrecklich kitschig ist, so etwas zu schreiben… wo es aber doch so wahnsinnig wahr ist und mir gerade in diesen Tagen vor der Geburt eines neuen Kindes tagtäglich fast schmerzlich bewusst wird: Unsere Herzen, die schlagen für sie. Für diese knuddelige Kleine mit den noch immer so kurzen Beinchen, einem eisernen Willen und den weichsten und innigsten Kinderumarmungen, die ich mir vorstellen kann.
Kitschig hin oder her: Ein Blick aus diesen Bernstein-Augen und wir schmelzen alle hoffnungslos dahin.

Puppentragetuch
Wer könnte es uns auch verdenken?

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Ein erstes Stück

Eure vielen, ermunternden Kommentare (und Mails!) waren natürlich absoluter Balsam. Von Herzen mein grösstes Dankeschön an euch, es hat wirklich gut getan, sie zu lesen! Und ihr habt bestimmt alle recht; ein bisschen Bangen und Nervöswerden gehört wohl mit dazu. Selbst beim 5.Kind.
Ich bin auch schon viel zuversichtlicher, glaube ich, und ich habe ja auch noch ein klein wenig Zeit… Obwohl ich schon seit Wochen (Wochen!) bei jedem Zwicken im Bauch an Wehen denke, ja sogar ganz ohne Zwicken manchmal, vor allem nachts, wenn nichts anderes zu tun bleibt als zu ruhen und zu denken und zu fantasieren, bleiben in Wahrheit doch noch zwei bis drei Wochen bis zum Termin. Aber Kinder sind ja wie alle Menschenwesen -einzigartig- und darum… naja, mein Baby wird sich seinen Zeitpunkt schon wählen, und ich versuche, so bereit wie möglich zu sein, jetzt schon. Das Körbchen mit den ersten Babysachen, mit Familienbüchlein und einer ellenlange Namens-Liste (wir nehmen immer eine ganze Auswahl mit ins Spital und entscheiden dann erst nach der Geburt, mit unserer/m Kleinen im Arm) ist bereits gepackt, in meinem Schrank stapeln sich winzigkleine Babyhöschen, Bodies und selbstgestrickte Jäckchen, und immer wieder taucht es in unseren Gesprächen auf -vor allem zwische mir und meiner Kleinsten- unser Baby, auf das wir uns freuen, ein bisschen unsicher, ein bisschen ungläubig,  aber von Herzen und mit offenen Armen.
Trotzdem, eines fehlt; Der Nestbautrieb. Der blieb diesmal ganz und gar aus. Stattdessen überkam mich, urplötzlich aber ziemlich heftig, die ganz grosse Nählust. Für ein paar Tage zumindest. Ich kramte in meinem Stoff-Fundus, suchte mir einfache, kleine Projekte heraus, die ich “schon immer einmal machen wollte”- und fing an. Einfach so.

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Als Allererstes entstand dieses kleine, absolut supersimple Kinder-Shirt (nach einer fantastischen Anleitung von “Purl Bee”) aus feinem, goldgelbem Baumwoll-Batist (von “France Duval Stalla”).
Ich hatte mir schon vor einer ganzen Weile ein rechtes Stück dieser Farbe beim Strick-Cafe bestellt, zusammen mit einer Bahn in Flieder und dem maus-grauen Batist, aus dem ich dann später das luftige Sommerkleidchen meiner Kleinen nähte, doch während Mausgrau und Flieder sofort zu so vielen Näh-Ideen zu passen schienen, wollte mir zum goldenen Senfton einfach nichts Rechtes einfallen. Ich bin mir sicher, es liegt an der Farbe, denn die Stoff-Qualität ist herrlich. Senf und Gold sind wohl einfach schwierige Kandidaten.
Doch als ich so vor meiner weissen Stoff-Kommode stand, mit meinem ausgedruckten Kragen-Template in der Hand, da kam mir dieses Stück Stoff gerade recht. Stoffe ohne weitere Bestimmung, sind manchmal die beste Wahl, wenn es um Projekte geht, die man einfach nur mal so ausprobieren möchte, oder? Nicht zu schade, wenn alles schief läuft, aber hübsch genug, um später mit Freude und Stolz getragen zu werden, sollte der Versuch Früchte tragen.

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Und, naja, ich würde sagen, in diesem Fall sind die Früchte süss und golden. Ein so schönes, schnelles, erfüllendes Projekt!
Das Nähen lief schon so wunderbar, und obwohl ich finde, dass vor allem der Ausschnitt für ein knapp dreijähriges Kind eher zu weit ausfällt, mag ich die unkonventionelle Ausstrahlung dieses schlichten, luftigen Shirts sehr, sehr gerne. Gerade über einem langärmligen Pullover sieht es zum Anbeissen aus (Allerdings tun das kleine Kinder ja immer, oder? Nach einem Morgen mit meiner Kleinen bräuchte ich eigentlich kein Mittagessen mehr).
Bei einem nächsten Shirt würde ich auf jeden Fall den Ausschnitt ein bisschen enger machen. Und dafür ein paar Zentimeter in der Länge hinzufügen. Ärmelchen und Weite sind völlig problemlos, für dieses junge Alter bestimmt noch, doch ich bin mir recht unsicher, ob auch ein 5jähriges Kind, wie in der Anleitung angegeben, noch so einfach hineinschlüpfen kann, denn die von “Purl Bee” vorgeschlagene Stoffqualität begrenzt sich auf nicht dehnbare Stoffe. Was ich an sich sehr reizvoll finde (obwohl sich ein Versuch mit Jersey ganz bestimmt lohnen würde), denn schöne Baumwoll-Stoffe mit Mustern und Blumen und Farben stapeln sich zu genüge bei mir, und wenn ich es mir recht überlege, kann ich mir im Moment kaum etwas Besseres vorstellen, als Bergeweise Kindershirts daraus zu nähen. Oder Mädchenjupes. Oder Schlupfhosen.
So ein Nähbautrieb ist mir womöglich sogar noch lieber als ein regulärer Nestbautrieb…

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Ein bisschen plaudern

Schon wieder diese Lücke. Zwischen meinen Posts wird es immer stiller und länger. Was so ziemlich mein Leben wiederspiegelt, wo es sich auch -nach jenen lebensprühenden, bewegten Tage letztes Wochenende- irgendwie abgestandener und zurückgezogener anfühlt.
Ich bin so was von in Warte-Position. Keine Bewegungen mehr zurück, keine nach vorn, alles liegt lahm und brach und wartet darauf, dass die Saat zu keimen beginnt. Ich traue mich nur noch wenige Schritte weit aus dem Haus (bis auf den Spaziergang in den Wald letzte Woche. Da kam ich zwar ganz gut hin- aber nur mühsam wieder nach Hause) und horche jeder Bewegung in meinem Bauch, jedem Ziepen im Becken noch lange, lange nach, weil ich immer unsicherer werde, was genau sie zu bedeuten haben. Dabei ist es ja nicht mein erstes Kind. Dabei weiss ich doch haargenau, dass es -kommen echte Wehen- keine Zweifel mehr gibt. Dass man das spürt. Mit Sicherheit. Und dass sich dann auch diese doofen Ängste und die hunderttausend zweifelnden Fragen an mir, an meinen Fähigkeiten als Mutter, als Gebärende und überhaupt, auflösen werden. Für mindestens die Dauer einer Geburt.

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Aber dieses Wissen macht mich nur minim gelassener.
Obwohl ich dasitze wie eine dicke, aufgeplusterte Henne, die nichts und niemand erschüttern könnte, bin ich innerlich oftmals rastlos und zerrissen, ein Zustand, mit dem ich nicht mehr gerechnet hatte, weil ich mich lange Zeit zwar körperlich unwohl, aber im Herzen recht sicher gefühlt hatte, voller Vertrauen, dass alles gut kommt, dass mein Körper sich entspannen und alles seinen richtigen Lauf nehmen wird. Jetzt sind sie urplötzlich da, diese bangen Fragen, diese Selbst-Zweifel. Wie wird die Geburt verlaufen? Werde ich stark genug und bereit sein für das alles? Für die Wehen, fürs Stillen und Behüten, fürs VollundganzDasein und Michneuaufteilen?
Tagsüber bin ich meistens zu sehr eingebunden in all meinen Aufgaben, um die inneren Stimmen zu hören, wie sie fragen und bohren und Unsicherheit verbreiten. Aber abends, nachts, wo ich öfter wachliege. Da höre ich sie. Laut. Deutlich. Und ich sehe wie sie sich auftürmen wie Gewitterwolken und so vieles verdüstern, was jetzt schön und voller Vorfreude sein sollte…

Meine Dankbarkeits-Reihe hat mir sehr gut getan in dieser Phase. Ich glaube, es war gut für mich, die Dinge, mit denen ich gesegnet bin, Tag für Tag und ganz offensichtlich, einmal beim Namen zu nennen, zumindest eine Handvoll davon, denn natürlich war es viel mehr, natürlich ist es viel mehr, als die paar Einträge, die ich zustande brachte. Am liebsten hätte ich wirklich täglich mein Foto und ein paar Worte hier gepostet, festgehalten, wie gut es das Leben mit mir meint im Grunde, und wie nichtig, klein und vergänglich dagegen die Schattenseiten sind, denen ich viel zu oft, viel zu viel meiner Zeit und Aufmerksamkeit schenke. Für ein “täglich” hat es leider nicht gereicht. Wird es wohl auch nicht. Noch lange nicht. Aber das Ganze hat mich selber berührt und wach gerüttelt, und das ist weit mehr als ich mir erhofft hatte. (Ganz zu schweigen von der Entlastung und Entspannung, die so eine Ein-Bild-wenige-Worte-Blogpost-Reihe mit sich bringt *zwinker*).

Für heute habe ich keinen richtigen Post vorbereitet. Ich wollte es zuerst, immerhin gibt es Nähprojekte genug, über die ich schreiben könnte, und daneben einen schon halb vergessenen Cashmere-Strickschal, den ich schon lange, lange einmal einschmuggeln wollte.
Doch ich glaube, für heute lasse ich es gut sein. Ein bisschen dies und das, ein bisschen zurückblicken und mir Dinge von der Seele tippen, das ist alles, was ich mir wünsche im Augenblick. Mir war gerade so nach Plaudern.

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Siebenmal dankbar…

Für 7 Tage möchte ich mich zurück besinnen auf die schönen, kleinen Kostbarkeiten,
die dieser Tag für mich bereit hält.
Ein bisschen zelebrierte Dankbarkeit, weil’s wunder tut und ich mich freue,
gesund und frei und in wunderbarer Weise mit ganz, ganz vielem Guten gesegnet zu sein.

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Die kleine Lücke zwischen diesem Post und dem letzten hängt direkt mit diesem Foto hier zusammen. Mit einem dieser guten Gründe, dankbar zu sein und mich reich zu fühlen.
Die Tage waren voll und bewegt zum einen, angereichert mit Dorf-Festivitäten, Begegnungen, neuen Erfahrungen – und zum anderen dann auch wieder ein bisschen träge und langsam, als Ausgleich wahrscheinlich *zwinker*.
Der bewegte Teil vor allem hat mich sehr dankbar gemacht. Dankbar für das Dorf, in dem ich mit meiner Familie leben darf. Dankbar für diese wundervolle Schule, wo jeder jeden kennt und Gespräche noch ganz unbefangen, von Mensch zu Mensch möglich sind, wo ganz direkt spürbar wird, wie das Kind im Vordergrund steht, in all seine Facetten, in jeder Stufe seiner Entwicklung. Dankbar für die in meinen Augen wirklich enorme Vielfalt an Erlebnis-Angeboten und Ideen, mit der Gemeinde und Schule unsere Kinder beschenken. So viele Bereiche, wo ein Verein Platz macht für die Jugend. So viele ganz, ganz besondere Anlässe, in denen auch unsere Jungen bis Jüngsten ihren aktiven Part zugeteilt bekommen. So viele fest im Jahreskreis eingebettete Dorf-Feier-Tage, wo alt und jung wirklich gemeinsam feiern und das Leben geniessen dürfen. Es ist wie ein Wunder, solche Dinge zu sehen. Gerade für mich als Mutter. Zu sehen, wie meine Kinder integriert, akzeptiert, in die Dorf-Gemeinschaft eingebettet werden, und das nicht von mir, sondern von aussen, vom Dorf selber…
Hier sehr ihr zum Beispiel Kind1 (mit seiner offiziellen Genehmigung, by the way), wie er Drinks mixt am Cocktail-Stand unseres letzten Dorf-Fest-Tages. Alkohol-freie Drinks natürlich.
Genau das war nämlich das Ziel des genialen Null-Promille-Bar-Keeper-Kurses -gesponsert von unserer Gemeinde, der Kirche und dem Blauen Kreuz- mit dem er kürzlich einen ganzen ziemlich ausgedehnten, spannenden und sehr bereichernden Nachmittag erleben durfte, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus unserer Mitte mit und tollen Leitern, die -genau wie ich- finden, Partystimmung, Genuss und “das gewisse Etwas” müssen nicht mit Alkohol, Rausch und Kater zusammenhängen…
Wie viel so etwas nützt? Keine Ahnung.
Was es bringt? Eine ganze Menge! Nur schon der Kurs selber. Nur schon diese kleine, ofizielle Barkeeper-Schicht inmitten des Festtags-Trubels. Das Gefühl, dass noch sehr viel Neues, Unbekanntes vor ihm liegt. Das Gefühl, dazu zu gehören. Das Gefühl, in eine Gemeinschaft hinein zu wachsen, der man etwas wert ist und die sich freut auf und über die jungen Menschen in ihrem Kreis.
Ich war so stolz, als ich ihn so sah. Ganz ernsthaft, so voll und ganz da, so gepackt und in seinem Element, so jung und doch kein Kind mehr, so… so unverkennbar auf dem Weg. Und alles andere als allein dabei.

Manchmal träume ich wieder von meinem Bauernhof und dem ländlichen, einfachen Leben, das ich eines Tages vielleicht führen werde. Aber ich muss zugeben; Es eilt mir nicht mehr damit. Im Moment ist anderes wichtig. Auch für meine Kinder. Im Moment bin ich einfach nur glücklich und dankbar, hier zu leben.
An einem Ort mit Augenblicken … wie diesem hier…

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