Monatsarchive: Dezember 2014

Wo ich war

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Wo ich war?
Die letzten 7 Tage, meint ihr? Zwischen Weihnachten und heute, während jenen ganz besonderen, irgendwie verschwommenen, fliessenden Tagen, noch ein bisschen im alten Jahr, fast schon im neuen, wo gefeiert und ausgeruht, ausgepackt und aufgeräumt wird, wo Menschen sich versammeln und jeder sich ein klein wenig zurückzieht, wo Altes abgeschlossen und Neues anvisioniert wird, in einer Phase, die irgendwie wohlig wirkt auf mich, wo alles seinen Platz hat, Tatendrang und Winterruhe, Keksebacken und DenKüchenschrankausmisten, Klötzchenbauen und draussen spielen im Schnee…
Während dieser ganzen Zeit war ich zuhause. Fast immer eigentlich. Bis auf unser ganz eigenes, kleines Winter-Weihnachts-Fest draussen im Wald, bei Lagerfeuer und einem Fackelschein-Spaziergang durch die Dunkelheit der Nacht, mit einer Riesenschüssel dickem Schokoladen-Pudding, heisser Milch und einem Korb selbstgemachter Wichtel-Geschenke, die daheim an der Wärme und am Licht auf uns warteten.
Und bis auf die beiden Familien-Feiern, die ich wirklich in vollen Zügen genoss, tatsächlich so entspannt und präsent wie ich es mir gewünscht hatte und vom Feiertags-Benehmen meiner Kinder genauso überrascht wie hingerissen. Es waren schöne Stunden voller gutem Essen und bewusst und dankbar empfundenen Familienbanden, die mir die meiste Zeit des Jahres eigentlich viel zu wenig bewusst sind, weggedrängt von allem, was ansteht, von all dem Alltäglichen, das mir immer grösser und drängender erscheint, weil es das ja auch ist, mit jedem Kind ein bisschen mehr.
Ich glaube, in diesen 7 Tagen habe ich so richtig in… Familie gebadet. In meiner grossen, bunten Herkunftsfamilie und dem ziemlich beeindruckenden Clan meines Mannes, wo die Kinderschar immer zahlreicher, mit jedem Weihnachts-Treffen so verblüffend viel älter, grösser und reifer wird.
Vor allem aber war es ein Bad in meiner eigenen, kleinen Familie. Ein warmes, wohliges Bad mit manchmal doch auch bewegtem Wellengang *grins*. Was kein Wunder ist und mich selber längst nicht mehr beunruhigt. Wo so viele Menschen Tag für Tag von morgens bis abends zusammen sitzen, zusammen arbeiten, basteln, essen und spielen, schlagen die Gemüter auch mal hoch- und kühlen sich wieder ab, bereit, von neuem abzufangen, weiter zu spielen, weiter zu arbeiten, weiter in den Tag hinein zu tauchen und diese ganz spezielle, allerletzte Phase eines eigentlich ganz guten Jahres zusammen zu erleben.
Wo ich war… fand ich es an sich recht gemütlich. Wenn ich von den vielen Stunden, die ich damit verbrachte, unsere ganzen Schneesachen im Estrich auszubuddeln, sie frisch auszusortieren, anzuprobieren und dann vor allem irgendwo sinnvoll, griffbereit und einigermassen ordentlich zu verstauen, mal absehen, war es sogar ausserordentlich gemütlich. Ich denke, hier bleibe ich noch ein Weilchen. Im Familienbad. Ausgedehnt und eingemummelt, während draussen der Schnee rieselt und das gestern im Garten gebaute, beeindruckend echt aussehende Iglu in der Sonne glitzert wie Swarowski-Steine.

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Herr Kirschkernzeit geht einkaufen. Ich gönne mir eine Tasse Kakao und plane zwischen angebrauchten Gläsern und anderen Übrigbleibseln des verspäteten Mittagessens unser Neujahrs-Menu mitsamt den kleinen, süssen Knabbereien, die wir alle -nicht nur zu Silvester- so sehr lieben, während die zweite Ladung Wäsche in der Trommel ihre Runden dreht. Kind1 wird lesen, schätze ich (Karl Mey), Kind2 drückt sich vor dem Zimmeraufräumen, indem er sich auf dem Sofa hinter einem Donald-Duck-Heft versteckt, die Mädchen zeichnen im Wohnzimmer ihre Einhornbilder (Wobei vor allem mein Mädchen zeichnet. Meine Kleine malt lieber die zu Ausmalbildern kopierten Gemälde ihrer Schwester bunt aus.) Draussen strahlt der Himmel blau wie der Ozean.
So sieht der Ort aus, an dem ich gerade stehe, vollkommen eingebunden, eingehüllt von Kopf bis Fuss in Familie. Ein guter Ort, finde ich. Ich wüsste keinen besseren für mich.

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gefeiert

Die letzten Tage waren wirklich vollgepackt mit grösseren und kleineren Hand-Arbeiten und einer Flut an wunderbaren Vorbereitungen. Für einen von sechs Geburts-Tagen in der Familie Kirschkernzeit zum Beispiel, der jedes Jahr ganz knapp vor Weihnachten fällt. Ich liebe Geburtstage! Und ich liebe Feiertage generell, obwohl oder gerade weil sie so gross und wichtig mitten im Raum stehen und es irgendwie immer schaffen, dass alles, wirklich alles sich um sie dreht. Ich glaube, die meisten teilen diese Festtags-Liebe mit mir, meine Lieben hier auf alle Fälle, habe ich bemerkt, denn ganz egal wie träge und handarbeits-faul manche von uns auch sein mögen, die restlichen Tage des Jahres; Wenn ein Geburtstag, wenn Weihnachten oder Neujahr oder was-auch-immer-sich-noch-feiern-lässt sich anbahnen, kommt Leben auf. Es wird geplant, in Geheimnissen gekrämt, gebastelt, genäht, manchmal sogar getischlert, ordentlich gekocht und ganz bestimmt gebacken und wie wild aufgeräumt und geputzt (das allerdings bleibt leider hauptsächlich mein Part…). Geschenke entstehen, werden bunt verpackt, Vorbereitungen für einen Feiertagsschmaus beschlagnahmen die Küche und wir sind alle ganz nervös, ob die Torte gelingt, überhaupt die ganzen Überraschungen, der ganze Tag, alles…

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Herrn Kirschkernzeits Geburtstag wurde wunderschön. Eine kleine, wunderbar entspannte Feier, in der ich das Gefühl hatte, alles laufen lassen, mich entspannen und die guten Dinge, die sich da vor meinen Augen abspielten geniessen zu dürfen; Mein Mädchen, wie sie Papas Stuhl dekoriert, Kind2, der voller Stolz sein Päckchen selbstgebackener Linzer-Guezli hervorholt, Kind1 mit einem gigantischen Paket (ein Paket im Paket im Paket natürlich, war ja klar *grins*), um das sich die ganze Familie schart, um hautnah mit dabei zu sein, beim Bergen eines genialen, selbst geschreinerten Feiertags-Holz-Elches (“Siehst du, wie krumm und eckig die Linien sind? Das habe ich absichtlich so gemacht. Damit es richtig nach Comic aussieht.”), die erste Runde “Eile mit Weile” auf dem grossen, bunten Holz-Spielbrett (auch ein Geschenk von Kind1. Er war sehr fleissig in letzter Zeit).
Es machte mich glücklich, zu sehen, wie hungrig sich alle auf das Essen stürzten und dabei ganz zufriedene Gesichter machten (Gulasch mit selbstgemachten Spätzle und Rüebli wird -welche Ehre!- wieder gewüscht. Als Neujahrs-Essen.) Und irgendwie blieb alles so ganz aussergewöhnlich friedlich und feierlich und trotzdem fröhlich und vergnügt… Ich glaube, das wünsche ich mir wieder. Für unser Weihnachtsfest. Für all die Essen und Feierlichkeiten, zu denen wir eingeladen sind in nächster Zeit (zwei, um genau zu sein, aber auch das kann schon ganz schön tricky sein mit so einer grossen, wilden Bande und einer doch eher ausgelaugten, ziemlich schwangeren Mama). Ich wünsche mir, dass die Vorfreude, das ganze Vorbereiten und Geschenke-Machen, das Werken und Schön-Herrichten noch einmal seinen ganzen Zauber verbreitet und uns alle einhüllt in zufriedene Geschäftigkeit und dieses feine Kribbeln, weil es so herrlich aufregend ist, ganz, ganz tief in Geheimnissen zu krämen.
Und all das wünsche ich euch auch, ihr Lieben. Habt ein erfüllendes, entspanntes, geborgenes Weihnachts-Fest im Kreis der Menschen, die ihr liebt!

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berührt: verknotet

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Irgendwie verknotet
oder
“von der Kunst, miteinander umeinanderherum zu tanzen
ohne sich gegenseitig auf die Füsse zu treten”.
Man könnte es auch ganz einfach nur
“Teamwork”
nennen.

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Linzer-Guezli: Backen für kleine Hände

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Linzer-Guezli

Zutaten
* 150 gr. zimmerwarme Butter
* 1 Ei
* 125 gr. Zucker
* eine Prise Salz
* die abgeriebene Schale einer halben Zitrone
* einen halben Tl Zimt
* 1 Messerspitze Nelkenpulver
* 200 gr. gemahlene Haselnüsse (auch geriebene Mandeln eignen sich sehr gut)
* 200 gr. Weissmehl (evtl. geht auch eine Mischung aus Vollkorn- und hellem Mehl)
* ca. ein Glas Himbeer-Konfitüre (am besten nicht zu flüssige. Gekaufte eignet sich offen gesagt besonders gut, weil sie schön dick und klebrig ist)

Zutun
Die Butter, das Ei, Zucker und Salz zusammen in eine Schüssel geben und gut miteinander mischen.
Dann die Zitrone, Zimt, Nelkenpulver, Nüsse und Mehl hinzufügen und nochmals gut vermengen. Es entsteht ein schön weicher, aber kompakter Teig, der sich gut zu Kugeln formen lässt ohne allzu stark an den Händen zu kleben.
Nun von Hand kleine Bällchen formen (keine Bange, sie müssen überhaupt nicht schön rund sein, “Klümpchen” sind auch schon ganz toll). Mit den Fingerbeeren eine Vertiefung eindrücken und Himbeer-Marmelade einfüllen, je nach Vorliebe mit einem Teelöffelchen oder -so wie Kind2- mit spitzen, klebrigen Fingern und jeder Menge Liebe. Bei uns kommen übrigens immer in etwa 40 Linzer-Guezli auf ein Blech, aber das variert ein wenig, sobald meine Kleine mitmischt…

Backen
Auf der zweituntersten Rille des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens ca. 15 bis 20 Minuten backen, so dass der Teig ein bisschen hellbraun wird und ganz unwiderstehlich duftet. Auskühlen lassen und dann sofort gemeinsam degustieren! Sie schmecken wirklich ganz famos nach heile Welt und Sofa-Tagen…

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Nicht immer finde ich es so einfach, all die kleinen Hände in die Dinge, die ich gerade tue, mit einzubeziehen. Ich gebe mein Bestes, kleine Aufgaben für sie zu finden, passend zu ihrer Grösse, ihren Fähigkeiten, zum Projekt, an dem wir arbeiten, aber manchmal ist eben auch das nicht gut genug, und sie gehen leer aus. Leider. Dabei sind es diese kostbaren Augenblicke, in denen wir alle gemeinsam an etwas arbeiten, Seite an Seite, als richtige Familie, die mir ganz besonders am Herzen liegen und in die ich eintauchen möchte, solange es geht, so oft es geht.
Rezepte, wie dieses hier sind für mich darum echte Goldstücke: Jeder findet hier sein Plätzchen, wo er sich voll und ganz einbringen kann. Vom Kleinkind, das in seinen Händchen Teigklumpen knetet und dann nach Herzenslust die Fingerchen hineinbohren darf, über Kindergarten- und Schulkinder, die auch schon gerne beim Abmessen der Zutaten helfen und sich immer sehr viel Mühe geben, die Marmelade ganz besonders ordentlich in die Vertiefungen zu geben, bis hin zum Teenager, der praktisch alles im Alleingang schaffen wird, vom Teig bis zum Blech voller fixfertiger, heisser, duftender Kekse. Ein Plätzchenrezept, das wirklich alle glücklich macht. Auch mich. Weil hier irgendwie einfach nichts schiefgehen kann. Und weil nichts zufriedener macht als eine so fröhliche, absolut versunkene Runde Kinder, die einen dicken Batzen Keks-Teig umringt, umwabert vom süssen, heimeligen Duft frischgebackener Guezli und heisser Himbeermarmelade.

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