Monatsarchive: August 2014

Diesen Sommer… #15

Diesen Sommer möchte ich hinsehen. 10 Mal. In einer Foto-Reihe, mit 10 nicht gerade stummen, aber eher wortkargen Posts mit jeweils einem Bild, das für mich den Sommer wiederspiegelt,
diesen Sommer 2014, so wie wir ihn gerade erleben.

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Diesen Sommer…

… ist mein Mädchen ein Kindergartenkind.
Sie fügt sich gut ein, in diese neue Rolle
bemüht sich
ist höflich, aufmerksam und sehr präsent.
Ein Musterkind.
Ein Kindergartenmusterkind.
Zuhause schwingt das Pendel zurück.
Kein Musterkind.
Sondern ein Kind in… Methamorphose.
Aus einer Form hinaus in die andere
und bis alles fliessend von sich geht,
bis die beiden Rollenmuster sich natürlich ineinander fügen
und wieder zu einem werden,
zu ihr
fällt die Waage hin und her in wilden, schmerzhaften Rucken.
Leer und voll und voll und leer.
Methamorphose bei ihr
und ein Stück weit auch bei mir
Dass diese beiden Wandlungen gerade zur gleichen Zeit stattfinden
macht es nicht einfacher.
Aber ich weiss;
Die Zeit wird alles richten.
Was wir brauchen ist Geduld, und Vertrauen
und sehr viel Verständnis.

Veröffentlicht unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, berührt, besondere Tage, Familienalltag, Kinder | 2 Kommentare

mollig warm in filigran

Meine Liebe zu Malabrigo Rios (in dem ich mittlerweile schon eine Mütze für Mama, einen Pulli für mich und eine rosenfarbene Weste für mein Mädchen gestrickt habe- ein kleines, neues Projekt in Lavendeltönen liegt übrigens just in diesem Augenblick auf meinen Nadeln) ist längst kein Geheimnis mehr. Wie denn auch? Immer wenn ich etwas ganz, ganz toll finde, muss ich einfach darüber schreiben, egal wie oft, egal wie ausufernd. Und es wird mir niemals langweilig dabei (naja, mit Betonung auf “mir”). In meiner alten, weiten, weissen Emaille-Schale in meiner kleinen Büro-Ecke, wo in einer schwarzen Kommode fast alle meine Garne lagern, gut bewacht und immer wieder sorgfältig auf kleine, fiese Wollknabbermonster untersucht (tatsächlich ein Problem in alten Häusern mit Holzdielenböden), liegen noch ein paar Strang von diesem schönen Garn, in weiteren, verlockenden Farben, und ich glaube, irgendwas in mir hat sich insgeheim den Plan gefasst, sich durch sämtliche Farbschattierungen durch zu arbeiten, einfach nur aus purer Lust am Farbenspiel und weil das Ganze so unheimlich sinnlich ist.

Nur… nur gibt es hier seit neuem einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für Malabrigo Rios.

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Darf ich vorstellen? Meine neue Liebe: Madelinetosh Chunky. Hier in der absolut hinreissenden Farbe “Filigree” (was auf Deutsch so viel heisst wie: filigran), eine Farbe, die mir schlichtweg die Sprache raubt, so schön finde ich sie, so märchenhaft und waldig und moosig und wasserweich.
Dieses eher dicke, sehr, sehr, sehr, weiche Garn (mit einer Maschenprobe von ca. 14-17 M je 10 cm), besitzt all die Eigenschaften, die ich an Malabrigo Rios so schätze; Es verstrickt sich unglaublich leicht, relativ schnell, ist herrlich soft und warm und kommt in den wunderschönsten, handgefärbten Farbverläufen daher (unwiderstehlich, absolut unwiderstehlich…) Alles, was mein Strickerinnenherz zum Glühen bringt. Plus -und das finde ich wirklich prima- im Gegensatz zu Malabrigo Rios, das doch eher leicht zu Fusseln neigt und manchmal schon beim Stricken ein bisschen verwuschelt aussieht, scheint “Madelinetosh Chunky” seinen seidigen, perlmuttartigen Schimmer und das glatte Maschenbild länger zu behalten. Glaube ich zumindest. Bisher. Viel Erfahrung habe ich ja noch nicht mit diesem Garn, nur ein Herz voller Begeisterung, aber das ist ja nichts Neues *zwinker*.
Eines immerhin habe ich gestrickt mit “Madelinetosh Chunky”…

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Eine dieser schlichten, schnellen, charmanten Zwergenmützen von Ela. (Tolle Mütze, wunderschöner Blog, und auf ihr Buch bin ich auch schon ganz gespannt…!)
Elas Anleitung ist simpel, übesichtlich und wirklich süss bebildert mit diesen beiden verschmitzten Zwergenkindern auf dem Titelfoto. Ich werde immer wieder nach der Anleitung für “meine” heissgeliebte Elfenmütze ( aus  Joelle Hoverson’s “More Last Minute Knitted Gifts” “Geschenke aus dem Wollkorb”) gefragt und muss immer wieder enttäuschende Antwort-Mails verschicken, weil ich Copyrights wirklich wichtig finde und mit fremden Ideen-Reichtum achtsam umgehen möchte. Mit Elas Zwergenmütze und ihrer schönen, frei erhältlichen Anleitung kann ich jetzt endlich bei allen Absagen ein kleines Trostpflästerchen in Link-Form mitreichen.
Auch Zwergenmützen können Elfenmützchen sein.

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Meine Zwergenmütze in wasserwaldundwiesengrünem Tosh Chunky Filigree wird allerdings nicht lange eine Zwergenmütze bleiben (obwohl mich das zufriedene, lustig-freche Grinsen meiner Zwergenmützen-modelnden Kleinen wirklich fast wieder um den Finger wickelt). Sondern wieder aufgeribbelt und neu verstrickt (ich weiss auch schon worin!). Irgendwie finde ich, sind meine Maschen mit diesem Garn und dieser Nadelstärke (4.5) zu dicht und damit zu wenig anschmiegsam geworden und das ganze Mützchen insgesamt zu wenig … “richtig”. Vom Fehler in den Abnahme-Runden, der mich- ich schwör’s- noch bis ans Ende meiner Tage stören würde, ganz zu schweigen.
Aufribbeln, ja. Genau. Manchmal muss man einfach tun, was man tun muss. Irgendwie passt es so einfach niemandem so richtig im Hause Kirschkernzeit, “anders” dann aber ganz bestimmt wieder; das Garn, verstrickt in einer neuen Pebble wahrscheinlich, und die Zwergenmütze, in einem zweiten Anlauf, aus… ich weiss noch nicht… Malabrigo Rios? Ihr wisst ja; alte Liebe rostet nicht…

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Diesen Sommer… #14

Diesen Sommer möchte ich hinsehen. 10 Mal. In einer Foto-Reihe, mit 10 nicht gerade stummen, aber eher wortkargen Posts mit jeweils einem Bild, das für mich den Sommer wiederspiegelt,
diesen Sommer 2014, so wie wir ihn gerade erleben.

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Diesen Sommer…

… versuche ich, etwas von dem umzusetzen,
was ich in all den Jahren Muttersein
für mich gelernt habe:
Dass es gut ist, richtig, wichtig und manchmal
unabdingbar
sich Zeit zu nehmen.
Für sich selber,
fürs Füssehochlegen und Kräftesammeln
fürs Auchmalschwachsein und bedürftig
fürs Ja-Sagen zu angebotener Hilfe und
einem himmelblauen Sommerfirmament
das einlädt, still zu werden, zu ruhen
sein zu lassen was ist und wie es ist
und sich mit vollem Herzen zu freuen
an diesen letzten
herrlich warmen, sattgrünen und so entspannten
Sommer-Momenten.
Momenten wie diesem hier.
Man lernt im Leben dazu, schätze ich.

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Diesen Sommer…#13

Diesen Sommer möchte ich hinsehen. 10 Mal. In einer Foto-Reihe, mit 10 nicht gerade stummen, aber eher wortkargen Posts mit jeweils einem Bild, das für mich den Sommer wiederspiegelt,
diesen Sommer 2014, so wie wir ihn gerade erleben.

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Diesen Sommer…

… war ich kaum je im Garten.
Ich weiss nicht so genau, warum
aber es war irgendwie einfach… kein Gartensommer.
Kein Gartenjahr überhaupt.
Da gab es immer andere Orte, wo wir uns wohler fühlten
andere Aufgaben, die mir wichtiger vorkamen, dringlicher, entspannter, unbehinderter.
Und ich habe erkannt: Meine Kinder sind keine Gärtner.
Sie mögen die Natur und barfusslaufen, fussballspielen, freiluftbaden
lieben Käferchen und Raupen und was manchmal daraus entschlüpft
aber Gartenarbeit und Gemüsebeete vermögen sie kaum zu fesseln.
Das wäre wirklich nur meins.
Und für nur meins ist die Zeit einfach noch nicht reif, glaube ich.

Darum; diesen Sommer blieb mein Garten
einmal mehr
verwildert, frei und ungehegt
mit kranken Rosen, gutmütiger Kamille
mit einem wahren Vulkan von Wermut,
unglücklichen Tomaten und zufriedenen Marienkäferchen
und als ich ihn
nach fast einer Woche Halbwegs-Bett-Ruhe
(mein Körper will gerade nicht so wie ich es gerne hätte)
wieder besuche, bin ich verblüfft über
die Langsamkeit und Zaghaftigkeit
mit der er reift, blüht, welkt, sich verändert.
Zu kühl, zu nass, zu… fremd
war er, dieser Sommer.
Nur die Zuchini
meine dritte und vierte erst in diesem Jahr
sind unverdrossen gewachsen
und ich finde zwei kleine, grün-gelbe Zeppeline
zwischen den mehltaubenetzten Blättern.

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