Monatsarchive: März 2014

Pretty as a Picture

Okay… das mit der spätabendlichen (wohl eher spät-nächtlichen *hüstel*) Nährunde hat dann doch nicht mehr geklappt. Natürlich nicht, nachts um die Uhrzeit (die natürlich immer dieselbe bleibt, wenn ich meine Blogposts schreibe, Macht der Gewohnheit, schätze ich. Ich alte Nachteule). Aber das macht nichts. Ich glaube, abends ganz für mich alleine zu nähen, das hab‘ ich ohnehin ein bisschen verlernt, seit ich meine Kleine habe. Oder vielleicht habe ich es mir vielmehr gar nie so richtig aneignen können, so etwas wie Feierabend-Nähen, denn als ich zu nähen begann, damals mit meinem Mädchen noch ganz klein, da waren meine Abende bereits voll besetzt mit zwei Jungen, die eben erst lernten, allein, bzw. zu zweit in einem Zimmer (ein-) zu schlafen und noch sehr viel Zeit und Zuwendung brauchten, bis sie zur Ruhe kamen, nach zwei, drei Geschichten und viel Kuscheln und gutem Zureden… Dann war da mein Baby-Mädchen, die niemals, wirklich niemals vor halb zehn/ zehn Uhr nachts einschlafen konnte. Von Geburt an. Und das Babykind -das nun keines mehr ist, nur noch ganz insgeheim und tief in meinem Herzen- mittlerweile ein Kleinkind auf zwei Knubbelbeinchen, mit ersten Worten (wenigen) und ganz eigenen Ideen und Erkundungs-Gelüsten (vielen)- tut es ihr gleich. Nicht dass sie nicht einschlafen würde, nein, in dieser Hinsicht bin ich verwöhnt seit ein paar Wochen (um 21 Uhr schlummert sie in meinen Armen davon), aber ihr Schlaf ist sehr sensibel und irgendwie auf ganz sonderbare Weise mit mir verbunden: Sobald ich den obersten Stock verlasse, in dem unser gemeinsames Bett steht, wird sie unruhig und wacht auf. Merkwürdig, aber es ist so. Und nach unzähligen fehlgeschlagenen Versuchen, mich heimlichst und auf Zehenspitzen davonzuschleichen, um eben doch noch einmal an die Nähmaschine zu sitzen (ganz unten im Haus übrigens, wo mich keiner hört), habe ich … aufgegeben. Was nicht sein soll, soll eben nicht sein. Und eigentlich… bin ich ja auch ganz gern ihrer Nähe…

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Nun, unter diesen Umständen sieht mein Näh-Tisch (der gleichzeitig unser Stubentisch ist) natürlich immer ein bisschen überfüllt aus. Weil ich nie für lange an einem Stück arbeiten kann und jeden Schritt mehrfach unterteilen muss, so dass er irgendwie in eines dieser 5Minuten-Päuschen passt, die sich im Verlaufe eines Tages für mich auftun. Überall rund um die Nähmaschine liegen darum zugeschnittene Teile, Fadenspuhlen, Schere und Rollcutter (ausser Reichweite meiner Kinder), Nadelkissen und Bügeleisen samt einem fast rund um die Uhr aufgeklappten Bügelbrett. Mein Wohnzimmer ist mir zum Nähzimmer geworden. Und wenn mich das unvermeidliche Chaos auch manchmal frustriert- es ist schön, immer mal wieder einen Blick auf ein langsam wachsendes Projekt zu werfen, auf fertig zugeschnittene Stoffstücke, die geduldig aufs Versäubern warten vielleicht (so wie jetzt gerade, ein zweites Jersey-Shirt für mein Mädchen ist in Arbeit). Eine gute Freundin von mir hat mir einmal verraten; „Ich versuche jeden Tag mindestens etwas zu tun, was mir Freude macht“. Und ich glaube, diese verstreuten Näh-Momente mitten in all dem Durcheinander, sind so kleine Freuden-Macherchen. Kurz aber wertvoll.
Besonders dann, wenn es schöner Stoff ist, der da im Gewühl auf mich wartet. Ich glaube, diese Lektion habe ich gelernt; Das Material, das in meinen Händen liegt, muss wirklich etwas Gutes sein, damit es mir auch gut tut. Feines Naturgarn beim Stricken, schön gefärbt, Stoffe aus reinen Natur-Materialien in Farben und Mustern, in denen ich mich verlieren kann und wo ich mich verbunden fühle. Alles fühlt sich … einfach nicht richtig.

Bei den Huck Finn Pants meiner Kleinen waren es schlussendlich Stoffe zweiter Wahl, die (endlich! doch! noch!) zum Einsatz kamen. Und das war in Ordnung so. Ein Happy End auf seine Weise. Bei der Meerjungfrauen-Tunika für mein Mädchen hingegen … kam es wie es kommen sollte, der richtige Stoff für das richtige Projekt am richtigen Ort; mein Mädchen ist natürlich hingerissen von dem blondgelockten kleinen Ding (hm… blondgelockt? Kommt mir irgendwie bekannt vor…) mit Fischschwanz und türkisblauem Meeresgrund … aber ich? Ich muss gestehen, meine Vorstellung von schönem Stoff sieht, naja, ein kleines bisschen anders aus… weniger kitschig, weniger süss, weniger mädchenhaft. Aber ich nähe ja schliesslich nicht nur für mich, hab‘ ich Recht? Ich nähe, um Freude zu machen, anderen… und genau dadurch auch mir selbst.

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Ganz anders ging es mir hingegen mit diesem Stoff. Ganz anders sogar. Dieser Stoff war Liebe auf den ersten Blick, und zwar Amors Pfeil ganz tief und direkt ins Herz. Dieser Stoff… bin ich. Und ich wusste es sofort; Nicht nur ich, auch meine Kleine.

Sie muss erst ein paar Monate alt gewesen sein, als ich etwa eineinhalb Meter „Bold Stripes“ in „Lavender“ von Kaffe Fassett bestellt habe. Für mein Babykind, soviel stand fest. Und ich glaube, vor meinem inneren Auge entstand damals schon ein kleines, schlichtes Mädchenkleidchen aus warmen lila-violett Tönen mit einem Schuss Senf und Türkis, sachte gerafft und ein klein wenig romantisch. Manche Stoffe tragen ihre Geschichte schon von Anfang an in sich…

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Anna Maria Horners „Pretty as a Picture Dress“ hat mir immer schon gefallen, schon als mein Mädchen noch ein Baby war und ich mich mit ihren „Quick Change Trousers“ an eines meiner allerersten Hosenpaare wagte. Zu einem Kleidchen für sie kam es nie. Mir fehlten Zeit und Mut und all die kleinen Kniffe, um ein bisschen Näh-Vergnügen in meinen Alltag hinein zu schmuggeln, aber die Lust auf Nähen blieb und der Wunsch nach klitzekleinen, süssen Mädchenkleidern auch, und jetzt mit meiner Kleinen scheint plötzlich so viel mehr möglich zu sein, so viel mehr Nähen und Umsetzen kleiner Träume… Für sie ist es nun entstanden, mein „Pretty as a Picture“-Kleidchen. Zu guter letzt. Allerdings ohne den typischen Picture/Rahmen-Effekt. Den kontrastierenden Stoff-Blätz in der Mitte habe ich nämlich weg gelassen und den Rockteil dafür  aus nur zwei gleichgrossen Teilen zugeschnitten. So ist es ruhiger. Gleichmässiger. Feiner. Und genau das passt so gut zu meiner Kleinen. Ruhe, Gelassenheit, ein bisschen vorsichtigsein…

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Ist es nicht sonderbar, wie sehr ein Stoff, wie sehr ein Stückchen Kleidung
zu einem Menschen gehören kann?
Dieses Kleidchen jedenfalls ist schon jetzt ganz und gar ihres

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stille Schönheit

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: von meinem Mädchen zu einem kleinen Turm aufgeschichtete Sofakissen, die mich daran erinnern, wie unglaublich schön Patchwork doch ist, und wie froh es mich macht, mich damit zu umgeben :

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: ein frisch vom Herrn Kirschkernzeit aufgehängter Spiegel vom Trödler, der so schön brav und adrett an der Wand einfach viel eleganter wirkt als wie bisher nachlässig angelehnt. Ich bin kein Glamour-Fanatiker- aber so ein Hauch von Gold und royaler Noblesse, das hat schon was… :

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: ein fast vollständig frei geräumtes Inspirations-Board, das, gänzlich in blassem Reinweiss und im Moment einzig mit einer Auswahl meiner Lieblings-Schnittmuster bestückt, plötzlich richtig nobel wirkt und … wie vorbereitet für einen weiteren Näh-Abend unten in der guten Stube (wirklich sehr verlockend … hm… ob es heute noch reicht dafür…?) :

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: handgetöpferte Teller, spitzenverziert (entdeckt damals bei einem Streifzug durch meinen allerliebsten Trödelmarkt) und jetzt endlich, endlich auf einer Wandkonsole einigermassen repräsentabel arrangiert (Danke, Herr Kirschkernzeit, fürs viele Löcherbohren und Konsolen-Winkel-Streichen (weil weiss natürlich nicht erhältlich war, eine gewisse Frau Kirschkernzeit aber durch nichts und niemanden von weissen Regalen abzubringen war *hüstel*)) :

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: neue Schuhe (schon etwas abgenutzt bereits, aber sagenhaft bequem; von“El Naturalista“) auf ausgebleichtem Asphalt, wo der der verwaschene Kreidestaub erster Frühlings-Boden-Zeichnungen meiner Kinder mich an die Aquarellbilder eines Waldorf-Kindergartens erinnert :

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: eine Blume, eine einzige nur, aber was für eine! Ihr knalliges Orange ist mutig und euphorisch, eine Ranunkel, kompromisslos und kraftvoll- genau wie der Frühling :

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: erste Schmetterlinge auf mollig weichem Bio-Baumwoll-Jersey (illustriert von ihr, gekauft hier, zu Faden gebracht hier ). Für mein Mädchen. Damit der Stoff-Vorrat schrumpft, das Kind etwas Hübsches zum Anziehen findet, wenn das neue Garten-Jahr ins Rollen kommt… und einfach nur so, weil’s so ungeheuer viel Spass macht :

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: die rotgewandete Prinzessin an meiner Küchenwand. Ein Werk meines Mädchens, einzigartig und wunderbar kindlich, naiv, schlicht, auf das Wesentliche reduziert- und trotzdem so detailhaft; 5 Finger („Ich habe extra nachgezählt, Mama“), Hals, Taille, Gold-Krönlein mit Zacken, ein feiner Streifen lila Himmel- und dann diese Schweinchen-Nase! Einmalig. :

*

Im Augenblick fühle ich mich zum Bäume-Ausreissen. Motiviert und euphorisiert und schlicht und ergreifend frühlingshaft belebt. Natürlich ist das tückisch. Vor allem nach so viel Winter-Starre-Dasein die letzten Monate über. Jetzt, wo ich das hier schreibe, spüre ich, wie es mich ganz verdächtig zwickt im Kreuz, und so viel blinde, unvernünftige, Begeisterungs-getriebene Lebensfreude ist bestimmt auch alles andere als objektiv (das kennt man ja von frisch Verliebten)… Aber es hilft nichts; Ich schwebe auf Wolke 7, mit dem Frühling durch den Tag. Ich grabe unsere Gartenbeete um, jäte, räume auf und um wie eine Wahnsinnige (kein Witz; samstags habe ich über eine Stunde lang Stuben-Möbel herumgeschoben, hin und her, quer durchs Zimmer- bloss um dann festzustellen, dass es so wie es bisher war eigentlich doch am allerschönsten aussieht…). Ich bestelle neue Wolle (ja, schon wieder, aber diesmal habe ich auch wirklich das perfekte Projekt für die perfekte Wolle– hoffe ich, Frühlingswärme hin oder her), tauche ein mit beiden Händen in all meine angesammelten Stoff- und Garn-Schätze und merke, wie ich -wie verschwenderisch!- plötzlich sogar sorgfältig gehortete Stapel hervorziehe, anbrauche, verbrauche, darin schwelge
Oder ich sitze draussen im Garten und sauge mich voll mit Sonne, Wärme, Licht und Luft…

Und all das ist so schön! Auf stille, einfache, ganz boden-nahe Art und Weise.
Stille Schönheit, üppig und erdverbunden.
Wunderbar.

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berührt: Kindschlaf

„Berührt“ heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

DSC_2613Unschuld pur

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für mein Mädchen: eine Meerjungfrauen-Tunika

Heute war es richtig unsinnig warm und sonnig, und wir ganze 80 Minuten lang unterwegs unter freiem, wolkenlosen Himmel, raus über den Hügel, zu Fuss zu meiner Mama. Es war herrlich. Wie eine kleine, dichte Traube zottelten wir alle durch die Landschaft, und es quasselte und lärmte in einem fort, ohne Gemecker, ohne Reibereien, ohne Nervosität, immer in Bewegung, gemeinsam, mit einem klaren Ziel vor Augen und jeder Menge Zeit, in unserem Tempo.
Schön. So lässt es sich leben, finde ich.
Und die ganze Zeit über trug meine Kleine eine ihrer neuen Huck Finn Pants, die in Dunkelblau aus einem japanischen Stoff (damals vom Strickcafe, jetzt aber leider dort vergriffen), ausgerechnet diejenige, von der ich dachte, ich würde sie ihr ewig lang nicht anziehen, weil sie so ernsthaft und streng wirkt. Aber: Ich habe mich geirrt. Tatsächlich glaube ich, wird das „ihre“ neue Lieblings-Hose werden. Dieses ruhige, klare, fein gemusterte Blau gefällt mir nämlich plötzlich besonders gut an meiner kleinen Maus… besser vielleicht sogar als die bunteren, wilderen Blumen-Drucke der beiden anderen Hosen-Paare.
Mit Stoffen… ist das so eine Sache; Manchmal verliebe ich mich Hals über Kopf in ein Design und ob ich nun weiss wofür oder nicht, ich brauche dann ganz, ganz dringend wenigstens ein Appetithäppchen davon, 25cm oder so, vielleicht auch mehr, je nach Schmetterlingen im Bauch. Vielleicht weiss ich auch schon was ich damit anfangen werde, mir schwebt ein Projekt vor oder die Persönlichkeit des Menschen, für den ich nähen möchte, und das kann ganz klar und deutlich sein für mich… bis ein bisschen Zeit vergeht. Und das Bild langsam verblasst, während mein neuester Lieblings-Stoff im Regal Staub ansetzt.

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Es kommt vor, dass ein ehemals heiss geliebtes Stückchen Stoff mir -wenn ich es dann nach Ewigkeiten wieder hervorkrame- plötzlich fremd vorkommt. Überholt. Wie etwas, das eigentlich gar nicht mehr so wirklich zu mir gehört. Und auch die Persönlichkeit, für die ich ihn vernähen wollte, hat sich verändert. Das ist dann immer ein bisschen traurig; Daran, dass ein Stoff plötzlich nicht mehr passt, irgendwie, erkenne ich, wie die Zeit vergeht…
Die drei Huck Finn Hosen für meine Kleine, sind ausnahmslos aus genau solchen Stoffen entstanden. Stoffe, die mich vollkommen überzeugt haben, damals, für die ich klare Pläne hatte und ein gutes, warmes Gefühl im Bauch. Aber dann einfach nicht die Zeit.
Und jetzt ist ihre Bestimmung eine andere geworden, aus den geplanten „Ja, das ist es!“- Projekten für mein damals noch etwas jüngeres Mädchen wurden ganz einfache, schon sehr vertraute und nicht mehr ganz so aufregende Hosen für meine Kleinste, bereit, zerschlissen und verbraucht zu werden, einen ganzen Frühling-Sommer-Herbst lang. Dann werden sie entweder in Fetzen hängen oder zu klein geworden sein…

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Der Stoff („Storyboek 2“ von „Birch Fabrics“)  für diese kleine Tunika hier hingegen, hatte mehr Glück. Ich erinnere mich, wie ich ihn –es war eisiger Winter, ich weiss es noch genau- in einem wahren Freudentaumel bei „Cotton &  Color“  bestellt hatte, hellblauen Bio-Baumwoll-Stoff mit dickem Wal und einer ganz entzückenden kleinen Meerjungfrau, damals zusammen mit anderen Prints von Birch Fabrics. Mir war auf Anhieb klar; daraus wird ein Sommerkleidchen. Für mein Mädchen, mein Grosses.

DSC_2594 DSC_2591Und genaus so kam es. Wenn mir für ein Sommerkleidchen auch ein klein wenig Stoff-Länge fehlte. Dafür reichte es für eine kleine, luftige Sommer-Tunika, die herrlich flattert im Wind und so hell und frisch aussieht, dass ich augenblicklich in Sommerlaune komme. Weiss gebleichtes Blondhaar, dünner, heller Sand und Wasser, das im Sonnenlicht funkelt und glitzert… Ein Hauch von Freiheit.

Das Original-Schnittmuster -„Blouse with Crocheted Doily Trim“ aus „Carefree Clothes for Girls“ (ein Buch, das ich wirklich sehr, sehr gerne mag)- hätte noch ein paar nette Details mehr gehabt, mit eingenähte Spitzendeckchen zum Beispiel, unversäuberte Franse-Säume und kleine, ausfransende Rüschen-Ärmelchen, aber das habe ich, ganz ähnlich wie schon beim ersten Kleidchen für mein Mädchen, alles weggelassen. Spitzendeckchen und Rüschen sehen zwar prächtig aus, auch unversäumte Nähte, richtig platziert, und die Fotos im Buch sind absolut entzückend, aber für im wahren Leben … nicht unbedingt das Richtige, denke ich, nicht wenn man vier ist und ein kleiner Wildfang, der toben will und schmutzig wird und sich drei Mal am Tag umziehen muss. Da sind Kleider gefragt, die ein wenig mehr aushalten. Warmes Seifenwasser und Schleudergänge und den einen oder anderen kräftigen Schrubber mit Gallseife und Schwamm…
Ich hoffe doch, die kleine Meerjungfrau und ihre Kumpanen sind für so was gewappnet.

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Die Schrägbänder habe ich einmal aus dem Meerjungfrauen-Stoff selber gemacht, für die Arm-Ausschnitte (die übrigens eher weit ausfallen, fast ein bisschen zu weit, würde ich sagen, aber es gibt Schlimmeres, oder?), und dann für den breiteren Schrägstreifen an Hals und am unterem Saum aus „Tilda Star Grey Brown“.
Schrägband selber machen, kostet einiges an Zeit, und ich bin jedes Mal aus Neue überrascht, wie viel Zeit und Schwitzerei es braucht, bis so ein Streifen fertig gebügelt und zum Einfassen bereit vor einem liegt. Aber ich merke, wie ich so langsam hineinwachse in diesen Prozess, plötzlich sogar so was wie Spass habe am Kombinieren und Tüfteln der „richtigen“ Stoff-Wahl, denn in so einer kleinen, dünnen Stoff-Einfassung steckt wirklich unglaubliches Potential, die einem all die Mühe sofort vergessen lässt…

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So. Ein Sommerkleidchen. Der Sommer kann also kommen.
Oder vielleicht doch erst einmal der Frühling…

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