Monatsarchive: März 2014

Zur Zeit…

DSC_2782-002
Zur Zeit…
bin ich dankbar für jedes gute Wort und jede Art von auferbauender Botschaft. Nicht weil irgendetwas besonders Schlechtes passiert wäre… sondern einfach nur so. Weil ich mich manchmal so unzulänglich fühle, weil nicht alles so läuft wie ich es mir wünsche, weil der Vulkan in mir brodelt und … nun weil wir Menschen das manchmal eben nötig haben.

DSC_2743

Zur Zeit… versuche ich, die mir schon so lieb gewordene Familien-Malstunde wieder neu zu beleben, sie wieder stärker zu integrieren in unseren Alltag und mir vor allem wieder ganz bewussst vor Augen zu führen, dass das möglich ist, das Malen mit 4 Kindern. Und dass die ganze Kleckserei rundherum und die nicht eben unrelevante Vor- und Nacharbeit von Bereitlegen und Wieder-Aufräumen, das Ganze wert ist. Auch wenn ich selber dabei sehr wahrscheinlich kaum ein paar Pinsel-Striche zu Papier bringen werde und meine Kleine den halben Farbkasten auf ihre Unterarme pinselt…

DSC_2775
Zur Zeit… wird hier einiges gespielt. Kartenspiele (genial: “Bohnanza”), Schach, Brettspiele, Federball und Pingpong draussen im Garten. Und mein Mädchen reiht Buchstaben an Buchstaben und liest mir ihre Bücher vor (als “Überraschung”), deren Sprache einzig sie allein entziffern kann (Wobei; heute entdeckte ich den Namen ihrer kleinen Schwester auf einem ihrer vollgekritzelten Blätter- fehlerfrei). Ach ja, und der Spruch (von Oscar Wilde), der ist auch sehr nett. Prächtig für jemanden in meiner Stimmungslage…

DSC_2767
Zur Zeit… hat Herr Kirschkernzeit über zwei Dutzend Pflänzchen vorgezogen (Was genau? Öhm… keine Ahnung), Kind1 seine ganze Liebe in eine einzelne, bereits ordentlich gross gewordene Bohnen-Pflanze auf dem Fensterbrett gesteckt (eine Art… bösartige Schmarotzer-Pflanze, wie ihr an den armen, aufs Hässlichste zerzausten Krokussen unter ihrem Stängel erkennen könnt). Und ich? Ich habe gar nichts angesäht. Wirklich rein gar nichts. Ich schätze, ich werde dann einfach faul ins Gartencenter gehen und Fertig-Setzlinge in die Erde stecken. Und so was will einen grossen Garten haben, tztztz…

DSC_2810-001

Zur Zeit… bin ich ganz vernarrt in dieses kleine, hölzerne Ding (für einen Fünflieber vom Brocki, ein Glücksgriff!), das so lustig rundumzwirbelt und mir in den letzten paar Tagen sicher an die 6 bis 7 Strange Wolle zum Knäuel gewickelt hat. Und in das andere kleine Ding, das rechts unten im Bild bin ich natürlich auch ganz vernarrt, sehr sogar, bis über beide Ohren, wenn ich’s mir recht überlege, vor allem wenn es so unwiderstehlich süss grinst. Aber das wisst ihr ja längst, hab’ ich recht?

DSC_2841

Zur Zeit… versuche ich, innerlich wieder ein bisschen mehr zur Ruhe zu kommen. Stricken ist gut, ja, aber ich glaube, lesen ist besser im Moment. Da muss man nichts leisten, keine Reihen zählen und läuft niemals Gefahr, Fehler zu begehen, die einem dann wiederum an den frisch erholten Nerven zerren. Gerade liegen viele dicke Staplen aus meiner kleinen haus-internen Bibliothek auf meinem Nachtisch. Und verstreut überall im Haus, immer da, wo ich mich hinsetze im Verlaufe eines Tages. “The Gentle Art of Domesticity” mitten auf meiner Bettdecke (Ich mache immer die Umschläge ab, wenn ich lese. Damit sie nicht so zerknittern.). “More Last-Minute Knitted Gifts” hier neben meinem Laptop (Ich will meinen Woll-Vorrat schrumpfen sehen! Vielleicht das Peret von Seite 70? Hm…). Unten auf dem Sofa-Tischchen Carl Larssons “Unser Heim” neben “Radical Homemakers”. Und auf dem Schemeli neben der Toilette: “Handmade Home”. Weil allein schon das Cover so besänftigend wirkt.

DSC_2811
Zur Zeit… tut es unheimlich gut, diese kleinen, feinen Gesten zu sehen, mit denen mein Mädchen Freude in die Welt hinausträgt. Wie mit dem dicken (und trotzdem dünnen) Strauss Wiesen-Priemelchen, den sie mir heute entgegen gestreckt hat, als wir draussen im Garten arbeiteten. Mit dem enorm lauten, unfassbar hohen, vor allem aber sehr, sehr herzlichen und fröhlichen “Grüezi!”, das sie jedem, der ihren Weg kreuzt vollkommen aufrichtig entgegen kräht. Mit der Zeichnung für eine liebe Freundin und Mit-Bloggerin, die morgen Geburtstag hat (Ja, ihr Geschenk ist auf der Post! Pünktlich! *schulterklopf* Nur … ähm … die Zeichnung ist noch hier…). Oder mit diesem einen, so wunderbaren Satz hier: “Mama, kann ich dir helfen?”  Einer meiner Lieblings-Sätze. Den könnte ich jeden Tag 150 Mal hören. Mindestens.

 

Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, Familienalltag | 3 Kommentare

berührt: Intermezzo

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.

DSC_2790

Berührt… Was mich berührt momentan? Oder berührt hat, besonders, diese Woche über? Hm… Vieles. Diese Woche war ich ständig so müde und ausgelaugt bis auf die Knochen, dass es nie viel brauchte, um mich auf die Palme zu bringen. Oder den Tränen nahe. Auch Tränen der Freude. Oder des Wahnsinns. Obwohl ich, glaube ich, eigentlich überhaupt keine vergossen habe, die ganze Woche über nicht. Aber berührt hat mich vieles, wie gesagt, bewegt und umgehauen oder auch einfach nur angesprochen, innerlich, und das ist es ja im Grunde auch, was einem bewusst macht, dass man lebendig ist; das Ansprechen auf Situationen, auf Menschen, Dinge, Bilder, Reize, das Berührt-Sein, weil aussen an einem eine Welt existiert, die immerzu in Kontakt zu treten versucht. So wie wir auch mit ihr wahrscheinlich.
Allerdings sind mir die Zeiten doch lieber, in denen ich mehr positive Resonanzen geben kann *hüstel*. Aber naja. Das Leben besteht aus Phasen, (ich erinnere mich) und ich sollte eigentlich wissen, dass nicht nur Kinder ihre einfacheren und schwierigeren Phasen durchzustehen haben…
Nun, ich glaube, ganz besonders berührt hat mich diese Woche: Der Schnee. Dieser regelrechte, wahnsinnig dickflockige, kalte, nasse Schnee, der sich wie ein feuchtes Leintuch über all unsere Schneeglocken und Primelchen-Kissen gelegt und den ganzen schönen Frühling unter sich begraben hat. Einfach so. Und das nach satten, mollig warmen 20 Grad, einer tagtäglich fröhlich vom Himmel schielenden Sonne und einer superkallifragilistisch guten Frühlingswetterlaune, zum Bäume ausreissen und was man sonst noch so macht, wenn einem alles vorkommt wie ein Kinderspiel. Die Wetterprognosen waren zwar ziemlich klar, was dieses Winter-Intermezzo angeht, aber ich konnte es nicht glauben, und muss sagen; damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

DSC_2787
Die dicken Wintersachen musste ich erst wieder aus dem Schrank kramen, ausmotten vielmehr. Zwei Tage lang lag die Welt in weiss. Rein wie eine Braut. Nur frostiger. Irrsinnig frostig und irrsinnig weiss nach dem ganzen Grün und Frühlingspastell. Unfassbar.
Aber trotzdem schön. Was mir genauso irrsinnig vorkommt, dass ich diesen Schnee tatsächlich schön finden konnte, immerhin hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits -in meinem Kalender steht es schwarz auf weiss- Frühling, und es wird einem schon ein wenig sonderbar zu Mute, wenn einem die Kinder ausgerechnet in den ersten Frühlingstagen draussen Schnee schippen gehen, wohlbemerkt zum ersten Mal in dieser Saison, also im Grunde eine volle Jahreszeit zu spät.
Doch schön fand ich ihn, den Schnee, das lässt sich nicht leugnen. Schön darum, weil er so gut zu mir passte. Mir war so nach Winterschlaf. Nach Einigeln. Nach Ruhe und Gemütlichkeit und lauwarmer Hafergrütze (tatsächlich ass ich schüsselweise Haferbrei).
Und ausserdem: Ich gehe ungern, ohne richtig Abschied zu nehmen. Und dieser Winter… also, so wirklich Adieu gesagt hat der ja nicht, schliesslich war er gar nicht recht da…
Das hat er dann nun wohl nachgeholt. Mit schneebedeckten Gärten, gepfadeten Strassen und brautweissen Feldern. Ende März.

DSC_2788
Die Primeln leuchten heute wieder, die Narzissen strecken ihre Köpfe einer unverdrossen auf uns niederlachenden Sonne entgegen, als wäre nichts gewesen. Der Schnee ist geschmolzen. Ratzebutz.  Die Natur hält sich an ihren Terminkalender.
Ich habe beschlossen, meinen Winterschlaf aufzugeben. Und kämpfe nun mit der Frühjahrs-Müdigkeit.

Veröffentlicht unter Augenblicke, berührt, Themen-Reihen, this moment | 6 Kommentare

Ein Päuschen

Ich hatte ohnehin darüber nachgedacht; ein kurzes Blog-Päuschen könnte ganz nett sein eigentlich… Aber da ist so vieles, was ich euch zeigen möchte und so vieles, worüber ich nachdenke und das sich zusammensammelt hier in meinem Alltag… Und eine Pause braucht immer so viel Platz auf. Aussderem, naja… ich bin ja auch nicht sonderlich gut darin, wirklich keine Posts zu schreiben… Aber dann wiederum ist es so: Mein PC hat gerade so was wie akute Foto-Einstell-Probleme bekommen heute abend, und weil ich jetzt im Augenblick ohnehin kein Bild einfügen kann hier in meinen Kirschkernzeit-Posts (Hoffentlich bloss momentan- ich vertraue mal darauf, dass sich dieser Spleen wieder verflüchtigt *alarmiert guck*. Aber ich hab ja noch den Herrn Kirschkernzeit. Der kriegt das schon hin.), mache ich gleich mal Nägel mit Köpfen und erkläre die nächsten drei, vier Tage zur Pausen-Zone.
Bis spätestens Freitag also (so Gott will). Mit mindestens einem “This Moment”- oder “Berührt”-Post.
Habt’s gut! Und geniesst den unverhofft zurück gekehrten Winter (endlich mal ein wenig Schnee, yeah! Obwohl der März nun doch etwas unpassend ist dafür…)

Veröffentlicht unter über das Bloggen | 3 Kommentare

berührt: Phasen

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

DSC_2697
Ich muss zugeben; Manche Zeiten finde ich einfach nur schwierig. Egal, wie das Leben aussieht und ganz gleichgültig wo man gerade steht, immer wieder gibt es Bereiche, wo alles in Wanken kommt und der Boden unter den Füssen bebt. Und irgendwie erschüttert das einem. So ein klein wenig. Oder auch mal mehr.
Im Muttersein -so kommt es mir vor- sind solche Momente besonders häufig, vor allem wenn man mehrere Kinder hat, die sich dann so quasi abwechseln mit Entwicklungs-Hüpfern, mit Ängsten in neu beschrittenen Lebens-Abschnitten, mit neu erwachten Bedürfnissen, weil sie einfach älter werden, anders, in einem wachsenden Körper sich häutende, entfaltende, wandelnde Wesen sind. Kinder heranwachsen zu sehen und sie bei jedem Schritt zu begleiten, das ist mein Leben. Ein gutes Leben, von dem ich keinen Tag missen möchte. Und doch… also offen gestanden,  manchmal wankt mein Boden doch ganz enorm unter meinen Mama-Füssen, und während ich versuche, mein Bestes zu geben, zu verstehen, was in meinen Kindern vorgeht und zu erspüren, wo sie eine klare Führung brauchen und wo einfach nur etwas mehr Geduld und sanftes Erklären, während all dem wünschte ich, da wäre einer, der mir sagen könnte, wann oder wie (und ob überhaupt?) das alles wieder zur Ruhe kommt.
Aber da gibt es niemanden.
Darum versuche ich es selber. Mir klar machen, dass das Leben als Mutter einfach so ist. Ein Stück weit eine Reise ins Ungewisse, weil man liebt und gibt und scheinbar alles hat- und dann trotzdem loslassen muss, ziehen lassen und reifen lassen und darauf vertrauen, dass es gut kommt schlussendlich, oder einfach so, wie es kommen muss. Nicht nur, wenn sie gross werden, so richtig gross, sondern jetzt schon, schon mit bald zwei, schon mit vier, mit sieben oder elf (okay, das ist dem richtig gross ja bereits ziemlich nahe, oder? ).

Dieses Bild hier wird mich wahrscheinlich immer daran erinnern; Wie schnell alles sich wandeln kann, von einem Augenblick auf den anderen, vor allem in einem Kinderleben- und damit auch in meinem.
Dieses Bild erzählt davon: Mein Kind, wie ich es kaum kenne, buchstäblich ausser Rand und Band und vollkommen neben sich -einfach so, wie es scheint- nach einem Spielgruppen-Morgen schlichtweg nicht mehr zu bändigen. Geschrei, Tränen, Gezappel und Gestrampel ohne Ende, den ganzen Mittag lang und auch noch darüber hinaus. Ich bin ratlos und selber den Tränen nahe, weil ich das Gefühl nicht mehr los werde, dass es mir entgleitet. Mein eigenes Kind. Das mir nahe steht wie kaum etwas sonst auf der Welt, und das ich kenne, so gut eigentlich, von seinem allerersten Herzschlag an.
Und dann, unversehens, die Kehrtwendung. Zwei, fast drei volle Stunden Frieden, sie hingebungsvoll versunken in ihrem Spiel, entspannt, in sich ruhend, wie heimgekommen zu sich selbst, ich erlöst, erleichtert, Zuversicht schöpfend.
“Mama, komm! Ich muss dir unbedingt zeigen, was ich gebaut habe!” Eine Puppenhöhle unter dem Tisch natürlich *freu*. Und in ihrem zum Wagen umfunktionierten Puppenhochsitz sitzen dicht an dicht zusammengestopft fast sämtliche Puppen-und Stofftier-Kinder des Hauses und warten auf ihre Kinderzimmer-Rundfahrt. Mein Kind strahlt, und ich mit ihr.

Wahrscheinlich muss ich das einfach lernen, das Loslassen, das Es-gut-sein-lassen. Lernen, das Verhalten meiner Kinder nicht immer sofort auf mich selbst zu beziehen und irgendetwas regeln zu wollen, wenn es scheint, als liefe es nicht geradlinig genug.
Wahrscheinlich sollte ich es mir aufschreiben und aufhängen, mehrfach kopiert, an einem Ort, wo ich es immer wieder sehen kann:
Das Leben ist eine Kette aus Phasen. Und Phasen vergehen. Sie müssen vielleicht sein. Und sie bleiben selten so lange, wie es zunächst scheint.
Und meistens  -nicht immer natürlich, aber doch meistens- gehen sie besser aus, als ich es erwarte.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, berührt, Themen-Reihen | 6 Kommentare