Monatsarchive: April 2013

Wochen-Ende: wundersam

Wundersam

Wundersam … wie rasch und grundlegend sich die Dinge doch verändern können. Manchmal buchstäblich über Nacht. Mit so viel Weiss hatten wir hier wirklich nicht gerechnet. Nach jenem wunderbaren Sommer- Frühlings-Tag schon gar nicht …

Wundersam … wie gut es tun kann, sich Nadeln, Garn und eine Lieblings-Anleitung aus dem www. zu schnappen und einmal wieder einen ganzen Abend durch zu stricken (unterbrochen von Still- und Kuschelpausen mit dem Babykind natürlich). Da macht es gar nicht so viel aus, dass das Garn eher mittelmässig ist (nicht von Drops, sondern günstig ersteigert); das Gefühl, mit eigenen Händen etwas Gutes und Sinn-volles zu schaffen und das allerbeste aus meiner Zeit zu machen, ist schlichtweg… unbezahlbar.

Wundersam … wie kleine Experimente sogar schon die Allerkleinsten faszinieren und zu eigenem Denken und Versuchen inspirieren können. Und auch die ganz Grossen unter uns, sagen wir mich selbst: Wusstet ihr zB. was passiert, wenn man bei Papier-Blumen die Blütenblätter zur Mitte hin einfaltet und sie dann ins kalte Wasser legt? Sie erblühen! Wie See-Rosen! Frühlings-Erwachen in der winterschummrigen Küche. Wundersam, in der Tat.

Wundersam … dass zwei sich lautstark zoffen und kloppen können- und dann wieder dickste Freunde sind. Innerhalb weniger Minuten. Krieg und Frieden liegen einander manchmal tatsächlich näher, als man denkt.

Wundersam … (und wundervoll!) kommt es mir vor, wenn ich plötzlich … Gewinnerin bin! Ja, ehrlich! Drei wahnsinnig schöne Strang Tosh DK habe ich gewonnen, beim Strickcafe, meiner ganz persönlichen Woll-Oase, in einer Farbe, die wohl in etwa an Rosenblüten erinnert, denke ich, und ganz bestimmt ein neues Lieblings-Garn werden wird von mir. Nun bin ich auf der Suche, noch bevor das Paket mit meinem neuen Schatz (juhui!) bei mir angekommen ist. Projekt-Fahndung. Die Jagd hat begonnen…

Wundersam … was bei einem einfachen Sonntags-Kaffee-Klatsch alles zum Vorschein kommen kann *grins*…
Der Kuchen -frischer Apfelkuchen meiner Mama, zur vollkommen richtigen Zeit, denn mir war gerade so nach Kuchen- schmeckte trotzdem hervorragend. So ein bisschen Dolce Vita muss einfach sein, oder?

Wundersam …wie unheimlich cool manche Dinge sein können. Obwohl sie schon Jahrzehnte überdauert haben und die Zeiten sich -gerade was Spielwaren angeht- sehr verändert haben. Und obwohl sie Plastik-Kram sind, also der Feind, und hier in einem Haushalt leben, in dem Kunststoff mehr und mehr verdrängt wird von besseren, vor allem auch schöneren Materialien und eigentlich sowieso schon nur ganz selten anzutreffen ist, wenn ich mich hier so umsehe. Lego und Co. haben es nicht einfach hier, so viel steht fest. Aber ganz ehrlich: Lego Sammelfiguren kann einfach keiner widerstehen im Hause Kirschkernzeit. Ich schon gar nicht. Die Jungs kaufen sich ab und zu welche mit ihrem Taschengeld oder ich lege ihnen ein neues Päckchen davon aufs Kopfkissen, als Überraschung, wenn die Ferien vorbei sind zB.
Aber vielleicht sollte ich mir ja meine eigene Sammlung zulegen? Hmm…

Wundersam … diese Ruhe und Bedächtigkeit, die uns umhüllt hat diese zwei Tage. Wochen-Ende ist nicht gleich Wochen-Ende. Das habe ich gelernt. Manchmal ist es hektisch und erschöpfend, manchmal fröhlich und wild, manchmal auch gemächlich und schlampig. Ein Mikro-Kosmos des Lebens, das sich auch niemals so zeigt, wie wir es erwarten oder planen, sondern eigene Wege geht. Schön eigentlich. Schön, dass es ab und zu noch Momente gibt, wo wir dem Unerwarteten und Wundersamen begegnen…

Habt eine gute Woche, voller Wunder, Überraschungen, Pausen-Inselchen und kleinen feinen Leidenschaften.
Aber bittedanke ohne Schnee…

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aus meinem Tagebuch: Kraft-Moment

Als ich das Babykind ganz kurz bei Kind2 zurücklasse, um mir eine Tasse Kaffee zu holen, mache ich extra schnell. Ich weiss, da bin ich ganz Glucken-Mama, aber ich will die beiden nicht zu lange allein lassen, ein Baby ist immerhin ein Baby, und Kind2 eben Kind2, der dazu neigt, aus lauter überschwänglicher Liebe zu seinem kleinen Schwesterchen alle Vorsicht fahren zu lassen und mit ihr Kunststücke zu vollführen, dass mir die Haare zu Berge stehen.
Das Baby findet das immer urkomisch.
Ich weniger.
Jedenfalls, als ich zurückkomme, höre ich schon von der Treppe aus diese verdächtige Stille. Kein Quietschen, kein Lachen. Auch kein Weinen.
Ich öffne die Türe. Und mein Blick fällt auf dieses Bild hier: ein weiches Bett aus Spielmatten, eine warme Kuscheldecke, ein fürsorglicher Junge mit Puppen in der Hand… und mittendrin, behütet, umsorgt und bestens gelaunt; das Babykind. Wie eine Königin in ihrem Reich.

Es gibt definitiv Tage, die sind alles andere als lustig. Vielleicht sind die Kinder unzufrieden und ich noch weit mehr, vielleicht sind wir müde, lustlos, entnervt, überfordert… Die ganze Bandbreite an üblen Möglichkeiten schafft es ab und zu mal, uns zu überschatten. Und es kann vorkommen, dass es dabei ganz gewaltig kracht; streitende Kinder, eine schimpfende Mama, fliegende Fetzen und meilenweit zu hörendes Gezeter. Auch das ist Familie Kirschkernzeit. Obwohl sie mir andersrum natürlich viel lieber ist.

Wie gesagt, üble Tage gibt es, solche, die mich traurig machen und an allem und jedem zweifeln lassen, an mir ganz besonders. Aber dann gibt es auch wieder bessere Tage. Und Momente wie diesen hier, wo ich einem kleinen Jungen und einem noch kleineren Baby-Mädchen dabei zusehen darf, wie sie selbstvergessen vollkommen aufgehen im gemeinsamen Spiel. Wo ich Verbundenheit und das Für-einander-Dasein, das Mit-einander, den Zusammenhalt spüre, all das, was ich mir für meine Familie am allermeisten wünsche.

Ein Bruder, der sein Schwesterchen liebt und umsorgt. Ein Baby, das voller Bewunderung und offener Freude zu ihm aufblickt. Geschwister-Bande. Das tut gut. Das berührt. Darin gehe ich auf. Das macht Mut und befreit.

In diesem Augenblick ist die Welt in Ordnung und das Leben –mein Leben– einfach nur noch restlos schön…

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Frühlings-Freuden

Freunde, ich sitze wie auf Nadeln, während ich diesen Post hier tippe… Denn der Moment ist zwar gerade unheimlich günstig, weil die Kinder mit Herrn Kirschkernzeit irgendwohin verschwunden sind und das Babykind unter meinem Pulli zufrieden nuckelnd eingeschlafen ist… aber draussen von der Tür her höre ich es rufen: „Frau Kirschkernzeit, wo bleiben Sie denn?!“
Es ist dieser herrliche, unfassbar schöne, sonnige, warme, fröhliche, lustvolle, nährende, helle, optimistische Frühlings-Tag, der mich ruft, laut, ein bisschen fordernd, vor allem aber lockend…
Er ist ein bisschen betupft, weil ich scheinbar die bunte Welt auf dem Screen meines Laptops der bunten Welt da draussen vorziehe, was ich auch verstehen kann, das mit dem Betupft-sein, meine ich, denn schliesslich ist es wirklich allerhand, dass ich erst über den späten Frühling und die langen Wintertage mecker‘ und mich dann, kaum ist es warm und schön, wieder vom Acker mach‘ und im Halbdunkeln vor mich hin tippse… Recht hat er, so was geht wirklich nicht, oder?

Also. Ich geh dann mal.
Frühlings-Freuden tanken!

„Ein Strahl Sonne
kann mehr wecken
als tausend Nächte zu ersticken vermögen.“

Carl Ludwig Schleich

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Mein Sonnen-Kissen

Dieses Kissen hier bevölkert schon seit einer ganzen Weile die Betten unseres Hauses. Und auch mal das Sofa oder den Fussboden, möglicherweise war es auch schon draussen im Garten, wer weiss. Bevölkert deshalb, weil es sogar schon einen Kissen-Zwilling gefunden hat (Zweieiig, also ähnlich aber nicht tupfgleich) und weil ich mir gut vorstellen kann, dass da noch mehr kommen könnten von seiner Art… Denn ich glaube ernsthaft, dieses Kissen ist eines der Dinge, die ich niemals, wirklich niemals wieder hergeben will.
Vielleicht weil es so … durch und durch Patchwork ist? Hm… das wäre möglich. Ich liebe Patchwork aller Art, ganz besonders aber Patchwork mit so richtig scrappigem Charakter, wo auch bei der Anordnung mehr Lust, Laune und ein bisschen Zufall mitspielen als Geometrie und Ordnungs-Sinn. Square-Quilts zum Beispiel mag ich ganz besonders gerne, weil man hier einfach mal frisch-fröhlich drausflospuzzlen kann mit seinen Quadrätchen. Frische und Fröhlichkeit sind nämlich Eigenschaften, die mir naturgegeben ein bisschen abgehen, mich aber  im Augenblick geradezu magnetisch anziehen, zur Kompensation vielleicht oder zu Therapie-Zwecken.
Und es wirkt, oh ja! Dieses Kissen hier ist wirklich ein kleiner … Licht-Bringer!

So richtig Lust aufs Nähen bekam ich damals im März, in den zarten Anfängen dieses Frühlings, wo die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfchen aus der schneebedeckten Erde streckten und Kind1 mir unverhofft ein dünnes, feines Sträusschen mitbrachte  (ach, mein Junge *Tränchenverdrück*). Ich hatte das ganze Braun-Grau-Schmutzweiss wohl so langsam satt und tigerte unruhig und farb-hungrig durchs Haus; der Frühling juckte mir in den Knochen, Lust auf Veränderung, Wachstum, Schöpfung. -Aber die immerdicke Nebeldecke am Himmel erdrückte alles schon im Keim.
Warten. Weiterhin. Wirklich?
Ich kramte noch öfters als sonst im meinen Nähbüchern, Kreativ-Sites und dem dicken, weissen Ordner, wo ich all meine Projekt-Inspirationen ausgedruckt bereit halte- und stiess dabei auf Anna Maria Horners zuckersüsses Baby (das 6. Das vor Baby Nr. 7. Wundervoll, diese Familie!) auf einem ebenfalls zuckersüssen Kissen. Patchwork. In voller Farbpracht. Zum Kuscheln. Und erst noch supersimpel. Das wollten wir. Genau!

Und wir wollten Grün und Gelb und eine gehörig ungehörige Portion Verrücktheit in Farb-und Musterkombination. Jawohl, das wollten wir.
Und weil der Frühling ganz bestimmt noch kommen würde und mit ihm der ganze Sturm und Drang des Ausmist-Fiebers wollten wir ausserdem noch sparsam sein und endverbraucherisch und den Riesenberg an angesammelten (Lieblings-)Stoffen endlich mal ein bisschen weniger zurückhaltend angehen *hüstel* Manche Stoffe drohen hier nämlich schon Wurzeln zu schlagen zwischenzeitlich.
Jedenfalls passte das herrliche freaky „Charm Pack“ von Kaffee Fasset (gekauft aber leider nicht wiedergefunden bei „Cotton und Color“) einfach perfekt. Ich meine, Grün, Gelb, ein bisschen Blau, ein bisschen Pink, ein bisschen von fast allem würde ich sagen, mal gross gemustert, mal riesen-gross, mal klitzklein und fein… Prächtig, gewagt und unbeschwert, Herz, was willst du mehr?

Ganz besonders toll fand ich allerdings das Stoff-Format: fixfertig vorgeschnittene Quadrätchen von etwas mehr als 15 cm Seitenlänge, bereit zum Drinrumwühlen und sofort Losnähen. Natürlich ist das ein bisschen wie … geschummelt. So wie wenn man mit einer Backmischung aus dem Supermarktregal einen Kuchen bäckt; Das grosse Bäckermeistergefühl kommt dabei ja nicht unbedingt auf, oder? Fastfood bleibt eben Fastfood.
Aber -und das meine ich jetzt wirklich ganz, ganz ernst- ich finde, manchmal muss man im Leben bescheiden sein, und ehrlich mit sich selbst, die Situation ins Auge nehmen, Bedürfnisse und Möglichkeiten abschätzen und dann Abstriche machen, wo es sein muss und zwar so viel und so gnadenlos, wie es die Situation verlangt. In manchen Zeiten des Lebens ist eben Backmischungs-Zeit. Büchsen-Ravioli-Zeit. Ich-staubsauge-den-Boden-nur-alle-7-Tage-Zeit. Essen-wir-zum-Frühstück-eben-Osterhasen-Zeit. Was soll’s? Das Leben ist auch so schon anspruchsvoll genug, da müssen wir es uns ja nicht noch schwerer machen… Und schliesslich sind Phasen nur Phasen. Sie gehen vorbei. Ich weiss, es wird wieder einfacher werden eines Tages, ich werde wieder Zeit und Energie finden, und mein Haus, mein Menuplan und mein kreatives Ich werden wieder ganz aufs Selbermachen setzen. So oft und in dem Masse wie es sich richtig und ehrlich anfühlt.

Genau so wie hier, bei meinem Sonnen-Kissen, das ich so nenne, weil es so hell, kraftvoll und optimistisch wirkt auf mich, sonnig einfach, so lebens-freundlich. Ich hatte den eigentlichen Patchwork-Teil in absoluter Blitzgeschwindigkeit fertig. Kein Wunder, zugeschnitten war ja schon alles, fürs Zusammenstellen brauchte ich kaum fünf Minuten (abgesehen von der herrlichen Stunde, die ich und mein Mädchen spielend und arrangierend auf dem Fussboden verbrachten) und genäht sind die paar Patches also wirklich schneller als man „Superkallifragilistischexpialigorisch“ sagen kann. Sogar mit Baby auf dem Arm. Ehrlich.
Fastfood also.
Aber mit persönlichem Touch: Da das Nähen so schnell ging (herrlich!), blieb genügend Zeit und vor allem Energie und Motivation für ein bisschen wirkliche Hand-Arbeit. Dann nämlich, wenn das Baby schläft -oder es zumindest den (trügerischen) Anschein hat, bis ich es wage, das Bett für mehr als 5 Minuten zu verlassen- finde ich mit etwas Glück ein wenig mehr Ruhe und Musse als tagsüber, wo hier buchstäblich die Wände wackeln. Dann kann es sogar sein, dass ich zu etwas so gemächlichem und fragilen komme wie zum Sticken. Ich dachte, das Quilten meines Kissens (Ich nähe auch Patchwork-Kissen immer mindestens mit 2 Stofflagen, zur Verstärkung, ganz ähnlich wie bei einem Quilt) könnten für einmal meine Hände übernehmen…

Nun, meine Hände haben gerne daran gearbeitet. Wirklich sehr, sehr gerne. Und jetzt, in diesem Augenblick, wo ich diese Zeilen hier schreibe, während das Babykind in meinem Arm schläft und mein Mädchen sich zum dritten und vierten Mal am diesem Morgen im Bett auf die andere Seite legt (ach, du glückliche Kindheit), bricht die Sonne durch die dunkle Wolkendecke. Es hat geregnet heute früh. Ein Frühlings-Schauer. Jetzt singen die Vögel draussen vor meinem Fenster und warme, helle Strahlen bringen tausende von Tropfen auf Blüten und Gräsern zum Glitzern…

Gäbe es einen schöneren Abschluss für diesen Post, als Sonne für mein Sonnen-Kissen?

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