Monatsarchive: März 2013

these days

Still hier, ich weiss. Nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe… Aber ich kann mir vorstellen, dass ihr das ganz gut versteht; Das Leben hat mich fest im Griff. Keine Zeit für Plauderstündchen hier (freu mich aber schon wieder drauf!). Denn im Moment sind meine Tage randvoll mit anderen, richtig guten Dingen;  freie Tage, Feierlichkeiten und Familie, gutes Essen, leckeres Essen, süsses Essen, sehr viel Essen und draussen-sein und tief durchatmen, so viel es nur geht! Trotz dem nebligen Wetter und der Frühjahrs-Müdigkeit, die einem einholt, noch bevor man den Frühling überhaupt wirklich bemerkt hat. Es tut so unheimlich gut, einmal wieder einfach nur zu sein und zu geniessen

Es ist trübe draussen, November-haft düster und schummrig, aber wunderwunderwunderschön, wenn man sich erst mal hineinwagt in diese neblige Feuchtheit, die den Wald beherrscht. Und zurück zuhause empfangen mich Wärme, noch mehr Essen, ein wenig Haushaltschaos und ein lilafarbener Frühlings-Hauch in Form von kleine, violetten Stiefmütterchen. Sie haben dem letzten Schnee getrotzt da draussen und zaubern jetzt ein Lächeln auf mein Gesicht, so schön sind sie. Sie erinnern mich an Grossmutters Wäscheschrank, an Lavendelsäckchen, sauber gebügelte Leintücher, an Kernseife und eiskaltes Brunnenwasser. Daran, wie gut selbst einfachste Dinge sein können, wenn sie nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind…
Genau wie die Lese-Päuschen, die ich mir zwischendurch gönne. Wenn ich mein Baby stille oder mich abends im Bett verkrieche und mir eines der Bücher auf meinem Nachtischchen schnappe; Lesen kann Wunder tun! Ein bisschen entfliehen dann und wann, ein bisschen Abenteuerluft schnappen- und trotzdem präsent bleiben, hier und jetzt, verwurzelt in meinem eigenen, langweilig-schönen, vorhersehbaren Leben. Herrlich! Ich geniesse das wirklich sehr im Augenblick (obwohl ich normalerweise kein grosser Roman-Verschlinger bin). Schätze, es ist kein Zufall, dass Harry Potter zu so viel Ruhm kam; grandios, in der Tat! (Zumindest Band 1 und 2, weiter bin ich noch nicht. Ganz im gegensatz zu Kind1, der sich  innerhalb von 14 Tagen durch 6 volle, fette Potter-Schinken durchgelesen hat. Und nun nach Band 6 lechzt, denn das musste er auslassen, weil wir es bisher noch nicht auftreiben konnten…)
Ach ja, und dann Patchwork! Noch so eine grosse, kleine Freude im Moment… Ich liebe es, nach wie vor und vielleicht sogar mehr denn je. Patchwork ist kein Virus, es ist eine Liebe, eine brennende, grossartige und enorm beseelende Liebe, die einem ausfüllt und belebt und neue Sehnsüchte weckt. Ich wünschte, ich könnte mehr Zeit mit ihr verbringen… Liebende sollte man nicht trennen, oder? Aber naja, die Zeit wird kommen. Irgendwann. Sie kommt für alles, eines Tages. Geniessen wir erst mal, was wir heute schon haben.

Alles Liebe euch!

PS. Ein kleiner Nachtrag;
Raniso hat vollkommen Recht, finde ich, wenn sie schreibt, dass “Harry Potter” nicht unbedingt eine Kindergeschichte ist. Ich habe Band 2 erst nach diesem Post zu Ende gelesen und war schon ein bisschen entsetzt wie agressiv und düster das Finale sich entwickelt hat… Band 1 war noch sehr viel harmloser, und ich mochte es total gerne, wie spannend Rowling die Geschichte aufbaut, eine ganze, neue Welt zeichnet und einem mit all den Details und sich neu-entspinnenden Beziehungen wirklich zu fesseln vermag. Band 2 war auch ABSOLUT spannend. Bis ganz zum Schluss sogar. Aber es zeichnet sich schon ab, wie viel extremer die weiteren 5 Bände in Sachen “Kampf” und Brutalität sein werden, fürchte ich… Ob ich selber bis Band 7 lesen werde? Keine Ahnung. Gut nöglich, dass es mir bald schon zu extrem wird…
Ich habe Kind1 alle Bücher lesen lassen (er wird 11) und ihn gut beobachtet dabei. Es scheint, dass er persönlich ganz gut zurecht kam mit dieser Geschichte, aber ob so eine Lektüre wirklich gut ist für ein Kind, da bin ich selber unsicher, muss ich zugeben. Für Kind2, der ein äusserst sensibler und nachdenklicher Junge ist, kann ich mir wiederum nicht vorstellen, ihm Harry Potter in diesem Alter zu lesen zu geben. Ich schätze mal, das ist eine sehr individuelle Sache, die man mit viel Fingerspitzengefühl angehen muss. Für mich wurde auf jeden Fall einmal mehr klar, wie schwierig es ist, heutzutage Literatur zu finden, die ich als Mutter wirklich problemlos vertreten kann. Bei Kinderbüchern ist das nicht ganz so schwierig, bei Jugendliteratur hingegen tue ich mich ziemlich schwer, denn viele Main-Stream-Buch-Reihen wie zB. “Fear Street” gehen mir schon zu stark in Richtung Psycho-Thriller… Prima (!!!) finde ich nach wie vor alles von Enid Blyton. Hier bleibt das Niveau beständig und und ich kann meinem lese-begeisterten Fast-Teenager ohne viel nachzudenken (oder vorher nachzulesen) Band um Band in die Hand drücken…

Ach ja, Harry Potter-Filme gibt es hier übrigens keine. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema…

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berührt: das Geisterungs-Büchlein

Stille im Haus. Eine ganze Weile lang. Verdächtig…

Da, plötzlich Schritte auf der Treppe, ein leiser, heller Singsang, der sich hinaufschlängelt bis zu mir; Mein Mädchen taucht auf, etwas Weisses, Flattriges in der Hand und sagt zufrieden: “Da, luäg, ich han äs Buäch gmacht:” (“Da, schau, ich hab ein Buch gemacht.”)

Ein Buch?! Ganz alleine? Wann? Wie? Mit wem? Ich starre mit offenem Mund und jubelndem Herzen auf das kleine, weisse Ding, das sie mir entgegenstreckt: Ein Buch, ganz zweifellos…

Ein einfaches, dünnes, mit Klebeband zusammengehaltenes Heftchen aus weissen Blättchen, sorgfältig zusammengeheftet, Seite für Seite. Wenn man blättert -und das klappt tatsächlich, ohne das es irgendwo klemmt oder klebt- findet man lauter violette Schlangenlinien (die Schrift) und ein paar eher abstrakte Zeichnungen (die Illstrationen). “Es ist eine Geschichte, die hab ich geschrieben. Sie heisst: “Kinder, Menschen, Doktor, Wachsene (was wohl Erwachsene bedeuten sollte). Und Wohnungen. Lies doch mal!”

Und das tue ich. Natürlich tue ich das. Meine kleine, dreieinhalb-jährige Tochter hat ein Buch geschrieben! (Während ihre Mama immer nur tatenlos davon träumt…) Ich kann gar nicht anders, als mir Seite für Seite ganz genau anzusehen, mit einem wahrscheinlich ziemlich dämlichen, verklärten Ausdruck im Gesicht (immer diese Muttis..!). Ich blättere langsam. Ich schaue. Ich staune. Ich bin entzückt

“Also”, bringe ich schlussendlich japsend hervor, “Ich bin ganz begeistert!”

Da schnappt sie mir das Buch aus den Händen, sieht zuerst mich und dann ihr Heftchen stirnrunzelnd an, dreht es um und meint schliesslich ganz erleichtert: “Ja, richtig! Hier steht es ja: Geisterungs-Büchlein!”

PS. Ich habe meine “berührt”-Reihe wirklich sehr genossen… So sehr, dass ich mir vorgenommen habe, sie weiter zu führen. Sie wird die “this moment”-Posts ersetzen, denke ich, und einfach irgendwann im Verlaufe der Woche, dann wenn es gerade richtig erscheint, einen Augenblick, einen Gedanken oder ein Bild festhalten, das mich auf irgendeine Art und Weise berührt, bewegt, angestupst hat, innerlich oder äusserlich, im Guten oder weniger Guten, im Grossen, im Kleinen, wortreich oder still.
Ich bin neugierig, was sich daraus entwickeln wird…
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Mein Jahreszeiten-Tisch: Frühling

Frühling! Seit – lasst mich nachzählen- 6 Tagen schon! Wunderbar. Der Sieg von Licht und Wärme, von Leben und Werden über Kälte, Starrheit und dunkle Schatten. Ein grosses, kleines Wunder, von dem keiner unberührt bleibt, egal wie abgebrüht er sich auch geben mag; der Frühling modelliert jedem ein Lächeln aufs Gesicht.
Was, bei euch liegt Schnee? Kniehohe Schneewehen, schlottrige Temperaturen, trübe Tage und kein Ende in Sicht?

Bei mir auch. Tatsächlich.
Die Schneeglöckchen liegen unter einer weissen Schicht begraben, und ich fürchte, die herrlichen violetten Stiefmütterchen, die ich mir zum Frühlings-Anfang geleistet habe, sind bereits draussen erfroren… Ein schöner Anfang! Aber reden wir nicht davon. Gleichgültig wie unwillkommen uns diese winterlichen Gesten auch sein mögen- er hat vielleicht einen langen Atem, dieser Winter, aber irgendwann geht auch ihm die Puste aus. Zumindest für dieses Jahr. Irgendwann gibt er das Zepter weiter und sein Bruder übernimm den Thron, der junge, fesche Kerl der einem so rasch den Kopf verdreht, und das für eine ganze, wunderbare, helle und ermutigende Jahreszeit lang. Es lebe der Frühling! Es lebe die Vielfalt! Es lebe die Ordnung und Beständigkeit, denn ohne sie würden wir längst verzweifeln bei den Ladungen an Glitzerflocken, die gerade wieder vom Himmel segeln…
Aber wie gesagt; reden wir nicht davon. Der Frühling wird siegen, die Sonne zu ihrem Befreiungsschlage ausholen und das Jahr wird weiterrollen, so wie immer, so wie seit Jahrhunderten und Jahrtausenden, und alles hat seine Richtigkeit.
Gut.

Bis es soweit ist, setze ich mich täglich für ein stilles Minütchen hin vor das Fenster ganz links unten im Wohnzimmer und tanke ein bisschen Frühlings-Freude. So im ganz Kleinen. Denn unser Jahreszeiten-Tisch (der ja eigentlich keiner ist, sondern bloss ein tiefes Fensterbrett, das jetzt keiner mehr öffnen darf *hüstel*) ist zur grünen Oase geworden, wo Blumen blühen und herrlich duften (ehrlich!) und mich Hasen, Zwerge und vielversprechende Worte daran erinnern, dass alles weitergeht, trotz Schneelaunen und einer bleiernen Müdigkeit in meinen Gliedern.
Geduld ist ein Same, der langsam wächst, aber stets Früchte trägt. Oder mit Khalil Gibrans weisen Worten gesprochen:

“Die Dunkelheit
ist eine Morgendämmerung
die nur darauf wartet,
geboren zu werden. “

Sie warten bereits, all die ausgestreuten Samen, die liebevoll gesetzten Knollen und Zwiebeln, die Kätzchen in den Weiden und die Knospen an den Ast-Spitzen. Da wartet so vieles im Dunkeln und Verborgenen. Weil es weiss, dass der Morgen schon dämmert.

PS. Das braune Jutte-Körbchen ist kinderleicht nachzuhäkeln! Die Anleitung dazu findet ihr inmitten vieler anderer  bezaubernden Ideen bei Naturmama Caro *ganzverliebtbin*

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In diesem Augenblick…

Sonntag 9 Uhr 30
unterwegs

Jetzt, in diesem Augenblick…

  • sehe ich kahle Baumkronen links und rechts an mir vorbeiflitzen, viel Braun und Grau und müde Menschen am Steuer, eine Welt, die nur darauf wartet, dass es endlich losgeht mit Grünen. Und dann, ganz oben in den knorrigen Ästen eines Baumes; ein verlassenes Nest.
  • höre ich Radio-Musik, irgendwelche trübsinnigen Songs vom Verlieren, von schmachtenden Herzen und einem Typen, der so gerne der Erste sein würde, der die Sterne berührt. Und dazwischen die fast andächtige Stille, die entsteht, wenn 4 lebhafte Kinder und zwei rede-bedürftige Erwachsene für einmal nicht plaudern, schwatzen, lachen oder streiten. Sonderbar…
  • denke ich, wie unendlich kostbar diese Zeit doch ist im Grunde. Ich meine, da ist zum Beispiel dieses kleine Händchen neben mir, die Hand meines Babys mit ihren Knubbelchen und Grübchen, die jetzt ganz entspannt daliegt auf ihrem Schoss. Wenn ich sie berühre, dann ist sie warm, warm wie das Leben, das in ihr pulsiert, und genau diese Wärme ist es, an die ich denke, und das Wunder des Lebens, das mir einmal mehr klar wird, diese Flüchtigkeit und Unfassbarkeit und der leichte Anflug von Melancholie, der einem streift, wenn man zu lange darüber nachsinnt…
  • finde ich, das Musik-Programm sonntag-morgens dürfte ruhig ein bisschen erbaulicher sein *hüstel*
  • spüre ich die Schwere meiner Glieder und das Vakuum in meinem leeren Magen, wo einzig der Kaffee ein wenig vor sich hin gluckst. Ich frühstücke so gut wie nie. Das ist wohl ein Fehler.
  • liebe ich den verträumten Blick meines Mädchens, das still nur so dasitzt, die Beine im Takt der Musik an den Vordersitz baumeln lässt und dabei so weltfern wirkt wie eine verwunschene Prinzessin vor ihrem Froschteich (okay, ich bin heute morgen wohl etwas  sentimental)…
  • sehne ich mich nach Weite, nach Freiheit- und nach dem Bauernhaus, nach dem ich schon die ganze Zeit über suche. Wie jedes Mal, wenn ich -wie jetzt von meinem Platz aus- grüne Felder sehe, bestückt mit Höfen, mit grasenden Tieren und grossen Scheunen, Orte voller wunderbarer Möglichkeiten, ein anderes Leben zu führen…
  • wünschte ich, wie könnten einfach weiter fahren. Wir sechs, so zusammen, weiter und immer weiter, unser altes Leben hinter uns lassen (obwohl es ganz gut ist, eigentlich), auf die Schule und die Arbeit pfeifen, einfach abhauen, so ganz spontan und unvernünftig und die Grenzen überschreiten, rausfahren nach Schweden, wo die Wälder so weit sind, dass man sich noch verirren kann darin, ab nach Schottland, zu Nessie und einer rauen See, oder rüber nach Island, weil man da noch an Märchen glaubt…
  • bin ich mir bewusst, dass mein Platz trotz allem hier ist. Und dass wir Menschen manchmal zu rasch ungelduldig werden und vielleicht zu viel erwarten, während wir doch schon längst alles haben, was wir brauchen, um glücklich zu sein.
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