Monatsarchive: Februar 2013

Mein Februar …

 Im Februar

… habe ich Nikki Mc Clure für mich entdeckt, eine unglaublich talentierte Scherenschnitt-Künstlerin aus den USA, die einzig mit einem Japanmesser und einem Bogen schwarzem Papier die wunderschönsten Shilouetten zaubert. In ihrem zauberhaft illustrierten Notizbuch, sammle ich meine Träume, Gedanken, Ideen und die langsam wachsenden Liste für Vorsatz Nr. 6 …

… trage ich, wann immer es mich fröstelt, das luftig-grasfroschgrüne Mohair-Dreiecks-Tuch meiner Freundin Susi  (unwiderstehlich; “Rowan Kidsilk Haze Stripe” in Avocado, hier gerade wie ein Schal geschlungen). Sie hat es mir zu Weihnachten geschenkt, und ich kann es noch immer nicht fassen, dass jemand so etwas Kostbares und Schönes ganz allein für mich gemacht hat. Ein federleichter Traum zum Einmummeln …

… kamen Giada und Nellie Marie zur Welt, zwei kleine, süsse Mädchen mit ganz fantastischen Müttern. Und ich durfte Päckchen packen, mit Dingen, die mir auch selber Freude machen; für Giada (u.a) ein Baby-Journal von Nikki Mc Clure (wenn schon, denn schon), und für Nellie liegen zwei Knäuel wollweisses Baumwoll-Garn bereit, für ein kleines, feines Zwergenmützchen von Frau Kirschkernzeit…

… bekam ich selber Post, die mein Herz höher schlagen lässt; eine Riesenkiste voller wollener Schätze! In meinem Kopf entspinnt sich seither eine ellenlange Reihe von Ideen und Träumen, was alles daraus werden könnte. Für mein Mädchen zB. der Seaside Dress, aus grauem und blauem Leinen, für das Babykind ein Woll-Jäckchen aus “Drops loves you 3” und aus 10 Knäueln grau-schwarzem “Nepal”-Garn ensteht vielleicht eine wärmende Schoss-Decke für den Herrn des Hauses. Für vor-dem-Computer spätnachts, wenn alles schläft und die Temperaturen rasch fallen. Als Geburtstags-Geschenk. Der ist ja zum Glück erst wieder im Dezember…

… stiess ich auf diesen sensationellen Quilt. Aus lauter alten (Kinderkleider-) Stoffen aus den 60ern und 70ern, liebevoll vernäht von einer Dame, die das Quilten und Patchen schon vor Jahrzehnten liebengelernt hat, damals, als nur Freaks und Hippies mit Stoffschnipseln puzzleten. Und nun habe ich ihn, diesen kunterbunten Wunderquilt. Ein Stück mit Geschichte. Herrlich!

… entstand ein Paar Wintersocken nur für mich. Mein zweites Paar, dick gestrick und unkompliziert, so wie ich es mir vorgenommen hatte. Damit wäre Vorsatz Nr. 9 ebenfalls abgehakt, zumindest Teil 1, und meine Füsse bleiben für den Rest dieses Winters ganz bestimmt schön mollig warm in meinen verlöcherten Pantoffeln. Das Garn stammt aus meinem Vorrat, wo es jetzt eine winzigkleine Lücke hinterlässt zwischen all den schönen Brigitte-Kälin-Garnen. Aber so wie ich mich kenne, wird auch die nicht lange leer bleiben…

… verschwand das rote Elfenmützchen meines Mädchens irgendwo im “Gnuusch”. Und ein Strang “Drops loves you 2″ kam auf die Nadeln. Violett für mein Kind, das seine Farbvorlieben zwar fast jeden Tag ändert, den Farben Violett und Pink aber immer treu bleibt…

… wurde gleich noch ein Elfenmützchen angeschlagen. Diesmal für den grossen Bruder der frischgeborenen Nellie Marie, der Orange liebt und sich hoffentlich genauso wohl fühlen wird unter dieser warmen Woll-Mütze, wie ich es jetzt tue, wo ich -gemütlich eingebettet zwischen Baby und rosarotem Kuschelpelz- die Nadeln klappern lasse und ein wenig an ihn denke …

… zeichnet mein Mädchen lauter Menschenwesen mit fröhlichen Mündern in ganz verwegenen Farben. Das knallorange Männchen ist Kind2 mit Baseball-Mütze und offenem Mund (vielleicht weil er so gerne isst?). Und das kleine rosa Ding, das wäre das Baby. Es trägt einen Gürtel und ein dreieckiges Zwergenmützchen und tanzt glücklich durch die Weltgeschichte. Lieblings-Stücke, die das Mutterherz erwärmen …

… bekommt das Babykind sein erstes Zähnchen. Und mindestens zwei Speckröllchen mehr auf die süssen strammen Beinchen; dieses Kind wächst und wächst. Es ist einfach nicht zu stoppen. Und ich, ich bin ihm hoffnungslos, mit Haut und Haare und ganzem Herzen verfallen, diesem kleinen, runden, zuckersüssen Wesen …

Februar.
Ein guter Monat. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, in meiner Rolle und Aufgabe. Ich spüre die Verbundenheit zu den Menschen, die ich liebe, ihre Nähe und die Kraft, mich den Dingen zu stellen, die mir im Augenblick wichtig erscheinen. Da gibt es sehr viel zu geniessen in diesem Monat. Sehr viel Segen und innere Ruhe. Irgendwie scheint alles einfach richtig zu sein im Moment.
Dafür bin ich zutiefst dankbar. Und wie.

Veröffentlicht unter Dankbarkeit, Familienalltag, Kinder, Stricken | 17 Kommentare

# 4: “Lunch Bag” aus “Linen, Wool, Cotton” von Akiko Mano

Im Moment scheine ich in einer Art Energie-Hoch zu schweben. Keine Ahnung warum, aber ich fühle mich plötzlich (fast) allem gewappnet in letzter Zeit, so kraft-voll und motiviert und ausgeschlafen trotz den knappen Ruhestunden (wobei, das, erst nach meinem Morgenkaffee). Ich weiss wirklich nicht, woran das liegt. An meiner Ernährung ganz bestimmt nicht. Da überwiegen momentan mal wieder leere Kohlenhydrate (sprich: Zucker) und Fett, in Form von Schokolade innigst vereint. An regelmässiger Bewegung draussen an der frischen Luft liegt es wohl auch eher nicht; Ich stecke so viel drinnen, dass ich schon fast gar nicht mehr weiss, wie so ein Himmels-Zelt überhaupt aussieht (weit, nehme ich an).
Aber vielleicht, ja vielleicht liegt es ein klein wenig an meinem Vorsatz Nr. 6 (Nr. 5 hingeben wird so ziemlich vernachlässigt, fällt mir gerade auf), an meinem Wunsch/Ziel, aus jedem meiner vielen Kreativ-Bücher wenigstens ein Projekt nach zu arbeiten…

Der Punkt ist nämlich der; aus den allermeisten dieser Bücher habe ich fast rein gar nichts ausprobiert bisher. Das Lesen, Bildergucken und Vor-mich-hinträumen alleine war schon Balsam, doch irgendwie passiert es auf diese Art nur allzu schnell, dass mein Bücherboard zum Staubfänger wird, wo Bücher sich sammeln und sammeln und sammeln und eins das nächste anzieht, ohne dass der ganze kreative Ideen-Schatz seine Schönheit und Kraft auch wirklich in meinen Alltag einfliessen lassen könnte. Bücher sind Schätze, und ich bin Sammlerin und Leserin aus Leidenschaft. Aber ich möchte auch nicht nur horten und Besitz anhäufen. Ich möchte eine Macherin sein. Mit beiden Händen zupacken lernen und mein Leben nicht nur so vom Sofa aus vor mich hinträumen…

Meistens glaube ich ja, dass ich weder Zeit noch Energie frei habe zum Kreativ-Sein. Ohne ein klares Ziel und den einen oder anderen sanften Schubser von Seiten meines Pflichtgefühls (Deadlines wirken Wunder, Geburtstage, Wichteltermine, nachdrücklich geäusserte Kinderwünsche ect. die ein bisschen gesunden Druck ausüben) liegt mein kreatives Seelentier häufig faul und missmutig in seiner Ecke.
Mein Jahres-Vorsatz Nr. 6 aber, der scheint mir Kraft zu geben. Wann immer mich der Hunger nach ein bisschen kreativer Freiheit überkommt, meldet er sich zu Wort, noch bevor mein Verstand all die hunderttausend ach so wichtigen Kleinigkeiten aufzählen könnte, die meinen Tag für sich in Anspruch nehmen wollen. “Tut mir leid”, spricht Vorsatz Nr. 6 und plustert sich ein bisschen auf dabei, “Tut mir leid, Lady Abwasch und Misses Badezimmer-Putz, das passt im Augenblick leider wirklich ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht. Frau Kirschkernzeit hat ein ganz furchtbar dringliches Meeting mit ihrer Nähmaschine. Vielleicht lassen Sie sich einen anderen Termin geben?”

Das Wort “dringlich” ist hier wirklich goldrichtig. Ich brauche diese Art von Meetings. Ehrlich. Und ich geniesse sie mit jeder Faser meines Seins. Letztes Wochen-Ende zB. da war ich auch wieder verabredet mit meiner Nähliesel. Und mit “Linen, Wool, Cotton”. Viel Zeit blieb uns zwar nicht (eine Runde Vater-Söhne-Runde “Rummikub”, um genau zu sein), aber das kleine Projekt, das ichfür mich ausgesucht hatte, versprach ohnehin High-Speed-Potential…

Der “Lunch Bag”, ein einfacher Beutel mit zwei langen Seiten zum Verschnüren und Verpacken von Äpfeln, Brötchen und anderem Reiseproviant, lagerte schon recht lange bei meinen Wunsch-Projekten. Er ist unheimlich einfach in der Konstruktion und zeigt, wie wunderschön und sauber auch die allereinfachsten Gebrauchs-Gegenstände sein können. Zakka in seiner pursten Form. Wunderbar. Ich mag ihn, meinen (ersten aber ganz bestimmt nicht letzten!) Lunch Bag. Und ich träume jetzt schon von einer ganzen Reihe weiterer Lunch Bags, in allen möglichen Farben und Designs, für alle Lebenslagen einen…

Auch wenn es nur kleine Dinge sind, die ich bisher gemacht habe, eine Kinderhose, vertraut und fröhlich, eine simple Patchwork-Matte für die neue Waschküche, ein Kindermützchen aus recycletem Woll-Stoff -alles Projekte, die mich zum Lächeln bringen, aber Kleinigkeiten nichtsdestotrotz. Das In-Angriff-Nehmen-und-dann-auch-Schaffen schenkt mir aber jedes Mal ein wunderbar stolzes und hoffnungsvolles Gefühl, etwas, das mir zeigt, wie viel wir doch ins Rollen bringen können, ganz egal was, und ganz egla wann, wenn wir es uns nur mit ganzem Herzen wünschen…

Veröffentlicht unter Nähen, Themen-Reihen | 18 Kommentare

this moment: geliebtes Chaos

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

Chaos
at it’s best
this moment

Veröffentlicht unter Augenblicke, Familienalltag, Kinder, Stricken, this moment | 9 Kommentare

Aus “More Last Minute Knitted Gifts”: die “Kid’s Vest”

Ich muss euch vorwarnen: Das hier könnte wird jetzt vielleicht etwas langweilig werden. Denn dieser Post hier scheint -bitte verzeiht- schon wieder von Maschen und Strickmustern zu handeln. Noch so ein Strick-Post *gähn*.
Alle, die jetzt – und ich kann das wirklich vollkommen verstehen- das kleine, rote Feldchen oben rechts drücken, das mit dem Kreuzchen drin; Macht euch einen schönen Abend und nehmt meine liebsten Grüsse mit- und keine Bange, es wird ganz bestimmt auch wieder andere Themen geben hier bei Kirschkernzeit. Dafür sorge ich, sobald diese Welle von Strick-Leidenschaft ein wenig abgeebbt ist…

Alle anderen; … ähm, wo waren wir stehen geblieben?
Bei meinem aktuellen Lieblingsthema, genau, beim Stricken. Konkreter; Bei einem meiner Lieblings-Strick-Teile sogar…

Bei der Weste. (Ja, schon wieder…) Bei einer schwarzen Weste aus Schurwolle/Alpaca (Nepal von Drops mit Nadeln 4 und 5), die ich offen gesagt, eigentlich nicht erst heute fertig gestrickt habe (und die darum auch nicht als # 4 in meine Jahres-Buch-Projekt-Liste kommt)…
Ich habe damals schon daran gearbeitet, im Februar vor fast genau einem Jahr, und auch später noch, im März, damals kugelig und guter Hoffnung. Die “Kid’s Vest” aus “More Last Minute Knitted Gifts” von Joelle Hoverson fand ich von Anfang an ganz wunderbar. So einfach und schlicht, endlich etwas, das auch meine Jungens mögen könnten… Denn schöne Sachen für meine Mädchen zu finden, das ist leicht. Ein bisschen Stöbern bei Ravelry, etwas Kramen hier und dort und schon ist mein Kopf voll mit Ideen und schönen Möglichkeiten. Doch wenn es darum geht, für meine Jungens zu stricken -ganz zu schweigen von meinem Mann- dann wird es schon schwieriger…
Sie wünschen sich unauffällige, “normale” Dinge, Sachen, die passen, nicht zu eng, nicht zu schlabbrig, nicht zu lang, nicht zu kurz- und bittebittebitte keine kratzige Wolle auf der Haut!

Also stricke ich erst mal Socken, in Blau, Grau und Grün, und bleibe eine ganze Weile dabei. Mit Socken kann man ja nicht so wahnsinnig viel falsch machen, oder?

Als ich “Last Minute Knitted Gifts” (jetzt auch auf Deutsch erschienen!) zum ersten Mal durchblätterte, blieb ich sofort an der schlichten Kinderweste auf Seite 74 hängen. Unauffällig, schnörkellos und fast ein bisschen unaufregend “normal”, ein perfektes Basic Teil, das vielleicht sogar hartgesottene Strick-Muffel überzeugen könnte… Und dann erst noch unter der Rubrik “6-8 Stunden-Projekte”…!
Verlockend.

Ein wenig mehr als 8 Stunden sass ich schon daran *räusper*. Aber gut Ding will nunmal Weile haben, und die Arbeit ging mir angenehm fliessend und richtig basic-Teil-mässig Zwischenfalls-los von der Hand.

Ich habe die grösste Grösse gewählt, 9-10 Jahre, und dabei an Kind1 gedacht, der dicke Pullis nicht sonderlich gut leiden kann, sich aber zwischendurch trotzdem ganz gern einmal in ein wenig mollig warme Wolle wickelt. Westen sind da einfach fabelhaft; So schnell übergestreift wie wieder ausgezogen, wärmend aber nicht zu heiss, leicht und kein bisschen einengend. Und dabei gerade so sportlich oder elegant wie man möchte. Westen sind wahre Alleskönner, sie passen sich jeder Situation nur zu gerne an. Und weil der Ausschnitt meistens eher weit ist, kratzen sie auch nicht.
Kein Wunder, dass ich Westen so gerne mag.

Aber wie so oft kam auch in diesem Fall alles ein bisschen anders als geplant. Es stellte sich heraus, dass Kind1 tatsächlich schon über die 9-10-Jahres-Masse seiner neuen “Kid’s Vest” herausgewachsen war. Und das obwohl ich die vorsorglich extra 5 Zentimeter länger gestrickt hatte, als in der Anleitung angegeben…
Kind2 jedoch steht sie einfach fabelhaft! Der Schnitt ist eher weit gedacht und wie gemacht für ein Kind, bei dem alles luftig und gross sein muss…

Stricken für Jungen ist irgendwie anders. Und doch auch wieder nicht. Auch Mädchensachen werden bei mir oftmals genauso schlicht und gedämpft, mit viel Braun und verwaschenem Lila. Ich glaube, das bin einfach Ich.
Und obwohl mein Mädchen ein kräftiges Pink oder knalliges Violett durchaus zu schätzen weiss, scheint ein klein wenig meiner Liebe zu einfachen Natur-Tönen und schlichtem Design auch bei ihr durch zu dringen…

Ab und zu schnappt sie sich nämlich die schwarze Weste ihres grossen Bruders-
und sieht darin genauso lausbubenhaft und frech aus, wie sie ist.
Ein kleiner Schelm mit Engels-Locken!
Und einer der Sonnenstrahlen meines Lebens…

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Veröffentlicht unter Stricken | 15 Kommentare