Monatsarchive: Januar 2013

under construction

under construction

Da wäre einmal dieses Langzeit-Projekt, dick und gestrickt und mit breiten Streifen in mattem Lila, Violett, Beige, Braun und so was wie Fliederweiss. Ich stricke daran, seit die letzte Ziffer unsere Jahreszahl zur 3 gewechselt hat- oder vielleicht sogar schon länger- und geniesse es, zu sehen, wie die Reihen sich langsam, langsam über meinen Schoss ausdehnen, während ich arbeite, mir die Beine wärmen und herrliche Bilder in mir wacht ruft, von einem schlafenden Baby, warm und mollig eingepackt, die Lider zucken leicht im Schlaf, und die kleine Hand hält einen lila-braun-weiss-gestreiften Zipfel…

Aber auch sonst ist hier gerade vieles am Werden. Under Construction. Ein neu begonnenes Strickprojekt für mein Baby. Braun und einfach. Hoffe ich. Und ein kleines Patchwork-Projekt, von dem ich einfach nicht lassen konnte, nachdem eine gewisse (seit einer Woche permanent in Gebrauch stehende) Baby-Schlupf-Hose mir mit ihren satten, frischen Farben ein wenig den Kopf verdreht hat. Der Frühling ist nicht mehr ganz so weit, das spüre ich. Auch draussen in der Natur steht schon so viel neues Grün under construction, baut sich langsam im Verborgenen auf, schöpft Kraft, macht zuversichtlich seine Pläne und wartet geduldig aber wachsam auf den richtigen Moment…

Genauso fühle ich mich auch. Ich sammle Ideen und pinne mein Inspirations-Board so voll wie es nur geht, mit überlappenden Schichten und kleine, liebgewonnenen Schätzen neben ermutigenden Bildern, Ausdrucken von Projekten oder Szenen, die mein Herz höher schlagen lassen und kreative Kräfte in mir wach rufen, bis sie sich regen und dehnen und irgendwann dann ihre Wurzeln schlagen hinein ins Hier und Jetzt…

So wie mein Mann das tut. Wurzeln schlagen. Er arbeitet so hart und ausdauernd an diesem Haus hier, und das, obwohl er weiss, wie sehr es mich hinauszieht, in “unser” Bauernhaus, das ganz bestimmt irgendwo da draussen auf uns wartet, und irgendwann für uns bereit stehen wird. Obwohl er mich nach Kräften unterstützt in der Suche danach, schlägt er altes Täfer aus, demontiert schäbige, braune Küchenfronten, dort, wo eines Tages ein richtiges, grosses Bad stehen soll, schleppt zentnerweise Schutt und ausgerissene Linoleum-Platten und zaubert mir die allerschönste, schneeweisse Waschküche, die man sich nur vorstellen kann. Er bringt so viel Schönheit in dieses Haus. Weil er möchte, dass ich glücklich bin. Mich geborgen fühle, zuhause. Dass ich mich hier einnisten kann und doch so was wie Wurzeln schlage für die Zeit, die uns hier gehört…

Und “under Construction” stehen auch meine Spinn-Künste. Obwohl das Wort “Kunst” in diesem Fall eindeutig ein bisschen zu weit geht. Kunst ist etwas anderes, schöne, stabile Fäden, organisch geformt, lebendig, einmal etwas schmaler, einmal ein klein wenig dicker… aber ganz bestimmt nicht so wie mein Woll-Gewirr. Das ist nicht mehr organisch, sondern exzentrisch.
Aber es wird. Bestimmt. Wir arbeiten daran. Ja, wir arbeiten daran…
Vielleicht ist es mit dem Spinnen ein wenig so wie mit dem Leben selbst; Kleine Schrittchen, grössere Schrittchen, und plötzlich wird man zu schnell, verheddert sich in seiner eigenen Begeisterung, seinen Plänen und dem Wunsch, voranzukommen. Man strauchelt, stolpert, fällt hin. Und muss wieder neu ansetzen, den Faden wieder aufnehmen, eine Lektion lernen und weitergehen, in dem Tempo, das richtig ist für diesen Augenblick. Langsam. Langsam. Stetig, aber nicht überstürzt. Mit ganzer Konzentration auf das, was einem wirklich wichtig ist, mit dem Ziel im Auge, aber allen Sinnen beisammen, verankert im Augenblick.

Das Ziel ist wichtig, ganz bestimmt. Aber es ist nicht alles. All diese Projekte, so schön sie auch sind, und so sehr ich mich auch den Moment freue, wo ich sie zu einem Ende bringen werde, ich möchte niemals aus den Augen verlieren, dass all die Schritte (oder Schrittchen vielmehr) genauso zählen, die Freuden und Kämpfe, die sich mit eingeflochten haben in den ganzen Schaffens-Prozess und nicht nur mein Projekt, sondern auch mich verändert haben. Auch sie haben ihren Sinn und ihren Wert.

Das Leben ist eine Baustelle. Und ich wünsche mir, dass ich, während ich meinen Lebensfaden weiterspinne, immer wieder daran denke, dass ich nicht alles bereits von vornherein verstehen oder beherrschen muss. Sondern dass ich Zeit habe und auch den Platz, Fehler zu machen, zu lernen, zu fallen. Ich hoffe,  dass ich nie vergesse, mit Freude voran zu gehen. Und dass mir immer wieder bewusst wird, dass ich in allem, was ich bin und tue, eine Lernende bleiben werde, bis ganz zum Schluss.

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“Sunday Morning Quilts” von Amanda Jean und Cheryl Arkison

Bücher. Was wäre die Welt -meine Welt- wohl ohne sie? Ich habe das Romane-Lesen ein wenig verlernt, einfach, weil mir fast immer die Zeit dazu fehlt. Und wenn ich sie finde, dann ist sie mir plötzlich zu schade für imaginäre Welten und Lebensgeschichten. Das Leben spielt hier und jetzt, auch für mich, und ich spüre, wie meine Sehnsucht, dieses Hier und Jetzt auch wirklich auszukosten und ganz bewusst zu erleben, zu gestalten, kreativ zu erfassen, immer mehr und mehr wächst…
Nein, Romane lese ich wirklich nur selten. Aber ich lese. Bücher vom Kreativ-Sein zum Beispiel. Und die, die werden immer mehr… Der Stapel wächst so quasi mit, mit meiner Sehnsucht nach diesem grossen, weiten, tiefen Selber-Mach-Leben.

“Stell doch mal Deine liebsten Bücher vor! (Dann entwickle ich bestimmt wieder das “Hach, das Buch brauch ich auch”-Gefühl bei dem ein oder anderen!)” schrieb mir Birte aus dem Luftschlösschen. Und, liebe Birte, das ist genau, was ich mir schon vor langer Zeit, vor Monaten vorgenommen habe. Denn da steht so eine Perle in meinem Regal, die macht mich immer wieder so glücklich und kribbelig vor lauter Ideenreichtum und Schönheit, dass ich sie euch einfach zeigen muss.
Das war mir schon klar, als ich es aus der Amazon-Karton-Verschalung puhlte und mich zum ersten Durchblättern aufs Sofa setzte…

Sunday Morning Quilts

Gute Bücher sind eine unheimlich aufregende Sache, finde ich, die man unbedingt mit anderen teilen sollte. Und “Sunday Morning Quilts” von Amanda Jean und Cheryl Arkison ist eines davon. Eines mit dem ich halbe Abende träumend und vollkommen fasziniert auf dem Sofa sitzen kann, die Seiten vor- und zurück blättere und mir wünsche, meine Tage hätten mehr als bloss 24 Stunden…
Da gibt es allerdings eine kleine Hürde, die mich meistens davon abhält, ein Buch vorzustellen; das Copy-Right. Eigentlich dürfte ich hier ja keine Bilder veröffentlichen, die ich nicht selber gemacht habe, auch nicht Bilder von Buch-Seiten, denn auch die gehören im Grunde nicht mir sondern dem Verlag oder den Autoren. Da müsste ich anfragen, bevor ich irgendwas davon poste, im Prinzip. Eine Erlaubnis einholen.
Und genau das habe ich getan.
Ich schrieb Amanda Jean kurzerhand eine Mail, in der ich sie fragte, ob es vielleicht irgendwie möglich wäre, ihr (supergenialtollatemberaubendwunderschönhinreissendes) Quilt-Buch vorzustellen und dazu ein paar Fotos mit einzustellen, die das ausdrücken, was ich am meisten liebe daran. Mein Englisch ist nicht unbedingt umwerfend, aber ich las meine Mail einmal durch und drückte wagemutig auf den “Senden”-Knopf.
Eine halbe Stunde später lag eine unheimlich warmherzige Antwort in meiner Mailbox, so freundlich und persönlich, dass ich erst mal nur mit offenem Mund da sass; “Yes, I think showing a few photos of the book and writing a book review would be awesome. Thanks for spreading the word!” Okay. Dann wollen wir mal…

Etwas, das ich ganz besonders mag an diesem Buch ist sein… Reichtum an Themen. Es geht immer um Quilts, das ja, aber dieses Thema, die Quilts, wird so schön tiefgreifend behandelt, finde ich. “Sunday Morning Quilts” ist nicht einfach nur ein Rezept-Buch mit dem man sich rasch und einfach einen hübschen Quilt zusammenbraut, sondern ein wirklich sorgfältig aufgebautes, liebevoll durchdachtes Buch, das einem Schritt für Schritt an den Quilt heranführt und einem hilft, ein Gespür für den Umgang mit Stoffen -vor allem mit den “Scraps“, den Stoff-Resten, Schnipseln und kleinen Stücken- zu entwickeln. Genau das macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem für mich; Es ist wie eine gute, kluge Freundin, die mich ermutigt und begleitet, mir Neues erklärt und Mut macht, das Entdeckte auch selber in die Tat umzusetzen. Und ist das nicht das, was wir alle brauchen? Wissen, Inspiration und Ermutigung. Wunderbar, nicht?

Die ersten 60 Buchseiten sind reserviert fürs Kennenlernen von verschiedenen, modernen Quilt-Designs, den grundlegenden, ziemlich gut erklärten und detailliert skizzierten technischen Schritten beim Nähen eines Quilts. Ausserdem – und das fand ich ganz besonders spannend- widmen die Autorinnen ein ganzes Kapitel dem Umgang mit Stoff, dem, was einen Quilt wirklich ausmacht: den Scraps. Amanda Jean und Cheryl Arkison zeigen, wie sie persönlich ihre Scraps sortieren, aufbewahren und nutzen- und wie sie immer dafür sorgen, dass der Vorrat im Gleichgewicht bleibt, einmal schrumpft (und zu einem ihrer traumhaften Quilts wird) und dann wieder anwächst (indem Stoff-Reste gleich von Anfang an konsequent für ein nächstes Patchwork vorbereitet werden). Ich kann mir vorstellen, dass manche sich davon ein bisschen abschrecken lassen. Von der Organisation und diesem… naja… Ordnungs-Denken. Aber für mich, und da bin ich jetzt ganz ehrlich, für mich hat sich eine neue Welt aufgetan… Mein Umgang mit Stoffen hat sich grundlegend verändert. Schon beim Zuschneiden. Und tatsächlich habe ich angefangen, Stoff-Resten nach Farbe zu sortieren und nur noch sauber begradigte Scraps in meinem Vorrats-Regal zu horten… Und das, sage ich euch, das fühlt sich richtig gut an. So nach “In den Startlöchern stehen”.

Was aber auch richtig, richtig umwerfend ist an diesem Buch, das sind die eigentlichen Quilt-Projekte. Von A bis Z einfach… Zucker! Süss und voll und süchtig-machend. 16 Quikts, und ich will sie alle, ausnahmslos. Die genialen, spontan zusammengepatchten “Quilted Storage Boxes”, den Quilt “Grass”, wo das Sashing für einmal nicht weiss, sondern grün gepatcht ist und das Quilting selbst ein Muster auf die blütenweissen Blöcke zeichnet. Ich will den lockeren Streifenquilt “Candy Coated” und den sanften, hellen “Sunday Morning” für all meine Sonntagskuschelstunden, und in “The missing U” lasse ich meine Stoffreste zu harmonischen Farb-Familien zusammenwachsen…

“Up, up away” ist so herrlich klar wie ein Sommermorgen, wenn der Himmel strahlt und Mücken jagende Vögel wie Scherenschnitte über unseren Köpfen kreisen. “Leaves and Wine”, ein faszinierender Wand-Quilt, wiederum hat etwas fast schon Verwunschenes und sehr Harmonisches. Ein Kunstwerk aus Stoff. Mit ganz viel Grün und etwas kontrastierendem Violett und ein bisschen Hand-Quilting, das alles gleich nochmals so persönlich und kunstvoll macht. Und “Gum Drops”… Also, “Gum Drops” ist ein Quilt, der so lustvoll und fröhlich wirkt, dass ich ihm wohl kaum auf Dauer widerstehen werde… Und da sind noch mehr, ein Quilt schöner als der andere.

Jeder Quilt wird mit seiner kleinen, persönlichen Geschichte eingeleitet. Ihr findet die Material-Angabe, die benötigten (Scraps-)Masse und eine eingehend beschriebene und wo nötig auch bebilderte Näh-Anleitung. Was ich besonders mag sind die hellgrauen Kästchen voller Tipps und Gedanken-Anstössen, wo bei jedem Quilt zum Beispiel das Quilting oder die konkrete Stoff-Wahl näher betrachtet und erklärt wird, und wo und die beiden Autorinnen einem mit ein paar Varianten und frischen Ideen dazu ermuntern, einen Quilt vielleicht hier und da ein wenig abzuändern. “Make it yours”…

Ich habe viele Bücher in meiner kleinen Heim-Bibliothek. Über 30 sind es nur schon im Bereich Nähen und Stricken, und obwohl das viele sind, ist doch kein einziges zu viel. Ich stehe immer wieder vor dem Regal, ziehe eines hervor und tauche für eine Weile ab in diese Welt voller Möglichkeiten und greifbarer Schönheit… Ein Buch aber, ziehe ich fast nie aus seiner Reihe im Regal; “Sunday Morning Quilts”.
Denn das bleibt immer griffbereit (und meistens an einer besonders verlockenden Stelle aufgeschlagen) irgendwo ganz in meiner Nähe liegen, auf dem Sofatisch, auf der Bettdecke oder direkt vor der Nähmaschiene, immer dort, wo ich es am besten sehen kann…

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this moment: zu sechst am Tisch

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.


und wieder
ein Meilenstein
mehr
this moment

PS. Richtig essen wird mein Babykind noch nicht, denke ich. Ich bin da eher zurückhaltend, was das angeht, warte auf Zähnchen und vor allem auf das Kind selber, auf sein Interesse und seine Fähigkeiten und gehe es langsam, sehr langsam an, das “richtige” Essen… Aber dabei sein ist alles, oder? Und für zermatschte Bananen kann sich mein Zwerglein jedenfalls schon enorm begeistern…
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vertraut, einfach, siegessicher

Was habe ich da geschrieben in meinem letzten Post? “Nichts ist motivierender am frühen Morgen als ein erster Blick auf eine am Abend zuvor, frisch begonnene Handarbeit”? Nix da, blanker Blödsinn! Ich muss das gleich mal richtigstellen; Nichts weckt nämlich schöner und nachhaltiger als … eine frisch genähte, nigelnagelneue Kinderhose! Wo am Abend, bzw. in der Nacht zuvor der letzte Faden vernäht wurde, mit schweren Lidern auf Halbmast und Händen, die einzig darum überhaupt noch imstande waren, eine Nadel nicht nur zu halten, sondern auch noch Anleitungs-gemäss zu benutzen, weil eine gewisse Verbissenheit sie vorantrieb. Man kann auch Ausdauer dazu sagen. Oder Sturheit. Der unsinnige Wunsch, diese vor Tagen begonnene und während Tagen gewachsene Arbeit (endlich) zu einem Ende zu bringen.
Dann darf es elf werden, Mitternacht oder auch später; Wenn Verheissung in der Luft liegt, dann  bleibt keine Zeit für Müdigkeit. Oder für vernünftige Gedanken an den nächsten Morgen mit seinem schrillenden Wecker… “Nur noch diese Naht hier, dann sieht es ja schon fast aus wie eine richtige Hose”, “Rasch den Bundsaum umbügeln, dann bin ich auch schon wieder einen Schritt weiter”, “Also wenn ich den Elastic-Tunnel auch noch hinkriege, dann könnte mein Baby seine Hosen … vielleicht … morgen schon…”

Tja, irgendwann war dann tatsächlich alles irgendwie fertig geworden. All die Zuschnitte, Nähte, umgebügelten und versäuberten Säume, auch der Gummizug. Eine kleine, süsse Babyhose rundum in frischem Blumenprint, bereit zum Reinschlüpfen für kleine, knubbelige Kinderbeinchen. Und wie gesagt; Nichts ist motivierender, als frühmorgens noch ganz verschlafen (warum wohl?)  mit einem putzmunteren Baby im Arm aus dem Bett zu schlurfen- und dann einer fein säuberlich zurechtgelegten, gestern nacht noch einmal glatt gebügelten, selbstgenähten Hose zu begegnen. Das ist fast schon besser als Kaffee. Obwohl beides natürlich am allerbesten ist.

Als ich diese Hose damals begann, versuchte ich gerade das Hosen-Näh-Desaster an einer violetten Cord-Hose zu überwinden. (Kurz zu sehen hier in meinem 6-Worte-Post) Ich hatte mir letzten Sommer ein Burda-Schnittmuster gekauft, für eine ganz einfache Schlupfhose mit Gummibund und kleinen Taschen an den Beinen (Die ich allerdings wegliess, um das Ganze noch einfacher zu machen) und mich sorgfältig (ehrlich!) ans Werk gemacht. Nur leider wurde mir bald klar, dass ich und dieser blöde Schnittmusterbogen wohl kein sonderlich gutes Gespann abgaben, denn noch nach Stunden sass ich -mittlerweile schweissgebadet, die Stirn voller Falten- über meiner halbgenähten Hose und versuchte das, was die Designer als Zwickel bezeichnen, irgendwie in den Griff zu kriegen. Ohne Erfolg. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, an wem es nun lag, an mir oder an ihm, aber eines weiss ich; Kein Burda-Schnittmuster-Bogen mehr bis auf weiteres. Meine Nerven brauchen erst mal Zeit, sich von dieser Kriese zu erholen…

Auf alle Fälle sass ich also da, mit angeknackstem Selbstbewusstsein und verletztem Näherinnen-Stolz und suchte nach ein wenig Trost. Nach Halt und Ermutigung. Nach Ablenkung. Derart schwere Schläge -*sniff*- vermag einzig eines zu heilen; ein schönes neues Näh-Projekt. Am besten vertraut, einfach, siegessicher. Wie die “Quick Change Trousers” aus Anna Maria Horners “Handmade Beginnings”. Oh ja. Ein Projekt mit äusserst tröstlicher Wirkung…

Auch mein Babykind fühlt sich wohl mit seiner neuen Hosen. Seine Beinchen bleiben warm, der süsse, runde Bauch auch, und am umgekrempelten Hosenbein lässt sich herrlich zupfen. Die Kinderkleiderkiste ist wieder eine Spur voller, der Stapel mit den mamagemachten Sachen ein ganz klein wenig höher. Und ich, ich bin zuversichtlich. Nicht nur dass ich über mein Cord-Hosen-Scheitern hinweggekommen bin (Die trägt mein Mädchen nun übrigens trotzdem. Einfach ohne Spickel oder wie das nun heisst und mit krummen, lustlos gebüezten Nähten), nein, ich blicke auch furchtbar stolz auf einen ersten kleinen Haken an meiner Wunsch-Liste fürs Jahr 2013. Punkt 6 besagt nämlich: “Ein (fertiges) Näh-Projekt aus jedem meiner Näh-Bücher.” Und die Quick Change Trousers stammt just aus einem davon. Aus einem von über 30 Näh-Büchern, um genau zu sein… Mehr als 30 Bücher! Das wären dann so an die 2.5 Näh-Projekte in nur einem Monat. Öhm.
Immerhin gibt’s da ein Schlupfloch (uff!); Dass so ein Näh-Projekt für mich neu sein soll, davon war ja nie die Rede…

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