Monatsarchive: Dezember 2012

this moment: ein Wunder

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

Wenn ein Kind krank ist
Hilfe braucht oder Trost
wenn es Halt sucht, Schutz und Wärme
und einen Ort, an dem es
ausruhen kann
von allem, was
Angst macht und schwer erscheint,
schwierig, fremd, erschöpfend.
Dann kommt es mir vor wie
ein Wunder
ein Geschenk
Gnade
dass ich nichts weiter zu tun brauche
als die Arme zu öffnen
und es aufzufangen.
Mit dem, was ich bin und habe,
nicht mehr, nicht weniger
Mit Liebe, Wärme, Beständigkeit.
Denn das reicht bereits,
für
sein kleines Paradies.

Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, Kinder, this moment | 10 Kommentare

what makes me happy: fresh corners

Meine Pause ist noch nicht ganz vorüber, glaube ich… Sie hallt noch immer nach irgendwie, und ich spüre, dass ich jetzt einfach grössere Abstände brauche zwischen meinen Posts, noch mehr Zeit abseits vom Cyberspace und noch mehr Ruhe und Zeit für mich und meine Lieben. Besonders mein Babykind braucht mich gerade ganz intensiv. Ich hatte es schon länger geahnt, aber jetzt ist es endlich auch klinisch erwiesen, dass da mehr ist als bloss quälendes Zahnen: eine recht üble, bakterielle Infektion, die sich hinziegt und uns beide, den armen kleinen Wurm, aber auch mich als Mama so ziemlich beanpsrucht, physisch wie psychsisch…

Es ist eine wunderbare Sache, das Bloggen, eine Welt voller Möglichkeiten und eine freie Seite, ganz für mich, meine Gedanken, Lebens-Bilder und all das, was so aus meinen Händen herausfliesst, wenn ich sie über die Tastatur rasseln lasse. Aber da ist auch eine andere Seite in mir, die es genauso sehr geniesst, einfach einmal keine Posts im Hinterkopf auszubrüten und den späten Abend wirklich als Feierabend zu erleben, ohne PC und e-mails und all diese modernen Sachen… Während so einer Blog-Pause spüre ich wieder viel stärker, wie gut das einfache Leben doch tut, und damit meine ich das wirklich einfache Leben, wo keine permanent erreichbaren, virtuellen Welten locken und die Arbeit ruht, sobald die Sonne untergeht und mich das Dämmerlicht des Abends zur Ruhe bringt. Abende vor dem Laptop und Abende unter der warmen Bettdecke, mit einer Strickarbeit und meinen schlafenden Kindern neben mir… das ist einfach nicht dasselbe.

Trotzdem möchte ich sie nicht missen, meine Kirschkernzeit. Sie ist mein Raum für all die Dinge und Begebenheiten, die sonst so rasch vergessen gehen… Und ich liebe Räume, müsst ihr wissen. Solche mit Charakter und Geschichte und Zeit-Zeugen in jeder Ecke am allerallerliebsten. Ein Zimmer einzurichten, fühlt sich für mich auch immer ziemlich abenteuerlich an und lässt meine Nerven flattern, weil ich halbfertige, provisorische Räume nur sehr schwer aushalte. Aber wahrscheinlich brauchen Räume vor allem eines, um zu einem Zuhause zu werden: Zeit. Vielleicht noch Sorgfalt und Zuwendung, aber Zeit ganz besonders.
Nun leben wir schon bald 6 Jahre in diesem Haus, aber noch immer räume ich fast tagtäglich irgendwo irgendwas um. Die Zeit verändert uns alle, lässt uns wachsen und reifen, anders werden und genau das möchte ich unsere Räume widerspiegeln lassen. Sie sollen zu uns passen, nicht wir zu ihnen…

Vor allem aber macht es mir Freude, Dinge umzustellen und neue Ecken strahlen zu lassen…

Fresh Corners

In unserem Jahreszeiten-Fensterbrett zum Beispiel ist der Winter eingekehrt. Mit ganz viel Weiss, ein wenig Glitter und Glanz. Sauber und schön und auf seine Art still… Und immer wieder kommt etwas hinzu. Vor allem von den Filztierchen meiner Mama, die meine Kinder genauso sehr lieben wie ich selbst…

Und auch mein  kleines (*aham*) „Büro“ hat ein Eckchen frei gemacht für jeweils ein paar meiner allerliebsten Bücher und eine Auswahl Postkarten aus meiner immer grösser werdenden Sammlung. (Improvisiertes Bücher-Hänge-Regal: Deckelhalter von IKEA, Postkarten-Halter von KlangundKleid). So habe ich sie immer vor Augen und Griffbereit, wenn ich ein wenig Ablenkung brauche vom Alltag…

In meiner Küche an der Wand hängt seit Advent-Beginn ein schmales Metall-Seil, an den so allerhand vorweihnachtlicher Krimskrams zu hängen kommt. Und jeden Tag ein weiteres Kärtchen mit einer neuen, ermutigenden Botschaft, einem Zitat oder Bibelvers. (Ein toller Advents-Kalender; DANKE!!! Susi, du wunderbare Frau, du…).
Ich mag die diese Klarheit gerade. Ein Seil, ein verdörrtes Herbst-Blatt, ein gefundenes altes Duftkissen mit Kreuzstickerei, eine Schleife in rot-weiss… und alles fügt sich so herrlich harmonisch zusammen… Kleinigkeiten nur, aber sie schenken so viel Kraft und Wärme.

Genau wie die altrosa Hänge-Vitrine, die ich für’n Apple undn‘ Ei im Brocki gekauft hab‘. Ein schönes Plätzchen für meine handgefärbte Socken-Wolle-Vorräte von Brigitte, die ich nicht nur gerne verstricke, sondern so wunderschön finde, dass sie nicht einfach wegpacken mag in irgendeine staubige Schublade… Zusammen mit den Spuhlen meines Spinnrades, dem süssen Gänschen von Allerleirauh und einem kauzigen Strang selbstgesponnener Wolle, ist so eine Ecke entstanden, die mich ganz besonders inspiriert und hoffnungs-voll stimmt…

Und dann dieser Spiegel (ach, dieser Spiegel!) und dann dieser Sessel (ach, dieser Sessel!), beide alt und mit Vergangenheit und wahre Schätze. Für manche vielleicht zu kitschig und zu… boudoir-mässig mit all den Schnörkeln und den femininen Cobelin-Stickereien… doch für mich genau die Dosis Romantik, die ich brauche. Zum Zurück-Lehnen und einfach mal die Seele baumeln lassen…

Ich weiss nicht warum, aber ich finde, umgeben von Handgemachtem kann ich dasein klein wenig besser, das Loslassen und Atem-Holen. Und im Moment brauche ich das wirklich sehr, dieses Kurz-Innehalten und Kraft-Schöpfen. Grosse Pausen liegen nicht drin, die Nächte sind oftmals voller Unterbrüche und die Abende belegt mit schlaflosen Kindern und einem Baby, das sofort wieder aufwacht zu weinen beginnt, kaum versuche ich mich auf Zehenspitzen aus dem Zimmer zu schleichen. Die Tage sind nicht einfacher und ich gerate oft an meine Grenzen zur Zeit…
Frisch eingerichtete Ecken hier und da sind da einfach Balsam für meine müden Augen, Balsam für die Seele und kleine Kraft-Spender, die mich vorwärtstreiben. Weil sie Optimismus ausstrahlen, sogar im allerschlimmsten Chaos…

Veröffentlicht unter Familienalltag, what makes me happy | 8 Kommentare

Winter-Pause

Schnee draussen- und ein  noch immer känkelndes Baby und irgendwie gerade alle Hände voll zu tun drinnen… Ich glaube, es ist Zeit. Für eine kleine Winter-Pause… Für (noch) weniger Screen-Time (ich reduziere ja ohnehin schon, wo immer es geht, aber manchmal muss es eben noch weniger sein…) und noch mehr Langsamkeit und Geduld und die Möglichkeit, alles, was gerade geschieht in mir aufzusaugen, auszuhalten, was vielleicht belastend ist und mich an dem zu freuen, was das Leben doch auch immer und immer wieder vor meine Füsse legt; Kinderlachen, den Duft von Babyhaar, Geschwister, die zusammenwachsen, gute Gespräche unter Eltern, ein Blech Guezli, das das Haus mit Weihnachten erfüllt, erhörte Stoss-Gebete… und ja, auch den Schnee. Familie. Zuhause. Glaube. Das Gute ist immer da.

Bis dann! In ein paar Tagen oder so.

PS. Ich hätte ja gerne die Idee mit den Kurz-Posts wieder aufgegriffen, aber ich glaube, ich bin dafür einfach nicht geschaffen *grins*. Sobald ich meine Hände auf die Tastatur senke, beginnen die wie verrückt zu tippen und zu tappen, Bilder zu arrangieren, Text-Fragmente zu verschieben- und *schwupps* sind wieder eineinhalb Nacht-Stunden um… Genau die aber brauche ich jetzt ganz, ganz dringend. Zum Ausruhen.

Veröffentlicht unter Familienalltag | 9 Kommentare

Poesie gets cozy

Hmmm… So kann man mich seufzen hören. Ganz entspannt. Ich an der Wärme, drinnen, wo ich mich sicher fühle und so behaglich daheim. Und draussen rieselt der Schnee.
Manchmal duftet es nach Frischgebackenem, nach Grittibänzen mit ganz viel Butter und einer Prise Safran oder nach Cookies, wenn Kind1 ein Gspäänli mit nach Hause gebracht hat und ihnen die Ideen ausgehen. Dann winke ich die Kinder jeweils in die Küche und lasse sie in meinen Back-Büchern blättern, vor allem in denen mit Keksen und Kuchen drin… Buttrige Plätzchen, eine Tasse Kaffee oder Tee, meine Stricksachen, lebhaft prasselndes Feuer und eine kleine Schar spielender Kinder… Ist das schon Poesie? Alltags-Poesie? So gemütlich und auf banale, aber berührende Art und Weise poetisch, weil es Dinge in uns anspricht, die wir alle irgendwie gemeinsam haben: Ur-Bedürfnisse. Nach Nahrung, Geborgenheit, Sinn und Liebe.

Während die Schneedecke weiter wächst, spüre ich mit einem Mal, wie wenig wir Menschen im Grunde brauchen, um uns so richtig wohl zu fühlen. Einen zufriedenen Magen, Wasser, geliebte Menschen um uns herum, ein Projekt, das uns erfüllt und nach vorn blicken lässt- und Wärme. Von aussen und innen. That’s it. Für den Moment.

Mir scheint, der Winter bringt genau das ans Tageslicht, viel stärker noch als seine Jahreszeiten-Brüder. Zwischen all der Kälte, dem Schnee und der Einöde, in die die Natur sich eingebettet hat für eine Weile, blitzen die Gedanken und Gefühle auf wie Kristalle in der Sonne. Mir kommt es manchmal so vor, als wäre alles reduzierter, aber irgendwie auch intensiver und klarer erleb-bar. Vielleicht, weil wir auf engerem Raum zusammenleben, mit sehr viel weniger, was uns ablenkt, ganz anders als noch im Herbst, im Sommer oder Frühjahr, wo alles immerzu nach vorne drängt und die Natur uns ruft, zum Pflanzen, Ernten, Erfahren, Entdecken, zum Werken und Wirken…
Jetzt, im Winter, ist es still geworden. Nur das Feuer knistert. Die Ofen-Uhr pfeift und will geöffnet werden. Grittibänzen. Hungrige Kinderbäuche, die auf ihr Zvieri warten. Ein Baby, das in meinen Armen schläft und atmet. Stricknadeln, die ihre immer schwerer werdende Last tragen. Geduldig. Ruhig. Gelassen. Im Winter-Rhythmus.
Poesie, die das Herz erreicht, ganz ohne Umwege.

PS. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie um alles in der Welt ich zu so vielene wohligen Seufzer-Momenten komme, als Mama von 4 Kindern, dann lasst mich euch versichern: gar nicht. Also schon… aber nicht permanent. Das bleiben nach wie vor kostbare Oasen in meinem nach wie vor ziemlich banalen, normal-verrückten Familien-Alltag. Doch so ist das nunmal mit der Poesie; sie bleibt rar am allerallerschönsten. Zu viel davon und sie wird begwöhnlich. Oder kitschig. *zwinker*

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