Monatsarchive: November 2012

this moment: Vorfreude

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

Ein Berg von Paketen auf unserem Tisch
ganz knapp vor Mittag
und wir mittendrin im schönsten aller hibbeligen Gefühle:
Vorfreude.
Lässt den Puls traben, die Stimme singen, das Mädchen am Pappkarton zupfen.
Und die Freude wird noch grösser
sogar
als die Schätze zum Vorschein kommen, die da zu uns gereist sind:
Bestelltes (wollig)
Ersteigertes (einmal raschelnd, einmal Granny)
ganz überraschend Geschenktes (* blätter, blätter * Danke, Raniso! Bist ein Schatz!)
und dann – hölzern und schnurrend -
eines der allerschönsten und faszinierendsten Dinge
die ich mir nur gerade vorstellen kann:
Die Erfüllung eines ganz, ganz grossen, kleinen Wunsches
(Ne, nicht mein Bauernhaus, das nicht.
Aber es würde ganz hervorragend dorthin passen, da bin ich mir sicher!)

PS. Mehr davon bald! Versprochen.

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einfach… malen

Das Leben mit 4 Kindern ist manchmal ganz schön turbulent, das muss ich zugeben. Es gibt Tage- oder sagen wir besser “Phasen- wo diese 4 Kinder mehr Lärm und Chaos produzieren, als eine einzelne Mama ertragen kann. Wo der Raum zu platzen droht vor lauter Worten, Bewegungen, Dingen, Gefühlen und Charakteren. Und obwohl wir hier in einem wirklich grossen Haus leben (dürfen), in dem sich jeder zurückziehen könnte (bis auf die Mama, die wird irgendwie immer und überall gleichzeitig gebraucht), kleben meistens doch alle beieinander wie Pech und Schefel und füllen gemeinsam die Räume mit ihrem Lachen, Plappern und Zanken.
An guten Tagen sage ich mir : “Das ist ganz normal. Kinder, die sich mögen, verbringen gerne viel Zeit miteinander. Das muss man einfach hören.” An schlechten Tagen denke ich: “So was kann doch nicht normal sein, *Haare-rauf*! Das hält ja kein Mensch aus! Können die nicht mal ein halbes Stündchen lang still und zufrieden vor sich hinspielen?”
Und bei diesem nass-kühlen Wetter und der andauernden Schupfen-Halskratz-Phase in meiner Familie häufen sich die nicht so ganz einfachen Tage, natürlich. Je wintriger es wird, oder sagen wir, je unwirtlicher und dunkler draussen, desto grösser wird mein Bedürfnis nach ein bisschen mehr Stille und Ordnung drinnen. Nach Pause. Nach gemeinsamer Zeit, die auch mal ruhig und besinnlich sein kann.
Wenn 4 Kinder und eine Mama (und abends und am Wochen-Ende erst noch ein Papa) sich ein Zuhause teilen, tagein, tagaus, manchmal von Morgens bis Abends und auch noch zwischendurch, dann beginnt irgendwann das ganze Haus zu schwingen irgendwie, vor lauter Lebendigkeit, und ich kann noch so ein nüchterner und un-esoterischer Mensch sein; sogar mir kommt es dann so vor, als würde dieses Vibrieren in der Luft irgendwelche komischen Resonanzen in mir auslösen, so wie eine ansteckende Krankheit sich über die Luft quasi  fortgebewegt und weiter ausbreitet. Dann werde ich nervös. Hypersensibel. Und mein Nervengerüst wackelt vor sich hin wie eine Vogelscheuche bei heftigem Wind. Dann hilft nur noch eines: süsser Tee, brennende Kerzen, Rosenöl und sanfte Musik, den Tisch in der Küche freiräumen, den Mal-Korb rauskramen, Zeitungen auslegen, die Kinder zusammentrommeln und…

… einfach malen

Das ist wie… ein weit, weit offenes Fenster an einem stickigen Tag. Und von irgendwoher strömt frische, reine Luft herein.
Ich tanke selber immer unheimlich viel Energie und Lebens-Freude aus solchen gemeinsamen Mal-Stunden, wo jeder das machen kann, was ihn gerade packt- Ja, manchmal sogar ich, wenn die Kinder im Fluss ihrer kreativen Adern mitlaufen, und das Baby -oh Wunder!- tatsächlich in meinem Arm eingeschlafen ist…
Dann schnappe ich mir auch ein weisses Blatt Papier. Und spiele mit. Dieses wunderbare, alte Spiel, das Kindern manchmal fast besser vertraut ist als uns vernünftigen, produktiv denkenden Erwachsenen; Kritzeln, Krabeln und mit dem Pinsel über die Seite flitzen…

Und irgendwann dann ist ein Bild geboren. Einfach so. Aus dem Nichts.

Das hängt jetzt bei mir an der Wand meiner kleinen Büro-Nische, da, wo ich auch jetzt in diesem Augenblick sitze und diesen Text hier tippe. Für einen Moment löse ich die Finger von der Tastatur und blicke hoch, sehe Farben, Pinselstriche, eine bunte, fröhliche Collage- und erinnere mich. “Be wild. Sometimes.” Das ist eine feine Sache. Still sein aber auch. Sich Zeit nehmen, gemeinsam ruhig zu sein- und trotzdem wild *zwinker*.
Zeit zum Spielen. Das sollte ich mir öfters gönnen.

Veröffentlicht unter Familienalltag, kreativ mit Kindern, kreative Ideen, what makes me happy | 7 Kommentare

für mein Mädchen: ein Bullerbü-Quilt-Kissen

Die letzten Tage und Wochen waren irgendwie unruhig.
Da waren Phasen des Krankseins, die sich wie eine ellenlange fiese Schlange durch unseren Alltag zog (bzw. zieht, denn mein Mädchen hustet noch immer), und da waren diese viele kleinen und ein paar etwas grössere Hand-Griffe, die das eine oder andere Zimmer unseres Zuhauses ein wenig… umkrempelten.
Zum Beispiel zog Kind1 wieder aus aus dem blauen Zimmer und zurück ins kleine weisse Zimmerchen, in sein allererstes eigenes Kämmerchen von damals, wo nun ich gemeinsam mit meinem Babykind unser Wochen-Bett und die erste Baby-Zeit verbracht habe.
Kind2 schläft jetzt erstmal für eine Weile alleine im blauen Zimmer (was er gar nicht so übel findet. Er ist ein Mensch, der seine Ruhe-Zone braucht). Bis dann eines schönen Tages unser Mädchen soweit sein wird, um ohne mich, dafür bei ihrem Bruder im Zimmer einschlafen zu können. Doch bis dahin…

… kuschelt sie sich noch in ihr eigenes, nigelnagel-neues weisses Kinderbettchen. Ganz nah bei uns.
Bisher war Platz ja keine Mangelware in unserem Familien-Bett, denn Betten für Grosse lassen meistens genug Raum für so einen kleinen schlafenden Wicht, aber jetzt mit Baby… Da wünschten wir uns doch ein bisschen mehr Bewegungs-Freiheit, vor allem auch, weil ich nachts ja noch stille und das Baby auch mal im Dunkeln wickle. Und mir graut vor Stürzen aus dem Bett- so ein Babyköpfchen braucht einfach Schutz. Auch vor kräftigen Geschwister-Beinchen, die manchmal im Schlaf ganz schön aktiv werden können…

Vorletztes Wochen-Ende fuhren wir also los und kauften unserem Mädchen sein allererstes ganz eigenes Bett (von Ikea). Ganz in Weiss. Und mit Gitter-Stäbchen rundherum, damit auch das Babykind nicht rausfallen kann, sollte es dann mal aus dem grossen Bett rüber zur grosse Schwester krabbeln ( Noch unvorstellbar, oder? Aber hey; das wird gar nicht mehr so lange dauern…).
Ich hätte gerne ein schönes, altes Holzbett gehabt für meine Kleine, vom Papa weiss bemalt, mit ausgesägtem Stern oben am Kopf-Ende. Aber um so etwas zu finden, braucht es Zeit, viel Zeit… Wer weiss, vielleicht für später dann, wenn ein Kinderbett ohnehin zu klein wäre… Ein weiterer guter Grund für ausgedehnte Brockenhaus-Besuche. Auch schön.

Das neue weisse Bettchen erinnert mich an Schweden. Wie alle weissen Möbel wahrscheinlich. An Bullerbü. Hellblau und Weiss. Genau wie die hellen, zum Teil schon ziemlich alten Stoffe aus denen der allerliebste Quilt meines Mädchens genäht ist. Den nahm sie übrigens auch ziemlich rasch zu sich ins neue Bett. Zum Zudecken und Einkuscheln. Und ich denke, das passt ganz gut so, denn eines Tages wäre es wohl ohnehin ihrer geworden…

Um dieses denkwürdige Ereignis (Das erste Bett!), diesen subtilen ersten Schritt zum Alleine-Schlafen, ein bisschen feierlich zu begehen, wollte ich ihm gerne etwas schenken, meinem Mädchen… Etwas selbstgemachtes. Mit Hand und Herz. Und so zog ich mich einmal mehr vor die Stoff-Stapel in meiner Gerümpel-Kammer zurück, wühlte mich durch, bis ich all die hellen, leicht nostalgisch angehauchten Stoffe beisammen hatte, von denen ich dachte, sie könnten vielleicht passen. Zu meinem Kind. Und zu seinem Quilt.

Einen der Original-Stoffe, den mit dem auffallenden Mandala-Muster, konnte ich noch ausgraben. Doch alle anderen Stoffe sind grösstenteils alte, ertrödelte Reste, die ich fast alle schon einmal irgendwo vernäht habe: Der rosa-hellblaue Schweden-Stoff vom Brocki zum Beispiel. Der steckt auch in meiner Patchwork-Badematte (Die ich immer noch sehr, sehr gerne mag!). Oder der mit den grossen blau-rosa-grünlichen Blumen-Ranken. Aus dem habe ich das Futter meine Letter-Sachtels genäht, in dem ich die alten Briefe meiner besten Freundin aufbewahre. Aus den blauen Streublümchen (ziemlich kurz geschnittenes Bettzeug vom Trödler) habe ich meinem Mädchen damals ihre Huck Finn Pants geschneidert (*hach*), und den weissen Stoff mit der schönen Blumen-Stickerei habe ich wohl in fast alle meine Log Cabin Kissen mit einbezogen. Am allermeisten wohl in diesem hier. Gute Erinnerungen. Herrliche Stoffe. Was will man mehr?

Nur die blauen Punkte, die sind neu. Ein Fat Quarter von Kaffe Fasset (love him!). Die Rückseite wiederum besteht zu 100% aus einem vintage Kissenbezug. Der war zwar noch absolut blütenrein und tadellos gebügelt und gewaschen, aber die Masse wollten zu keinem der Kissen im ganzen Haus passen. Also wurde er zerschnitten und mitsamt Knopf-Leiste und den versetzt wieder angenähten Knopflöchern zum Rückenteil.

Das Nähen dauerte lange. Sehr lange. Die Etappen waren zahlreich- aber immer eine ganz, ganz wundervolle Zeit für mich. Und auch mein Mädchen, das ganz aufgeregt und fasziniert den Werdegang seines neuen Patchwork-Kissens verfolgte, und mithalf, wo sie nur konnte. Squares wünschte sie sich. Und gerne gequiltet. Machen wir doch gerne, kleine Lady!

Als ich eines Nachts dann den letzten Faden vernäht und alles noch einmal sauber gebügelt hatte, nahm ich unser neues Bullerbü-Kissen mit rauf in unser Zimmer und lehnte es so an die Wand, dass mein Mädchen es beim Aufwachen sofort sehen würde… Und das tat sie. Am nächsten Morgen öffnete sie die Augen und blieb mit ihrem Blick sofort daran hängen. Zuerst ganz still. Dann aber schnellte sie in die Höhe und zog es übers ganze Gesicht strahlend an sich: “Miis Chüssi! Miis Chüssi- Luäg wie’s passt!” (“Mein Kissen! Mein Kissen-Schau wie es passt!”)

Diese riesengrosse Kinder-Freude, dieses Strahlen und den Stolz, mit dem mein Mädchen ihre neues Kissen jedem, wirklich jedem präsentierte, und die liebevolle Art, mit der sie es sich jeden Abend frisch aufschüttelt… das alles werde ich wohl für immer in meinem Herzen tragen.

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this moment: Schach

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

this moment

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