Monatsarchive: Oktober 2012

this moment: kiss

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

kissing my baby
and feeling fine

Ich bin dankbar. Für dieses Baby in meinen Armen und die Kinder unter meinem Dach, für den Mann an meiner Seite, den ich liebe und der mich aushält, mich versteht und in die Arme nimmt, wenn ich heulend in der Küche stehe und mich kaum beruhigen kann wegen einem dummen, alten Haus, das ich nicht haben kann. Ich bin dankbar für diese Menschen. Unbeirrbar und abgrundtief dankbar. Für ihre  Geduld mit einer Drama Queen wie mir, für ihre Liebe, ihre Unbeschwertheit, ihr Lachen und Lärmen und Wachsen. Und dafür, dass sie einfach da sind. Bei mir.
Und ich bin dankbar für euch. Dass ihr euch vor eure PCs setzt und einen dieser wertvollen Augenblicke, die nur euch gehören, dafür hergebt, hier zu lesen. Das ist etwas, das mich ehrlich ehrt und mich freut und was ich niemals, wirklich niemals als selbstverständlich annehme oder erwarte. Vielen Dank. Für alles. Ich bin ein Glücks-Kind, würde ich mal sagen *zwinker*.

PS. Foto geknipst by Kind2.

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So ist das

So ist das also.
Die Seifenblase ist geplatzt. Und ich auf dem Bodern der Tatsachen gelandet. Ziemlich hart, aber ich hätte es wissen müssen; Mein kleiner Hof wird nicht uns gehören. Da gibt es Leute die weit mehr dafür bieten, als wir je verdienen werden, selbst wenn mein Mann noch zehn Lohnerhöhungen kriegen sollte. Irgendwelche reichen Pinggels mit einem Stall voller Pferde (stelle ich mir vor), die den ganzen Tag lang in ihren Büros sitzen und arbeiten und das Land dann am Wochen-Ende ein bisschen geniessen, so als Hobby nebenbei, wenn man dann mal Zeit dazu findet… Und Familien mit Kindern, die ihr Zuhause wirklich be-leben und ihre wertvollsten Jahre darin verbringen, bleiben in enge Gärtchen gesperrt oder noch nicht mal das; Ich weiss ja, wie viele sich gerade mal eine winzige Wohnung leisten können und schon dankbar sind für einen Balkon… Irgendwie unfair.

Ich, ich weiss, ich bin verwöhnt. Undankbar. Und im Moment erst noch ungerecht. Aber… nein kein Aber. Ich bin einfach nur enttäuscht. Total. Irgendwie habe ich wohl zu sehr geglaubt, jetzt hadere ich mit den Tatsachen. Aber es lässt sich nicht ändern; kein Hof, keine Schafe, keine Hühner, kein Land-Leben.

Mein erster Impuls war, einkaufen zu gehen. Wolle, Stoffe, Bücher, Trödel,  Hauptsache Glücks-Stoff. Aber irgendwie hatte ich so eine Ahnung, dass das heute auch nicht helfen würde. Stattdessen habe ich geheult, geputzt, noch mehr geheult und noch mehr geputzt und schliesslich Muffins gebacken. Mit extraviel Schokolade. Die gibt es dann heute abend. Mit einem dieser uralten Schwarz-Weiss-Filme und einer Packung Taschentücher. Filmegucken, essen, Rotz und Wasser heulen. Ich denke, das muss reichen.

PS. Vielen Dank aber an Euch fürs Daumendrücken, für eure guten Wünsche und weisen Worte auf meinen letzten Post hin; sie sind allesamt bei mir angekommen und trösten mich jetzt ein bisschen mit. Lieb von euch.

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Distel

Unsere Konzept-Arbeit fürs Landwirtschafts-Amt ist abgeschlossen, eingetütet und abgegeben. Jetzt heisst es tapfer sein und warten. Hoffen und bangen. Und mir immer wieder klar machen, dass wir es gut haben hier, eigentlich, dass die Kinder dieses Haus lieben, und ich ja auch, genauso wie dieses wundervolle Dorf, das uns umgibt. Im Grunde wäre es kein Drama, hier bleiben zu müssen. Im Grunde haben wir uns ja bereits ein Heim aufgebaut, mit unseren eigenen Händen und Ideen, im Grunde gibt es gar keine so richtig dringlichen Argumente, alles hier zurück zu lassen und nochmals ganz von vorn anzufangen, irgendwo da draussen in der grünen Pampa, wo wir keine Seele kennen und uns Arbeit aufhalsen, die wir nicht wirklich abschätzen können, zu einem Zeitpunkt, wo wir doch ohnehin schon ausgelastet sind mit dem, was tag-täglich so anfällt.
Im Grunde, ja, im Grunde…

Aber ich glaube, ich will das. Diesen kleinen Hof mit Stall, die Schafe, die Hühner, den Garten, das Land und die ganze verflixte Arbeit mitsamt Dreck an den Stiefeln und noch mehr Verantwortung und übervollen Tagen und Kindern, die mit mir streiten, weil sie keine Lust haben in Molly und Co’s Mist herumzustochern und überhaupt; Ich will eine Land-Frau sein.

„Aber Mama“, sagte Kind2 als ich das so erwähnte beim Frühstück, „Aber Mama, dir wird doch schon bei Hundekacke schlecht.“
Recht hat er.
Ich musste schlucken.
Als wir uns den alten Hof ansahen, trat ich in irgendso ein dampfendes Häufchen, das mir dann in den Rillen meiner Stiefel klebenblieb, und musste mich -nein, kein Scherz- tatsächlich hinlegen im Auto, weil mir vom Geruch so fürchterlich übel wurde…
Eine schöne Land-Frau bin ich, jaja.

Aber egal; Ich will das. Von mir aus mitsamt Hundehaufen. Ich bin bereit dafür, mit allem, was dazu gehört. Da bin ich mir ganz, ganz sicher. Und wenn es nicht dieser Hof ist, dann vielleicht ein anderer. Die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt, oder?
Und falls der kleine Hof an jemand anderen gehen wird, dann hoffe ich, dass ich das Ganze so sehen kann wie Tinki und Kathrin und Mumintroll: Wenn es nicht sein soll, dann hat das auch seine guten Gründe.
Manchmal ist es einfach besser, wenn Wünsche -noch- nicht in Erfüllung gehen. Ich möchte das immer im Blickfeld behalten, bei allem Planen und Traumschlösser-Bauen; Nicht alles liegt in meiner Hand. Das Leben nimmt oftmals wundersame Wendungen, die ich nicht verstehe, einfach weil ich zu klein bin in diesem Grossen Ganzen, weil ich immer nur die Ecken sehe, niemals aber das, was sich dahinter verbirgt…
Wissen ist gut. Vertrauen ist besser. Es kommt, wie es muss. Und das ist gut so.

Auf alle Fälle bin ich jetzt, so in dieser Warte-Haltung (oder sollte ich sagen Erwartungs-Haltung? Ich meine, hier entscheiden sich gerade ganz fundamental wichtige Dinge) ziemlich unausgeglichen. Erschöpft und gleichzeitig ganz hibbelig. Voller Pläne und Tatendrang und doch auch bereit für eine neue Enttäuschung. Eine Zeit wir eine Distel; irgendwie schön und alles andere als alltäglich, aber gleichzeitig nicht so recht fassbar und zu stachelig, um mich nieder zu lassen…
Warten wir’s ab, Freunde, warten wir’s ab.

Veröffentlicht unter besondere Tage | 19 Kommentare

noch ein bisschen konkreter *zwinker*

Also, so „Zappel-lass-Posts“ wie mein letzter „this moment“ sind ja schon ein bisschen fies. Man wird so quasi nach dem Amuse-Bouche sitzengelassen, mit wässrigem Mund.
Aber manchmal finde ich es ganz schön schwierig, Dinge, die mich bewegen, hier einfliessen zu lassen, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Manchmal beschäftigt mich etwas ganz intensiv. Dann rede und rede ich darüber, endlos manchmal (fragt meinen Mann, fragt meine Mama. Die beiden sind wirklich nicht zu beneiden) … doch wirklich verändern tut sich meistens nur sehr, sehr wenig.


Ich bin ein Herz-Redner. Ich trage mein Herz auf der Zunge, mache aus Mücken gerne Elefanten und verarbeite vieles, was mich umtreibt, indem ich grosse Reden schwinge.
Doch in Tat und Wahrheit bin ich ein kleiner Hasenfuss, der jede echte Veränderung scheut wie eine Motte das Tageslicht. Vieles, das bei mir gewaltig klingt, ist bei näherem Hinsehen eigentlich gar nicht der Rede wert. (Allerdings ist ja eh alles irgendwie relativ, oder?)

Ich habe diverse Such-Abos bei diversen Online-Immobilien-Scouts. Die ich alle regelmässig erneuere und mir ihre Ergebnisse auch ganz seriös ansehe. Aber ich finde immer einen Haken. Bei jedem Angebot. Entweder ist das Haus zu modern, zu teuer oder es steht im falschen Kanton, ich finde das Grundstück zu klein oder zu versteckt oder blablabla. Ich entdecke immer etwas, das mich stört. (Darin bin ich Meisterin, glaubt mir!) Und selbst wenn wir uns dann ein Haus tatsächlich mal ansehen, kann es gut sein, dass zwar alles stimmt… aber mein Herz sich trotzdem sträubt. Und wie gesagt; das Herz gibt den Ton an.

Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass wir immer noch hier in unserem Haus an der Durchgangsstrasse sitzen und auf bessere Zeiten warten, anstatt irgendwo da draussen zwischen Wiesen und Feldern an unserem Traum zu arbeiten, ganz konkret und mit beiden Beinen auf dem Boden, nicht nur so wage und verklärt in irgendwelchen Luftschlössern, wie ich sie so gerne baue. Seit Jahren zimmere ich mir „mein Landleben“ zurecht. Aber immer nur im Kopf (bzw. in „wenn-ich-dann-einmal-meinen-kleinen-Hof habe-Gesprächen“ *hüstel*). Zu mehr hat mir immer der Mut gefehlt, glaube ich. Oder vielleicht einfach das richtige Objekt. Denn irgendwie könnte vielleicht doch etwas Wahres dran sein, wenn die Leute sagen : Eines Tages wirst du es finden. Dein Haus. Euer Haus. Und ihr werdet es sofort merken.

Ich habe schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass das tatsächlich möglich sein könnte. Dass ich über die Schwelle eines leerstehenden Hauses trete- und mich daheim fühle. Aber doch, es ist wahr; man kann sich in ein Haus verlieben. Sogar auf den ersten Blick, als würde man eine rosa Brille tragen, die mangelhafte Kleinigkeiten einfach übersieht …

Vor einer Woche sahen wir uns ein altes, wunderschönes, in die Jahre gekommenes Bauern-Haus an, eines mit so herrlichen Sprossenfenstern (ja, ihr erkennt es wieder, oder?) und hölzernen Wänden, wunderbar eingebettet in einen kleinen, feinen Weiler voller Pferdeställe, Gehöfte und hübschen Häuschen, mit Konktakt zur Aussenwelt und trotzdem irgendwie abseits von allem, romantisch, voller Möglichkeiten- und vor allem mit einem Fleckchen Land, das nur uns ganz allein gehören könnte. Mit Platz zum Träumen, hand-fest, ganz konkret, nicht mehr nur mit dem Kopf in den Wolken, sondern konzetriert auf das, was ich mir schon immer erträumt habe; auf meinen kleinen Hof, dem Schoss für mich und meine Liebsten.

Aber ihr kennte mich ja mittlerweile; Ich rede gern. Ich gerate ins Schwärmen und verliere mich manchmal ein bisschen in meinen Tag-Träumen. Fakt ist; dieses Haus ist begehrt. Dieses Haus ist teuer. Dieses Haus ist ein Lebens-Werk, das uns viel, sehr viel Arbeit kosten wird, nicht nur am Haus selber, wo umgebaut werden müsste, oder ganz bestimmt erst mal gründlich renoviert, sondern vor allem auch ums Haus herum, wo eines Tages vielleicht Schafe grasen wollen, Hühner nach Würmern scharren und ein Garten darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden… So ein Fleckchen Paradies braucht eine starke Hand und einen klaren Kopf, um gedeihen zu können.
Und hier in unserem kleinen Schwiizerländli braucht es sogar eine spezielle Bewilligung vom Seiten des Landwirtschafts-Landes… und ich will es euch gleich sagen; die Chancen stehen nicht sehr gut für uns. *seufz* Obwohl wir uns fast die ganze letzte Woche die Nächte mit Konzept-Arbeit für ein Bewerbungs-Dossier um die Ohren geschlagen haben.

Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Ich will  nicht aufgeben, bevor das Renne wirklich vorbei ist, ich will weiterträumen, nur noch ein wenig… Da ist Tür aufgegangen, ganz urplötzlich.
Und diesmal möchte ich alles geben, denn so nah, so konkret war unser Traum noch nie.

PS. Ich weiss, ich wollte mich kurz fassen *grins*. Wollte ich auch. Ging aber nicht. Ich bin was ich bin; eine Quasseltante *zwinker*. Ausserdem wollte ich euch nicht zappeln lassen nach meinem *geheimniskrääm*-Sprossenfenster-Foto. Aber es ist schön, zu wissen, dass nächste Posts auch kürzer sein dürfen… Jetzt nach hunderttausend verschlungenen Broschüren und Sites über Schafzucht, Tierschutz und Landbau, in Nächten, die nicht vor 1:00 Bettruhe versprachen, kann ich ein paar „Kurz-Posts“ tatsächlich ganz gut gebrauchen…
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Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, kleine Abenteuer | 27 Kommentare