Monatsarchive: September 2012

this moment: König

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

der kleine König der braunen Töne
this moment

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so etwas wie Segen

Die nächsten Tage wird es hier wahrscheinlich ein bisschen ruhiger werden, könnte ich mir vorstellen. Im Hause Kirschkernzeit grassiert nämlich eine kleine, aber heimtückische Magen-Grippe-Welle, die ziemlich plötzlich und heftig zuschlägt (dafür aber -hoffentlich- auch nicht allzu lange wütet).
Ich verbringe die Tage mit meinen kleinen Patienten im Bett beim Geschichten-Vorlesen, brühe immer wieder heissen Tee auf, ignoriere die hunderttausendundfünf mal wieder nicht erledigten Punkte auf meiner to-do-Tages-Liste und wasche die eine oder andere Extra-Ladung-Wäsche *räusper*… Und nachts um zehn wird dann noch unter der Decke gepicknickt. Mit geschlossenen Augen, so müde ist man, wenn man drei Jahre alt ist und den ganzen Tag lang kaum etwas bei sich behalten konnte. Salzstangen mit lauwarmem Still-Tee. Damit der Schlaf einem auch findet…

Ich bin auch ein bisschen müde, muss ich zugeben. Aber gleichzeitig fühle ich mich… geerdet. Tage wie diese sind so schön einfach. Ich weiss, wo ich gebraucht werde und kenne meine Aufgaben. Das schafft Ruhe in mir, macht Ordnung in meinem flatterhaften Geist.
Manchmal tut es einfach gut, keine grossen Sprünge mehr machen zu können, zuhause bleiben zu müssen, alles so einfach wie möglich zu halten, mit belegten Broten zu Mittag, Nachmittagen auf dem Sofa, mit Tee und Kuschelstunden und abgesagten Terminen. Der Druck ist wie weggeblasen. Ich weiss, dass ich gar keine andere Wahl habe im Augenblick -Grippe-Zeit, Ausnahme-Zustand- und fühle mich fast schon befreit dadurch. Sonderbar eigentlich, aber in solchen Tagen liegt tatsächlich auch so etwas wie Segen

Veröffentlicht unter besondere Tage, Familienalltag | 20 Kommentare

This moment: beobachtet

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

1 Glas Wasser + 1 alter Wasserfarbenkasten, geerbt von der Tante + zwei Schwestern, zwei Brüder und eine einarmig besetzte Mama mit Schnupfen-Nase + ein bisschen Kerzenlicht, ruhige Musik und ein herrliches Stündchen unverbrauchte Zeit =
the totally perfect moment
Bliss
this moment

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Aus meinem Tagebuch: Still

Es ist dunkel. Nacht. Einzig der Schein der Strassenlaternen dringt von draussen zu mir herein und bricht sich an den weissen Wänden. Stille. Frieden. Wunderbar.

Ich höre die das gleichmässige Atmen meines schlafenden Mädchens, dazwischen die kurzen, schnellen Atemstösse meines Babys. Es schläft nicht. Es zappelt neben mir und seine schlenkernden Beinchen streifen mich ab und zu.
Die Decke raschelt. Eigenartig; während alle Welt schläft habe ich hier so ein kleines, strampelndes Menschenkind, das uns beiden so mir nichts dir nichts die Nacht zum Tag macht. Hellwach, lebendig- es ist so viel Leben in diesem Haus, so viel pulsierendes, lärmendes, kaftvolles Leben.

Mich überkommt ein warmes, dankbares Gefühl; das ist Geborgenheit. Hier in einem sicheren Zuhause, in einem warmen Bett zu liegen, in einer Nacht, von der ich nichts zu befürchten habe, zwischen kleinen, warmen Menschenkindern, bei einem Mann, der zu mir gehört, ohne jeden Zweifel, und ich zu ihm. Geborgenheit…

Mein Mädchen dreht sich im Schlaf. Ich zupfe an der Bettdecke, ziehe sie ihr über die Schultern, damit sie nicht friert und fühle mich als Beschützerin, als Hirtin, die im Dunkeln über ihre kleine Herde wacht. Ein gutes Gefühl.

Mein Baby dreht den Kopf zu mir her. Blanke, dunkle Augen glitzern im Lichtstrahl, sehen mich, erkennen mich. Ich glaube, es lächelt und lächle zurück. Es kommt mir so vor, als würden wir miteinaner reden ohne zu sprechen, als könnten wir uns verstehen, allein durch unsere Blicke, durch die Nähe und Verbundenheit, die wir teilen, wir zwei, dieses kleine, wortlose, wundervolle Wesen, dessen Leben erst angefangen hat, und ich, seine Mutter, die ihres bereits grosszügig aufgebraucht hat, nach und nach, fast ohne es zu bemerken.

Mein Herz ist so voll. Gibt es wirklich Worte für alles?
Ich und dieses Baby. Ich und die Kinder. Ich und der Mann an meiner Seite. Zusammen. Gestern. Heute. Morgen. Es ist schön, das Leben zu teilen, mehr als schön, ein Wunder im Grunde, denn verdient habe ich mir nichts von alledem… Ich bin reich und beschenkt, einfach so. Ein Wunder, tatsächlich.

Manchmal denke ich, dass es eigentlich gar nicht sein kann, dass das alles ein Fehler sein muss, ein Versehen.
Aber dann wieder sage ich mir, dass Gott wohl keine Fehler macht.

5 kleine Fingerchen umklammern meine Hand, 5 winzigkleine Fingerchen, die immerzu nach Halt suchen. Ich halte sie fest.
Ein rundes, warmes Köpfchen schmiegt sich an mich. Ich streichle seinen Haarflaum glatt, riechen den vertrauten Duft von warmer Haut und verschütteter Milch.
Das kleine, starke Körperchen, das strapelt, atmet… langsamer, gleichmässiger, entspanner. Ich ziehe es näher zu mir her und bette es in meine Arme, während es schläft.

Festhalten, wärmen, nähren, behüten. Lieben. Voll und ganz, mit allem, was ich bin und habe, immer, auch in anstregenden, nerven-aufreibenden, herausfordernden Phasen, und sogar dann, wenn es eigentlich gar nicht danach aussieht… Es ist diese grosse, tiefe, feste Liebe, die mich durch alles hindurchträgt.

Sie ist es, die alles zusammenhält, sich zwischen uns hindurch spinnt und uns alle verbindet. Mann und Frau. Mutter und Kind. Vater und Kind. Bruder und Bruder, Schwester und Schwester, Geschwister, Familie, die Welt. Diese Liebe ist das Fundament und die Kraft. Ohne sie gäbe es kein Leben.

Ich schliesse die Augen. Von irgendwo her tönt eine Kirchturm-Uhr. Es ist vier Uhr morgens, bald wird der Tag erwachen.

Das Baby an meiner Brust liegt still und entspannt und nuckelt im Schlaf. Ich halte es fest, wärme und behüte es. Ich bin glücklich. Dankbar. Denn das ist alles, was ich möchte. Festhalten, wärmen, nähren, behüten. Alles Wünschen steht hier still.

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