Monatsarchive: Juni 2012

this moment: Bedürfnis

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

ein Bedürfnis
this moment

Diese kurze Atem-Pause mit meinen Stricknadeln in den Händen und frei fliegenden Gedanken, die ist mir wirklich ein ganz, ganz tiefes Bedürfnis zur Zeit. Mir kommt mein Leben laut vor und zum Bersten voll mit Ereignissen. Irgendwie scheint alles zu rasen und zu rennen im Moment, und ich hechle hinterher und werde langsam atemlos dabei…
So eine einsame Stunde im Café kommt mir vor wie das pure Paradies auf Erden. Sie dürfte ewig dauern.
Oder zumindest ein kleines bisschen ewiger.

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das blaue Zimmer

Heiss, heiss, heiss! Ich verschmachte hier unter der Sommersonne! Mit Babybauch fühlt sich das bisschen Sommer, das wir bis jetzt hatten, schon beinahe nach tropischem Klima an, meine Beine sind müde und schwer (genau wie der ganze Rest meines Körpers) und obwohl mir nichts sehnlichwe wünsche, als jetzt einfach unter die Decke (Himmel, welche Decke??? Mir ist ja schon im Nachthemd zu warm!) zu kriechen und wegschlummern zu dürfen, kann ich nachts kaum schlafen. Sommer und Schwangerschaft im allerletzten Stadium sind keine sonderlich gute Kombination…

Aber es gibt da ja so die einen oder anderen kleinen Tricks und Kniffe, um auch bei sommerlich hohen Temperaturen eingermassen gut über die Runden zu kommen, nicht wahr? Ein eiskaltes Fussbad zum Beispiel, in dem man seine Füsse versenken kann, während man mit den Kindern ganz entspannt im Schatten sitzt und Drachenland spielt (unser Lieblings-Brett-Spiel gerade). Oder Eiskaffee mit wenig Zucker und Eiswürfeln bis Glas-Rand, die man dann knackend zwischen den Zähnen zermalmt und sich dabei an diesem herrlichen, kalten Gletscher-Gefühl im Mund erfreut. Ich dusche jetzt auch unheimlich gerne und das gleich mehrmals am Tag, dafür meistens nur ganz kurz, keine zwei Minuten lang, kühl und pur, ohne Duschgel (wegen der Haut).
Und dann habe ich meine festen Drinnen-Zeiten. Wenn die Luft draussen flirrt vor Hitze, verkrieche ich mich lieber drinnen, wo es schattig bleibt und angenehm kühl, bis die Sonne ihr Feuer ein bisschen milder dosiert zu uns in den Garten schickt. Ganz besonders gerne bin ich jetzt unten im Erdgeschoss, im weissen Wohnzimmer. Oder oben im ersten Stock, im Zimmer der Jungens. Denn dort kommt es mir erstaunlich kühl vor, selbst im allertiefsten Sommer.

Hier tauche ich ein in ein ganz besonderes Reich, ein Reich der Fische und Schiffe, der Abenteuer-Geschichten und heldenhaften Lego-Kreaturen… Kommt nur mit, ich muss euch was zeigen…

Das blaue Zimmer

Als wir damals im Februar einen Eimer kräftige, dunkeltürkisblaue Farbe an die Wände dieses Zimmers klatschten, war ich mehr als skeptisch. Nicht dass ich etwas gegen Türkis oder Blau einzuwenden hätte, nein, das nicht, aber… in der Intensität?
Starke Farben sind mir schnell einmal unheimlich, und insgeheim hatte ich darauf gehofft, die Jungens vom sanften Lindgrün überzeugen zu können, das mir so vorschwebt, wenn ich das Stichwort Kinderzimmer höre. Aber da war nichts zu machen. Ihr Plan stand fest, felsenfest: Türkis. Dunkeltürkis. Intesivstes Dunkeltürkis.

Heute wiederum, eine ganze Jahreszeit später, stehe ich in diesem Zimmer und bin so glücklich wie man nur sein kann über diese Farbe. Sie wirkt kühlend im Sommer, sommerlich im Winter und verwunschen bei Nacht.
Das blaue Zimmer ist so geworden wie ich es mir nie und nimmer vorgestellt hatte. Ich hatte an Wälder und warmes Holz gedacht, an Tarnfarben und Wild-Tier-Figuren in kleinen Setzkasten, an Schmetterlings-Bilder und grün gemusterte Bettwäsche. Stattdessen tauchten Holz-Schiffe auf, Muscheln, selbstgemachte Fische, die von der Decke schweben, gischtweisse Decken und Kissen neben blauem Batik, da und dort ein Totenkopf-Emblem, und in den Rahmen finde ich Unter-Wasser Zeichnungen; ein Zimmer, blau und bunt und intensiv wie das Meer.

Anders, als ich dachte, ja. Aber viel, viel schöner!

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Mit Johannisbeeren: zum Beispiel Muffins!

Letzte Woche stand gleich zweimal Besuch vor der Türe- mit je einem grossen Korb frisch geernteter Johannisbeeren im Arm! (Wenn ich an die flinken Finger denke, die sie alle extra für mich abgelesen haben, wird mir noch immer ganz warm ums Herz… Schön, wenn man so freundliche Menschen um sich haben darf! )

Johannisbeeren… Es ist schon sonderbar, aber jedes Mal, wenn ich mir so ein kleines, granat-rotes Perlchen in den Mund stecke, muss ich an meine Oma seelig aus dem Toggenburg denken. Sie hatte ein wenig oberhalb des Hauses ihren Bauerngarten mit Gemüse, Blumen und ein paar grossen, dichten Beerensträuchern, und selbst als der Betrieb eingestellt wurde und sie zu alt war zum Gärtnern, die Johannisbeeren wurden pflichtbewusst abgelesen, Jahr für Jahr. Ich glaube, es waren meine ersten und einzigen Johannisbeeren überhaupt, bis wir vor 5 Jahren hier einzogen. Jetzt haben wir selber einen alten, ein bisschen launischen Strauch, der sich in diesem Jahr eine Beeren-Pause zu gönnen scheint, denn bis auf ein paar mickrige Früchtchen gab es bisher nicht viel zu ernten daran. Womit wir wieder beim Anfang dieses Posts angelangt sind: meinem Besuch mit zwei grossen Körben Johannisbeeren.

Ich finde, eine grosse Johannisbeer-Ernte zu verarbeiten ist nicht immer ganz einfach. So richtig lecker sind sie ja nicht in grossen Mengen, oder? Ein paar Beerchen hie und da zum Naschen und das-Gesicht-verziehen, ja, prima, aber als Tafel-Obst taugt die Johannisbeere nun ja wirklich nicht…
Dafür lässt sich herrliches Gelee daraus kochen, und das im Handumdrehen! Ich muss zugeben, zum ordentlichen Putzen von Johannisbeeren bin ich viel zu faul, darum überbrause ich sie nur kurz, zupfe die Blättchen ab -sofern ich sie erwische- und durchsuche alles nach eventuell verirrten Krabbeltierchen (was man allerdings lieber gründlich machen sollte: neulich fand ich eine Schnecke- allerdings erst im Kochtopf…). Die Stängel lasse ich einfach drin; sie werden ohnehin abgeseiht, nachdem die Beeren zu Saft zerkocht sind.

Das Gute beim Gelee-Kochen ist, dass es absolut keine Eile hat. Wenn ich nicht zum Einkochen komme, fülle ich den Saft nur kurz in saubere Glasflaschen, gebe vielleicht schon etwas Zucker (abwägen und notieren) dazu, damit er noch besser konserviert ist und stelle ihn dann in den Kühlschrank, wo er gut und gerne ein paar Tage bleiben kann, ohne dass er schlecht wird. Da fällt mir ein: Johannisbeer-Sirup wäre wohl auch einen Versuch wert… (Hat jemand da vielleicht Erfahrung?)

In diesem Jahr aber hatte ich jetzt plötzlich viel mehr Johannisbeeren als ich jemals Gelee essen könnte… Und so kam es, dass ein Teil der Beeren in die Tiefkühltruhe wanderte (wie gesagt; ich bin faul) und ein Teil seine Bestimmung im Backofen fand. In süssen, warmen, mit Puderzucker bestäubten…

Johannisbeer-Muffins

Zutaten:

  1. 220-280 Gramm Johannisbeeren (geputzt und gewaschen)
  2. 200 Gramm Mehl
  3. 50 Gramm Griess
  4. 2 Tl Backpulver
  5. 1 Tl Zimt (wenn man ihn mag)
  6. 2 Eier
  7. 150 Gramm Zucker (gerne auch gemischt brauner und weisser)
  8. 150 Gramm Butter, evtl. flüssig (aber ausgekühlt) oder einfach schön weich
  9. 200 Gramm Joghurt oder saure Sahne
  10. Puderzucker zum Drüberstäuben

Das muss man machen:

  • den Backofen vorheizen auf 180 Grad
  • das Mehl mit dem Griess, dem Backpulver und dem Zimt mischen
  • die Eier mit dem Zucker und der Butter gut schaumig schlagen bis die Masse heller wird
  • Joghurt oder saure Sahne dazumischen
  • die mehlige Mischung zum Eier-Zucker-Butter-Gemisch geben und alles mit einer Kelle gut verrühren (Evtl. wird die Masse etwas flockig wegen dem Joghurt/der Sahne und der flüssigen Butter, das macht aber gar nichts!)
  • die Johannisbeeren dazugeben und unterrühren
  • ca. 18 Muffins-Förmchen auf 3/4 Höhe füllen und auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen (Die zeit variert ziemlich, je nach Einfüll-Höhe der Muffins und nach Ofenart! Bitte kontrolliert die Muffins nach 20 Minuten und lasst sie drin, bis sie leicht goldbraun geworden sind. Bei mir hat das auch schon 30 Minuten gedauert…)
  • laurwarm essen oder ausgekühlt, auf jeden Fall aber mit Puderzucker bestäuben- das nimmt den Beerchen noch den letzten Rest Säure…

 

Dieses Rezept ist übrigens ein echtes Allround-Talent, müsst ihr wissen! Das Original stammt aus dem tollen Rezept-Band Coffee & Espresso , wo es mit Kirschen, Haferflocken und ein paar anderen Zutaten ganz herrliche Kirsch-Muffins hergibt! Mit meiner leicht abgewandelten Rezept-Version mache ich gerne Beeren-Muffins (im Winter auch mit abgetropfen Beeren aus dem Glas) oder Apfel-Muffins mit Apfelspalten. Aber fast jedes Obst könnte hier seinen grossen Auftritt haben. (Den Zimt lässt man je nachdem dann einfach weg.) Ich glaube, die Möglichkeiten sind hier praktisch endlos- oder so vielfältig wie der Inhalt unserer Obstschale *zwinker*

Ich hab gleich drei Blech Muffins gebacken und die meisten davon gleich selber gegessen. Unter anderem als süsses, schnelles Frühstück oder zum Kaffee… Muffins gehen immer, findet ihr nicht auch?

Ein paar davon kamen aber auch zu meinen fleissigen Beeren-Ablesern, zusammen mit einem Gläschen Johannisbeer-Gelee. Als kleines Dankeschön…

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mein Sommer-Header

Endlich!
Auch Frau Kirschkernzeit hat es also gemerkt: es ist definitiv Sommer!
Allerhöchste Zeit, den kühlen, stillen Winter-Header gegen etwas mehr Sommerfrische einzutauschen, nicht wahr? (Nachdem wir das Frühlings-Banner einfach übersprungen haben.)
Und jetzt sagt mal; was könnte da schöner sein als ein Paar kleine, süsse Kinderpatschefüsschen? Mit Zehen zum dran zupfen und runzligen, weichen rosa Sohlen zum drüber kitzeln…
Und die Pfefferminz-Stängel, die überall auf de Boden verstreut herumliegen erzählen viel, ja sehr viel vom Leben hier unter diesem Dach, wo es oftmals chaotisch,turbulent und ein bisschen verrückt zu und her geht und die Menschen -ob gross oder klein- eigentlich immer in Gruppen auftauchen *grins*. Dieser Anblick wird mich wohl auf ewig zum Lächeln bringen, denn als dieses Foto entstand, nahm gerade ein kleines Lebens-Wunder seinen Anfang: das Wunder im Pfefferminz-Sirup (einer der Posts, die mir selber unheimlich viel bedeuten).

Ich hoffe, ihr mögt den neuen Sommer-Header genauso gerne wie ich! Die Chancen stehen nämlich gut, dass ihr ihn wieder bis Neujahr ertragen müsst, bei dem Timing, das ich jeweils an den Tag lege, was Blog-Aktualisierungen angeht…

PS. Ich bin noch nicht 100%ig zufrieden mit der Farb-Qualität meines neuen Sommer-Headers… Da kann sich also noch was ändern. Aber jetzt schalt ich erst mal wieder den Laptop aus, denn schliesslich ist Wochen-Ende und Sommer und das hier schon mein 2. Post heute und wir wollen doch nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm vertrödeln, oder? Bis dann also!

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