Monatsarchive: April 2012

this moment: Flow

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

time goes by
and sometimes
it flows

Veröffentlicht unter Kinder, this moment | 4 Kommentare

what makes me happy: ein Block-Quilt aus „Zakka Style“

So viele nette Worte habt ihr mal wieder für mich gefunden! Und obwohl ich ziemlich schlecht darin bin, sie alle so zu beantworten wie sie es eigentlich verdient hätten, dürft ihr ganz sicher sein, dass jedes einzelne davon mich freut! Unheimlich sogar! Es ist schön, ein so freundliches Echo zu hören…

Nima schrieb mir nach meinem letzten Post: „Ich mag deine Sichtweisen gerne – das eingestehen von nicht so schönen Momenten und dann auch das Feiern der vollkommen schönen!“
Worte, die gut tun. Denn nicht immer bin ich mir sicher, ob ich euch mit meiner manchmal wirklich ziemlich melancholischen Art nicht vielleicht ein wenig überfordere.
Aber dann denke ich wieder; Wenn ich die Dinge schönschreibe, die mir in diesem Moment einfach nicht schön erscheinen, wenn ich das Positive hervorhebe, obwohl ich es im Augenblick ganz und gar nicht positiv sehen kann, dann fange ich an, mich zu verstellen. Nur um einen netten Blog zu führen, der zwar gut wirkt, aber nicht mehr dem entspricht, was ich in Wahrheit bin und erlebe. Und ich möchte zwar einen netten Blog, das schon, aber vor allem möchte ich einen echten Blog, einen, der authentisch bleibt, so weit das irgendwie möglich ist, und der das widerspiegelt, was mich bewegt.
Nur dann fühle ich mich wohl beim Schreiben. Denn nur dann schreibe ich von Herzen und nicht nur mit dem Kopf. Ich bin eine Herz-Schreiberin, keine Stylistin.

Auf der anderen Seite bin ich schon auch auf der Suche nach mehr Optimismus. Ich merke, dass ich irgendwann angefangen habe, bewusster nach dem Schönen in meinem Alltag Ausschau zu halten, so ganz im Kleinen. Und was ich dabei finde, das möchte ich auch feiern. Das Auge schulen, Dankbarkeit üben, auf dem Weg bleiben. Wenn dann davon auch ein wenig in meinen Blog-Posts spürbar ist, freue ich mich selber wahrscheinlich am allermeisten…


Ich glaube, mein ständiges Suchen nach Optimismus und überhaupt mein ganzes Gefühls-Leben spiegelt sich immer auch ein bisschen in meinen Hand-Arbeits-Projekten wieder. Es kommt selten vor, dass ich kein angefangenes Näh- oder Strick-Projekt irgendwo herumliegen habe, noch seltener aber habe ich gar keines in Arbeit. Sobald ich etwas fertig habe, halte ich Ausschau nach einem Neuen…


Meistens wähle ich aus dem Bauch heraus die Projekte, die mir auf irgendeine Art und Weise gerade gut tun, die mich erden, wenn ich wie ein Wirbelwind durchs Leben wusle, mich ermutigen, wenn ich glaube, auf der ganzen Länge zu versagen oder mich beleben, wenn ich mich matt und ausgelaugt fühle. Wie heilsam manche Arbeiten wirken können, ist mir erste nach einer Weile Nähen und Stricken bewusst geworden, aber jedes Handwerk – sei es das Stricken oder Nähen, das Spinnen oder Gärtnern, Brotbacken oder Möbel-Restaurieren- kann wohl seinen Teil dazu beitragen, dass wir uns einen Schritt weiter dem ausgeglichenen Menschen nähern, der wir alle gerne wären- und zu dem wir auch bestimmt sind, wie ich glaube.


Während einer recht kräftezehrenden Phase im letzten Monat und Anfang dieses Monats fand ich mich plötzlich an meinem Näh-Stuben-Tisch wieder. Mitten im Chaos. Vor einer ganzen Reihe Stoff-Quadrate, Stoff-Rechtecke und Leinen-Streifen…


Gerade weil alles mir so verwirrend turbulent erschien in jenen Tagen und gerade weil ich das Gefühl nicht los wurde, mich in einem Hamsterrad nur noch um niemals-endende Aufgaben zu drehen wie Wäsche und Geschirr, verstreute Lego-Teilchen und der Suche nach dem Bauern-Haus meiner Träume, fühlte ich mich unglaublich hingezogen zu etwas Geradlinigen, für das man Ruhe braucht. Ruhiges Arbeiten bringt immer auch Ruhe in meine Seele.


Schon als ich „Zakka Style“ von Radisha Coleman-Hale, ein ganz wundervolles Buch, das ich schon nach kurzer Zeit ins Herz geschlossen habe, zum ersten Mal durchblätterte, blieb ich ein bisschen länger beim Projekt „Block Quilt“ hängen. Dieses schlichte und gerade dadurch vollkommene Design machte einen unheimlich besänftigenden Eindruck auf mich. Wie ein aufgeräumtes Zimmer oder ein Stapel gebügelter, fein säuberlich zusammengefalteter Wäsche (wobei ich selber ja so gut wie niemals bügle…).


Genau das wollte ich auch. Ein bisschen Ordnung, ein bisschen ungezwungene Eleganz im ganz Alltäglichen, ein bisschen Meditation über ein paar Streifen Stoff… ein bisschen Zakka Style.

Zeit also für einen neuen Quilt. Allerdings nur im Klein-Format. Für einen echten, bettgrossen Quilt (wie ihn Kind2 schon für sich vorbestellt hat *freu*) fehlen mir zur Zeit einfach Zeit und Musse. Aber wie nehmen ja auch den Spatz in der Hand, nicht wahr?


Zuerst sollte es eigentlich auch gar kein Quilt werden, sondern einfach ein neues Kissen. Nach dem wilden Mix der letzten Log Cabin Kissen könnte ein bisschen mehr Geometrie vielleicht nicht schaden. Dachte ich. Anfangs.


Aber als ich das fertige Patchwork-Quadrat dann zur Probe als Kissen tarnte, und mich gemeinsam mit meinen drei Kindern eine Weile beraten hatte, verwarf ich meine Pläne  wieder. Kein Block-Quilt-Kissen. Irgendwas fülte sich einfach falsch daran an. Zu viele Ecke vielleicht? Wer weiss…

An einem wunderbar friedlichen Nachmittag -all meine Kinder sassen gerade gemütlich im Haus meiner Schwester und assen Schokoladen-Fondue- stellte ich mir ein Schälchen Walnuss-Eis bereit, machte den CD Player ein für Ildiko von Kürthys Lesung  „Höhenrausch“ und setzte mich mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung in meinen Sessel. Auf meinem Schoss lag ein kleiner Quilt, der nur noch aufs Einfassen mit Schrägband wartete. Endlich Ruhe. Endlich Zeit. Endlich Platz für das, was ich möchte. Für das, was ich brauche.


An diesem Nachmittag war ich glücklich. Ich schwelgte in Genüssen. Hörschmaus, Gaumenfreude, Augenblicke tiefster Versenkung. Mein Mini-Block-Quilt wurde geboren.

Eine Weile lag er auf dem kleinen, runen Tischchen beim Wohnzimmer-Eingang und begrüsste mich jeden Morgen ganz freundlich, wenn ich runter kam, um mir einen Kaffee zu brauen. Ich freute mich jedes Mal aufs Neue. Und wunderte mich ein wenig darüber, dass er so gut zu meiner kleinen Vogel-Stickerei an der Wand darüber passt. Zufall?

Mittlerweile aber hängt er in einer Ecke unserer Sofa-Ecke, wo er so wunderbar hinpasst, als wäre das wirklich sein Bestimmungs-Ort.


Hier kommt er mir auch gar nicht mehr „zu eckig“ vor, sondern so schlicht und gelassen, wie ich es mir gewünscht hatte damals beim Durchblättern von „Zakka Style“.


Eine Oase der Ruhe muss nicht immer ein ganzes Zimmer sein oder gleich ein schöner Ferien-Ort. Manchmal reicht auch ein kleiner Quilt an einem Fleckchen weisser Wand…

Veröffentlicht unter Nähen, what makes me happy | 14 Kommentare

Aus meinem Tagebuch: reich

Montag 16.04.2012

Es kann sein, dass man morgens aufwacht, und der Tag ist schon im Eimer.
Es kann aber auch sein, dass man morgens auchwacht, und das Erste, was einem auffällt, ist dieses eigentümliche Wohlgefühl.


Heute ist so ein Tag. Ein guter. Einer, an dem ich einfach glücklich bin, schon frühmorgens, noch ehe ich die Decke zurückschlage.
Heute bin ich zum Bersten voll mit Kraft und Liebe, und ich singe schon beim Kaffeemachen irgendein albernes Liedchen vor mich hin (beim Mittagessen-Kochen ist es „Ich lieb dich“ von Pur, fällt mir gerade ein, wobei ich dieses Lied ja hingegen gar nicht albern finde, sondern absolut grossartig)


Es ist wundervoll! Alles! Während ich an manchen Tagen gar nicht aufhören kann, mich zu sorgen und mich einsam und so abgrundtief grottenschlecht fühle, dass es mich manchmal selber schon erschreckt, kommt mir heute alles ganz wunderbar vor.
Mich freut einfach alles und jedes. Der Regen, der an meine Fensterscheiben klopft, die herrliche halbe Stunde, die ich ganz alleine in der Küche sitze mit meinem Kaffee und einem schönen Stapel Gartenbücher aus der Leihbücherei, wo ich mir Listen schreibe mit lauter hübschen Blumen-Namen für meinen kleinen, noch so unfertigen Garten vor dem Haus.


Mich freut die Ordnung meiner kleinen Sofa-Ecke (während der Rest des Wohnzimmers mal wieder nur so strotzt vor … ähm … kreativem Chaos- aber sogar das scheint mich heute irgendwie zu freuen!). Mich freuen mein neues Patchwork-Kissen, das so schnell fertig wurde, wie ich es anfing und der kleine Quilt an der Wand, an dem ich so gerne genäht habe. (Nein, es ist keines von den Kissen auf dem Foto, dort seht ihr höchstens  mein grünes Log Cabin Kissen. Aber keine Bange, ich zeige euch noch alles, ja? Nur vielleicht eher in einem nächsten Post.)
Und wenn ich an diesen herrlichen, freien  Abende gestern denke, wo ich plötzlich Zeit hatte zum Vergeuden, wo mein Mann die Kinder zu Bett brachte, sogar mein Mädchen, diese Nacht-Eule, dann könnte ich platzen vor Dankbarkeit und Freude.


Ein voller Abend, nur für mich.
Ruhe, Frieden, Freiheit, schon von halb neun an… das gab es schon lange, lange nicht mehr. Seit ich schwanger bin, gehe ich mit den Kindern zu Bett, und bis meinem Mädchen dann um ca. 21:30 /22:00 Uhr endlich die Augen zufallen, bin ich selber schon halb im Schlummerland… Ich hatte schon ganz vergessen, wie unheimlich schön so ein richtiger Feier-Abend sein kann! Bei einer Tasse Tee und einem guten Buch die Seele baumeln lassen, das ich einfach Frieden pur. Und ein echtes Stück Glück.
Gestern las ich mich wieder einmal in „organized simplicity“ ein und fasste neue Pläne und vor allem ganz viel neuen Mut. So ein Abend für mich, so ein Tag wie gestern, wo ich plötzlich die Balance wiederfinde zwischen dem „Ich“ und dem „Wir“ und wieder ins Lot komme in mir selbst… so etwas gibt Kraft. Zuversicht. Freude.

Vorhin war ich mit meinem Mädchen im Dorfladen beim Samen und Pflanzen kaufen. Im halb überdachten Gartenbereich waren überall Blumen, Stauden und duftende Kräuter, ein Urwald an Wachstum und neuem Leben. Mein Mädchen stand zwischen den grossen Staudenkübeln und streckte das Gesicht dem grauen Himmel entgegen. Mit geschlossenen Augen liess sie sich die Tropfen auf die Nase klatschen, als würde sie zum allerersten Mal Regen spüren, vollkommen versunken und im Reinen mit sich und der Welt. Ein Bild, das mein Herz berührte. Ich rieb sanft am Blatt einer Duftpelargonie und atmete den frischen Zitrus-Duft ein. Eingehüllt in Duft und Grün, in klatschende Tropfen und Mutterliebe fühlte ich mich …vollkommen. Nichts fehlte, absolut nichts. Ich inmitten von Wachstum und Fülle. Wie reich man sich fühlen kann manchmal.

Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, Dankbarkeit | 17 Kommentare

Glück ist …

Glück

Glück ist …
… ein Dschungel aus Unkraut, der sich langsam lichtet.
Und das spriessende Baby-Bäumchen, das dabei zum Vorschein kommt.

Glück ist …
… ein lustvolles Spiel mit Farben und Formen.

Glück ist …
… einem Zuhause beim Wachsen zuzusehen.

Glück ist …
… Farbe, Wasser und ein Pinsel, der Spuren hinterlässt.

Glück ist …
… fröhliches Geschnatter vom kleinen Nebentisch und dazwischen
das Klackern von Würfeln.

Glück ist 
ein Wochenende, das  jede einzelne Minute, die
die kreative Seele nährt.

Eine ganz besonders glückliche neue Wochen wünsche ich euch allen!

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Veröffentlicht unter what makes me happy, Wochen-Ende | 18 Kommentare