Monatsarchive: April 2012

Wochen-Ende: mit Tücken


Dieses Wochen-Ende …

: … habe ich Samstag morgens um halb acht noch huschhusch ein Blech Schokoladen-Muffings in den Ofen geschoben und dann ein hektisches knappes Stündchen über einem Geburtstags-Geschenk fürs Schwesterherz getüftelt, welches haargenau dann fertig wurde, als die Türglocke klingelte und ich abgeholt wurde. Zum Kaffee-Trinken und Geschenke-Überrreichen. So viel also zum Thema Frau Kirschkernzeit und Organisation

: … wurde mein Zopf um ein paar Zentimeter sehr, sehr viel kürzer. Und mein Haarpflege-Aufwand um einiges kleiner. Jetzt locken sich die Haare wieder und fallen mir verwegen in die Stirn, wenn ich sie nicht mit Haarklammern am Hinterkopf bändige. Sommertauglich und frisch. Mein dicker Zopf fehlt mir aber schon ein ganz kleines bisschen…

: … verbrachte ich sonntags den Löwenanteil an Zeit damit zu warten. Beim Fussball-Grümpel-Turnier auf die einzelnen Spiele meiner Jungens bzw. auf ihr Ende und den neuesten Spielstand-Rapport. Und das alles draussen vor der Sporthalle. Zum Zuschauen kam ich nämlich nicht, weil mein Mädchen es wirklich keine 5 Minuten drinnen ausgehalten hatte. Bei jedem lauten Geräusch hielt sie sich sofort hoch-entsetzt die Ohren zu. Und ihr wisst ja, wie Fussball-Fans so sind, die machen jede Menge laute Geräusche, von der Trillerpfeife eines Schiedsrichters ganz zu schweigen…

: … wurde mir am allerlängsten wohl das Warten auf ein Lebenszeichen von Herrn Kirschkernzeit. Der sass derweil nämlich alleine im Wartesaal der Notaufnahme und wartete ebenfalls. Auf den Untersuch seiner Hand, die schon im allerersten Fussball-Matsch eine eher unschöne Begegnung mit fremden Fussball-Füssen und einem flitzdenden Ball gehabt hatte. Resultat: gebrochen. Churchill lässt grüssen…

: … bin ich unheimlich erleichtert, wieder zuhause zu sein. Nach zwei Tagen fast non-stopp-Unterwegs-Sein (und naja, sehr vielen Warteschlaufen eben) fühlt es sich einfach wunderbar an, heimzukommen. Obwohl es viel zu tun gibt: Einfach mal hurtig wegzuflitzen, hinterlässt doch seine Spuren: ein vom Backen noch voll-gekleckerter Küchen-Tisch mitsamt Frühstück, ein Wohnzimmer voller Papier-Schnipsel mit einem nochreingarnicht aufgeräumten Bastel-Arbeits-Platz, unausgeräumte Körbe und Sport-Taschen und mindestens zwei verschwitzen Kindern, die eine warme Dusche durchaus gebrauchen könnten…

: … freue ich mich auf diese neue Woche. Die fängt nämlich schon mal ganz gut an: mit zwei weiteren freien Tagen für uns alle. (Danke, 1. Mai!)

HalsundBeinbruch euch allen!
Habt eine gute Wochen, ja?

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“Scrappy Nap Pillow” oder: das Kissen zum Chaos Prinzip

Oh, eure Reaktionen auf unser alltägliches Familien-Chaos haben mich mal wieder überwältigt! Vielen Dank! Ich bin echt froh, zu lesen, dass es vielen von euch so geht; an manchen Tagen sind wir gelassen und irgendwie wohl auch zentriert genug, um über Bauklötze und Co. zu steigen und auch mal die zweite rot-blau geringelte Socke 5 Minuten länger zu suchen, und wir lassen vielleicht sogar die Nachbarin auf einen netten Schwatz herein, während wir an anderen Tagen keiner Menschenseele unseren Haushalt zumuten würden- nicht mal uns selbst…


Ich bin die Älteste von 8 Kindern, und ein paar Jahre lang waren beide meiner Eltern berufstätig. Wir lernten früh, mitanzupacken, vor allem in der Kinderbetreuung, aber auch in den wichtigsten Hot Spots des Hauses, in der Küche, dem Wohnzimmer, im Treppenhaus (Stellt euch mal all die vielen Schuhe vor!)… Es gab viel zu tun. Immer. Sehr viel. Und ganz egal wie sehr wir uns anstrengten oder wie lange meine Mama auch vor den Bergen von Kinderwäsche stand; es nahm niemals, wirklich niemals ein Ende. Kaum war das eine Zimmer schön hergerichtet, sah das andere wieder zum Fürchten aus und selbst die sauberste Küche wurde wieder mit schmutzigen Tellern zugestellt, wenn unsere kleine Bande sich übers Essen hergemacht hatte… Ich erinnerte mich an viel, viel, viel Chaos, ans Mit-Helfen -oh ja!- an nicht ganz so viele vogel-freie Nachmittage in der Badi, wie meine Schulfreunde sie vielleicht hatten- aber ich erinnere mich auch an diese ganz andere Art von Freiheit, in der wir grosswerden durften.


Ein bisschen so wie es Rita vom “MitHandUndHerz-Blog” auch beschrieben hat in ihrem letzten Comment bei mir (Ja, geht nur rasch Comments-nachlesen, es lohnt sich!); Meine Mama liess uns Kinder einfach leben, Kind-Sein bei allem Ein-Gespannt-Sein ins Familien-Gefüge. Ihr Haus war unser Haus. Wir durften basteln, werken, Hütten-Bauen mitten im Wohnzimmer, wir konnten selber Kuchenbacken, bei Bedarf auch dreimal am Tag (Tatsächlich hatte ich mit etwa 11 Jahren so eine Phase, in der ich beinahe sämtliche Torten aus dem Betty Bossi KuchenCakesundTorten-Buch nachbuk). Wir legten hinter dem Haus mitten im Rasen einen Kinder-Garten für Schmetterlinge an und durften uns ziemlich viele Haustiere halten, auch Exotischere, wie Geckos, Nymphensittiche oder die Qualquappen, die wir in einer Pfütze gefunden hatten (und die wir später dann alle zusammen im nahen Baggerweiher in die Freiheit entliessen). Platz dafür gab es immer. Wir spielten Restaurant in einer Küche, wo wir schalten und walten konnten wie kleine Könige- auch wenn dann vielleicht abends zu den Erdbeeren der Rahm fehte…


Ich erinnere mich an sehr viel Arbeit, aber auch an sehr viel Kinder-Freiheit.
Meine Mama hat mir gezeigt, wie vieles möglich ist, wie viele Freude und Kreativität und … ja… Gelassenheit, wenn man seine Prioritäten da setzt (und sitzen lässt!), wo man sie wirklich aus tiefstem Herzen setzen möchte. Egal, was die Nachbarn sagen, egal wie hübsch die Bilder in Wohnzeitschriften auch aussehen, egal wie “anders” die eigene Mutter (oder Schwieger-Mama) ihren Haushalt auch geführt haben mag: Wir sind jetzt hier der Boss. Königinnen über unser Leben *zwinker*.


Und natürlich stimmt dieses Prinzip auch für alle, die eine harmonische Umgebung ehrlich brauchen, um sich wohl zu fühlen. Auch Dinge wie Struktur, Ordnung und Schönheit sind Prioritäten, die man setzen darf und unbedingt muss, wenn sie einem am Herzen liegen- und manchmal tun sie das ja auch bei mir, muss ich zugeben. Manchmal brauche ich einfach einen stillen, sauberen Raum, um wieder ins Lot zu kommen, manchmal halte ich es kaum auch, weil ich das Gefühl habe, nirgendwo mehr auf einen verlässlichen Plan zu stossen, manchmal bin ich verblüfft, wie viel Energie nur schon vollstädnig abgeräumter und blank geputzer Tisch mit einer einzelnen, schönen Blüte aus dem Garten frei zu setzen vermag…
So ist wohl das Leben; Unkontrollierbar, immer im Wandel und sehr, sehr oft auch widersprüchlich. Aber immer echt. Genau wie wir Menschen.

Warum ich euch das alles schreibe? (Und was um Himmels Willen haben diese Patchwork-Bilder hier zu suchen???)
a) Weil es Spass macht, ein Stückchen Vergangenheit mit euch zu teilen, vor allem nach den vielen, ehrlichen Kommentaren von euch, die mir so viele Einblicke schenken in euer Leben und b) weil ich neulich auf ein kleines Projekt gestossen bin, das irgendwie dieses Prinzip von … Gelassenheit inmitten von Chaos ganz wunderbar bildlich darstellt für mich:


Das “Nappy Scrap Pillwo” aus dem Buch “Handmade Beginnings” von Anna Maria Horner. Designt für schlaflose Baby-Nächte und müde Mamas.
Als Mutter von 6 Kindern verblüfft mich diese Frau immer wieder in ihrem Blog und auch in ihrer Arbeit als Textil-Designerin: Wie viel Leichtigkeit sie ausstrahlt! Wie viel Authenzität und Wärme und Familien-Sinn! Mich wirft das jedes Mal um (ganz im positiven Sinne). Sie schafft es, sich selbst treu zu bleiben, sich ihren Platz zu suchen und zu nehmen und gleichzeitig ein wunderschönes, harmonisches Nest zu schaffen für sich und ihre Familie (zumindest sieht es so aus für mich). Wie eine Nabe im sich ständig drehenden Rad. Chaos rundherum, aber da ist ein Mittel-Punkt, der stabil bleibt. Verlässlich. Zentriert. In sich ruhend.
Hier liegt die Kraft. Hier wird alles zusammengehalten.


So sehe ich ein bisschen meine Rolle als Mutter. Und so sehe ich ein wenig dieses Kissen. Egal wie viel sich rundherum auch drehen mag, alles zeigt auf ein Zentrum hin, als würde es sagen; “Du bist wichtig. Nimm dir Zeit für eine Pause. (Für ein Schläfchen gar?) Lass die Kinder wirken und werken und die Welt sich mal drehen. Ohne dich.”

Ja, das brauche ich. Diese Zeit, nur für mich. Diese Momente -oder manchmal auch handfestere Dinge wie ein neues Näh-Buch oder ein neues Kleid- die einzig mir gehören. Und ich brauche es, dass mir das immer mal wieder jemand sagt: Du bist wichtig. Du darfst dir gut tun.

Ein wunderbarer kleiner Erinnerer, so ein Kissen, nicht wahr?
Und ein ziemlich bequemer noch dazu.

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Chaos-Theorie


Die letzten späten Abend- und sehr frühen Morgen-Stunden habe ich zwischen den Seiten eines Buches verbracht, das mich unheimlich inspiriert hat – und den Wunsch in mir weckte, sofort eine Kittelschürze umzubinden, mir einen Blecheimer mit heissem, schaumigem Wasser zu füllen, Putzlappen und eine alte Zeitung zu schnappen und sämtliche Fenster dieses Hauses auf Hochglanz zu polieren!
“Simple Country Wisdom” von Susanne Waggoner ist ein Buch, das Lust aufs Ordnen, Entrümpeln, Saubermachen macht. Und vor allem: Lust auf entspanntes, schönes Wohnen.


Es ist nicht das einzige Buch dieser Art, das ich habe. Aber ich glaube, es ist dasjenige, das mich jedes Mal wieder so richtig zu packen vermag und mich mit einem Energie-Boost davonsausen lässt in Richtung unserer überall verstreuten Socken und eines noch immer irgendwie ungelösten Lego-Ordung-Systems. Denn so sehr ich ein gut organisiertes Haus auch liebe und geniesse: Wir sind eine Chaos-Familie. Man sieht kann es zwar nicht immer so gut erkennen auf meinen Blog-Fotos, aber ihr dürft mir ruhig glauben wenn ich das sage: Wie sind eine Chaos-Familie. Eine eingefleischte Chaos-Familie sogar.


Nach dem Durchblättern und Bestaunen der Wohnzeitschrift-mässig wunderschönen Fotos von blitzsauberen Landhaus-Küchen und auf Hochglanz polierten antiken Möbeln, gehe ich ins Kinderzimmer- um Pijamas aufzuheben, die in aller Eile dort liegen blieben, wo sie gerade hinfielen und Donald Duck Comics einzusammeln, nicht nur rund ums Bett sondern auch im Bett (es ist kalt und grau draussen; Lese-Zeit).


Auf dem Spielzimmer-Boden liegen kleine Haufen von Puppenkleidchen, verstreut von meinem kleinen Puppen-Mütterchen auf der Suche nach dem Outfit, das ihre Puppe sich gerade wünschen könnte und unten beim Eingang steht ein paar Winterstiefel (wie man sie immer noch braucht hier bei den tiefen Temperaturen gerade) direkt vor der Haustüre: eines davon trocken, aber zerschlissen, einer ganz aber pflotsch-nass. Er hatte, weil ihn jemand vergass, die Nacht draussen im Garten zubringen müssen. Im Regen.


Chaos ist mein Alltags-Gefährte. Kein besonders angenehmer vielleicht, aber wenn man lernt, sich mit ihm einigermassen zu arrangieren und sich nicht von ihm auf der Nase herumtanzen zu lassen, verliert er doch ein wenig seinen Schrecken. Ich räume weg, was ich gerade wegräumen kann, ich putze mehr nach einem inneren Rhythmus als nach Plan, ich versuche, den Kindern mit-Verantwortung bei zu bringen, was das Ordentlich-und-Sauberhalten unseres Zuhauses angeht, ich gebe mir Mühe, jeden Tag wenigstens einmal eine wirklich einladende Küche zu bewohnen (und wieder zu verschmutzen), ich möchte innerhalb nützlicher Frist herausfinden können, ob die Nudeln im Vorrat noch ausreichen, oder ob ich doch Pellkwartoffeln machen muss zum Mittagessen und immer ungefähr wissen, wo meine Stoff-Schere und Rundstricknadel Nr. 4.5 zu finden sind … aber mehr nun auch wieder nicht. Oder sagen wir; nicht viel mehr.


Irgendwann im Laufe der Zeit habe ich eingesehen, dass ich ein anderer, ein entspannterer Mensch bin, wenn ich versuche, ein Stück weit mit dem Chaos zu leben, anstatt den ganzen Tag damit zuzubringen, einen ständigen Kampf dagegen zu führen, in dem ich doch immer nur die Verliererin sein werde.

Die chaotischen Kräfte unserer Familie zu akzeptieren macht mich gelassener. Und bündelt meine Energien: Seit ich mich nicht mehr immerzu verantwortlich zu fühlen für jede Unordnung in unserem Haus und nicht jeden überfüllten Tisch als Appell an mich verstehe, kann ich mich besser darauf konzentrieren, wer hier eigentlich wo seine Spuren hinterlässt… Ein wichtiger Schritt wiederum in Sachen “zusammen leben, zusammen arbeiten.”


Und in gewissen Momenten, in denen, die ein bisschen kreativer und beschwingter sind zum Beispiel, wo die Kinder sich zusammenhorden und Schnipsel und Gesprächsfetzen fliegen lassen, wo es pulsiert und generiert und so richtig lebt unter unserem Dach…


… in gewissen Momenten, da ich finde ich unser Chaos sogar
ein kleines bisschen sympathisch.

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Wochen-Ende: Gartenluft

Wenn ich für dieses Wochen-Ende nur zwei Worte zur Verfügung hätte,
dann wäre das diese: “Erdeund “Gestalten”.

Wobei das “Gestalten” fürs Verändern stünde, nicht für irgendwelche sonderbaren Wesen oder so, und “Erde” für den ganz gewöhnlichen, braunen Erdboden und weniger global gemeint wäre, als es klingt. Denn unser Wochen-Ende spielte sich fast ausschliesslich hier ab, hier in unserem kleinen Garten vor unserem grossen Haus, hier, wo wir leben und so langsam aber sicher doch irgendwie Wurzeln schlagen (und das obwohl ich nach wie vor auf der Suche bin nach DEM Fleckchen Erde, das Platz bietet für all meine Träume, ich alter Nimmersatt…)


Garten-Beete zum Umgraben voller schwerer, dunkelbrauner Erde, ein Zaun, der repariert werden wollte, Pflanzen-Träume, die ein Stück weit mehr in die Tat umgesetzt wurden, flatternde Wäsche im Frühlings-Wind (der immer wieder Regen und sogar Hagel brachte) … das alles verfärbte diese zwei Tage irgendwie warm und luftig und ziemlich bodenständig. Erdverbundene Zeiten hier gerade, genau so wie ich es liebe.

Und wenn uns Regen und Hagel für eine Weile wieder ins Haus scheuchten, brachten wir einen kleinen Strauss lila Tulpen mit hinein. Und spielten ein bisschen “Bilderverändern” am Computer- mit unseren neuesten Fotos aus dem Garten zum Beispiel. Ein Spiel, das besonders die Jungens heiss lieben- und das wohl noch lange eine ganz besondere Attraktion bleiben wird, weil ich meine Foto-Archive nur selten und zögerlich für ihre Versuche freigebe (auch das nur unter Aufsicht) und unsere Zeit vor dem Bildschirm so knapp bemesse wie nur möglich.
Das echte Leben sollte draussen spielen, ausserhalb von Screen und Dateien, dort wo es sich noch richtig anfassen, einatmen, mit allen Sinnen erleben lässt, oder?
Genau. Und darum bleibt dieser Post nur kurz. Denn mein Glas Eiskaffee ist mittlerweile leer, und unten wartet eine eingestellte Näh-Maschine. Bereit für eine kleine Näh-Arbeit. Auch für den Garten…

Rutscht gut in die nächste Woche!
Vielleicht auch mit einem Gläschchen sommerlich frischem, hausgemachtem Eiskaffee?
Und vergesst nicht, euch vielleicht ein Sträusschen Blumen zu gönnen (oder zu wünschen) So ein bisschen blühende Pracht vermag ein ganzes Zimmer zu verzaubern, finde ich,und bringt den Frühling auch dorthin, wo die frische Briese nicht hinkommt…

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Veröffentlicht unter Wochen-Ende, Zuhause | 7 Kommentare