Monatsarchive: März 2012

this moment

getting out
of the dark

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meine lila Shalom

Es gibt Dinge, die wachsen ruckzuck einfach so aus dem Boden heraus. Oder aus .. Alltags-Inselchen, werden, kaum sind die ersten Maschen angeschlagen oder das Schnittmuster auf dem Nähtisch ausgebreitet, nur noch ungern beiseite gelegt und in einem wahren Anfall von Feuereifer und Euphorie zu Ende gebracht. Ja, solche Dinge gibt es. Projekte, die einem einfach packen.
Nur leider tauchen sie nur sehr selten bei mir auf.
Ich bin so ein bisschen der zögerliche Typ. Ich lasse mich gerne beeindrucken vom kreativen Eifer und der manchmal fast unglaublichen Fantasie meiner Mit-Bloggerinnen und all den fantastischen Autorinnen, denen ich den riesenschweren Stapel Näh-und-Strick-und Bastelbücher verdanke, von dem ich mir gerade im Moment wieder Abend für Abend ein Exemplar herauspicke, um es vor dem Einschlafen noch ein wenig durch zu blättern. Manche lesen Krimis zu dem Zeitpunkt. Ich lese Näh-Anleitungen. (Gerade zum Beispiel das hier. Beeindruckend!)
Aber egal wie lange und umfangreich meine Wanna-do-Liste mittlerweile auch sein mag: Die Umsetzung verlangt noch immer, ganz genau wie schon vor 5 Jahren, als ich das Selbermachen wiederentdeckte, Zeit, Zeit und nochmals Zeit. Und zwar schon in der Reifephase, wenn die Idee in meinem Kopf herum geistert und erst einmal Fuss zu fassen versucht. Und das geht nicht nur neuen Projekten so, nein, auch Dinge, die ich schon einmal gemacht und mittlerweile liebgewonnen habe, brauchen ihre Anlauf-Zeit bis ich mich von neuem an sie wage. (Wobei wagen tatsächlich das absolut richtige Wort ist, denn ich kämpfe immer ein wenig gegen diese sonderbaren Versagens-Ängste an, die mir ihre Steine in den Weg legen…)


So ging es auch meiner Shalom Nummer 2. Ganz genau so. Nach meiner braunen, dicken Ärmel-Version wusste ich, dass es eine zweite Shalom geben würde. Ich kaufte Wolle dafür ein, ein paar Knäuel „Andes“ von Drops in hellgraulila, nahm mir in meiner Jahres-Liste fest vor, es auch tatsächlich zu verstricken, sah mir die Strick-Anleitung nochmals durch… und wendete mich dann anderem zu. Ziemlich viel anderem.
Manche Dinge müssen einfach reifen.

Aber irgendwann hielt ich den Anblick dieses lilafarbenen Stapel Wollknäuel in meiner kleinen Ecke nicht mehr aus, ohne dieses verdächtige Ruckeln und Zuckeln in den Fingern zu spüren …


Die lila Shalom kam ins Rollen. Buchstäblich. Ich strickte hier ein wenig, dort ein wenig, liess ein, zwei Mal ein paar Reihen auf … und naja, irgenwann war sie einfach da.


Meine Shalom Nr.2. In fliederlila. Ganz wunderbar frühlingshaft und einfach… zum besten Zeitpunkt, den sie sich hätte wählen können!
Der Frühlings ist nämlich bisweilen doch noch ordentlich kühl und meine Schultern sehnen sich nach einer warmen, leichten Schicht Wolle, die sie mollig warm hält, ohne mich gleich von Kopf bis Fuss dick einzuhüllen.


Und nicht nur das; mein Babybäuchlein wächst auch so langsam aber sicher aus meinen normalen Sachen heraus. Wortwörtlich. *lächel


Schön, wenn auch Dinge, die reifen sollen, irgendwann vollendet werden.
Noch schöner, wenn sie genau dann fertig werden, wenn sie wirklich gebraucht und mit offenen Armen und einem Lächeln empfangen werden.

Liebe lilafarbene Shalom Nr. 2: Willkommen im Kirschkernschen Kleiderschrank!
Prima, dass du da bist!

Meine Strick-Notizen:

  • gestrickt mit:  4.5 Knäueln Andes von Drops, Nadelstärke Nr.7
  • angeschlagen: 67 Maschen
  • Musterpasse: nur 2 Mal (133 Maschen), im 2. Passenmuster aber 4 Reihen im Muster zusätzlich dazu gestrickt
  • Ärmel-Ausschnitte: je vorne 25 Maschen pro Seite, Armausschnitte abgekettet je 22 Maschen, Rückenteil 39 Maschen, unter den Armen je 12 Maschen aufgenommen
  • Abnahmen im Taillenbereich: keine
  • meine Grösse (normalerweise): 36/38
  • Passform: figurbetont, eher anliegend
  • Knopflöcher: durchgehend bis zum Schluss, insgesammt 9 Knopflöcher
  • Strickmuster Shalom gefunden bei Glitterhippo
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Perlen im Kleiderschrank

Ich weiss nicht, ob es wirklich nur am Frühling liegt (wobei, was liegt schon nicht am Frühling zur Zeit?), aber je heller und luftiger es wird da draussen, desto mehr packt mich die Lust, auch hier drinnen Helligkeit und Leichtigkeit zu schaffen. Fenster werden aufgerissen…

… die gesamte Gerüpelkammer mit kritischem Blick und immer rabiater zugreifender Hand aufgeräumt (bzw. ausgeräumt), Winterjacken werden eingemottet und alles wärmende und allzu kuschlige ein bisschen zur Seite gerückt. Was im Winter den Sinnen schmeichelteund Gebirgenheit schaffte, die Lammfelle auf den Böden, die dicken Schals um den Hals, die selbstgestrickten Woll-Socken, wird langsam … zu viel. Der weiche Dunst des Winters liegt noch immer wie Staub auf meinen Räumen, aber die Sonne zeichnet mit ihren hellen Strahlen schon ein ganz anderes Bild vom Wohnen und Leben, ihr Frühlings-Bild: klare Strukturen, Frische, stärker werdende Kontraste, eine grosse Liebe für Farben und immer ein bisschen „Weniger ist mehr“.

Nichts bleibt unberührt, wenn der Frühling heimkehrt. Am allerwenigsten die Seele.

Und nicht einmal Kleiderschränke! Plötzlich fülle ich Altkleider-Säcke für gemeinnützige Institutionen mit allem, was mir … eben … „zu viel“ erscheint. Wir brauchen niemals so viel, wie wir haben, und irgendwie wird mir das bei all dem Frühlings-Licht, das durch die Fenster schlägt, wieder viel stärker bewusst…

Aber bei all dem Weg-Geben und Verräumen, macht sich auch die Lust auf Neues breit. Die Lücken in den Regalen, ihr wisst schon *zwinker*… Also stöbere ich beim Trödler  oder blättere in Versandhaus-Katalogen nach ökologisch produzierten Kleidern für mich und meinen immer runder werdenden Körper (gerne bei Hess Natur, Waschbär oder auch bei grossen Versandhäusern, wie La Redoute, die sich manchmal erst in kleinen Mengen an Bio-Kollektionen zu wagen scheinen, und ich die gerne darin unterstütze, diesen Weg weiter zu verfolgen.) Und fast jedes Mal (ehrlich!), wenn ich mich hinsetzt, nehme ich eines meiner geliebten Näh-Bücher zur Hand, einfach… um ein bisschen Wolkenschlösschen zu bauen… Denn fast alles, was man kaufen kann, kann man auch selber machen.

Ich kaufe nicht viel. Aber ich freue mich an jedem neuen Stück wie ein kleines Kind (im Brocki habe ich sogar 3 Umstands-Hosen enteckt *jubel*!). Ich nähe auch nicht viel, im Grunde, doch die Freude an jeder Kleinigkeit, jedem Mützchen, jeder Weste, jeder Kinderhose, die ich für uns geschneidert oder gestrickt habe, geht so tief und wirkt so … befreiend und befriedigend, dass aus einem einfachen Kleidungsstück eine Herzenssache wird. Etwas Selbstgemachtes erfüllt nicht nur seinen Zweck auf ganz besonders schöne, persönlich Art und Weise, es hat auch Bedeutung. Es bedeutet: Ich darf und kann mir die Zeit nehmen, die Bedürfnisse meiner Familie zu stillen und gleichzeitig meine eigenen Wünsche nach Kreativität und Sinn ein Stück weit wahr werden lassen.
Das Selbermachen schenkt meinem Alltag die Extra-Portion Sinn, Freude und Erfüllung, die ich brauche, als Mensch und als Mutter.

Und irgendwann ist die Zeit dann urplötzlich wieder reif für einen neuen Versuch, mehr „Ich“, mehr Kreativität, mehr… Handarbeit in unseren Familien-Alltag fliessen zu  lassen. Auch in die Kleiderschränke meiner Kinder…

So war es auch irgendwann Ende vorletzter Woche: Ich sah mich plötzlich in einer dieser Zeit-Lücken -früher Morgen, die Jungens schon unterwegs zur Schule, mein Mädchen noch in seeligem Schlummer- und packte zu. Das muss man nämlich, fürchte ich, wenn man drei Kinder hat und der Tag immer wieder einfach viel zu wenig Stunden. Die Wäsche Wäsche sein lassen, das Brot und die Milch erst später versorgen, den Staub überall einmal mehr ignorieren und zugreifen, wenn der Augenblick ein Stündchen (oder Minütchen) kreatives Glück zulässt…

Die bordeau-roten Hose ist eine einfache Reinschlüpf-Hose mit Gummizug, geschneidert aus einer meiner abgelegten alten Manchester-Hosen. Den Schnitt habe ich einfach von einer anderen Kinder-Hose übernommen und das, obwohl ich mir eigentlich extra einmal ein echtes Burda-Schnittmuster dafür gekauft habe… Aber manchmal reicht die Geduld nicht mehr ganz bis zur Schnitt-Muster-Schublade *grins*

Inspiriert von der Farbenpracht des Frühlings, kramte ich einmal mehr in meinem Reste-Köfferchen und bekam plötzlich Lust auf … Kreise! Kunterbunte Kreise, die fast ein wenig wirken wie frisch aufgeblühte Blumenköpfchen von oben.
Im wunderbaren Buch „Sew deliberated“ von Meg McElvie (das ich auch in meiner Amazon-Liste unten rechts aufgelistet habe, glaube ich) gibt übrigens genau solche Kreise auf ihrer Mutter-/Tochter-Bluse, by the way. Und ich glaube, dieses Bild von schlichtem Leinen, verziert mit applizierten Kreisen, war es wohl auch, das irgendwo in meinem Hinterkopf Regie führte… (Oder vielleicht auch ein bisschen Amberlights wunderschöne Kreis-Girlande, die als Küchen-Perlen-Kette in meiner Küche hängt?)

Mein Mädchen zog sich ihre neue Frühlings-Blüher-Hose sofort über. Freudestrahlend. Und bestellte gleich das passende Shirt dazu … *schmacht*

Schöner noch als selbstgemachte Kinderkleider sind selbstgemachte Kinderkleider, die ihren kleinen Besitzern genauso viel Freude machen wie ihrer nähenden Mama …

PS. Ich war diesmal übrigens wirklich faul, Freunde: Die Kreis-Applikationen habe ich ohne jegliche Hilfsmittel oder Techniken gearbeitet, was leicht auch hätte schief gehen können, weil vor allem feiner Stoff schnell einmal verrutscht oder Knitter schlägt beim engen Rundherum-Zickzacken. Diesmal hatte ich ja viel Glück (und viel Spass!). Beim nächsten Mal nehme ich mir aber vor, mich vor dem Nähen ein wenig in die ehrlich hervorragenden Applikations-Tipps in „Sew deliberate“ zu vertiefen …

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Frühlings-Sprünge

Der Frühlings schenkt mir unheimlich viel neue Energie! Ich glaube, es ist dieser Lebens-Wille, dem ich gerade auf Schritt und Tritt begegne, der auch in meine eher melancholische, empfindsame Veranlagung sickert und mich einfach … mitreisst. Wenn die gemammte Welt aufbricht zu Neuem, stupst das wohl selbst  so müde, träge Geister wie mich an… Ich spüre dieses Spriessen und Knospen in jedem meiner Knochen, all die neuen, grossen Pläne, die die Natur für dieses Jahr gefasst hat- und lasse mich treiben in diesem wundervollen Gefühl, der ersten, warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Das Leben ist schön manchmal… so schön!

Zum Niederknien-und-Purzelbäume-schlagen schön, nicht wahr?

„Das Schöne am Frühlings ist, 
dass er immer gerade dann kommt,
wenn man ihn braucht.“
Jean Paul

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