Monatsarchive: März 2012

drinnen und draussen

Frühling!
Ich weiss, ich wiederhole mich, aber: Frühling, Frühling, Frühling!
Was soll man da noch hinzufügen…?

Frühling draussen


Veränderungen
, wohin ich auch sehe. Sogar in der Luft, wo plötzlich leicht süsse, nur schwach wahrnehmbare Düfte hängen, wenn ich an einer blühenden Gartenrabatte vorbeikomme. Meine Nachbarin, eine alte, rüstige, sehr liebenswerte Dame, die noch mir weit über 80 Jahren mit viel Freude ihren Gemüsegarten bebaut, meinte neulich: “Das ist die warme Erde, die du riechst.” Dass das so duften kann… Herrlich! Herrlich…
So langsam, langsam geschieht hier der Wechsel vom Drinnen nach Draussen, während wir Körbe voller Malfarben, Brettspielen, Decken, Puppen und Puppenkleidchen (dieses Mädchen und seine Puppen!) raus in die Sonne tragen, und der Garten ein bisschen mehr zu unserem 2. Wohnzimmer wird als in den kalten Wintermonaten.

Gleichzeitig geschieht auch genau das Gegenteil: Die Veränderungen draussen wirken bis hinein ins Herz unseren Zuhauses…

Frühling drinnen


Veränderungen
auch drinnen: Ein paar neue, bemalte Steine, die vielleicht in einer kleinen Atem-Pause draussen im Garten entstehen. Anstelle des dunklen Winter-Banners ein einfaches Band quer über der weissen Küchenbank gespannt, vollbehängt mit getrockneten Schleiherkraut-Bündelchen, ein paar Klemm-Vögelchen, einem schönen Vers und den handgefilzten weissen Blüten meiner Mama. Im lila Zimmer ein kleiner Scherenschnitt (oh, ich liebe Scherenschnitte!!!), den ich mir nach einem Kaffeeklatsch mit meiner Schiegermama in der Stadt gegönnt habe (vom Heimatwerk, by the way). Und auf dem Stubentisch wie immer Unordnung- und die wunderbaren Stoff-Fragmente eines Patchwork-Projektes. Sonnig gestellte Kakteen und Sämlinge zum Keimen auf dem Fensterbrett, darüber baumelnd mein Jahreszeiten-Kranz, der für mich einfach am allerbesten in den Frühling passt …

All das sind keine grossen Umwälzungen, nein, das nicht gerade. Aber nette Kleinigkeiten, die mir auffallen, mir ein wenig von der Leichtigkeit da draussen ins Haus bringen und mich… einfach freuen.

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this moment

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

irgendwie alltäglich
und
doch auch wieder
nicht

this moment

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Ein Wagnis mit der Wildkräuterküche: Bärlauch-Pesto


Jetzt wo der Morgen zwar noch frisch ist, aber immer öfter wundervoll sonnig , spüre ich, wie auch ich mich irgendwie viel beschwingter und motivierter in den Tag wage. Kein Grübeln mehr im Bett, bevor ich aufstehe, kein dreimal-Umdrehen und den Wecker verwünschen (oder zumindest seltener); Wenn die Sonne mich wachkitzelt, bin ich dem Tag einfach gnädiger gestimmt.
Perfekt, dieser Frühling, nicht?
Ganz anders als im trüben Winter, wo mich manchmal keine 10 Pferde vor die Tür bekommen, habe ich jetzt plötzlich schon morgens Lust auf einen kleinen Spaziergang an der kühlen Luft, und mein Mädchen trägt begeistert Jacke und Elfenmütze zusammen (die muss immer mit!), schlüpft in ihre blauen Gummistiefelchen- und weg sind wir!
Zum Beispiel zu einem vormittäglichen Kuchen-Picknick im Wald…


Das Licht, der Wind, das kühne Blau des Himmel, das Zwitschern, Krähen und Pfeifen von allen Seiten, von oben und unten, hinten und vorne und im Kreisherum … das alles tut mir gut. Unheimlich gut. Frühlingserwachen pur. Eine Zeit des Erblühens auch innendrin. Ich stehe mit beiden Beinen fest auf der Erde- und lasse doch die Gedanken fliegen, mit dem Wind, den wilden Flatterkrähen, den vorbeiziehenden Wolken hoch oben …


Friedlich sind sie, diese Momente da draussen im Wald. Friedlich und still. Und irgendwie perfekt.
Absolut vollkommen wird so ein Augenblick, wenn ich dabei mit meinem kleinen Mädchen in aller Ruhe schon ein wenig von dem sammeln kann, was die Natur jetzt schon für uns bereit hält, ein bisschen ernten, was ich gar nicht gesäht habe. Das Gefühl, verbunden zu sein mit allem, was ist, von und mit der Natur zu leben, ist einzigartig beruhigend und erfüllend. Irgendwie einfach… kräuterhexenartig gut *grins*.


Die Wildkräuter-Küche hat mich schon lange fasziniert. Aber immer auch abgeschreckt, obwohl ich eigentlich gar nicht so recht weiss, wieso. Ich glaube, es liegt daran, dass ich es mir einfach nicht recht zutraue, wilde Kräuter und Blumen richtig zu identifizieren und dann auch richtig zu verwenden. Ich kenne zwar die eine oder andere Pflanze, aber gerade die “Unkräuter” der Waldwiesen und Ackerwegränder sind mir schon eher fremd. Oder schrecken sie mich ab mit ihren Abwehrmanövern und sonstigen Eigenheiten: An Brennessel-Spinat zum Beispiel habe ich mich noch niemals gewagt. Mein Respekt vor ihren Brennhaaren ist schlichtweg zu übermächtig. Und Löwenzahn-Salat? Wenn ich an den weissen, bitteren Saft denke, der aus ihren Stengeln fliesst, dann schaudert es mich fast ein bisschen…


Aber das ist Kleindenken. All diese Widerstände zeigen mir nur, wie weit ich mich schon von der Natur entfernt habe- und wie wichtig es gerade für mich wäre, auch einmal über meinen Tellerrand zu blicken. Um die Ecke, durch den Türspalt, hinein ins Grünen und Wachsen der Schöpfung…
Mit so etwas Vertrautem wie Bärlauch, der mich so schön beruhigend an Schnittlauch erinnert oder an ganz gewöhnlichen Salat, ist das gottlob nicht allzu schwierig.


Aus meinem allersten Kessel Bärlauch aus dem Wald wurde das, was mich schon so oft im Bloggerland oder in Zeitschriften beeindruckt hat und was ich eigentlich schon lange, lange einmal selber versuchen wollte…

Nämlich ein

Bärlauch-Pesto

Man braucht:

  • 100 gr. Bärlauch, gut gewaschen und abgetropft oder trockengeschleudert
  • 60 gr. bis 80 gr. Pinienkerne oder einfache, geschählte und gemahlene Mandeln
  • 60 gr. fein geriebenen Parmesan
  • 1.5 dl Rapsöl oder Olivenöl
  • ca. 1.5 bis 2 Tl. Salz
  • evtl. etwa 2 Tl. Zitronensaft
  • Pfeffer zum Abschmecken (wobei ich das Pesto schon so sehr scharf fand…)

Der Bärlauch wird in Stücke geschnitten und mit den Pinienkernen/Mandeln, dem Käse und dem Öl ganz fein zB. mit dem Stabmixer puriert oder im Cutter feingehackt.

Wer mag, gibt den Zitronensaft und etwas Pfeffer dazu zum Abschecken.

Das Pesto wird in heiss ausgespühlte, blitzsaubere Einmachgläser gefüllt und entweder sofort mit Spaghetti (und noch mehr Reibkäse zum Drüberstreuen!) ausprobiert oder mit einer Schicht Öl  bedeckt gut verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt. So hält es sich gut einige Wochen.

Dieses Pesto ist übrigens nichts für empfindliche Gaumen, meine Lieben! Ich fand es selber ziemlich scharf (aber zu gut zum Aufhören!) und meine Kinder schoben ihre Teller schon nach dem ersten Bissen weit von sich *kicher*… Aber wer Basilikum-Pesto mag und auch nicht vor ein bisschen Kribbeln im Mund abgeschreckt wird, könnte es möge, denke ich.


Also für mich war es eine Art… Offenbahrung, dieses Pesto zu machen. Ein bisschen ein Initationsritus zur Wildkräuterküche fast schon, bei dem ich ein wenig meine Scheu verlieren und ein Stückchen Selbstvertrauen gewinnen durfte, was Neues und Wildes angeht. Eigentlich könne wir doch fast alles, oder? Wenn wir es wollen. Und den Mut fassen, einen ersten Versuch auch tatsächlich zu wagen.

Veröffentlicht unter Kochen und Backen, kreativ am Rande, Natur, Rezepte | 20 Kommentare

Wochen-Ende

Bruchstücke eines Wochen-Endes:


Bärlauch aus einem noch feuchtkühlen, früh-frühlingskahlen Wald heimgeholt in die Familienküche- wo er nicht von allen gleichermassen geschätzt wurde, leider. Aber ich mag es, dieses ein bisschen scharfe Wildkraut, das ich erst in diesem Jahr so richtig kennenlerne, wie mir scheint …


Jeans geflickt, stolze 5 Paar schon wieder. Ich komme kaum nach mit zusehen, wie meine Söhne ihre Hosen zu Fetzen bringen, geschweige denn mit Stopfen und Reparieren! Aber das befriedigende Gefühl, aus einem kaputten Stück, das manchmal nur haarscharf der Mülltonne entkommt, wieder etwas Tragbares geschaffen zu haben, entschädigt mich immer für die Zeit, die ich an der Nähmaschine und mit einem heissen Bügeleisen in der Hand über jedem Stück verbringe. (Ja, ich stopfe alle Löcher zuerst ganz klassisch, indem ich ein wenig feines, altes Leintuch darunter lege und mit dem Stopfstich -einer Art mehrstichigem Zickzack- meiner Maschine schön übereinanderlappend rauf und runter rattere. Ist das Loch fest zu genäht und auch genug noch fester Stoff rundherum auf diese Art so quasi stabilisiert, bügle ich zur Sicherheit noch einen fertig gekauften Jeans-Flicken darüber. In der Hoffnung, dass das so hält. Zumindest für die nächsten paar Wochen.) …


… Muffins gebacken. Beeren-Muffins mit dem Riesentopf Brombeeren, den ich meiner Mama aus ihrer Gefriertruhe abluchsen konnte. Noch lauwarm mit etwas Puderzucker bestreut, zu einem Glas eiskalter Milch aus der nahen Käserei, dazu ein Blick hinaus ins herrlichste Frühlingswetter, die nackten Füsse schon schwarz von Gartenerde: ein Stückchen Paradies!


… Joghurt gemacht, Vanille-Ahornsirup. Ich liebe selbstgemachten Joghurt! Seit ich damit angefangen habe, kann ich dem gekauften nur noch wenig abgewinnen, muss ich zugeben. Meine Kinder sehen das allerdings ganz anders: für sie kann es niemals nie süss und künstlich aromatisch genug sein *grins*. Meinen schokoladen-Joghurt finden sie zu sauer, meinen Vanille-Joghurt einfach “irgendwie komisch”. Dafür finde ich ihre Gummibärchen scheusslich.
Sonderbar, wie unterschiedlich Kinder und Eltern die Welt manchmal wahrnehmen, nicht wahr? Gerade in der Küche können da wirklich Welten aufeinandertreffen. Andererseits; Gerade diese Unterschiede machen das Leben mit Kindern ja auch immer wieder von neuem spannend und überraschend …


… ein bisschen im Garten gebuddelt, bzw. buddeln lassen. Denn der Kompost und eigentlich der gesammte Garten in Frühlings-Laune ist Herrn Kirschkernzeits Part, während ich mich lieber um die Blumen und das frisch geerntete Gemüse kümmere- wenn es denn so weit ist. Schön, zuzusehen, wie die Beete langsam wieder mit frischer, feiner Kompost-Erde aufgefüllt werden, schön, die ersten Blumen zu begrüssen …


… schön, die ersten drinnen gekeimten Sprosse zu entdecken und von dem zu träumen, was bald, bald schon nach draussen gepflanzt und in einer Ecke unseres kleinen Gärtleins gross gezogen werden darf …


… inspiriert von einem meiner neuen Schätze aus der Bücherrei ein bisschen  mit Stoff-Streifen und Quadraten gespielt. Ein wunderbares Spiel, das mir wirklich nie langweilig zu werden scheint …


… das alte, zerschlissene Trampolin, auf dem meine wilde Kinderschar schon unzählige Stunden wie wildgewordene Grashüpfer herumgetobt hat,  auseinandergenommen und …


… mit vereinten Kräften ein neues aufgebaut, das seine fröhlich hüpfende Last hoffentlich genauso stoisch und tapfer (er-) tragen wird wie sein Vorgänger. Es gibt neben all dem Pastikschrott auch wirklich noch gute Dinge für Kinder (aber nicht nur!) zu kaufen. So ein Trampolin ist eines davon, finde ich. Schön, haben wir diese riesengrosse Auswahl vor der Nase, an Spielzeug, an Essen, an Lebensstilen… Es ist ein Leben voller Möglichkeiten, das wir alle führen dürfen, nicht wahr?

So. Und jetzt gehe ich mal den letzten Rest Wochenende geniessen, ja?
Ein Sonnen-Wochen-Ende im besten Sinne.

Habt einen guten Start morgen, ihr alle!

 

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