Monatsarchive: Februar 2012

Log Cabin in Pippilangstrumpfbunt

Ich im Farben-Rausch.
Schon seit Tage. Schon seit Wochen.
Ich habe über den Zauber des Malens geschrieben, über frisch gestrichene Wände in Lila und Türkis (ich schulde euch noch immer zwei Posts darüber, wie ich mich dunkel erinnere…), über die Freude, die nur schon ein farbenfroher Tischläufer verbreiten kann und über meine aktuelle Lieblingsfarbe, die mich immer wieder so glücklich macht … Erstaunt es euch da, wenn ich euch erzähle, dass ich wirklich jede ruhige Stunden nutze, um so richtig in Farben und Mustern zu wühlen…

… mich in Buntheit auszutoben und dabei Dingen beim Werden zuzusehe, die so farbenprächtig werden, dass ich selber fast ein wenig erschrecke darüber?
Mich erstaunt das bisweilen. Denn eigentlich bin ich kein Knallfarben-Typ. Im Gegenteil: Je verwaschener und natürlicher die Töne, desto mehr Ich finde ich darin. Aber eben, manchmal überrascht man sich glatt selbst, nicht?

Als ich beim Nähen meines Patchwork-Table-Runners die vielen neuen und alten Stoff-Streifen sah, die sich in meinem Reste-Köfferchen tummeln, musste ich sofort wieder an Nicki von Nikkibag denken, und an ihre wunderbar kunterbunten Log Cabin Kissen (mitsamt dieser fantastischen Nähanleitung! Danke mal wieder, Nicki!) Ich spürte es ganz genau: Die Zeit war reif für ein neues Patchwork-Kissen. Für ein Log Cabin Kissen. In Pippilangstrumpfbunt!


Log Cabin-Patchwork ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, müsst ihr wissen. Nach zwei Kissen (dem hier in Grün, dem hier in Rot-Schwarz-Weiss für mein Kind, und meinem allerersten Patchwork-Kissen überhaupt) und dem kleinen Quilt, an dem mein Mädchen so sehr hängt, merke ich immer mehr, wie unglaublich frisch und frei diese Art von Patchwork sein kann. Das spontane, relativ sorglose Zusammensetzen kleiner Stoff-Reste zu etwas völlig Neuem, macht mir einfach schrecklich viel Spass und wirkt, gerade nach einem Näh-Projekt, wo akkurate Nähte und exaktes Zuschneiden vielleicht sehr wichtig waren, ungemein befreiend.

Projekte, die mehr Herz als Massband verlangen, tun mir immer wieder gut. Sie erinnern mich daran, dass Kreieren viel mehr sein kann, mehr sein muss,  als ein perfektes Resultat, auf das man stolz sein kann. Wenn die Intuition einem leitet und man sich und die Welt für eine Weile vollkommen vergessen kann zwischen Stoffschnipseln und Näh-Nadeln, dann ist … das Glück mit am Werk.

Das Nähen dieses Kissens fühlte sich jedenfalls sehr, sehr gut an. So ziemlich … nach „Glück mit am Werk“.
Bisher hatte ich weder den Mut noch das Verlangen, mit so vielen verschiedenen, kraftvoll gemusterten Stoffen zu arbeiten, aber jetzt fühlte ich mich regelrecht berauscht von der ganzen Farbenpracht, die da unter meinen Händen leuchtete.

Es machte Spass, zu sehen, wie unterschiedlich die verschiedenen Farb-Streifen wirkten, sobald man sie anders anordnete. Ein wunderbares Spiel mit Farben, in dem ich richtig aufgehen konnte…

Manche Stoffe tragen eine Erinnerung in sich. Der lila gepunktete Stoff und der mit den rosa Rädchen zum Beispiel, den habe ich damals -genau wie den roten Rosenstoff auf dem letzten Bild- für das Hochzeits-Kissen und die Hochzeits-Wimpelkette meiner Schwester gekauft. Und der dunkelgrüne Stoffstreifen wird für mich wohl für immer und ewig mit jener Zeit verbunden bleiben, in der mein kleines Mädchen gerade begann, mit Puppen zu spielen und alles und jedes, das ihr lieb war, in Decken und Tücher einzuwickeln. Damals nähte ich ihr einen kleinen Puppenquilt und verlor mein Herz ans Patchworken…

Und heute schlägt es noch ganz genauso sehr für diese besondere Form des Nähens und Gestaltens, dieses farbverliebte, manchmal etwas müde Mama-Herz in meiner Brust.
Es macht mich glücklich, zu sehen, wie rasch und mühelos sich jeder dieser Stoffstreifen aus meinem Köfferchen wieder einfügt in meinen Lebensalltag, …

… wie die Kinder sich auf das, was ich mit so viel Freude erarbeitet habe, manchmal regelrecht stürzen. Und das mit mindestens soviel Freude, wie ich sie hatte beim Nähen … (Naja, manchmal ist ihre Begeisterung auch weniger gut spürbar *zwinker*)

Streifen, die eigentlich nur Reste waren, übriggeblieben von „richtigen“ Projekten, Streifen ohne Ziel oder Bestimmung, erwachen plötzlich zu neuem Leben. Und finden immer irgendwo einen ihrer … „Verwandten“. Zum Beispiel in den drei Bilderrahmen über dem Sofa …
Schön, wenn sich meine (nicht mehr ganz) neuen Leidenschaften so langsam, langsam ihre Plätze erobern. Ein gutes Gefühl irgendwie.

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Wochen-Ende

: morgens von der Sonne geweckt werden, in einem wunderschönen, lila Zimmer, zwischen zwei wunderbaren Menschen (nicht lila!), auf dem Nachtischchen eine Strickarbeit erspähen … und sie, nochmals zurückgelehnt, einfach in den Tag hinein wachsen lassen :

: einen stillen Moment lang dieses herrliche Gefühl geniessen, zum ersten Mal seit Jahren ein richtiges Schlafzimmer zu haben, einen Ort zum Verkriechen und Schätze horten, einen Ort der Ruhe und Intimität, mit einer Tür, die hinter uns geschlossen werden kann- und doch immer offen steht für kleine nächtliche Besucher :

: dem familiären Chaos einen halben Tag lang zu fünft ganz energisch zu Leibe rücken (nicht immer ganz freiwillig *zwinker* ) und sich die neu erschaffenen, kleinen Nischen sofort darauf wieder ganz zu eigen machen, mit Papier-Geschnipsel, Farbe und hochkonzentrierten Gesichtern :

: mit schnellen Schritten und klaren Ideen durch den gelben Riesen marschieren und nach zwei Stunden ziemlich überreizt und müde, aber doch sehr zufrieden eine Tasche guter Dinge mit nach Hause nehmen :

: sich mitreissen lassen vom bunten, lärmigen Treiben einer Horde Narren und Freaks, den Rhythmus in den Beinen spüren, die Kälte in den Füssen- und das Lächeln im Gesicht :

Ein turbulentes Wochen-Ende.
Manches davon war notwendig und erleichternd (wie das gemeinsame Aufräumen in unserer … naja … Räuberhöhle). Manches zwar anstrengend aber schon lange fällig und mit grossem Inspirations-Potential (das Einkaufen dringend benötigter Wohnkleinteile z.B. Denn wir brauchen einfach Licht und Farbe- sprich Lampen und Bilderrahmen- in unseren Räumen!). Manches war Spass pur

Aber müde bin ich. So oder so.
In dieser Schwangerschaft komme ich so schnell an meine Grenzen wie nie zuvor in meinem Leben. Und oftmals merke ich erst dann, dass es zu viel ist, wenn mein Körper mich schon in die Knie zwingt, mit einer grausamen Übelkeit und einer Erschöpfung, die buchstäblich durch Mark und Bein geht. Ich finde es schwierig, mit meinen Energien  zu haushalten.  Immer wieder kommt es vor, dass ich nach ein paar etwas aktiveren Stunden einen Tag lang nur noch schlafwandle…
Aber andererseits gibt es doch auch so viele gute Tage, so viele schöne Momente, die ich einfach geniessen und intensiv leben will– auch wenn ich danach vielleicht dafür bezahlen muss

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this moment

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

Brüder

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What makes me happy: Farben!

Wenn ihr mich heute fragen würdet, welches nun eigentlich meine Lieblings-Farbe ist, dann müsste ich antworten: „Ganz ehrlich? Ich glaube…

…bunt!“

Denn im Moment ziehen mich Farben an wie Marmelade die Wespen. Die strahlenden Farben ganz besonders. Ich sehe es plötzlich überall leuchten
Sonderbar, wie anders man die Dinge wahrnimmt in anderen Phasen des Lebens. Was einem heute auffällt, kann einem morgen schon ganz selbstverständlich vorkommen. Und was man schon seit Ewigkeiten um sich herum hat, ohne es richtig zu bemerken, kann einem dann plötzlich ins Auge stechen, und einem dermassen freuen (oder auch ärgern, naja), dass man sich fragt, wie um Himmels Willen man so etwas nur übersehen konnte.
Erstaunlich eigentlich, das mit dem Sehen und Übersehen …

Jedenfalls bin ich momentan ziemlich verliebt in Farbe. In alle Farben des Regenbogens mitsamt ihren Kindern und Kinderskindern ! *grins*
Und wenn mich das Verlangen nach Farbe und Veränderung überkommt, dann fühle ich mich immer ganz besonders wohl in meiner Gerümpelkammer, wo ich stapelweise alte und neue Schätze horte; Stoffstücke in allen möglichen Farben und Qualitäten, die mir alle verführerisch zuwinken (Das können sie, ja, ehrlich! Stoffe haben noch viele sonderbare Fähigkeiten, von denen man nur selten hört, Freunde… Zum Beispiel können sie sehr gesundheitsfördernd wirken. Bei Langeweile und Verstimmung. Bei Müdigkeit und lustlosen Fingern …)


Und falls es mich wieder einmal in die Stadt verschlagen sollte, dann gehe ich ganz bestimmt nicht wieder nach Hause ohne vorher unserem guten, alten Näh-Lädchen einen Besuch abgestattet zu haben. Denn dort wohnen sie, die jungen, lebendigen Prints und Muster völlig neuer Stoffe, und ihre Buntheit, die sich immer irgendwie … wohltuend frisch abhebt vom verwaschenen, lieblichen Look meiner alten Stoff-Stücke vom Trödler oder Flohmarkt, lassen mein Herz jedes Mal erglühen als wäre es von Amors Pfeil getroffen… Ob der sich auch in Stoffläden herumtreibt, was meint ihr?

Wenigstens einen dieser neuen Lieblings-Stücke musste ich mir einfach einrahmen! Die Fotos, die vorher ein ganzes Jahr lang in den grossen Bilderrahmen über dem Sofa hingen (lauter Wintersujets aus dem vorletzten Winter, glaube ich), waren schon lange zu den Dingen geworden, an denen ich mich so sehr satt gesehen hatte, dass ich sie schon gar nicht mehr richtig wahrnahm. Und ein Bild sollte glänzen, finde ich, glänzen. Dafür sind Ehrenplätze wie Bilderrahmen-Wände ja da. Für Lieblings-Stücke, die es verdient haben, ihre Schönheit nach allen Seiten zu verströmen, nicht wahr?
Zwischen zwei vintage Stoffen, dem leuchtend gelben, alten Bettbezug (entdeckt für mein letztes Log Cabin Kissen) rechts und dem wunderbar satten, grossgeblümten Baumwollstoff ( erkennt ihr ihn wieder? ) zur Linken, gefällt mir mein neuer Schatz aus der Stadt gleich nochmals so gut, muss ich zugeben. Ich mag es, wie sie alle ganz anders aussehen. Auch aus völlig anderen Zeiten und von völlig verschiedenen Orten kommen. Und doch auf ihre Weise zusammenpassen.
Jetzt strahlen sie gemeinsam. Um die Wette und trotzdem im schönsten Gleichklang… Und das erst noch in meiner neuen Lieblings-Farbe *zwinker*

 

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