Monatsarchive: Januar 2012

Wochen-Ende

Mein letzter Wochen-Ende-Post liegt schon Ewigkeiten zurück. Die Schwangerschaft rasselte einfach dazwischen und kappte meine Blog-Momente auf ein Minimum zurück, fast ein bisschen so wie ein Gärtner im Herbst seine Beerenstauden zurückschneidet, damit sie gut über den Winter kommen -und im Frühjahr wieder umso kraftvoller ausschlagen können…
Aber die Schwangerschaft verliert so nach und nach ihren Stachel, meine Zeiten für mich nehmen wieder zu. Die Übelkeit schwappt zwar immer wieder mal über und treibt mich regelrecht ins Bett, aber die Tage, an denen ich mich fast wieder “normal” fühle, werden immer zahlreicher, und egal wie viele oder wenige es sind; ich heisse jeden einzelnen von ihnen überschwänglich und von Herzen willkommen!

Auch am Wochenende. Vielleicht sogar besonders am Wochenende. Denn dann erwacht oftmals eine ganz besondere Art von Betriebsamkeit in mir, jene Art von Geschäftigkeit und Energie, die dann zustande kommt, wenn man sich von anderen -in meinem Fall vom Mann an meiner Seite- unterstützt fühlt in seinen Plänen und Interessen. Und ohne einen sich drehenden Magen und schlappe Glieder macht das alles schlichtweg viel, viel mehr Freude!
Zeit also, meine Wochen-Ende-Posts wieder aufzunehmen, als kleine Hommage an diese zwei freien, familienwarmen Nest-Tage voller Möglichkeiten und Gemeinschaft und Kraft (man schafft zu zweit auch schlichtweg mehr als alleine unter der Woche- und das erst noch so viel müheloser!).

An diesem Wochenende…

… machte ich zum ersten Mal seit längerem wieder frischen Joghurt (mehr dazu später). Und ass gleich 6 Gläschen davon im Alleingang, mitunter auch nachts um halb drei, gepackt vom grossen Hunger nach einem Mitternachts-Imbiss. Jaja, Schwangere und ihre Gelüste …

… wurde ziemlich viel und ziemlich ausdauernd gespielt unter diesem Dach. Kind1 und Kind2 versuchten sich wohl an fast sämtlichen unserer Gesellschafts-Spiele. Und davon haben wir wohl an die 30 Stück! (Muss sie mal nachzählen, glaube ich…)

… wühlte ich in meinen Stoff-Reserven und genoss eine wunderbare Zeit hinter meiner Näh-Maschine, während einer meiner schönsten Textil-Schätze nur so unter meinen Händen durchfloss. Und zu einem neuen, jetzt schon heiss geliebten Stückchen Haushalts-Kunst heranwuchs (auch dazu erzähle ich euch mehr in einem späteren Post, ja? Obwohl ich weiss, dass ich euch jetzt damit ein wenig auf Nadeln setze) …

… gesellte ich mich für einmal zur Fraktion “Sonntags-süss” (genau wie auch Blog-und-Näh-Künstlerin Nikki) und buk einen jener goldgelben Gugelhüpfe, wie ich sie immer in den Märchenbüchern in Rotkäppchens Körbchen bewundere …

… kam in sorfältiger Handarbeit ein ganzer Kübel Lila an die Wand. Unter dem argwöhnischen Blick eines gewissen kleinen Mädchens, das jede Art von Veränderungen zuerst mit Skepsis und ein bisschen … ja, Angst beäugt. Das Resultat dieser Veränderung aber machte sie dann bald darauf schon ziemlich fröhlich. Jedenfalls hüpfte sie schon heute auf dem grossen Bett herum, umgeben von Lila bis zum Umfallen … Aber auch dazu später einmal mehr (obwohl ich es kaum erwarten kann!) …

Ein herrliches Wochenende liegt hinter mir,
auf das ich dankbar und zufrieden zurückblicke.
Was wohl diese neue Woche bringen mag?…
Euch wünsche ich auf alle Fälle eine gute, ideenreiche, Elan-satte Zeit!

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Kirschkernzeit’s Winter-Header

Mein alter Header war so ziemlich genau, was ich mir vorgestellt hatte. Für den Herbst zumindest, mit seinem Blattgold überall. Ein perfekter Empfang für meinen damals gerade frisch zu WordPress umgezogenen kleinen Blog, wo der frühere, hiess geliebte Blogger-Header mit meinem kleinen Zwergenmützchen-Mädchen am Strassenrand ohnehin nicht mehr passte, rein grössenmässig.
Ich mochte das Bild mit dem Laubblatt in der kleinen Faust meines Kindes.
Ich mochte auch das Zergenmützchen schrecklich gerne.
Aber ich mag auch die Abwechslung ganz gern, muss ich zugeben, und die Jahreszeiten sind im Grunde der vollkommene Rahmen für all die grossen und kleinen Wechsel des Lebens, nicht wahr?
Darum kommt nun – für diesen Winter ja reichlich spät- nach dem Laub-Blatt-Header des Herbstes ein neues, mehr in sich gekehrtes Titelbild auf die Seiten von Kirschkernzeit. Mein Winterbild (eigentlich ein Spät-Herbst-Bild von damals), das ein wenig für die Stille und Einkehr steht, die dieser Winter in sich trägt. Statt Schnee weisses Leinen. Statt Wintersonne viel Nebel und Grautöne. Eine Zeit des Wandels, aber im Versteckten, gerade so wie das kleine Leben in meinem Bauch, das ganz im Verborgenen wächst und gedeiht.

Dieses Foto wirkt zwar vielleicht ein bisschen trist und schal, aber ich finde, es passt einfach irgendwie.
Und für alle, die jetzt hier fröhlichere Farben vermissen -oder sogar den Laubblatt-Header per se- ein kleiner Trost: Der nächste Frühling kommt ganz bestimmt, womöglich schneller als erwartet. Und mit ihm Grün und Rosa und Himmelblau.
Und, wer weiss, vielleicht schnapp ich mir mein Laub-Blatt-Kinderfäustchen-Bild dann auch einfach wieder aus dem Archiv. Für nächsten Herbst…

 

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this moment

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren, wenn die Woche zu Ende geht.

side by side
this moment

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In einer kleinen Ecke…

Irgendwann Ende August (das war in etwa damals, als ich das Filzen für mich entdeckte…) letzten Jahres stiess ich bei einer meiner Brockenhaus-Stöbereien in meinem allerliebsten Dorf-Brocki auf einen alten, dunkelbraunen, ziemlich urchig aber irgendwie wunderbar “barock” geschreinerten kleinen Nacht-Tisch. Sein Holz erinnerte mich an ein muffiges Berg-Chalet, seine Form an das Prinzessinnen-Zimmerchen in einem Märchenschloss.
Klar, dass ich es sofort ins Herz schloss, dieses Möbelchen. Noch klarer, dass ich nicht nach Hause ging, ohne es mir unter den Arm zu klemmen. (Ja, buchstäblich. Bequem war es nicht, aber ich strahlte trotzdem vor lauter Finderstolz *grins*).


Braun bleiben sollte er aber nicht, mein Märchenbauernprinzessinnentischchen, sondern gernebittedanke ein bisschen aufhellen. Weiss macht immer freundlich, finde ich.

Und nach einer ausgiebigen Runde schleifen, abwischen, nochmals schleifen, und einer ersten Schicht Farbe, sah mein Tischchen schon etwas adretter aus. Zufrieden mit meiner ersten Arbeits-Etappe stellte ich es zum Aushärten der Farbe erst einmal in seine neue Ecke im Wohnzimmer- und ruhte mich auf meinen Lorbeeren aus. Ausgiebigst. Denn genau so, wie ich es dort hin hingestellt hatte, mit noch braunen Stellen, an denen das Holz durchschimmerte, mit Kratzern vom Schleifpapier und grifflosen Schublädchen, genau so blieb es eine Weile dort stehen- und verschwand dann in der Versenkung unten im Keller. Wo all die Dinge stehen, die noch auf ihre Vollendung harren.
In diesem Fall:  volle 5 Monate lang!

Bis heute, um genau zu sein… Denn heute packte mich plötzlich eine neue Welle “endlich-zu-Ende-bring-Fieber”. Mein Möbelchen -mittlerweile hatte sich mein Mann seiner erbarmt und es noch einmal (und um einiges fachmännischer als ich, muss ich zugeben) schön weiss bepinselt- kam aus seinem Verliess unten im Keller und bekam nicht nur eine nette, bunte Stoffdecke (auch vom Trödler ursprünglich), sondern auch zwei kunterbunte Perlengriffe, die jetzt frisch fröhlich von seinen Schubladen baumeln…

Ich mag mein Tischchen. Sehr sogar. Es ist genauso klein und hell und verwunschen und verspielt, wie ich es mir vorgestellt hatte, damals, als es noch düster und roh beim Trödler stand.
Und es passt! Es passt einfach wunderbar in diese kleine, ein bisschen vergessen wirkende Ecke neben unserem grossen, weissen Lümmler-Sofa…

Und jetzt bin ich einfach mal gespannt, womit sich seine Schublädchen füllen werden. Denn das ist immer so eine Sache, die irgendwie ganz von “alleine” geschieht… Spätestens sobald kleine Kobolde darin ein neues Versteck wittern…

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