Monatsarchive: September 2011

this moment

Nach einer Idee von Soulemama: Freitags Fotos, eine Erinnerung.  
Nur wenige Worte. 
   Ein immergleiches Ritual zum Wochen-Ende, wenn der Blick zurückfällt und es Zeit wird für eine Pause.
kind of perfect
this moment
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What makes me happy: wollige Enten

Ab heute ist es hochoffiziell: Der Sommer ist definitiv vorbei und das, was uns draussen vor der Haustüre begegnet waschechter Herbst in bester Laune.
Ich fühle mich wohl bei all dem. Sehr sogar.
Es ist Zeit für den Herbst, das fühle ich. Aber… trotzdem konnte ich den Sommer noch nicht ziehen lassen. Nicht ohne eine Kleinigkeit zu bereinigen, die noch zwischen uns lag. Oder vielmehr: die eben nicht zwischen uns lag, weil ich es bisher einfach nicht geschafft hatte, sie zu einem guten Ende zu bringen, diese Sommer-Laune-Spielerei mit Wasser, Wolle und vielen, tüchtigen kleinen Helfers-Händen…
Ende August, während einer herrlichen, weil kurzen spätsommerlichen Hitzewelle, packten wir, was an Schaf-Wolle übrig gelieben war, nach draussen in den Garten und wagten uns an unser allererstes „richtiges“ Filz-Projekt, absolutes Neu-Land für jeden von uns. Im Bastelbuch „Der neue Ravensburger Bastelspass“ (einem meiner Lieblings-Bücher) gibt es eine ganze Seite gefilzter Wasservögel, alles ganz, ganz zauberhafte, bunte Wuschelgeschöpfe, auf die ich schon seit jeher ein Auge geworfen habe. Und weil ich ohnehin gerade in einer „Just let’s do it“-Phase steckte, noch euphorisiert von meinen ersten kleine Filz-Schrittchen kurz zuvor, zog ich mein Buch aus dem Regal, tippte mit dem Finger auf die Filz-Vögel und erklärte meinen Kindern eines schönen Ferien-Tages: „So,meine Lieben, das hier machen wir heute“.
Was wir auch wirklich taten. (Auch hier…)
Das Wetter war wundervoll, meine Neugierde mehr als geweckt, und wir hatten gerade alle Zeit der Welt; Wir liessen wir uns treiben im Rhythmus von Wolle-Aussortieren, Zupfen, Auslegen, Benetzen, sanftem Reiben und Rollen und dem kraftvollem Walken zum Finale (Da mussten wir uns wirklich abwechseln, denn das viele Kneten und Rubbeln geht einem tatsächlich ziemlich in die Arme).
Ich muss sagen: Ich liebte es! Vom ersten Augenblick an. Bis zum Schluss. Vor allem, weil das eine Arbeit war, in der ich und die Kinder uns ergänzen und unterstützen konnten, ohne je überfordert oder gelangweilt zu sein: Es gab immer eine Aufgabe, die Spass machte, sogar für die Allerkleinsten oder die Allermüdesten unter uns…
Unser Enten-Filz wurde auf der oberen, symmetrisch angelegten Seite Eisvogel-Blau und auf der unteren Braun-Schwarz (weil ich davon noch jede Menge Wolle übrig hatte). Jedes Mal beim Wenden staunte ich von neuem: Es sah aus, als hätte ich ein Ziegenfell vor mir! Sogar die Form hatte diese verblüffende Ähnlichkeit…
Nach dem Waschen und Trocknen der Filz-Platte (alias „Entenhaut“), machte ich aus dem letzen Bisschen orange-roter Wolle eine Art Filz-Kegel, der später den Enten-Schnabel abgeben sollte, und Kind1 zeichnete eine Enten-Form auf sehr dickes Papier. Nach dieser Schablone schnitt und nähte ich unsere Ente dann zusammen, fast als wäre unser Filz nichts weiter als ein Stückchen Stoff (Was er aber nicht war, denn er nähte sich -vor allem über den dicken Schnabel hinweg- sehr viel schwieriger).
Ich war völlig aus dem Häusschen, als ich die Ente von innen nach aussen wendete (Ich habe sie rechts auf rechts genäht) und plötzlich eine richtiges kleines Plüschtierchen in den Händen hielt. Von A-Z selbstgemacht. Mein Herz jubelte!- Verstummte aber schon bald nach dem Stopfen (mit Rohwolle) wieder kleinlaut, denn: Wie um Himmels Willen macht man denn Augen an so ein Tierchen?
Die Augen-Knöpfe, die ich mir extra aus der Stadt heimbrachte, passten einfach nicht. Und aufsticken? Das konnte ich mir so gar nicht vorstellen… Vielleicht aufnähen? Hmm…
Ich zauderte und haderte, und so blieb die kleine Ente eine ganze Weile lang augenlos
Den ganzen Rest-Sommer lang.
Bis heute.
Aber heute machte ich endlich Nägel mit Köpfen. Und krönte das Sommer-Ende mit einem Paar herzhaft nadelgefilzter Enten-Augen (für die ich all meinem Mut zusammenehmen musste, weil ich wirklich keinen blassen Schimmer habe, wie zum Kuckuck man so was macht, nadelfilzen, und weil es sich schon etwas mulmig anfühlt, so richtig hart mit der Nadel in meine arme Ente hinein zu stechen… Mein Mädchen brach bei diesem Anblick sogar in Tränen aus, was ich vollkommen verstehen konnte: Nadelfilzen sieht einfach brutal aus…)
Und jetzt, pünktlich zum Herbst-Beginn, wo alles wieder nach Wärme und Wolle verlangt, lebt also eine kleine, selbst gefilze Ente bei uns. Die anspruchslos einfach alles mag (wenn mein Mädchen will, auch Hagebutten) und mit einer Engelsgeduld Verstecken spielt…
Was für ein Glück!
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Alles hat seine Zeit


Es gibt Zeiten, in denen ich einen Salatkopf aus dem Unkraut (a.k.a Garten-Beet) ziehe, ihn wasche und rüste und rübisundstübis aufesse. Mit einem guten, zufriedenen Gefühl, das nicht nur den Körper satt macht.

Und dann gibt es Zeiten, in denen ich am liebsten jedem, der auftaucht, einen Salat in die Arme drücken würde, weil ich ahne, dass der sonst in seinem Beet vergammeln müsste. Zeiten, wo mir die Energie und die Motivation für alles fehlen und mir selbstgezogenes Gemüse (mit seinen Raupen und Läusen *schauder* gilt) irgendwie fast unmöglicherscheint für mein Leben.

Es gibt Zeiten, in denen ich darauf brenne, dass die Kinder endlich ein Spiel finden, das sie alle für eine Weile glücklich beschäftigt hält, weil ich Ruhe brauche, und ein bisschen Freiraum für mich, zum Stricken, zum Aufräumen, zum AusdemFenstersehen.

Und dann gibt es Zeiten, die verbringen wir alle zusammengekuschelt unter der Bettdecke, versunken in einem FünfFreundeBuch-Abenteuer (das ich laut vorlese) und es gäbe keinen Ort auf der Welt, wo ich glücklicher wäre.

Es gibt Zeiten, in denen habe ich genug Zuversicht,  mich auch an ein ganz neues,  auf den ersten Blick vielleicht erschreckend grosses Projekt heran zu wagen.  Und wenn ich ganz besonders grosses Glück habe, fällt diese Zeit zusammen mit einer Phase, in der mir die Arbeit leicht von der Hand geht und das Schaffen eine Freude ist.

Dann wiederum gibt es Zeiten, da will einfach gar nichts gelingen, es schleichen sich Fehler ein in meine Maschen, ganze Projekte geraten schief, weil mein Körper ganz anders zu sein scheint als der, an welchem das Strick-oder Nähmuster erprobt wurde. (Was natürlich die eine oder andere kleine persönliche Ab-Änderungerfordert. Die dem Projekt dann den Todes-Stoss verstezt)

Es gibt Zeiten der schöpferischen Schübe. Und es gibt Zeiten wo meine ellenlange To-do-Liste (die eigentlich ja „Wanna-do-Liste“ heissen sollte) mich gar nicht mehr so sehr inspiriert als vielmehr bedrängt.

Es gibt Zeiten… und es gibt eben Zeiten.
Unser Leben steht in ständiger Bewegung. Wie Ebbe und Flut. Wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Es bleibt nicht stehen, sondern verändert sich permanent; von sonnig zu düster, von steinig zu eben, von fruchtbar zu karg… und wieder zurück.
Nichts bleibt wie es ist.

Die Natur weiss das, und sie nimmt Rücksicht auf Veränderungen. Sie verteilt die Aufgaben so, dass, dass sie auch erfüllt werden können. Keine Blume wird versuchen, im Winter zu blühen…

Aber ich, ich versuche es. Ich versuche so oft, Dinge zu … schaffen, für die die Zeit einfach (noch) nicht reif ist. Die schlichtweg nicht passen im Augenblick.
Manchmal ist es besser für mich, nicht auf all die atemberaubenden Frauen links und rechts von mir zu sehen (und ja, ich finde sie atemberaubend!), sondern den Blick auf die Dinge konzentriert zu halten, die jetzt möglich sind. Für mich. Für uns.
Alles hat seine Zeit, höre ich mich wieder und wieder zu mir sagen. Alles.
„Hmmm… Vielleicht versuche ich gerade mal wieder, im Winter zu blühen…“ , denke ich. Und lege die Häkelnadel weg.

Diese Häkel-Weste, die ich so sehr bewundere und so wahnsinnig gerne auch zustande bringen würde (ich hab sie oft bei mir, was man ihr gar nicht ansehen würde), hat mich schon einige Male ziemlichaus der Fassung gebracht. Über 1500 Maschen, die aufgelassen werden mussten. Über 4 Stunden Häkel-Arbeit, die im Sand verlief.

Vielleicht ist ihre Zeit einfach noch nicht gekommen?
Vielleicht brauche ich im Moment einfach… schlichtere Projekte, die immer gelingen, die rasch und nebenbei entstehen und mir gerade deswegen Freude machen, weil ich weiss, worauf ich mich einlasse. Vielleicht verlangt die Zeit gerade nach… Entschleunigung und Einfachheit…

Das Stricken dieser simplen Kinder-Woll-Mütze (eine etwas verkleinerte Form der Herren-Mütze aus dem Buch: „Einfach Stricken“) war haargenau, was mir gut tat. Und gut tut im Augenblick. Einfach, vertraut, gelassen. Keines dieser beeindruckenden, komplexen Werke, auf die man stolz sein könnte… aber… einfach das, was jetzt, in diesem Moment das Richtigezu sein scheint.

Es ist Zeit für ein bisschen mehr Gelassenheit, glaube ich.
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Wochen-Ende

 
 An diesem Wochen-Ende…
… floss das Wasser vom Himmel und durchtränkte bei uns im Garten alles, was es finden konnte– inkl. Kinderwagen und die vergessenen Handtücher am der Wäscheleine. (Die seit Freitag da hängen, glaube ich.)
… tröpfelten meine Gedanken während des Essenkochens  nur so aufs Papier, zu einem kunterbunten  Worte-Puzzle, das ich noch entwirren muss. Und das vermutlich meinen nächsten Blog-Post abgeben wird.
… wurde eine für uns ziemlich wichtige und lange hinaus-geschobene Entscheidung gefällt. Jep. Und besiegelt;-)
… fand ich im total verwilderten und zu gleichen Teilen vom Sturmwind und den Wicken plattgedrückten Schmetterlingsbeet -nebst grässlich vielen Kohlweisslings-Raupen- noch eine Handvoll leuchtend schöner Sommerblumen.
… befreite ich meine nur halbherzig geliebte Woll-Weste aus ihrem Verlies in der Gerümpelkammer-Kiste für Kleider mit ungelösten Zukunfts-Fragen, griff nach der Schere- und schnitt tapfer in die erste Naht. Brigittes Wolle ist einfach zu schön, um in der letzten Schrank-Reihe von Motten zerfressen zu werden. So gerne habe ich meine Weste wirklich nicht getragen. Und ich glaube fest daran, dass da ein nächstes Projekt genau auf diese Wolle wartet (wenn ich sie dann endlich aufgeribbelt habe)…
… sank das Termomether auf fast 10 Grad. Mild winterlich fast schon. Die Feuer-Saison fängt dieses Jahr früh an. Die Kinder freuten sich darüber. Und ich auch. (Und mein Mann erst!)
… wurde der Garten um zwei Salatköpfe ärmer. Dafür mein schokolade-geschundener Körper ein bisschen mit Vitaminen verwöhnt. Und obwohl ich mir sicher bin, dass das Salat-Essen in der modernen Welt masslos überbewertet wird, war das genau, wonach mein Körper verlangte.


 Und nächste Woche?
  • Wird es eine halbe Woche lang fürchterlich kühl und nass werden, prophezeit der Wetterbericht. Aber wir werden sehen. Das tun wir ja immer, nicht wahr? Immerhin; schneien sollte es noch nicht.
  • Gibt es ein paar Schubladen zu entrümpeln und vielleicht ein „neues“ Zimmer einzurichten.
  • Möchte ich mich durch die verdörrten Tomatensträucher und den Jät-Dschungel kämpfen uns Luftigkeit schaffen. Denn so viel Wildnis wollte ich nun auch wieder nicht…
  • Steht Geburtstags-Geschenke-Machen auf meiner Liste. Kind2 wird baldbald süsse 5 Jahre alt! Wollte er nicht noch Geburtstags-Strick-Socken haben, so wie sein Bruder…? Ups!
  • Nehme ich mir fest (fest!) vor, an wenigstens einem Abend vor Mitternacht ins Bett zu kommen. Dieser frei gewählte Schlafentzug Nacht für Nacht tut mir auf Dauer nämlich überhaupt nicht gut…
  • Werde ich meinen Gutschein für Grüne Erde einlösen. Und mir Gudruns neuen Katalog bestellen.
Auf eine gute, neue Woche!
Packen wir’s an.
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