Monatsarchive: September 2011

Am Boden zerstört

Liebe Freunde!
Ich bin gerade so ziemlich am Boden zerstört: Vorgestern wollte ich meine Picasa Webalben löschen, hauptsächlich, weil ich es erschreckend fand, dass eines davon öffentlich geschaltet war (was ich lange Zeit nicht bemerkt habe), ohne dass ich mich erinnern konnte, es frei gegeben zu haben. Das Löschen allein war schon nervenaufreibend, weil man jedes Album einzeln anklicken muss dafür… Zum Glück! Ja, zum Glück, sage ich heute. Obwohl es sich trotzdem nicht recht nach Glück anfühlt gerade; Ich habe mit ca. 20 Picasa-Web-Alben auch gleich die Fotos einer ganzen Reihe Blog-Posts gelöscht. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie mir zumute, als ich nach meinem unbeschwert-fröhlichen Geburtstags-Post in der Sidebar rechts beim Nadelkissen-Tutorial nur noch schwarze Dreiecke mit Ausrufezeichen über dem Text schweben sah… Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Mindestens. Und noch immer könnte ich heulen, was ich wohl auch tun werde, sobald ich mein Kind zum Kindergarten gebracht habe…
*Seufz*
Mir geht es gerade nicht besonders. Dieser Vorfall hat mich wirklich erschüttert. Weil er mir wieder einmal vor Augen führt, wie zerbrechlich diese ganze Sache hier ist. Wie rasch ich einen Fehler machen kann, weil ich eigentlich von der Materie gar rein nichts verstehe und Blogger alles für mich bereit hält wie für ein kleines Kind. Wenn Blogger möchte, kann all das verschwinden. Oder wenn irgendwas mal wieder irgendwie abstürzt. Und dann?
Irgendwie wird da gerade eine neue Blogger-Krise ausgelöst in mir…
Auf jeden Fall sind da jetzt Blog-Posts, die es zu retten gilt. Sofern ich es schaffe, JEDES einzelne Foto wieder aus meinen Archiven zu zerren und neu einzusetzen in einer Formation, an die ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann, weil manche Posts so weit zurück liegen (schnell-lebig, diese Bloggerei, nicht?)…
Wahrscheinlich wird es hier erst mal ein paar Tage lang stiller. Ich brauche Zeit zum gerade-Biegen. Und für Klarheit.
Bis dann, “hebed eu Sorg”!
BoraPS. Ein kleiner Nachtrag: Mittlerweile ist es Abend und mir wird das Ausmass des Bildersterbens ein bisschen bewusster:  Alle Bilder der Posts zwischen dem 7. Mai und dem 7.März  fehlen jetzt einfach und hinterlassen nichts als hässliche schwarze Löcher in meinen Texten… Es ist grässlich. Einiges konnte ich wieder herstellen. Alle Augenblicke zB. Oder das ruckzuck zusammengeschnurpfte Nadelkissen-Tutorial, das jetzt aber unbearbeitete, blasse Bilder aushalten muss… Aber es ist einfach SO VIEL, was ich jetzt anpacken müsste. Besonders die langen Posts, wie mein Westchen-Post, den “Wenn-Träume-wachsen-Post” oder den Strick-Pulli-Post, übersteigen mein Selbstvertrauen, denn sie sind mir zu wichtig, um sie huschusch zusammen zu puzzlen und beinhalten Fotos verschiedener Schaffens-Etappen… *Seufz*
Machen wir mal weiter…
Veröffentlicht unter über das Bloggen | 33 Kommentare

5!

Mein Kind ist 5!
Wenn ich mir diese Zeit vor Augen halte -5 Jahre, ein halbes Jahrzehnt!- dann kann ich nur ungläubig darauf starren: Diese 5 Jahre, die ich Tag für Tag mit diesem besonderen kleinen Kerl verbringen durfte, verflogen fast unbemerkt, wie ein Windhauch im Sommer, der unablässig weht, und an den man sich so sehr gewöhnt, dass man ihn eines Tages gar nicht mehr wahrnimmt. Ausser, er fehlt. Dann vermisst man ihn.
Und ein wenig vermisse ich ihn auch, meinen Jungen, jeden Morgen, wenn er im Kindergarten ist und ich von neuem merke, dass jemand fehlt, jemand, den ich beinah die ganzen letzten 5 Jahre um mich hatte…
Jemand, für den ich aus tiefstem Herzen dankbar bin.
Geburtstage berühren mich jedes Mal sehr. Ich weiss nicht genau, warum, aber ein Geburtstag ist für mich unsagbar wichtig und tief und fest verankert in unserem Jahreskreis, viel tiefer als es Ostern oder Weihnachten oder Silverster oder auch der 1. August je sein könnten.
Der Geburtstag hält mir einen Spiegel vor Augen, in dem ich mich sehe und meine Familie und ganz besonders den Menschen, der an diesem Tag einen Kreis mehr schliesst, ein weiteres, lebensvolles Jahr zurücklässt und sich aufmacht in ein neues, in seine Zukunft, eingehüllt in unsere guten Wünsche und eine Wolke aus Liebe. Im Spiegel sehe ich plötzlich wieder glasklar.  Wofür ich mich stark machen möchte. In welchem Segen ich lebe. Was… vor allem wen ich habe.
Das Lächeln im Gesicht meines Kindes, sein verhaltener Stolz, die plötzliche Schüchternheit, wenn der Kreis seiner Familie oder Freunde das Geburtstags-Lied anstimmt, ganz klar nur für ihn, die hastig verpackten Geschenke der Geschwister, die voller Spannung dicht dabei stehen, wenn es ans (Wieder-)Auspacken geht… Ich liebe das alles. Es bedeutet mir so viel.
Jeder Geburtstag ist angefüllt mit vielen grossen und kleinen Traditionen. Der Kuss oder die Umarmung am Morgen. Der Geburtstags-Znüni für die ganze Klasse. Der freie Zmittag-Menu-Wunsch, den ich fast immer schon vorausahne ;-). Die Torte, serviert mit einem schiefen aber herzlichen “Happy Birthday” aus allen Ecken. Die vielen, vielen zwischen den Momente zugesteckten Extra-Aufmerksamkeiten, weil wir alle spüren, dass einem Geburtstagskind kein Wunsch abgeschlagen werden darf und wir für einen Tag von den Augen ablesen, so viel wir können.
Und dann das Geburtstags-T-Shirt…
… Das Mamas Part ist. Ein mit Begeisterung erfüllter Part übrigens.
Jedes Jahr darf das Geburtstags-Kind sich sein Sujet wünschen, das ich dann mit Freezer Paper und Stoffmal-Farbe auf ein T-Shirt pinsle.
Von Aal bis Zebraspinne wäre alles möglich. Oder auch von Auto bis Zeppelin. Von Alice im Wunderland bis Zauberelfe. Was immer das Kinderherz gerade begehrt. Bisher liegen in unsren Schränken: Ein Vogel-Spinnen-Shirt, ein Skorpionen-Shirt, eines mit einer goldenen, kleinen pailettenverzierten Krone drauf, eines mit Wolf und eins mit einem Steinbock (ein paar noch mit Pumas, aber die waren vom Schulfussball).
Kind 2 wünschte sich in diesem Jahr eine Schlange. Was mir eigentlich ganz gut gefiel, denn Schlangen sind nicht allzu knifflig auszuschneiden- im Gegensatz zu Vogelspinnen mit ihren dünnen, haarigen Beinchen
Mein Junge zog es sofort über. Gleich am Frühstücks-Tisch noch. Sein Schlangen-Shirt begleitete ihn durch den ganzen, freuden-erfüllten, wundervollen Tag, bis hinein in seine Träume.
Es ist schön, ihn so darin zu sehen. Zu wissen, dass er kuschlig eingepackt ist in etwas, das ihm Freude macht und das ihn, wo immer er gerade ist -beim Spielen im Kindergarten, auf einen Besuch bei Oma oder mit seinem Papa unterwegs um Baumaterial zu kaufen- vielleicht zwischendurch an mich erinnert…
Happy Birthday, mein Kleiner!
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Frollein, na än Kafi!

Montag-Morgen.
Das Wochen-Ende hinterliess (wie meistens) eine ziemliche Unordnung überall, als es ging. Die Kinder haben schulfrei und es ist gerade 10 Uhr morgens.
Ich sitze beim Kaffee, und während mir hunderttausend kleiner Posten durch den Kopf schwirren, die es zu erledigen gilt (wie Fuss-Böden-Saugen, Kürbis rüsten, e-mails-Beantworten), sehe ich mir die Gesichter einer Wahlkampf-Broschüre an. EVP. Nicht unsympathisch eigentlich.
Morgen hat Kind2 Geburtstag. Und ich fühle mich alles andere als gut vorbereitet (was ich mir aber nicht anmerken lasse *grins*). Noch steht eine ganze Reihe an Punkten ohne Haken auf meiner Liste:
  • Kindergarten-Geburtstags-Kuchen,
  • Geburtstags-Kuchen für die Feier en famille (Marzipan wird gewünscht und Risoletto obendrauf und -ganz wichtig- 5 brennende Kerzli)
  • das traditionelle von Mama bedruckte Geburtstags-T-Shirt (wo mir im Augenblick sogar noch das Shirt zum Bedrucken fehlt! Nebst der Schablone und allem…)
  • ein Korb-Inlet für den kleinen süssen Velo-Korb aus Weiden, der tatsächlich haargenau ans Geländer des Hoch-Bettes passt, genau wie ich es mir gedacht hatte, und der bestimmt einen prächtigen Bücher-Korb abgibt für all die Donald Duck Comics, die Kind2 allabendlich verschlingt (und die bisher einfach achtlos vom Bettrand auf den Boden plumpsen, wenn er eingeschlafen ist.)
Ja, mir fehlt da noch einiges. 
Vor allem der nötige Elan.
Nein, im Ernst, ich fühle mich gerade ziemlich… schläfrig. Und die Kinder sind überfordert mit der plötzliche Leere, die aufklafft nach zwei so vollen Tagen.
Ich spüre das immer ganz deutlich: Wie sie rast- und ziellos werden, einerseits kaum zu bändigen, andererseits sehr anlehnungs-bedürftig und den Tränen viel näher als sonst, sobald die Strukturen sich zu rasch verändern. Wenn auf aktive Tage plötzlich ein Tag völlig ohne Programm folgt, dann scheinen sie nicht mehr zu wissen, wie sie mit sich und ihrer Zeit umgehen sollen…
Aber geht es mir anders?
Ich nippe an meinem Kaffee, werfe nochmals einen Blick auf die Kandidaten-Liste (Jyoti Guptara, der Jungautor ist aufgelistet? Interessant…) und zupfe ein Blatt aus dem Altpapier-Stapel. Für meine To-do-Liste heute.
Neben mir im Gang haben die Kinder angefangen, im Wandschrank Gruselkabinett zu spielen. Es “uhu“-t und rumpelt ganz ungemein.
Ich muss schmunzeln.

Von draussen strahlt der Tag zur Küche herein. Er ist noch so jung und der Moment -gelassen betachtet- eigentlich herrlich nonchalent (Sofern ein Moment das überhaupt sein kann. Kann er das?) Ich höre mich seufzen. Ein lautes Seufzen mit einem Augenzwinkern. Es tut manchmal gut, vor der Liebenswertigkeit eines Alltags-Moments einfach zu kapitulieren…

Ab und zu ist das Leben eine Liste. Eine Liste an Aufgaben, die auf einem warten. Oder aus Möglichkeiten (oder Kandidaten), die genauer betrachtet und aussortiert werden wollen. Was will ich, was will ich nicht? Wohin sollen meine Kraft, meine Zeit und Aufmerksamkeit fliessen? Wer braucht mir gerade besonders? Wo sollte ich besser loslassen?
Jede Liste stellt unsere Prioritäten-Setzung erneut auf die Probe, was anstrengend sein kann, aber auch voller neuer Chancen steckt…
Der Kaffee ist alle.
Und ich liebe meinen Morgenkaffee. Jeden Morgen aufs Neue.
Punkt 1 also auf meiner heutigen Liste: 
“Eine zweite Tasse Kaffee.”
Packen wir’s an.
Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, Familienalltag | 10 Kommentare

Wochen-Ende

 Fragmente eines Wochen-Endes:
  • eine lange Diskussion bis spät in den Abend hinein
  • Zeichen von Herbst in den Körben und an den bunter werdenden Bäumen (die stellenweise schon kahl werden)
  • Reit-Tiere und Kinderhorden auf für einmal autofreien Strassen
  • überhaupt Massen von Menschen, manche bekannt, die meisten völlig fremd- aber die meisten mit einem Lächeln auf den Lippen
  • ein paar erzieherische Grenzen, die gezogen werden müssen, ein paar andere, die gelockert werden und die Einsicht, dass ich manchmal doch Gefahren wittere, wo (sehr wahrscheinlich) gar keine sind…
  • viele, viele, viele gegangene Schritte, wirklich Stunden lang- ohne dass es mir aufgefallen wäre
  • gemeinsames Entdecken und Erleben- mit kleinen Freiheiten für jeden von uns
  • Sonnenschein, der einem die Haut rötet und mir fast seltsam vorkommt nach den trüben, kühlen Tagen
  • Essen und Verlockungen an jeder Ecke
  • Für mich: handgemachte Sandalen aus Kenya (aus einem Hilfsprojekt) verkauft von einem wunderschön geschmückten Tuareg…
  • und ein unglaublich schöner, unglaublich grosser (2.20 m auf 2.40 m) Quilt mit handgequilteten Nähten für unglaubliche 10 (!) Franken (secondhand, aber trotzdem: Ich kann mein Glück kaum fassen…)
Dieses Wochenende war sehr intensiv und belebt und gesellig und warm und ereignisreich bis zum Schluss.
Es entlässt mich etwas müde aber ziemlich satt und zufrieden,
mit afrikanisch geschmückten Füssen
und einer warmen , traumhaft schönen Decke mehr auf meinem Bett
in die neue Woche…
Und jetzt werde ich mir ein Glas Lavendel-Sirup holen und mich mit hochgelagerten Beinen aufs Sofa fläzen. Zum Nichts-Tun…
Ich wünsche euch eine gute, erholsame Zeit!
Euch allen!
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Veröffentlicht unter Wochen-Ende | 7 Kommentare