Monatsarchive: Mai 2011

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Liebe Freunde!
Ich melde mich nur kurz, sozusagen zwischen zwei Posts, und das auch nur, weil ich euch rasch sagen wollte, warum die Strickanleitung fürs Zwergenmützchen und auch der Blitzkuchen im Moment nicht mehr bei Kirschkernzeit stehen: Vieles wird im Internet ganz ohne Hintergedanken übernommen und neu verwendet oder ganz freundschaftlich miteinander geteilt. Das gefällt mir im Grunde, dieses Vernetztsein und Inspiriert-Werden, ehrlich, aber da gibt es auch eine rechtliche Seite, eine, die für viele völlig unbekanntes Terrain darstellt, in dem man sich nicht wirklich auskennt und sich auf das eigene Rechts-Empfinden, auf Annahmen verlässt.
So ging es mir mit der aus dem Englischen übersetzten Strickanleitung und dem alten Rezept-Ausschnitt aus der Zeitung. Ich fand diese Dinge einfach wunderbar und wollte diese Freude weitergeben … Was aber wohl nicht so ganz legal wäre, genaugenommen… Dank Rosenfee habe ich diese Seite hier entdeckt, die ein bisschen Licht ins Dunkel bringt.
*Seufz*
Es gibt so vieles hier im www. von dem ich keine Ahnung habe, so vieles, das mich überfordert an Know-How und auch… verwirrt und an meine Grenzen bringt… aber dem muss ich mich wohl stellen auf die eine oder andere Art, nicht?
Ich habe jetzt erstmal Nägel mit Köpfen gemacht, Mützchen und Kuchen aus dem Blog genommen und die Urheber dieser beiden Kostbarkeiten kontaktiert… Fragen darf man ja immer, wenn man die Antwort nicht scheut…
herzlich
eure Bora
Veröffentlicht unter über das Bloggen | 9 Kommentare

ein Gespräch mit dem Bauherrn

7:20 Uhr.
Ein gewöhnlicher Morgen. Die Kinder schlafen noch, sogar mein Mädchen, das sonst um diese Zeit wieder herumrennt, ausgeruht nach ihren 9 Stunden Schlaf, steckt noch tief unter den Decke.
Draussen vor dem Fenster höre ich den Verkehr rauschen, ich sehe, wie das Licht der Morgensonne den Raum zum Leuchten bringt und schmecke den letzten Schluck Kaffee auf meiner Zunge.
Auf dem Tisch; meine Näharbeit, für die es gestern nicht mehr gereicht hat. In der Küche; die Spuren unserer gestrigen Falafel-Kocherei. Draussen; durstige Gemüsebeete. Und mein Haar liegt wuschelig im Zopf, ungekämmt seit Sonntag.
Ich bin bereit für einen neuen Tag.
Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.
Ich weiss nicht… Mein Leben rinnt mir durch die Finger, denke ich manchmal. Es rieselt und rieselt wie Sand in einer Sanduhr, und ich betrachte dieses Vergehen mit einer Mischung aus Erstaunen, Erleichterung, Gelassenheit und Unruhe. Als sandburgen-bauendes Kind im universellen Sandkasten des Lebens, wo wir alle damit beschäftigt sind, unsere Konstrukte errichten, unsere Lebens-Werke.
Manches sieht wunderschön aus, was hier in diesem Sandkasten entsteht. Imposant, herausragend „anders“, anderes wird eher unscheinbar und schlicht. Und dazwischen die Trümmer verworfener Lebenspläne, aus denen ein neuer Sandburgen-Trakt herauswächst. Nur wenige Sandburgen entstehen in einem Guss.
Verschachteltes Leben.
Immer wenn ich, so wie jetzt, einen Tag ganz still für mich alleine beginnen kann (was selten der Fall ist), wird mir dieses Rieseln der Zeit ganz neu und intensiv bewusst. Tages-Pläne und Impulse überschütten mich, aber der Moment ist zu kostbar, um ihn mit Geschäftigkeit zu füllen.
Momente der Erkenntnis (ob neu oder alt) sind wie Perlen. Man sollte sie eine Weile betrachten, bevor man sie beiseite legt. (Oder sie auffädeln und als wachsende Kette um den Hals tragen).
Dieser Moment verlangt nicht danach, etwas zu erschaffen oder zu ordnen oder zu erledigen, er braucht etwas anderes…
Im schräg einfallenden Sonnenlicht setze ich mich an den Tisch, stütze das Gesicht in beide Hände- und bete.
Ein Gebet der Ehrfurcht, Dankbarkeit und offenen Wünsche (oh ja, das vor allem, dieser Teil will fast nicht enden).
Ein Gespräch mit dem Bauherren.
Als ich die Augen wieder öffne, liegt das Nähzeug nach wie vor unordentlich über den ganzen Tisch verstreut, das Geschirr wartet und meine Haare hätten wohl nicht nur eine Bürste, sondern auch gleich einen ordentlichen Haarschnitt bitter nötig
Alles ist wie immer. Und doch anders.
Jetzt bin ich bereit für den  Tag.
Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch | 13 Kommentare

botanisch inspiriert

Wenn ich in den Wald komme, fühle ich mich immer als würde ich ein grosses, grünes Schloss betreten. Ein Märchenschloss voller verwunschener Winkel und kleiner Geheimnisse. Dieses Licht, das einem empfängt, ist einfach… magisch… und die Kühle und Stille (die bleibt, selbst jetzt im Frühling, wo die schönsten Vogelkonzerte steigen) besänftigen meine inneren Dämonen, Sturm und Drang und alle Zerstreutheit meiner Seele in genau dem Augenblick, in dem ich dieses Reich betrete.

Manchmal glaube ich, ich suche unbewusst immerzu nach dem Paradies, dem verlorenen Garten Eden, für den wir einmal bestimmt waren… Vielleicht fühle ich mich deshalb im Wald so angekommen?
Der Himmel muss wohl voll sein von Bäumen

Nachdem ich neulich meine Pulswärmer aus der herrlich schattengrünblauen Wolle von Brigitte Kälin fertig hatte, fühlte ich mich sofort verloren ohne ein Projekt auf den Nadeln. Von den 200 Gramm Wolle war nur ein Bruchteil verstrickt und irgendwie hatte ich einfach das Bedürfnis, diese wundervollen Waldfarben noch ein wenig länger zwischen meinen Fingern zu haben; Farben sprechen ihre eigene Sprache, nicht? Und diese hier erzählen von der Geborgenheit des Waldes…
Als ich auf der Suche nach meinem neuen Strick-Projekt dann auf den Botanical Scarf stiess, wusste ich sofort: DER und kein anderer! (Kein Wunder: unfassbar, wie ähnlich die Farben dieser zwei absolut unterschiedlichen Garne sind!!!)
Nun, es gibt Dinge, denen sieht man ihre lange Entstehungszeit nicht an. Dieser Schal ist so ein Ding. Ich habe einige Stunden daran gearbeitet, aber wenn ich ihn in den Händen halte, sehe ich im Grunde nur ein kleines Häuflein Gestricktes… Ein nettes Häuflein allerdings. Ich mag das zarte Muster, das Garn sowieso (mitsamt seiner Geschichte) und für Zwischen-Zeiten, in denen es weder richtig kalt noch richtig heiss ist, könnte dieser botanisch inspirierte kleine Schal wirklich perfekt sein.
Ausserdem hat er mich etwas Wichtiges gelehrt: Muster stricken hat Charme! (Zumindest so einfache Muster wie dieses unkomplizierte Lochmuster). Bisher war ich felsenfest davon überzeugt, dass alles, was über das recht/link-Schema hinausgeht, mich masslos überfordern müsste und fürs Stricken inmitten einer lauten Kinderschar schlichtweg undenkbar wäre. Gewundert habe ich mich nur, dass ich mich sogar beim Stricken in glatt rechts -bei aller Liebe- nicht wirklich entspannen konnte, sondern die immergleiche Bewegung irgendwann als hetzend empfand.
„Naja,“ dachte ich immer, „Ich bin wahrscheinlich einfach nicht fürs Stricken geschaffen.“
Bei diesem Schal aber löste sich plötzlich der Knopf: im einfachen Rythmus von Abzählen, langsamen Umschlägen und gedankenlosem Aneinanderreihen rechter Maschen, Konzentration und Entspannung- perfekt balancert, erkannte ich mit einem Mal, dass Stricken tatsächlich meditativ sein kann.
Wald und Wolle- zwei meiner allerliebsten Dinge überhaupt schätze ich- in einem kleine, einfachen Schal vereint.
Veröffentlicht unter Stricken | 17 Kommentare

Wochen-Ende

Ausser-gewöhnliche Tage, die in mir einen Ameisenhaufen ausbrechen liessen, liegen hinter heute und der letzten Arbeits-Woche;
so energievoll (a.k.a nervös), aktiv und angeregt durch das, was der Augenblick mir in die Hände legte,
habe ich mich selten gefühlt in letzter Zeit, in meinem eher beschaulichen Leben, das normalweise in einem gemächlichen Familienrythmus schwingt, hin und her, von Tag zu Tag.

* eine Hochzeit mit lauter neuen und alten Verwandten und einem absolut rührenden Brautpaar (*hach*)
  * ein Floh-Markt-Tag mutterseelenallein mit mir
(hinter einem Tisch voller ausgemusterter Schätze, Preisetiketten austauschend und erstaunt, wie schnell die Zeit verfliegt beim Feilschen und Beobachten des Fussvolks)
* ein langer Abend Gross-Familie-Sein am See, wo die reiche Kinderschaar mit vereinten Kräften das Ufer bebaute und zum Schluss als Land-Art zurückliess
*ein ruhiger Sonntagnachmittag ohne alles, nur wir fünf, ein Nadel- und Brettspiel
 …
Good times!
Aber mit einem etwas ruhigeren Wochenstart, wäre ich auch nicht unglücklich.
PS. Wie die neue Woche hier beginnen wird, weiss ich schon (und ihr auch gleich): mit einem botanischen Schal, der so ziemlich zur Un-Zeit fertig wurde…
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Veröffentlicht unter Familienalltag, Wochen-Ende | 6 Kommentare