Monatsarchive: Januar 2011

Projekt-Woche: für Wald und Feld

Ich fürchte, dieser Post wird euch langweilen.
Wald im Titel, Zwergenmützchen darunter. („Oh nein, nicht schon wieder…!“)
Nach  gerade eben zwei waldlastigen Posts ist euch dieses Thema vielleicht bereits über, und da wären dann auch schon vier Zwergenmützchen in  unzähligen Fotos von meinem Mädchen als Mützchenzwerg, eins davon nur schon im Header oben. Mein Blog ist fast schon übersättigt davon…
Aber ich kann mir nicht helfen: beides macht mich süchtig! Und glücklich, by the way… Aber keine Bange; Der Wald kommt diesmal nur ganz am Rande vor.
Kürzlich habe ich festgestellt, wie viel Spass es mir macht, übers Stricken zu reden. Diese Erkenntnis hatte  eine einigermassen schockähnliche Wirkung, weil übers Stricken zu reden mir immer irgendwie spiessig vorkam. So wie Gespräche über das Wetter oder darüber, wie man am besten Fensterputzt…
(Allessamt Themen, für die ich mich heute durchaus begeistern kann, fällt mir auf… ob es am Alter liegt?)
Ich sass letzten Sonntag in unserer christlichen Gemeinde mit einer jungen Mutter und Freundin im Nebenraum für Mamas mit kleinen Kindern. Aus dem Lautsprecher plätscherten die News aus dem Gemeinde-Leben, wir stillten unsere Kinder und unterhielten uns sehr angeregt über… Zwergenmützchen! Und über den Wurm, den ich damals im Wald von der Wolljacke meiner Kleinen klauben musste…
(Bei der Predigt waren wir dann natürlich aufmerksamer…)
Doch diesmal mach‘ ich’s kurz, meine Lieben, ich will euch eigentlich nicht unnötig lange quälen mit Details, sondern Fakten bringen. Ein, zwei Blicke habt habt ihr ja schon in der Entstehungs-Phase erhaschen können,
hier als ich noch ganz am Anfang war mit Stricken, und hier beim Binde-Band, das ich in vielen kleinen Etappen zusammenbrachte, wenn die Kinder spielten oder noch schliefen frühmorgens oder wenn sie das Haus auf den Kopf stellten, und ich es irgendwie schaffte, den ohrenbetäubenden Lärm dabei zu ignorieren…
Aber selbst klitzekleine Schrittchen führen ans Ziel.
Voilà, mein Frühlings-Zwergenmützchen:
Gestrickt aus leichtem Baumwollgarn von Drops, mit Nadelstärke 3 und dem klassischen angenähten Band am Kragen.
Diesmal habe ich es zuerst an der Anschlags-Kante angenäht -wie in der Original-Anleitung- weil ich dachte, es würde dann hinten länger ausfallen. Aber ich musste die Naht dann wieder auflassen, denn das Gegenteil war der Fall. Jetzt ist die Anschlagskante wieder vorne rund um’s Gesicht, so wie ich es am schönsten finde.
Mein Mädchen mag Mützen eigentlich nur bedingt gern. Was sie kennt, wird akzeptiert, alles Neue aber erst einmal beargwöhnt und dreissigmal vom Kopf gerissen.
So geht es übrigens auch mit Kleidern: Da entwickelt sich irgendwann eine enge Beziehung vor allem zu gewissen Jäckchen und Röcken und Schuhen. Wenn so ein Lieblings-Stück zu klein wird, und ein Ausmustern unausweichlich, leiden wir beide unter der Trennung, sie, weil sie so dran hängt und ich, weil ich so dran hänge, wie sie dran hängt  (war das jetzt noch verständlich?)
Mir scheint, wir sind  beide keine Freunde von Veränderungen.
Vielleicht lieben wir dieses Mützchen auch darum so sehr? Weil es mitwachsen wird? Weil ich es wieder und wieder stricken kann (und werde, oh ja, das dürft ihr mir glauben), gleiche Farbe, andere Grösse, gleiche Grösse, andere Farbe und wieder zurück.
Das Zwergenmützchen wird meine Kleine wohl begleiten bis ins Schul-Alter.
In Rot, Blau und Grün… und demnächst vielleicht sogar in seidigem Rosa…
Veröffentlicht unter Stricken | 18 Kommentare

Patchwork

Wer hätte gedacht, dass es Orte gibt, an denen gleich drei Jahreszeiten aufs Mal wohnen?
Alle nur ein paar Schritte voneinander entfernt wie ein organischer Patchwork-Teppich…

…ein sonnengewärmter, frischer Frühlings-Patch voller Optimismus…

…ein Herbst-Patch mit trockenen Laub-Ecken

und geisterhaften Zügen, wenn feuchter Nebel aufsteigt…
 …und ein frostiger Winter-Patch in grün-schwarz mit weissen Reif-Rändern…
Fehlt nur noch ein leuchtend gründer Sommer-Patch mit summenden Bienen-
aber das ist ganz gut so, jetzt im Januar…
Ich glaube, der Wald, den wir heute entdeckt haben, muss ein Zauberwald gewesen sein.
Veröffentlicht unter Jahreszeiten, Natur | 14 Kommentare

sonderbar

Sonderbar, was der Wald mit einem macht.
Mich macht er klein, demütig und erdig.
Ich sitze unter kahlen Baumkronen, zwischen krustigen Stämmen. Mit leeren Händen, die rein gar nichts zu tun haben. Kein Kind halten, keine Maschen winden, kein Kleidunsstück verräumen. Selbst die Kamera fehlt, was ich doch ein wenig bedaure.
Still, mit leicht gekrümmten Fingern, liegen sie in meinem Schoss.
Sonderbar.
Die Jungens bewegen sich sicher und karftvoll über Wurzelstöcke und Anhöhen hinweg, schlagen sich durchs Dickicht der nackten Äste und sammeln Zweige, um in der Nähe der Fuchhöhlen eine Räuberfalle zu bauen. Unentwegt fliesst ihr Rede-Strom, in aufgeregtem, wachem Tonfall, der ihre Verbundenheit verrät.
Zu meinen Füssen, halb versunken im Moder, spielt mein kleines Mädchen. Sie wühlt sich durch alle drei Schichten eines Jahreslaufes: alte Blätter, halb verotteter Humus, dicke, kalte Erde. Selbstvergessen packt sie beide Hände voll, klatscht alles neben sich auf einen Haufen, fingert schwarzbraun-glitschige Blätter heraus und lacht als sie am Pelz ihres Kuschelhasen kleben bleiben.
Ich sehe zu, sehen einfach zu, wie eine stille Hirtin, die ihre Herde weidet.
Sonderbar, was der Wald aus einem macht.
Unterwegs mit meinen Kindern werde ich leicht nervös. Je mehr Menschen und Verkehr auf meine Sinne einprasseln, desto gehetzter wird mein Blick, desto unsicherer und fahriger werde ich,  fadenscheinig meine Geduld, meine Stimme laut, weil ich sicher sein will, sicher, dass meine Kinder achtgeben. Auf die Menschen, die Autos, auf mich und sich, auf die Gefahren, die ich hinter jeder Ecke wittere, und die es vielleicht gar nicht wirklich gibt, einzig in meinem angstgebeulten Herzen.
Hier im Wald bin ich anders. Eine ruhige Frau mit offenen Augen und einem stummen, unverhärmten Mund. Meine Hände sind bereit loszulassen. Geben die Zügel -die sie ja doch nicht halten können- frei.
Ich sehe meine Kinder, vertieft in sich selbst, in die Natur, die sie umgibt, in das Leben… ihr Leben… lehne meinen Kopf an einen der Stämme, bis ich fast glaube, die vom Tauwetter aufgeweckten Säfte glucksen zu hören… und bin glücklich.
Sonderbar, wie glücklich ich bin.
Veröffentlicht unter Natur | 12 Kommentare

this moment

Nach einer Idee von Soulemama: Freitags Fotos, eine Erinnerung.  
Nur wenige Worte. Kommentar-los (darum die ausgeschaltete Comment-Funktion).
  Ein immergleiches Ritual zum Wochen-Ende, wenn der Blick zurückfällt und es Zeit wird für eine Pause.

… erschaffen …
this moment

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