Monatsarchive: November 2010

Pause…

Lieber Blog
In der Nase kitzelt es verdächtig. Der Hals kratzt von Tag zu Tag spürbarer. Ich lasse mir immer öfter noch einen zweiten, heute sogar einen dritten Kaffee aus der Maschine. Beim Reden vergesse ich mitten im Satz, worauf ich eigentlich hinaus will, und morgens beim Aufstehen fühle ich mich alt und gebrechlich ,als wäre ich mindestens 70ig und keine blühenden 31…
Ich spüre es: Es ist Zeit für eine Pause.
Meine Familie wird derselbe bunte, turbulente Haufen bleiben, der sie immer war, auch in Pausenzeiten. Doch du, mein lieber Blog -und du weisst, ich hab dich wirklich gerne und sag das nicht nur so- wirst ein bisschen zurückstecken müssen. Ja, ich weiss, du bist es gewohnt, viel… um nicht zu sagen sehr viel… ungeheuer viel Zeit mit mir zu verbringen, und ja, natürlich wirst du mich ein bisschen vermissen. Ich dich auch. Aber es ist ja nicht für immer. Nur für ein paar Tage.
Und, weisst du was? Ich werde meine Kamera mitnehmen in meine Pause. Und auf die Suche gehen. Auf die Suche nach jenen Momenten, die etwas Gutes, Schönes, Stärkendes an mich herantragen, die irgendwie mir gehören. Für mich.
Du kriegst auch ein Bild. Jeden Tag. Damit du mich nicht vergisst. Und ich die Augen offen halte.
Nach jenen Kostbarkeiten da draussen im Leben.
Für mich…

Deine Bora, die jetzt gleich in aller Ruhe noch ein Stückchen von diesem leckeren, ganz spontan gebackenen Schokoladen-Kuchen essen wird. Nur für mich...

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Haus-Ecken: Räuberhöhle

Unser Haus befindet sich ja in ständigem Wandel. Und einrichten fühlt sich immer ein bisschen… sinnlos an…weil vieles nicht bleiben wird… oder nicht blieb bisher… Aber immerzu zwischen Kartons und nackten Wänden zu leben, wird irgendwann unerträglich trist und anonym, und jedes Mal, wenn ich es wieder wage, einem Raum- oder auch nur einer Ecke- so etwas wie Persönlichkeit zu verleihen, ihn zu gestalten, so richtig, mit Gedanken an die Zeit, die hier drin verbracht werden wird, an den Menschen, der sich hier zuhause fühlen soll, mit Nägeln in der Wand, mit Licht und einem Farbkonzept, dann ist das wie fünfzehn Tassen Kaffee kippen; ein unvergleichlicher Muntermacher! Ein klarer Fall für „what makes me happy“…
In letzter Zeit habe ich viel hin-und hergeräumt. Im Estrich, in der Diele oben, wo meine Nähsachen lagerten, im Kinderzimmer und…
in der Kammer von Kind1,
 
 
 
Dieses Zimmer kennt kein Design. Es entsteht langsam, füllt sich mit der Zeit, die mein Junge (oder sollte ich schreiben „meine Jungen“? Kind2 geniesst es in vollen Zügen, seinen grossen Bruder hier ganz für sich alleine zu haben, sozusagen „unter Männern“…?) hier verbringt. Tisch, Regal, Quilt, Stuhl… alles Dinge vom Trödel, aus meinen eigenen Kindertagen oder schon seit Ewigkeiten in unserem Haushalt. Nur das langgezogene, weiss lasierte Wandregal, das die ganze Zimmerbreite unter der Schrägung für sich hat, ist quasi „neu“; entstanden unter den Hände meines Mannes. Für mich eigentlich… ursprünglich… Und statt Teppich auf dem selbst verlegten, weiss getönten Bretterboden einfach zwei Schaff-Felle. Für warme Knie und Füsse beim Lego-Bauen.
Alles ist ziemlich schlicht, maskulin irgendwie. Herb. Wie mein Junge eben.
Dieser Tage kam die schwarze, alte Metall-Truhe dazu, das Geschenk eines Familien-Freundes schon vor Jahren. Kind1 war zwar auf Anhieb Feuer und Flamme für das glänzende Schwarz und die  schweren Metall-Schlösser, aber damals war noch nicht die Zeit für grosse, klobige Möbelstücke, und so hütete sie erst einmal ein paar Jahre Woll-Knäuel für mich.
Doch mein Junge wird grösser, unübersehbar. Aus dem kleinen Wirbelwind wächst ein kluger, wissbegieriger kleiner Mann, der seine Gefühle formuliert und lauthals über die blödesten Witze lacht, der Pfeile schnitzt und Feuerholz hackt, der tagelang fingerhäkelt, um den 10m-Kordel-Rekord seiner Klassenkameradin zu übertrumpfen (mit Erfolg…), der Geolino aus dem Brocki liest, Spick oder Donald Duck aus zweiter Hand, der spart für ein ferngesteuertes Auto und sich wünschte, seine Freunde könnten Schach spielen… die Truhe passt jetzt plötzlich haargenau, oh ja. Lego statt Wolle.
Ich mag, was aus meiner ehemals so hellen, verträumten Kammer geworden ist: ein Rückzugsort für meinen Jungen, wo er sich sein eigene Welt erschaffen kann, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf Mamas…ähäm… Stil-Empfinden…
PS. Die Matratze ist kein Bett im eigentlichen Sinne; Kind1 schläft lieber im -türlos im Familienbett oder im ans grosse Familien-Schlafzimmer grenzenden- Kinderzimmer. Dort steht nämlich ein Kajütenbett, wo er unten, Kind2 oben sein Plätzchen hat. Die Sache mit dem Auf-Matratzen-ohne-Bettgestell-Schlafen wäre dann allerdings eine andere Geschichte…
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Strickmonat November

Es ist kein Zufall, dass ich genau diese (nebenbei bemerkt, einfach traumhaft schöne) Seite aus Gudrun Sjödens letztjährigem „Zuhause“-Katalog die ganze Zeit aufgeschlagen im Wohnzimmer liegen habe. 
Dieses Bild versinnbildlicht nämlich mein Innenleben: Ich bin im Strick-Modus!
Alles, was ich will ist, mich in den Sessel vor dem Kamin werfen, ab und zu ein bisschen am Holundersirup-Glas neben mir nippen, vielleicht Pralinen naschen (leider sind die von meinem Geburtstag schon wieder alle… und nichts Süsses mehr im Haus…das kommt davon, wenn man so gierig ist…), nette Musik hören und stricken. Vor allem stricken. Arbeit gibt es genug. Oder sagen wir besser… 
…Verlockungen…
 
 

Ich habe gleich drei Projekte auf einmal auf meinen Nadeln zur Zeit (ganz zu schweigen von denen in meinem Kopf), und alle sind sie für mein kleines Mädchen gedacht:

die gestrickte Hose, die so herrlich warm und bequem aussieht auf dem Strickmuster bei Drops, dass ich ihr einfach nicht widerstehen konnte,
das leichte grüne Zwergenmützchen fürs Frühjahr (ja, ihr habt recht, es ist schon ein bisschen eigen, jetzt bereits für den Frühling zu stricken…)
und ein Paar kleine Kindersocken in leuchtenden Farben, weil der Boden hier schrecklich kalt werden kann im Winter und ich es einfach nicht über mich bringe, Kleinkinderfüsschen in gschtabige Finken zu zwängen.
Wollsocken passen ohnehin immer ins Familienbild…
 
 
Die Herbstsocken für Kind1 sind schon wieder richtig verfilzt an der Sohle vom vielen Draufrumlaufen… Und von den Wollsocken, die meine Oma mir geschenkt hat im Laufe der Jahre, gibt es kein einziges Paar, das nicht schon ziemlich fadenscheinig aussehen würde… Nur Kind2 steht erst am Anfang seiner Stricksocken-Karriere: seine sind noch fast wie neu…
Die Wolldecke, auf der seine knuffigen Bubenfüsse stehen -fast schon getarnt- ist übrigens eines meiner Lieblingsstücke im Kinderzimmer. Vor gut zwei Jahren kam sie als Geschenk von einem Winterbasar zu uns. Und geniesst seither unsere grösstmögliche Zuwendung. Als Spielteppich tagsüber, denn sie ist ja  auch ein Bauernfeld, ein Schwimmteich, eine Kuhweide und ein Hof mit Laufstall, wie ihr sehen könnt…
Nachts wird sie dann zur wirklich warme Zweit-Decke über dem Daunenduvet, die sich angenehm schwer über den Körper legt, als wolle sie einem richtig einmummeln ins Land der Träume…
So, und jetzt geh‘ ich mal wieder Richtung Kaminfeuer. Stricken…
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this moment

Nach einer Idee von Soulemama: Freitags ein Foto, eine Erinnerung.  
Nur wenige Worte. Kommentar-los (darum die ausgeschaltete Comment-Funktion).
  Ein immergleiches Ritual zum Wochen-Ende, wenn der Blick zurückfällt und es Zeit wird für eine Pause.

Heimkehren
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