Monatsarchive: Oktober 2010

Pumpkin Pie

Für Bianca und Regina, die so sympathisch neugierig darauf waren. Und auch für alle anderen, die Lust haben, sich einen Kürbiskuchen nach Amerikanischem Rezept zu heran zu wagen. Das Rezept habe ich vor Jahren, besser gesagt vor über einem Jahrzehnt aus einder der allerersten “Young Miss” herausgerissen, weil mich das Fremde daran tief beeindruckt hat  (damals wusste ich noch gar nicht, was Halloween überhaupt sein sollte. Ich glaube, man nennt so was ein richtiges Land-Ei…)
Die Schokoladen-Rezepte für Cookies und die Torte sind wahrscheinlich kopiertgeschützt, weil, sie stammen ja aus einem aktuellen Kochbuch, darum muss ich hier leider passen. Aber Illustrierten-Wedel von anno 1996 stehen wohl eher weniger unter Copyright, darum:
Pumpkin Pie/ Kürbiskuchen
 
man nehme:
  • Mürbeteig oder eine Packung Petits Beurres (Butterkekse) zerkrümelt und mit etwas Sahne schön pampig mischen
  • 1kg Kürbisfleisch ohne Schale, Fasern oder Kerne
  • 180g Rohrzucker (ich nehm nur ca. 150g)
  • 1-2 Tl Zimt
  • 0.5-1 Tl gem. Ingwer
  • eine Prise Nelkenpulver (ich nehm’ einen halben Tl)
  • 3 Eier, zerklopft
  • 200g Doppelrahmfrischkäse (zB. Philadelphia)
  • 200g Schlagsahne, geschlagen
so gehts:
  1. Die Petits Beurres-Masse in eine mit Backpapier ausgelegte, gebutterte Springform drücken, auch an den Rändern einen schönen Rand machen. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen.
  2. Den Kürbis in Stücke schneiden und mit ca. 3 El. Wasser zugedeckt weich köcheln lassen. Pürieren und auskühlen lassen. Dann das Wasser in einem feinen Sieb abgiessen (das ist wichtig!).
  3. Den Ofen auf 175 Grad Umluft vorheizen. (Gas 150 Grad, Stufe 2)
  4. Kühles, abgetropftes Mus mit dem Zucker, den Gewürzen, den Eiern und dem Frischkäse verrühren. Dann in die Springform  mit 22cm Durchmesser geben und glatt streichen.
  5. 60-70 Minuten backen, abkühlen lassen und dann mit Puderzucker bestreuen.
  6. Mit einem dicken Berg Schlagsahen geniessen!
En Guätä! 

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in meiner Küche

In meiner Küche gab es diese Woche wieder jede Menge Unordnung. Im Moment steht noch das halbe Abendessen auf dem Tisch mit Tellern und Gläsern und Wasserringen. Ein hoher Stapel Pfannen wackelt neben der Spüle. Der Boden sollte dringendst mal wieder feucht gewischt werden. Und woher all die Spielsachen kommen, über die ich ständig stolpere, ist mir auch ein Rätsel…
Aber ich mag meine Küche. Ich mag, was mein Mann aus dem gemacht hat, was er vorfand (Vorher war da ein hässlicher Raum mit Teppich und tiefer Putz-Decke. Keine Küche weit und breit.).
Ich mag wie das Licht einfällt am Vormittag. Ich mag das Leben in ihr. Die Experimente, die darin durchgeführt werden. Das Backen. Zeitweise sogar das Kochen. Und natürlich mag ich das Essen. Essen ist überhaupt etwas vom Allerbesten, was es gibt, finde ich. Ihr auch?
Diese Woche in meiner Küche:
Selbstgemachter Joghurt, gesüßt mit etwas Ahornsirup.
Definitiv besser als der, den ich nach einem indischen Rezept im Wasserbad im Ofen hab’ säuern lassen: das Joghurt-Mach-Dings aus dem Brocki darf bleiben!
Vollkornbrot mit Mehl aus einer alten Wasser-Mühle, die sich nur noch an Schau-Tagen drehen darf. Meine Mama hat mir einen ganzen Sack davon geschenkt und es macht mein Brot schön urchig.
Es wäre bestimmt noch besser, würde ich in letzter Zeit nicht immer wieder die Hefe vergessen. Die lässt sich nämlich eher schlecht reinkneten in den fertigen Teig… (Kürzlich hab ich den Brotteig sogar eine Stunde an der Wärme gehen lassen und mich gewundert, warum er nicht aufgeht- ohne Hefe, hihi)
Aus meinem Lieblings-Kochbuch zu meinem Lieblingsthema in der Küche “Verrückt nach Schokolade”
gleich zwei Premieren:
ein bisschen verschrumpelte Schokoladen-Cookies mit Ahornsirup und Walnüssen (in Ermangelung der Macadamia-Nüssen die das Rezept verlangt)
und “der Kuchen von Jean-Francois, der immer in der Form klebt”.
Beides köstlich. Aber bitte glaubt der Autorin kein Wort, wenn sie euch erlaubt, diesen Schokoladenkuchen noch lauwarm zu essen. Jean-Francois’ Kuchen (der bei mir übrigens gar nicht klebte, den wir aber trotzdem gemeinsam direkt aus der Form löffelten) geht es genau wie allen anderen Schoko-Kuchen: er wird über Nacht viel, viel besser.
 
Seit neuem habe ich beim Kochen sogar einen kleinen, eifrigen Gehilfen! Er schält mir konzentriert Kartoffeln, Karotten oder Kürbis und leistet mir fröhlich Gesellschaft.
Kochen mit ihm ist einfach schöner!
Die Kürbisse, die Kind1 in diesem Sommer gezogen hat, sind gross und rund und orange
und sein ganzer Stolz!
Diese Woche wurden daraus ein “Hühnerfrikassee mit Kürbis” und ein amerikanischer “Pumpkin Pie” beladen mit Schlagsahne ohne Ende (meine Kinder packen ihre Tortenstücke jeweils richtiggehend ein mit geschlagenem Rahm…)
“Wiä guät, dass ich diä Söömli iigsetzt han!/ Wie gut, dass ich diese Samen eingesetzt habe!”,
schwärmte mein Junge eins ums andere Mal mit einer Zufriedenheit, die mein Herz wärmte.
Fürs nächste Jahr steht schon ein Gläschen herausgepulte Kürbiskerne bereit…
 
 Und heute beleuchteten sogar zwei Grusel-Gesichter unser Kürbis-Kuchen-Essen! Die Kinder lieben ihr orange-rotes Schimmern und die grässlichen Grimassen, die wir gemeinsam einschnitzen. Ein kleines Herbst-Ritual, Pumpkin Pie und Halloween-Kürbisse, so schlicht und doch so verankert in diesem wechselhaften Abschnitt des Jahres, in dem es viel zu feiern aber auch loszulassen gibt.
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this moment

Nach einer Idee von Soulemama: Freitags ein Foto, eine Erinnerung.  Nur wenige Worte. Kommentar-los.
  Ein immergleiches Ritual zum Wochen-Ende, wenn der Blick zurückfällt und es Zeit wird für eine Pause.
 
 
 
 
 Ein Spiel 
seit jeher, auf aller Welt
“Guggus… Dada!”
this moment
 
 
 
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mein Quilt

Ich bin immer wieder von neuem erstaunt, wie gut es sich anfühlt, wenn etwas, woran man lange gearbeitet hat, schlussendlich einzieht in den Haushalt, um einen richtig guten Job zu verrichten. Als Pulli zum Beispiel, als Sofa-Kissen oder Abendtasche oder Strickhasi. Selbstgemachte Sachen sind nicht unbedingt funktionaler als gekaufte. Aber sie sind mit Herz gefüllt, mit Visionen und Erinnerungen (remember meine Scrubs-Jacke).
Es gibt da nur ein kleines Problem. Zumindest zu Anfang, wenn alles noch neu ist und unversehrt: Ich bin ein bisschen schüchtern, was das Benutzen angeht. Schliesslich hab’ ich viele Stunden, Tage, Wochen damit zugebracht, ein paar Stück Stoff oder Knäuel Wolle möglichst schön in Form zu bringen, war aufmerksam und tüchtig, weil ich Fehler vermeiden wollte bzw.augenblicklich ausbadete,
allein deshalb, weil es schön werden sollte.
Ist es aber erst mal schön, erwacht der Beschützerinstinkt in mir, der Gutes schützen will. Und leider werden nur die wenigsten Dinge durch Abnutzung hübscher.
Ihr erkennt das Dilemma.
Ein wenig erstaunt bin ich deshalb jetzt schon. Denn mein Quilt, der eine ziemlich lange Reise hinter sich hat, zeitlich wie räumlich, ist  bereits über eine Woche voll in Funktion, wird mit Füssen getreten, am Boden entlanggeschleift und drohenden Schokoladenflecken ausgesetzt…
Ohne dass ich nervös werde.

 
Im Gegenteil; ich geniesse es ungeheuerlich, mich mit den Kindern beim Lesen darin einzuwickeln oder ihn für meine Kleine und ihr Püppi (wie Imke mittlerweile heisst) zum Spielen auszubereiten (Püppi hält ziemlich oft ein Nickerchen, müsst ihr wissen, und wird dafür mindestens 20 Mal zugedeckt).
Schon das Nähen brachte viel Spass mit sich, oder vielmehr das Quilten, denn die Patches hat mir damals ja einer supernette Da-Wanda-Dame abgenommen.
Frischfröhliches Nähmaschienengeratter, pfeifend, ohne Sorgenfalten auf der Stirn.
(Fotografiert spätnachts von einem quietschfidelen Kind2, dem dieses Gedröhne sehr gefiel. Zumindest besser als ins Bett zu gehen.)
 
Ich hatte alle Lagen vor dem Steppen ordentlich mit Nadel und Faden geheftet zu diesem Zweck, und tatsächlich verrutschte kaum etwas beim Nähen. Aufkommende Falten konnte ich dann relativ leicht mit den Händen nach aussen streichen, und als mich zum Schluss trotzdem ein kleiner Anfall von Panik ereilte beim Anblick der vielen, kleinen (ganz normalen) Pucker, steckte ich das Ganze wagemutig zuerst in die Waschmaschiene und dann in den Trockner. Zur Feuerprobe sozusagen. Wieder herausgezogen sah alles plötzlich ganz fabelhaft aus. Wie nach einer Schönheitskur: immer noch mit Fältchen entlang der Naht, aber alle richtig schön gleichmässig verteilt, ganz so, als müsste es so sein und nicht anders…
 
Und dann das Schrägband.
Für manche mag es eine Nervenprobe sein, für mich gehört das Schrägband-Annähen zum mitunter schönsten Teil des Nähens. Vor allem der allerallerletzte Schritt, wenn ich mich hinsetzen kann aufs Sofa, mit Nadel und einer Rolle starkem Faden, einer schönen Tasse Tee und einem angenehmen musikalischen Begleiter (hey, damit kommt sogar richtig Schwung in die Sache!). Sticheln wie Meditation. Alle zwei, drei Milimeter ein Stich. Und das über 7 Meter. Bliss…
   
What makes me happy? Definitiv: Quilts!
Ich glaube, das hier wird nicht mein Letzter sein…
Die Stoffe sind übrigens zum einen Teil antike dänische Bettwäsche-Stücke (geblümt) , zum anderen Teil neue Stoffe (gepunktet). Beides haben Jenny und ich über Dawanda bezogen.
Die Rückseite besteht ganz aus einem antiken Leinentuch mit kleiner Kantenstickerei.
Eine sehr hilfreiche Anleitung zum (free-motion) Quilten gibt es hier . Die Sicherheitsnadeln würde ich aber weglassen und stattdessen alles mit Heftfaden heften, verikal, horizontal und diagonal. Braucht etwas Zeit, lohnt sich aber auf alle Fälle! 
Guckt doch mal hier nach Inspiration: der Schmetterlingsquilt von 19nullsieben ist auch wirklich schön geworden!
 
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